2 Jahre lang kreuz & quer durch die Americas

USA-Reisebericht  |  Reisezeit: Mai 2013 - Mai 2015  |  von Anja & Wolfgang

Idaho&Montana&Wyoming ab 05.10.2013: 4 -MT von 05.10. bis 09.10.2013 1890 km

Ziel: Quer durch Montana, durch den International Glacier Park nach Alberta, Kanada. Dort im südlichen Alberta liegen noch zwei Sehenswürdigkeiten, die wir bei unserer Cross Canada Tour bisher ausgelassen haben.
Wetter: sonnig, strahlend blauer Himmel, < 20º

Heute fahren wir nur noch den Lolo Pass hinunter, durchqueren Lolo und beziehen in Missoula unser Nachtlager.

06.10.
Vorbei am Swan Lake fahren wir zum Glacier NP

und stehen wieder einmal vor verschlossenen Toren. So langsam gehen uns diese- Budgetstreitereien schon auf die Nerven und folgt man den Nachrichten, so ist auch noch kein schnelles Ende in Sicht, das kann ja noch heiter werden.
Wir dürfen nun statt 50 Miles durch den Park über 140 Miles um den Park fahren

und dabei aus der Ferne betrachten, was wir uns eigentlich aus der Nähe anschauen wollten.

Nach einem weiteren Umweg - der naheliegende Grenzübergang ist geschlossen - fahren wir schneller als geplant noch einmal über die Grenze nach Kanada (Alberta) und weiter zum nördlichen Teil dieses Parks, der hier Waterton Lakes NP heisst. Die Saison hier ist zwar seit Ende September vorüber, aber trotzdem ist die Welt hier irgendwie noch in Ordnung, alles funktioniert, die Leute sind freundlich, die Landschaft atemberaubend. Nach einer kurzen Wanderung durch den Red Rock Canyon

sehen wir vom Auto aus einen ersten Schwarzbären droben aufm Berg. In der Ortschaft selbst das angeblich meistfotografierte Hotel der Rocky Mountains, das im Zuckerbäckerstil aus Holz erbaute (und zur Zeit bereits geschlossene) Prince of Wales Hotel.

Dafür grasen auch hier die Hirsche in den Vorgärten der Häuser

und beim Verlassen der Stadt in einiger Entfernung von der Strasse ein zweiter Schwarzbär beim Abendessen. Ein paar km weiter fahren wir noch durch ein Büffelgehege

und erfreuen uns an diesem Sonnenuntergang,

der auch für Morgen wieder gutes Reisewetter verspricht. Auf dem weiteren Weg verzichten wir Dankt einer Vollbremsung auf einen Hirschbraten bevor wir in Pincher Creek den Abend beenden.

07.10
Unser erster Weg heute Morgen führt uns zum Head-Smashed-In Buffalo Jump (E = CAN$10,-),

UNESCO Weltkulturerbe, über 6000 Jahre lang - bis zur Einführung der Schusswaffen - wurden von den hier ansässigen Schwarzfuss- Indianern Büffel über eine einst über 20m hohe Klippe gejagt

und dann sofort zerlegt, getrocknet, für den Winter konserviert. Im Besucherzentrum ein sehenswerter Film über die Büffeljagd und in schöne Ausstellung zu diesem Thema, 2 kurze Trails führen sowohl auf - als auch direkt unter diese Klippe, unter der sich im Laufe der Jahrtausende ein über 10m hoher Knochenberg angesammelt hat, eine Schatzgrube für Archäologen, die Felswand selbst ist daher heute nur noch 10m hoch.

Wir fahren weiter ins nahegelegene Fort MacLeod, heute ein verschlafenes Städtchen mit guterhaltener Altstadt

und einem ehemaligen Fort der RMCP die dort ihr lokales Hauptquartier hatte.
Unser letztes Ziel für heute ist Lethbridge, wo wir den Rest des Tages hauptsächlich mit Kleineinkäufen verbringen. Ein paar Sachen wie metrische Schrauben und Gewürze an die wir uns mittlerweile gewöhnt haben sind in Kanada irgendwie einfacher zu bekommen als in den USA, die wir dann ab Morgen weiterbereisen werden.

08.10.
Durch die endlos erscheinende Weite der Prairie, gelegentlich von Kuhherden belebt, fahren wir zur Grenze in die USA und dort dann weiter bis Great Falls Montana. Einst ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt mit einem traumhaft schönen alten Bahnhof,

heute eine Industriestadt am Oberlauf des Missouri, der sich hier einst über 5 Wasserfälle in die Tiefe stürzte. Irgendwann wurden auf 4 der Wasserfälle Dämme gesetzt (ein Fall wurde im Stausee begraben) und die Fälle sehen heute so aus.

sicher gut zur Stromgewinnung, aber schade um die Natur

sicher gut zur Stromgewinnung, aber schade um die Natur

Weiter Missouri-aufwärts fahren wir im Rock Tower Provincial Park durch eine Canyonlandschaft die in allen Herbstfarben strahlt

und besuchen dann noch Marysville, eine Goldgräbergeisterstadt

z.Zt. über 80Ew., Tendenz dank neuer Goldsuchaktivitäten steigend, mit einer schön renovierten Kirche von 1886.

In Helena, der Hauptstadt von Montana beenden wir den Tag für heute, besuchen noch die Last Chance Gulch wo die Goldgräber 1864 beim letzten Schürfversuch doch noch fündig wurden und dann für über $20 Mio Gold schürften,

bevor wir es uns in der Sleeping Giant Brewing Co. mal wieder gutgehen lassen.

09.10
Am nächsten Morgen bummeln wir nochmals durch Helena, bewundern das Civic Center

in dem wir eigentlich eher eine Moschee vermutet hätten, das 1902 erbaute und sich immer noch im Betrieb befindliche Grandstreet Theatre und statten dem über der Stadt thronenden Capitol noch einen kurzen Besuch ab,

bevor wir dann auf Nebenstrassen parallel zum Interstate, meist entlang des Missouri nach Bozeman weiterfahren.

Hier in der letzten grösseren Stadt vor dem Nordeingang zum Yellowstone NP besuchen wir den AAA und erfahren dort, dass sich unsere schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten. Yellowstone ist vollständig geschlossen, auch die 'öffentlichen Strassen' dürfen nur von Parkbewohneren befahren werden. Mit Unterstützung der äusserst sachkundigen Mitarbeiterin versuchen wir die nächsten 2 Wochen unserer Reise umzuplanen, den Gegebenheiten anzupassen. Mit ausreichen Karten- und Informationsmaterial ausgestattet verlassen wir den AAA und umfahren Yellowstone auf seiner Westseite. Hier wird wieder einmal die Strasse verbessert, so dass wir insgesamt über 30 Minuten vor einspurigen Baustellendurchfahrten auf den 'Follow Me' Car warten. Am Strassenrand droben auf dem 2200m hohen Pass sehen wir zuerst Schnee

und kurz darauf einen Fuchs, der aber sehr schnell im Unterholz verschwindet. Am West Gate des Yellowstone NP dann dieses Bild,

die naheliegende Ortschaft, normalerweise ein boomender Touristenort, wirkt völlig ausgestorben, erinnert uns an einen Skiort in den Alpen Anfang/Mitte Oktober.
Ein paar Meilen weiter lassen wir Montana hinter uns, kehren zurück nach Idaho.

© Anja & Wolfgang, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nach mehrmonatiger Reisepause geht es endlich wieder los. Diesmal von Kanada nach Alaska, von dort über Key West bis Feuerland und zurück nach Montevideo.
Details:
Aufbruch: Mai 2013
Dauer: 24 Monate
Heimkehr: 08.05.2015
Reiseziele: Kanada
Vereinigte Staaten
Malaysia
Mexiko
Belize
Guatemala
Honduras
Nicaragua
Costa Rica
Panama
Kolumbien
Ecuador
Peru
Bolivien
Argentinien
Chile
Uruguay
Paraguay
Brasilien
Deutschland
Der Autor
 
Anja & Wolfgang berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.