2 Jahre lang kreuz & quer durch die Americas

Ecuador-Reisebericht  |  Reisezeit: Mai 2013 - Mai 2015  |  von Anja & Wolfgang

Ecuador ab 15.08.2014 4050km: Galapagos 1 - von 01.09. bis 06.09.2014

Ziel: Auf einem Katamaran zu einigen der Galapagos Inseln
Wetter: meist heiter bis sonnig, < 30º; Wasser ca. 23 º.

Galapagos, dieses unter UNESCO Schutz stehende Archipel in Höhe des Äquators, etwa 1000km vor der Küste Ecuadors gelegen, ist bekannt durch seinen Tierreichtum, seine Artenvielfalt - und diese Inselgruppe wollen wir in den nächsten 8 Tagen auf einem Katamaran bereisen.
Hierzu werden wir in Ibarra um 4h morgens abgeholt und zum Flughafen Quito gebracht, von wo wir diesen schönen Blick auf den Cocopaxi im Morgensonnenschein bekommen, auf dem wir vor ein paar Tagen zum Wanden waren.

Um 9h startet unser Flieger nach Baltra, hebt erst einmal Richtung Norden ab und so können wir nochmals einen Blick auf und in den Canyon des Rio Guayllabamba werfen,

bevor der Flug dann Richtung Süden geht. 40 Minuten später ein kurzer Zwischenstopp in Guayaquil, der größten Stadt Ecuadors,

denn Direktflüge ab Quito gibt es (immer noch) nicht. Im Landeanflug sehen wir bereits die ersten Inseln des Archipels unter uns,

Kabine und Handgepäck werden 'besprüht' und pünktlich um 12:30 erreichen wir den Flughafen auf Baltra, den Airport Seymour.

Dort müssen erst einmal unsere Uhren um eine Stunde zurückstellen, es ist jetzt 11:30 und auch sonst geht es hier sehr ruhig und gelassen zu. Man steigt eine Gangway herunter, das Gepäck wird mit kleinen 'Bahnhofskarren' zur Ankunftshalle herangeschafft, dort erst einmal von Hunden beschnüffelt

und dann nochmals geröntgt, man möchte hier wirklich sicher sein dass die Kollegen in Quito beim ersten röntgen nichts übersehen haben, denn die Einfuhr jeglicher Art von Pflanzen, Planzenteilen, Samen und noch etwa 1000 verschiedener Dinge ist hier strikt verboten. Dann darf man noch die $100 Nationalpark-Eintrittsgebühr bezahlen und schon ist man auf Galapagos. Wir werden von unserem hervorragend Englisch sprechen Guide in Empfang genommen, lernen so auch schon mal den Rest unserer insgesamt 16 köpfigen Gruppe kennen (5 CH, 3 D, 2 CZ, 2 B, 2 USA, 1 AUS, 1 GB) und per Bus die knapp 2km zum Hafen geschafft, wo die Archipell I, unser Heim für die nächsten 8 Tage bereits auf uns wartet.

Vorbei an diesem Leguan

und den ersten Seelöwen geht es per Dinghi aufs Boot und nach einer ersten Einweisung in die Nationalpark Regeln (nichts anfassen, nichts mitnahmen, keine Tiere stören), der Kabinenzuteilung - wir bekommen den Albatross - und einem leckeren Mittagessen fahren wir weiter nach North Seymour.

Tag 1: North Seymour
Hier dürfen wir erst einmal 1 Stunde lang schnorcheln, sehen die grossen Fische wie Hai und Rochen aber nur vom Boot aus bevor wir dann zu unserer ersten Wanderung durch den NP aufbrechen. Hierbei sehen wir Seelöwen im Wasser,

diese nachtaktiven Möwen,

balzende Fregattvögel,

riesige Leguane,

den blaufüßigen Boogey (Tölpel) ,

und zahlreiche Seelöwen an Land,

bevor es bei Einbruch der Dämmerung zurück aufs Boot geht.

Hier noch das Abendessen, ein Briefing für Morgen und dann geht es relativ früh ins Bett, die letzte Nacht war kurz genug.
In der Nacht werden die Motoren angeworfen und das Boot nach Genovesa verlegt.

Tag 2 Isla Genovesa:
Die Insel Genovesa ist eigentlich der Rand eines Vulkankraters, der an einer Stelle eingebrochen ist, so dass die Schiffe zum Ankern ins Innere des Kraters - in die Lagune - fahren können.

Nach dem Frühstück werden wir mit den Dinghis am Ufer abgesetzt, so dass wir trockenen Fusses die Insel erreichen = dry landing,

der Gegensatz dazu ist die wet landing wo man die letzten Schritte durchs Wasser waten muss. Hier auf der Insel lernen wir die anderen zwei Arten des Boogeys kennen, den Rotfuss Boogey, ein Baumbrüter mit blauem Schnabel

und den Nazca Boogey, ein Bodenbrüter .

Neben den obligatorischen Seelöwen sehen wir noch den Marine Lizzard, eine tauchende Echse,

die Suche nach der Galapagos Eule blieb aber vergeblich. Wir kehren aufs Schiff zurück,

ziehen uns um und gehen (fahren) zum Schnorcheln.

Nach dem Mittagessen werden wir am nahegelegenen Sandstrand abgesetzt und nach einer kurzen Exkursion steht uns der Nachmittag zur freien Verfügung (sonne-, baden, schnorcheln, Seelöwen beobachten oder einfach mal nichts tun). Abends dann das übliche Briefing für den nächsten Tag, Abendessen, Plaudern,...

Tag 3 Isla Bartolome, Isla Santiago:
In der Nacht haben wir zur Isla Bartalome verlegt und heute Morgen dieses Bild aus unserem Fenster.

Bei der Fahrt mit dem Dinghi die Küste entlang sehen wir unseren ersten Pinguin,

viele Boogeys, diesen Pelikan

und diesen 'Fischer' Blue Heron.

Beim anschliesenden Landgang geht es auf einem board walk in 365 Stufen (für jeden Tag eine) 115m in die Höhe.

Droben dieser Ausblick über Isla Bartolome,

Zeit für ein Gruppenfoto

bevor es zurück ins Meer zum Schnorcheln geht. Heute sehen wir viele kleine und grosse bunte Fische und einen Galapagos Hai, der aber an uns Touristen wenig Interesse zeigte. Nach dem Mittagessen geht es weiter zur Isla Santiago in die Sullivan Bay. Hier wandern wir über diesen etwa 170 Jahre alten, erkalteten Lavafluss,

bewundern diese feinen Strukturen,

wundern uns, wie diese sich so lange erhalten konnten,

sehen stellenweise auch verglaste Lava

und verbringen den Rest des Nachmittages mit Schwimmen und Schnorcheln im Strandbereich. Bekommen dabei Besuch von diesem See-Leguan,

der von der Futtersuche zurückkehrt,

stören ein paar Krabben beim Verdauungsschlaf,

fahren gegen 16h weiter über Isla El Eden nach Puerto Ayora und liegen damit im Hafen der größten Stadt auf Santa Cruz.

Day 4 Isla Santa Cruz:
Heute ist der Tag der Riesenschildkröten. Am Morgen gehen wir am Fischmarkt von Puerto Ayora vorbei

zur Charles Darwin Station, einer Aufzucht - und Rückkreuzstation für die Galapagos Riesenschildkröten.

In diesem Gehege hat der 'Einsame George', ein Riesenschildkröterich von der Insel Pinta, der letzte seiner Art, bis zu seinem Ableben Mitte 2012 gewohnt,

heute sind leider nur noch seine trauernden? Witwen hier zu sehen.

Nebenan geht es ähnlich lebhaft zu, Diego, der Zucht-Star der Station

überwacht die Reinigungsarbeiten seines Geheges

und diese eilt herbei um sich beim Wärter auch noch schnell mal zu beschweren.

Vorbei an ein paar Leguanen geht es zurück zum Ausgang;

jetzt dürfen wir uns erst einmal von diesen Anstrengungen erholen, bis zum Mittagessen ist Freizeit, Stadtbummel angesagt, wobei wir etliche nette Kunstgewerbeläden entdecken,

aber einige Tage hier zu verbringen können wir uns nicht so richtig vorstellen.
Nach dem Mittagessen werden wir mit dem Bus in den Nord-Westen von Santa Cruz, nach El Chato zur Hazienda Manzanillo gefahren. Hier sind über 100 dieser Riesenschildkröten beheimatet, laufen halt frei herum, manche nehmen Ihren Job als Straßenwächter sehr ernst,

andere verkriechen sich mal schnell unter ihren Panzer, wenn die 2m Sicherheitsabstand unterschritten werden,

manche diskutieren darüber, wer jetzt den Weg freizugeben hat

und wieder andere fressen einfach friedlich vor sich hin.

Noch ein letztes 'Gruppenbild mit Damen'

und dann geht es wieder zurück nach Puerto Ayora.

Da wir hier so schön im Hafen liegen, bekommen wir noch Landgang bis 22:45 bevor das Boot dann ablegt und zur Isla Floreana weiterfährt.

Day 5 Isla Floreana (=Santa Maria):
Heute Morgen setzen wir mit dem Dinghi zum Punta Cormorant über, werden Strand auch gleich von einigen Seelöwen begrüßt,

dürfen auch dieses knapp 4 Wochen alte Jungtier bestaunen,

seine ersten Gehversuchen bewundern,

aber von den Flamingos, die sich auch in der nahegelegenen Salzmarsch aufhalten sollen, ist nichts zu sehen.

Hier auf Galapagos gibt es etwa 500 Flamingos, die 29 Salzmarschen zur Auswahl haben, da wird denen wohl ein anderes Boot heute ein besseres Angebot gemacht haben.
Dafür sehen wir am Strand Spuren von der nächtlichen Eiablage einer Meeresschildkröte

und da schwimmt dann doch eine tatsächlich draußen in der Bucht.

Beim anschliessenden Schnorcheln vor der Isla Champion, sehen wir die mittlerweile wohlbekannten bunten Fische, bevor wir dann von den Seelöwen hier als Spielpartner ausgewählt werden. Jetzt werden Flossen angeknabbert, Masken geküsst (beschnüffelt?), im zentimeterabstand vorbeigeschwommen, nur den Schildkröten scheint das hier etwas zu unruhig zu sein, die lassen sich auf jeden Fall hier nicht sehen.
Nachmittags geht es mit dem Dinghi dann in die Post Office Bay wo ein Rum Fass, ähnlich wie diesem

den ersten Briefkasten auf Galapagos darstellte. Wer vorbeikam schaute rein, nahm ggf. Post die für seine Heimat bestimmt war mit, oder hinterließ Briefe für den nächsten zum Mitnehmen

und auch heute noch kann dieser Dienst genutzt werden, die einen hinterlassen Ihre Ansichtskarten hier, in der Hoffnung, dass irgendjemand die mitnimmt, frankiert und im Heimatland aufgibt - und die anderen spielen den 'irgendjemand'.
Ein paar hundert Meter weiter, ein zur Besichtigung freigegebener Lavatunnel. Hier hat sich einst über der flüssigen Lava eine dicke Kruste gebildet und als der Nachschub an Lava aus blieb sind daraus solche Tunnel entstanden. Hier steigen wir erst einmal ein Stück weit hinunter

und wandern dann langsam Richtung Meer. Langsam füllt sich der Tunnel mit Wasser, wir waten,

wir schwimmen, wir drehen um und gehen den ganzen Weg wieder zurück, kommen noch an den Resten dieser norwegischen Walfängerstation vorbei

und werden mit den Dinghis zum Umziehen wieder zurück auf Boot gebracht, bevor es mit den Dinghis nochmals zur Tierbeobachtung eine Stunde lang durch die angrenzenden Buchten geht. Hier sehen wir im Wesentlichen unterschiedliche Arten von Rochen

und Seeschildkröten.

Die Dämmerung bricht ein,

Zeit um aufs Boot zurückzukehren.

Day 6 Isla Espanola:
Heute Morgen werden wir am Strand in der Gardner Bay abgesetzt,

aber ausser den obligatorischen Seelöwen, Meeresleguanen,

und Kraben gibt es hier nicht viel zu sehen.

Bei Sonnenschein mag dies sicher ein fantastischer Strand zum Abhängen sein, aber der Himmel heute Morgen ist doch sehr bedeckt, so dass die einzige Abwechslung hier dieser vor einigen Tagen gestrandete Humpback Wal bietet,

der nun so langsam vor sich hin kompostiert. Für den zweiten Teil des Vormittags ist wieder Schnorcheln angesagt, heute haben wir etliche Seelöwen als Spielkameraden, können in eine fischreiche Grotte schwimmen und treffen auch noch auf einige Rochen.
Nach dem Mittagessen wird das Schiff nach Punta Suarez verlegt, hier können wir vom Oberdeck aus wieder einmal einige Meeresschildkröten beobachten, aber bis die Kameras endlich bereit sind, sind die schon wieder abgetaucht. Beim anschliessenden Landgang dann zuerst einmal mehrere solcher Gruppen von Meeresleguanen

einige dieser Mockingbirds

und dann endlich der Galapagos Falke, neben der Eule der einzige Raubvogel hier.

Wir sehen noch den American Oyster Catcher,

die Blue Footed Boogeys (Blau Fuss Tölpel)

und ein Blasloch.

Nach dem Gruppenbild sind wir endlich am Ziel dieser Wanderung angekommen,

wir haben die Albatross Kolonie erreicht. Einzelne Albatrosse,

fliegende und diskutierende Albatrosse,

Albatross Eier am Wegesrand und Albatross-Mutter mit Kind.

Beim Rückweg zu den Dinghis finden wir noch diese Lava-Eidechse

und einen Seelöwen Kindergarten.

Zurück auf dem Boot dann die übliche Abendprozedur: Briefing für Morgen, Abendessen (wie immer zu viel und zu gut), noch eine Runde Plaudern,....

So spannend es auch ist, wir sind wieder einmal an einer Größenbeschränkung angestossen und müssen den Bericht hier teilen.

© Anja & Wolfgang, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nach mehrmonatiger Reisepause geht es endlich wieder los. Diesmal von Kanada nach Alaska, von dort über Key West bis Feuerland und zurück nach Montevideo.
Details:
Aufbruch: Mai 2013
Dauer: 24 Monate
Heimkehr: 08.05.2015
Reiseziele: Kanada
Vereinigte Staaten
Malaysia
Mexiko
Belize
Guatemala
Honduras
Nicaragua
Costa Rica
Panama
Kolumbien
Ecuador
Peru
Bolivien
Argentinien
Chile
Uruguay
Paraguay
Brasilien
Deutschland
Der Autor
 
Anja & Wolfgang berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.