Moon, Malheur & Minidoka

USA-Reisebericht  |  Reisezeit: Mai / Juni 2016  |  von Ulrich Mattheus

P Ranch

Wildwestromantik ?
Die lange Scheune von Peter French wurde in den 1870er Jahren gebaut. Sie war eine von vielen Scheunen auf dem immens grossen Besitz und diente, wie alle anderen Gebäude dieser Art, zur Lagerung von Viehfutter für den harten Winter und zum unterstellen der Pferde. Die Wildwestromantik gab es nicht. Es war harte Arbeit, wie überall anders auch.

Wildwestromantik ?
Die lange Scheune von Peter French wurde in den 1870er Jahren gebaut. Sie war eine von vielen Scheunen auf dem immens grossen Besitz und diente, wie alle anderen Gebäude dieser Art, zur Lagerung von Viehfutter für den harten Winter und zum unterstellen der Pferde. Die Wildwestromantik gab es nicht. Es war harte Arbeit, wie überall anders auch.

Da wir kein allzu grosses Glück mit dem Naturschutzgebiet hatten, fuhren wir in den südlichsten Zipfel des Malheur National Wildlife Refuge. Dort befindet sich ein eindrucksvolles Stück der Geschichte des amerikanischen Westens. Die P_Ranch im Harney County befindet sich am Westufer des Donner und Blitzen River. Sie wurde erbaut von Peter French, einem bekannten Viehbaron des 19. Jahrhunderts. Die Ranch wurde Zentrum der French-Glenn Livestock Company, die eine Grösse von 570 Quadratkilometer erreichte. Nachdem Peter French im Jahr 1897 ermordet wurde, verkauften die anderen Teilhaber das Gelände nach und nach. 1935 kaufte die Bundesregierung das verbliebene Gelände, um es dem Naturschutzgebiet hinzuzufügen. Die meisten Originalgebäude wurden zwischen 1930 und 1947 teilweise durch Feuer zerstört, aber die wenigen erhaltenen Gebäude werden heute gelistet im National Register of Historic Places.

The Long Barn
Die P Ranch Long Barn gehört zu den wenigen erhaltenen Gebäuden der ehemaligen P Ranch, die 1872 von Peter French gegründet wurde. Die 50 Meter lange Scheune wurde aus Espen- und Kiefernholz gebaut und vom United States Fish and Wildlife Service restauriert. Die Behörde nutzt die Scheune heute noch, um Heu zu lagern und Pferde unterzustellen.

The Long Barn
Die P Ranch Long Barn gehört zu den wenigen erhaltenen Gebäuden der ehemaligen P Ranch, die 1872 von Peter French gegründet wurde. Die 50 Meter lange Scheune wurde aus Espen- und Kiefernholz gebaut und vom United States Fish and Wildlife Service restauriert. Die Behörde nutzt die Scheune heute noch, um Heu zu lagern und Pferde unterzustellen.

Geschichte zum Anfassen
Die lange Scheune, vom Viehbaron Peter French in den 1870er Jahren gebaut, wird heute noch genutzt und kann zur Besichtigung betreten werden.

Geschichte zum Anfassen
Die lange Scheune, vom Viehbaron Peter French in den 1870er Jahren gebaut, wird heute noch genutzt und kann zur Besichtigung betreten werden.

Peter French wurde 1849 in Missouri geboren. Schon als Junge wanderte er mit seiner Familie aus nach Kalifornien. Als junger Mann arbeitete er für Hugh J. Glenn, der im Sacramento Valley grosse Ländereien besass. 1872 beschloss Glenn, seine Geschäfte bis nach Oregon auszudehnen. Für diese Aufgabe wählte er den damals 23-jährigen Peter French aus, der mit 6 Kuhhirten und 1200 Rindern nach Norden geschickt wurde. Als French im Blitzen Valley ankam, traf er auf einen Goldsucher namens Porter, der weiterziehen wollte. French übernahm dessen kleine Viehherde, die mit einem „P“ gebrandmarkt waren, sowie Ländereien an den Abhängen der Steens Mountains.

Peter French Round Barn
Peter French, einer der ersten Viehbarone in Oregon, hatte um ca. 1880 die Idee, eine runde Scheune zu bauen. Dadurch konnten seine Angestellten Pferde auch im Winter trainieren, weil die runde Konstruktion ungestörte, kontinuierliche Bewegungen der Pferde erlaubte.

Peter French Round Barn
Peter French, einer der ersten Viehbarone in Oregon, hatte um ca. 1880 die Idee, eine runde Scheune zu bauen. Dadurch konnten seine Angestellten Pferde auch im Winter trainieren, weil die runde Konstruktion ungestörte, kontinuierliche Bewegungen der Pferde erlaubte.

Die Fahlstirnschwalbe (American Cliff Swallow, Petrochelidon pyrrhonota), Mitglied der Ordnung Sperlingsvögel, Familie Schwalben, brütet gerne in felsigen Gebieten und bildet Kolonien bis über 2000 Nestern aus Lehm. Sie verschmäht auch Brücken nicht und wo es weder Beton noch Felsen gibt, nimmt sie eben auch mal Holzkonstruktionen über Ställen und wird deswegen manchmal mit der Rauchschwalbe verwechselt. Der amerikanische Name der Schwalbe weist auf ihre bevorzugten Brutgebiete hin. Mit dem Bau von Strassen, Brücken und Betongebäuden hat sich der anpassungsfähige Vogel neue Lebensräume erschlossen und breitet sich immer weiter nach Osten aus. Seine ursprüngliche Heimat sind die Gebirge an der amerikanischen Westküste. Im Winter macht der Vogel es sich in Brasilien, Uruguay und Teilen von Argentienien bequem.

Die Fahlstirnschwalbe (American Cliff Swallow, Petrochelidon pyrrhonota), Mitglied der Ordnung Sperlingsvögel, Familie Schwalben, brütet gerne in felsigen Gebieten und bildet Kolonien bis über 2000 Nestern aus Lehm. Sie verschmäht auch Brücken nicht und wo es weder Beton noch Felsen gibt, nimmt sie eben auch mal Holzkonstruktionen über Ställen und wird deswegen manchmal mit der Rauchschwalbe verwechselt. Der amerikanische Name der Schwalbe weist auf ihre bevorzugten Brutgebiete hin. Mit dem Bau von Strassen, Brücken und Betongebäuden hat sich der anpassungsfähige Vogel neue Lebensräume erschlossen und breitet sich immer weiter nach Osten aus. Seine ursprüngliche Heimat sind die Gebirge an der amerikanischen Westküste. Im Winter macht der Vogel es sich in Brasilien, Uruguay und Teilen von Argentienien bequem.

Wacholderstämme
Das konische Dach der Peter French Round Barn wird von einem 10 Meter hohen und 13 weiteren, niedrigeren Wacholderstämmen gehalten. Die Originalscheune ist nicht erhalten. 1969 bauten die Rancher Thomas und Richard Jenkins die Scheune nach Originalplänen auf und schenkten sie der Oregon Historical Society. Die Peter French Round Barn ist gelistet im National Register of Historic Places und wird verwaltet vom Oregon Parks and Recreation Department.

Wacholderstämme
Das konische Dach der Peter French Round Barn wird von einem 10 Meter hohen und 13 weiteren, niedrigeren Wacholderstämmen gehalten. Die Originalscheune ist nicht erhalten. 1969 bauten die Rancher Thomas und Richard Jenkins die Scheune nach Originalplänen auf und schenkten sie der Oregon Historical Society. Die Peter French Round Barn ist gelistet im National Register of Historic Places und wird verwaltet vom Oregon Parks and Recreation Department.

Peter French trocknete in den folgenden Jahren Teile der Sümpfe aus und zäunte weite Teile des Landes für Viehzucht und Ackerbau ein. Dieses Land wurde dann zur P Ranch, benannt nach der Brandmarke des Goldsuchers Porter. In den 1870er Jahren generierte Peter French ein gutes Einkommen für Glenn. Vieh wurde auf den saftigen Weiden aufgezogen und ins 300km entfernte Winnemucca, Nevada getrieben. 1883 heiratete Peter French die Tochter seines Chefs. Glenn wurde nur drei Wochen später von einem Angestellten ermordet. French leitete weiterhin die Viehzucht in Oregon für die Glenn-Familie und 1894 entschieden die Erben der Firma, die French-Glenn Livestock Company zu gründen und Peter French zum Vorstand der Firma zu machen. Die Gesellschaft baute und reparierte 800 Kilometer Stacheldrahtzaun, um 30000 bis 45000 Stück Vieh und 3000 Pferde und Maultiere zu schützen. French war unter den Siedlern der Gegend nicht sehr beliebt, weil er fast das gesamte Wasser im südlichen Harney-Becken kontrollierte. Seine Zäune erschwerten den Siedlern auch den Zugang zu ihrem Besitz und am 26. Dezember 1897 wurde French von einem Siedler erschossen, dem French den Bau einer Strasse zu seinem Land verweigerte.

Die um den Mast kreisen
Die runde Scheune war hervorragend geeignet für das Training von Pferden, denn hier konnten sie sich kontinuierlich bewegen, ohne dass eine Ecke ihren Gang verlangsamt oder gestoppt hätte. Peter French’s innovative runde Scheune war in den 1880er Jahren ihrer Zeit weit voraus. "The power of the world always works in circles."

Die um den Mast kreisen
Die runde Scheune war hervorragend geeignet für das Training von Pferden, denn hier konnten sie sich kontinuierlich bewegen, ohne dass eine Ecke ihren Gang verlangsamt oder gestoppt hätte. Peter French’s innovative runde Scheune war in den 1880er Jahren ihrer Zeit weit voraus. "The power of the world always works in circles."

Der Gelbkopfstärling (Yellow-headed Blackbird, Xanthocephalus xanthocephalus) ist der einzige Vertreter seiner Gattung. Seine Brutgebiete umfassen Marschgebiete westlich der grossen Seen. Gelbkopfstärlinge nisten in Kolonien und teilen sie mit dem Rotschulterstärling. Die Männchen sind besonders territorial und verwenden viel Zeit darauf, auf Riedstengeln zu sitzen und Eindringlinge zu verscheuchen. Sie sind Zugvögel und fliegen oft zusammen mit anderen Vogelarten in grossen Schwärmen in die südwestliche Ecke der U.S.A. und nach Mexiko. Höchst selten verschlägt es sie auch mal nach Westeuropa. Ihr Gesang erinnert an das Knirschen eines rostigen Scharniers.

Der Gelbkopfstärling (Yellow-headed Blackbird, Xanthocephalus xanthocephalus) ist der einzige Vertreter seiner Gattung. Seine Brutgebiete umfassen Marschgebiete westlich der grossen Seen. Gelbkopfstärlinge nisten in Kolonien und teilen sie mit dem Rotschulterstärling. Die Männchen sind besonders territorial und verwenden viel Zeit darauf, auf Riedstengeln zu sitzen und Eindringlinge zu verscheuchen. Sie sind Zugvögel und fliegen oft zusammen mit anderen Vogelarten in grossen Schwärmen in die südwestliche Ecke der U.S.A. und nach Mexiko. Höchst selten verschlägt es sie auch mal nach Westeuropa. Ihr Gesang erinnert an das Knirschen eines rostigen Scharniers.

Peter French's wildes Erbe

Das Malheur Zugvogel-Schutzgebiet wurde 1908 gegründet. Über die Jahre hinweg wuchs das Gelände auf 330qkm, 1935 wurden weitere 262qkm hinzugefügt. Das Vogelschutzgebiet wurde später umbenannt in Malheur National Wildlife Refuge. Weil die P Ranch eine wichtige Rolle in der Viehindustrie spielte, wurden die Überreste der Ranch am 29. Januar 1979 im National Register of Historic Places gelistet.
Singvögel fliegen tausende von Kilometern aus Südamerika, um hier zu nisten. Viele fliegen nur kurz vorbei, um hier zu rasten oder sich eine Pause zu gönnen, um wieder zu Kräften zu kommen. Mindestens 117 Vogelarten passieren Malheur auf ihren Wanderungen und 48 Singvogelarten nutzen das Blitzen Valley, um hier zu nisten.

Schaufler
Die Löffelente (Northern Shoveler, Spatula clypeata) ist in Grossbritannien als „Schaufler“ bekannt. Sie brütet in Europa und Asien, sowie von der Hudson Bay über die grossen Seen bis nach Colorado, Nevada und Oregon. Im Winter zeiht sie sich nach Südeuropa, Afrika, Indien, Südostasien, Mittel- und Südamerika zurück.

Schaufler
Die Löffelente (Northern Shoveler, Spatula clypeata) ist in Grossbritannien als „Schaufler“ bekannt. Sie brütet in Europa und Asien, sowie von der Hudson Bay über die grossen Seen bis nach Colorado, Nevada und Oregon. Im Winter zeiht sie sich nach Südeuropa, Afrika, Indien, Südostasien, Mittel- und Südamerika zurück.

Peter French und seine Nachfolger verbesserten den Lebensraum vieler Vogelarten, als sie das Gelände kleinräumig in Deiche, Dämme und Kanäle teilten. Mit mehr Wasserläufen kamen mehr Weiden, mit mehr Weiden kamen mehr Vögel. Pappeln und andere grosse Bäume wurden um die Gebäude gepflanzt. Hier rasten zahlreiche Vögel, während die bewässerten Felder und Wiesen für die dichteste Nistpopulation von Reisstärlingen westlich des Mississippi sorgten.

Malheur National Wildlife Refuge
1826 begleitete der franko-kanadische Pelzjäger Peter Skene Ogden eine Expedition von über 100 Mann in das Harney Basin, um Pelztiere für die Hudson Bay Company zu jagen. Es gab aber kaum Pelztiere und auch wenig zu essen in dem Gebiet und so nannte er es „Malheur“, dem französischen Wort für „Unglück“. Seitdem heisst der See offiziell „Lake Malheur“. Tatsächlich ist der See nicht wirklich ein See, sondern eines der grössten Marschgebiete der U.S.A. Da der See keinen Abfluss hat, schwankt das Wasser von Jahrzehnt zu Jahrzehnt extrem stark. 1934 und 1992 trocknete er fast aus und Mitte der 1980er Jahre verdreifachte er seine Grösse. Während feuchter Jahre wächst quadrakilometerweise Kamm-Laichkraut (Stuckenia pectinata) im Wasser, das Nahrungsmittel für lokale Vögel und Zugvögel ist.

Malheur National Wildlife Refuge
1826 begleitete der franko-kanadische Pelzjäger Peter Skene Ogden eine Expedition von über 100 Mann in das Harney Basin, um Pelztiere für die Hudson Bay Company zu jagen. Es gab aber kaum Pelztiere und auch wenig zu essen in dem Gebiet und so nannte er es „Malheur“, dem französischen Wort für „Unglück“. Seitdem heisst der See offiziell „Lake Malheur“. Tatsächlich ist der See nicht wirklich ein See, sondern eines der grössten Marschgebiete der U.S.A. Da der See keinen Abfluss hat, schwankt das Wasser von Jahrzehnt zu Jahrzehnt extrem stark. 1934 und 1992 trocknete er fast aus und Mitte der 1980er Jahre verdreifachte er seine Grösse. Während feuchter Jahre wächst quadrakilometerweise Kamm-Laichkraut (Stuckenia pectinata) im Wasser, das Nahrungsmittel für lokale Vögel und Zugvögel ist.

© Ulrich Mattheus, 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Diese Reise führte uns von den Grand Tetons in Wyoming durch Idaho und Oregon. Wir besuchten Mesa Falls, Craters of the Moon National Monument, die Sawtooth Mountains, das wenig bekannte Konzentrationslager Minidoka, Shoshone Falls und Boise. Das Malheur National Wildlife Refuge erkundeten wir wie die John Day Fossil Beds und wanderten gegen Ende der Reise durch den grössten Vulkankrater der Cascades.
Details:
Aufbruch: 23.05.2016
Dauer: 13 Tage
Heimkehr: 04.06.2016
Reiseziele: Vereinigte Staaten
Der Autor
 
Ulrich Mattheus berichtet seit 5 Monaten auf umdiewelt.
Bild des Autors
Aus dem Gästebuch (1/1):
Blula 1556971208000
Lieber U­LI,­
Du hast recht, schon allein der Titel zu diesem Rei­se­bericht macht neu­gier­ig. Mir ging es je­den­falls so. Moon, Malheur & Mi­ni­do­ka ? Was er­war­tet mich hier, wofür stehen diese Worte, diese Namen ? Also habe ich mich doch gleich drüber­ge­macht. Das wollte ich alles wissen, von Dir aus erster Hand. Da ich ja in­zwischen einige Berich­te von Dir kenne, wusste ich von vor­nhe­rein, dass ich auch hier wieder voll auf meine Kosten kommen würde, aus­ser­dem handelt es sich ja um die For­tset­zung zu den zwei vorigen Berich­ten, die Du hier in diesem Forum bereits verö­ffent­licht has­t.
Sicher ist die Lektüre nicht immer ganz ein­fach, aber muss sie das denn sein? Ich will ja was erleben auf solch einer vir­tuel­len Reise, z.B. noch un­be­kan­nte Lan­dschaften und be­ein­drucken­de Na­tur­schauspi­e­le sehen und.... einfach auch was da­zu­ler­nen, ja, und genau da ist man bei Dir immer rich­tig. Ich gehöre nicht zu den kom­plett a­ben­teu­er­lichen Na­tu­ren, aber Dir bin ich hier lesen­der­wei­se wie­der­mal mit wach­sen­der Be­geis­te­rung ge­folgt, so un­weg­sam das Gelände auch oft war
Kur­zer Rede langer Sinn... ich habe auch von diesem Bericht wieder viel pro­fi­tiert. Die aus­sa­gek­räfti­gen Fo­tog­ra­fien, die Du ihm bei­gefügt hast, taten noch ein Übri­ges.
"Dan­ke für's Mit­neh­men" kann ich auch diesmal nur wieder sagen.
Du hättest ein Ka­mera­team dabei haben sollen, denn dieser Bericht ist in allen Teilen fil­mreif. Viel­leicht tust Du's ja beim nächsten Mal, träume nicht nur davon, sondern "mach's noch einmal" und ... viel­leicht sogar tats­ächlich noch ein wenig länger. Ja, warte nicht zu lang da­mit.
LG Ursula