2 Jahre lang kreuz & quer durch die Americas

USA-Reisebericht  |  Reisezeit: Mai 2013 - Mai 2015  |  von Anja & Wolfgang

Nevada & Califonia ab 22.02.2014: 49 - CA 1 – von 27.02.bis 04.03.2014 1910 km

Ziel: Zu den Nationalparks in Süd-Osten Kaliforniens und dann am Lake Tahoe vorbei zurück nach Nevada
Wetter: Von sonnig < 25º bis Nieselregen < 5º.

Kurz nach dem Südeingang in den Death Valley NP werden wir von ein paar mitten auf der Strasse stehenden Bettlern aufgehalten -

aber wir geben grundsätzlich nichts , sondern fahren schnell weiter zum Badwater Basin,

und erreichen dort unseren absoluten Tiefpunkt.
Mit 85,5 m unter dem Meeresspiegel ist dies der tiefste Punkt Nordamerikas und damit auch unserer Reise. Weltweit gibt es noch 4 Punkte die tiefer sind - Spitzenreiter ist das Tote Meer mit ueber400m unter NN - aber die liegen alle auf anderen Kontinenten. Wir machen die hier übliche Salzwanderung, 500m raus und wieder zurück, schauen noch kurz die Felswand hoch zur Meeresspiegelmarkierung und fahren weiter zum Artist's Drive,

hier die Palette of Artist mit ihren vielfarbigen Sandsteinformationen.
Am Golden Canyon gehen wir den 2 Meilen Trail bis zur Red Cathederal,

einer senkrechtaufragenden Sandsteinwand am begehbaren Ende des Trails.
Vom Zabriski Point

ein Blick nach unten auf die Sandsteindünen und von Dante's View

aus mittlerweile 1700m Höhe ein Blick nach unten nach unten ins Badwater Basin.
Beim Besuch im Visitor Center in Furnance Creek erfahren wir, dass zwei der Strassen die wir Morgen eigentlich befahren wollten, wegen Bauarbeiten gesperrt sind und eine dritte nur im geregelten Pendelverkehr mit Pilot Car befahren werden kann, also mit längeren Wartezeiten zu rechnen ist. Wir streichen den Besuch von Scotty's Castle im Nordteil des Parks und fahren stattdessen noch mal kurz zurück über die Grenze nach Rhyolite einst Goldgräber-Boom-Town heute angeblich die am besten erhaltene Geisterstadt in Nevada. Aber ausser ein paar Steinruinen von Bank,

Bahnhof und Schulhaus ist da nicht viel mehr zu sehen, wenn da nicht noch das Bottle House gewesen wäre,....

Im nahegelegenen Beatty in Nevada tanken wir noch schnell mal voll ($3,659/Gallone vs. $5,29 im Death Valley, California) und damit ist auch dieser Tag für uns zu Ende.
Über Nacht setzt der 'angemeldete Regen ein, trotzdem machen wir am nächsten Morgen noch den Salt Creek Trail,

denn dort kann der Pupfish,

ein ca. 2cm langer Wüstensalzwasserüberlebenskünstler beobachtet werden.
Durch tiefhängenden Wolken mit Regenschauern

fahren wir auf einer Staubstrasse zum Historic Stovepipe Well, einem der ehemaligen Wasserlöcher hier.

Bei den Mesquite Flat Sand Dunes wollten wir eigentlich noch eine 2 Meilen Wanderung auf die höchste Düne hier machen,

aber als wir den Zustand der Schuhe und der Bekleidung zurückkehrender Wanderer sehen verwerfen wir den Gedanken, wir fahren ab und verlegen unseren Standort ca. 500km weiter nach Visalia am Eingang zum Sequoia NP.

$40 für den Amtsschimmel:

In der Nacht hat es droben auf dem Berg ca. 10cm geschneit und auch für den Nachmittag war 20% Wahrscheinlichkeit für leichten Schneefall angekündigt. Deshalb wurden wir bei der Einfahrt in den Sequoia NP wie alle anderen Autofahrer heute auf des Vorhandensein von Schneeketten überprüft und wer keine vorweisen kann muss entweder ganz draussen bleiben oder mindestens 3 Meilen zurückfahren und dort welche für (bei unserer Reifengröße) $40 mieten. Argumente wie wir fahren nur bis zur Schneegrenze o. ä. halfen nichts, zu steil, zu gefährlich, ist halt einfach Vorschrift. Wir mieten uns also ein paar Ketten und fahren den Berg hoch. Ein erstes Foto am Tunnel Rock,

ein Blick hoch zum Amphitheater,

bei etwa 1600m erste Spuren vom Schnee am Strassenrand und ab etwa 2000m Tauwetter, perfekt geräumte Strassen und Parkplätze, der einzige Schnee auf der Strasse waren kleine Häufchen, die von den Zweigen der Bäumen gefallen waren. Einzig die Trails waren gespurte Pfade im Schnee, aber völlig problemlos zu begehen. Wir statten dem General Sherman Tree, dem volumensmäßig größten Baum der Welt

84m hoch, Durchmesser am Boden &gt;11m, 2300+ Jahre alt

84m hoch, Durchmesser am Boden >11m, 2300+ Jahre alt

unseren Höflichkeitsbesuch ab und fahren dann den ganzen Weg wieder zurück um unsere unbenötigten Ketten wieder abzugeben. Dabei erfahren wir, dass so etwa 15 Minuten nach unserer Einfahrt in den Park die Kettenmitführungspflicht für heute aufgehoben wurde grrr....
ein Schelm wer jetzt Böses dabei denkt.
Im Sommer kann man ganz bequem auf einer Bergstrasse in den benachbarten Kings Canyon weiterfahren. Jetzt im Winter wird diese Strasse nicht geräumt, sondern einfach gesperrt. Man fährt also gute 50 Meilen 'aussen rum', bevor man im Kings Canyon NP ist. Hier erst einmal ein Besuch beim General Grant Tree, mit seinen nur 1700 Jahren bereits dritt-mächtigster Baum,

dafür aber per Präsidenten-Erlass 1926 zum amerikanischen Weihnachtsbaum erklärt - Obelix...
Noch ein paar weitere Sequoias am Wegesrand

und dann schauen wir uns den Kings Canyon von oben an.

Runter darf man zur Zeit noch nicht, denn die Strasse wird im Winter nicht geräumt. Dass da drunten gar kein Schnee mehr liegt und oben nach der Strassensperre auch nur knapp 5 cm interessiert keinen - Strasse ist im Winter gesperrt, basta;
Wir fahren dem Sonnenuntergang entgegen zurück ins Tal bis Fresno

und fragen uns dabei schon, welche Torheiten uns Morgen im Yosemite NP wohl erwarten werden.
Da der Park selbst zumindest im unteren Teil schneefrei ist, fahren wir vom Süden kommend erst einmal in die Mariposa Grove, Im Sommer wird man hier per Shuttlebähnchen von einem Sequoia Baum zum nächsten gekarrt, jetzt im Winter hat man die Gelegenheit im Schnee durch den Park zu stapfen. Wir gehen am Junggesellen mit den drei Grazien vorbei,

hoch bis zum Giant Grizzly und dann noch am California Tunnel Tree

- was tat man früher nicht alles um zahlungskräftige Touristen zu beeindrucken, selbst Bäume wurden ausgehöhlt um mit dem Auto durchfahren zu können und wenn dann einer mal umfiel, Pech gehabt, nehmen wir eben den nächsten, stehen ja genug davon rum... Obelix lässt grüßen.
Wir fahren hoch auf den Badger Pass und schauen den Ski-Fahrern zu

denn der schönere Rest dieser Strasse bis zum Glacier Point ist ja im Winter leider gesperrt.
Runter ins Valley zu El Capitan

der über 1000m hohen senkrechten Granitwand, Paradies für die Free-Climber. Drunten im Valley noch die grossen Wasserfälle wie Bridal Vail Fall und Upper and Lower Yosemite Falls.

Das Touristenzentrum, um diese Zeit noch etwas im Winterschlaf, the Half Dome im Nebel verhüllt und der Tiroga Pass noch mindestens bis Mitte April geschlossen. Wir verlassen den Park auf der 120 durch den Nord-West Ausgang mit Ziel Route 49, der alten Goldgräberstrecke. Hier sind die Boomtowns und Geisterstädte des Goldrausches von1849 wie an einer Perlenschnur aufgereiht. Wir beginnen in Columbia

dessen historische Bausubstanz zum State Park erklärt wurde und genug Hintergrund für mehrere Westernfilme abgeben würde, bevor wir dann im nahegelegenen Murphys unter romantischer Kulisse den Tag beenden.
Am nächsten Morgen noch ein kurzer Bummel durch Murphy mit dem Murphy Hotel,

serving the public since 1836

serving the public since 1836

bevor wir nach Angel Camp weiterfahren,

das durch eine Geschichte von Mark Twain über einen Froschweitsprungwettbewerb Berühmtheit erlangte.
Mark Twain hat hier einst 88 Tage lang gelebt,

und der Wettbewerb wird immer noch jedes Jahr im Mai durchgeführt. 50 Frösche versuchen im Finale einen neuen Weltrekord aufzustellen, dem Sieger winkt u.a. so eine Plakette im Strassenpflaster.

Das sind so knapp 55cm.

Das sind so knapp 55cm.

In Jackson stand die Kennedy Mine kurz vor der Schliessung als nach einer Überschwemmung gesetzlich verboten wurde, das nach dem Goldfiltern übrigbleibende Wasser/Sandgemisch ungeklärt in den nächsten Fluss abzulassen. Ein geeignetes Gelände für ein Rückhaltebecken war schnell gefunden, ein Damm wurde gebaut und dann brauchte es nur noch ein paar hundert Meter Wasserrinnen und vier dieser Schöpfräder mit jeweils ca. 14m Durchmesser

um die sandige Brühe über 2 Hügel zu schaffen - einst deswegen die wohl am meisten fotografierte Mine der USA,

heute stehen noch zwei der Räder renoviert als Denkmal in einem State Park.
In Sutter Creek verblühende Kamelien

und eine der ältesten Schmieden mit Wasserrad getriebenen Hammerwerk,

in Amador City noch eine im Freien hängende Feuerglocke

und dann erreichen wir Sacramento, Kaliforniens Hauptstadt.

Im Capitol

finden wir zwar das Portrait von Ronald Regan, doch Arnold Schwarzenegger suchen wir vergebens. Auf Nachfrage erfahren wir, dass dies 'noch nicht freigegeben' ist.
Wir gehen die Capitol Mall entlang zum Fluss bis zur Tower Bridge

und schauen uns da drunten auch gleich noch ein bisschen in Old Sacramento um,

eine der Partyzonen hier. Bereits nach Sonnenuntergang fahren wir zurück zur Route 49 und auf dieser noch bis Coloma, dem Ort wo alles begann, als beim Bau dieser Mühle Gold im Fluss entdeckt wurde.

Heute ist das ganze Gebiet in einen State Park (E=$8) eingebunden, Marshal der mit seinem Fund den ersten Goldrausch auslöste wurde droben am Berg ein Denkmal gesetzt.

Wir besuchen noch kurz das nahegelegene Placerville,

auch Hang-Town genannt, bevor wir dann auf dem Highway 50 Richtung Osten weiterfahren und dann den auf schneefreier Strasse den Echo Summit Pass (ca. 2200m) überqueren.

Hinter dem Pass stossen wir auf den Lake Tahoe und die Grenze zu Nevada, wo wir nochmal 1,5 Tage verbringen werden.

© Anja & Wolfgang, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nach mehrmonatiger Reisepause geht es endlich wieder los. Diesmal von Kanada nach Alaska, von dort über Key West bis Feuerland und zurück nach Montevideo.
Details:
Aufbruch: Mai 2013
Dauer: 24 Monate
Heimkehr: 08.05.2015
Reiseziele: Kanada
Vereinigte Staaten
Malaysia
Mexiko
Belize
Guatemala
Honduras
Nicaragua
Costa Rica
Panama
Kolumbien
Ecuador
Peru
Bolivien
Argentinien
Chile
Uruguay
Paraguay
Brasilien
Deutschland
Der Autor
 
Anja & Wolfgang berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.