Drei-Flüsse-Radltour Lahn-Mosel-Saar

Deutschland-Reisebericht  |  Reisezeit: September 2008  |  von Andreas Rohbogner

Dritter Tag

Nach dem Frühstück hiess es dann gegen halb zehn wieder den Radl-Sattel zu besetzen. Und Hurra: sonniges Wetter. Direkt am Gartentor das Radweg-Hinweisschild: Trier 49 km. Das wäre bei meiner gemütlichen knappen 20 er Durchschnittsgeschwindigkeit gegen Mittag.
Jetzt wurde das Moseltal zunehmends breiter, so dass immer mehr ebenerdige Rebenplantagen das Landschaftsbild prägten.

Weintrauben zum Kosten ohne Ende kurz nach Piesport

Weintrauben zum Kosten ohne Ende kurz nach Piesport

Einmal war sogar ein Teil der Plantage mit einem niedrigen, stromführenden Weidezaun umgeben. Aber auf Auskunft eines Einheimischen nicht um allzu mundräuberische Touristen, sondern um traubenliebende Tiere abzuschrecken.

Reb- und Rosenstock in Nachbarschaft bei der Ortschaft Longuich

Reb- und Rosenstock in Nachbarschaft bei der Ortschaft Longuich

Übrigens sind mir an der Mosel entlang die unzähligen Walnussbäume aufgefallen, unter denen die Menschen eifrig die heruntergefallenen Früchte aufsammelten. Trotz der Vielzahl der Sammler konnte ich mir auch noch zwei Hände voll Walnüsse sichern, die dann zu Weihnachten geknackt werden.

Gegen Mittag dann, wie geplant, eine kurze Visite in Trier, die mich zur Porta Nigra und dem Trierer Dom führte.

Porta Nigra in Trier

Porta Nigra in Trier

Fussgängerzone in Trier

Fussgängerzone in Trier

Trierer Dom

Trierer Dom

Blick von der Kaiser-Wilhelm-Brücke in Trier flussabwärts, für mich ging's allerdings nach links weiter.

Blick von der Kaiser-Wilhelm-Brücke in Trier flussabwärts, für mich ging's allerdings nach links weiter.

Ca. 8 km weiter in Konz mündet dann die Saar in die Mosel. Dort hieß es dann Abschied nehmen von der Mosel, einem Fluss, der gegenüber dem überspitzt gesagt "hektischen" Mittelrheintal mit seinen zahlreichen Burgen und gehäuften Verkehr auf Strasse, Schiene und Wasser bei weitem nicht so pulsierend, dafür aber beschaulicher und erholsamer wirkt.

Nun aber war die Saar angesagt und sofort machte sich bemerkbar, dass trotz des ebenfalls gut ausgebauten Saar-Radwegs kaum mehr Radtouristen unterwegs waren, also für mich so gut wie freie Piste.

Blick von der Saarbrücke bei Kanzem flussaufwärts.

Blick von der Saarbrücke bei Kanzem flussaufwärts.

Das obige Bild ist Teil der ca. 5 km langen, nicht schiffbaren urwüchsigen Saar im Bereich meiner Fahrtroute. Die Personen- und Lastschiffe verkehren dort etwas versetzt im kanalisierten Bereich. Hier herrschte sozusagen die maximale Zurückgezogenenheit der gesamten Radtour !

Modern Art bei Kanzem

Modern Art bei Kanzem

Da an obigem Objekt keinerlei Beschriftung zu entdecken war, erklärte mir eine Spaziergängerin, dass in Kanzem vor einigen Jahren ein grosser Künstlertreff stattgefunden hat und dieses Schaustück zur Erinnerung für die Nachwelt belassen wurde.

Ausflugsschiff im Wartebereich einer Schleusenanlage

Ausflugsschiff im Wartebereich einer Schleusenanlage

Saarburg mit Burganlage

Saarburg mit Burganlage

Auch abseits von Strassen kann es mit dem Fahrrad gefährlich werden. Für das nachfolgende Wegstück im anschliessenden Bild noch etwas übertrieben.

Auch abseits von Strassen kann es mit dem Fahrrad gefährlich werden. Für das nachfolgende Wegstück im anschliessenden Bild noch etwas übertrieben.

Südlich von Saarburg ein kurzes Stück unbefestigter Weg - der offizielle Radweg verlief auf der anderen Flussseite

Südlich von Saarburg ein kurzes Stück unbefestigter Weg - der offizielle Radweg verlief auf der anderen Flussseite

Blick von der Staustufe Serrig, Deutschlands größter Staustufe an einem natürlichen Flusslauf

Blick von der Staustufe Serrig, Deutschlands größter Staustufe an einem natürlichen Flusslauf

Im Hintergrund der Steinbruch der Hartsteinwerke Düro bei Taben-Rodt

Im Hintergrund der Steinbruch der Hartsteinwerke Düro bei Taben-Rodt

Idyllische Kapelle am Hochufer gegenüber Saarhausen

Idyllische Kapelle am Hochufer gegenüber Saarhausen

In Bildmitte der Vogelfelsen mit Aussichtspunkt bei Saarhölzbach. Bin da nicht hochgefahren, da ein anderes Highlight kurz bevorstand.

In Bildmitte der Vogelfelsen mit Aussichtspunkt bei Saarhölzbach. Bin da nicht hochgefahren, da ein anderes Highlight kurz bevorstand.

Nun war ich in Mettlach an der Saarschleife angekommen, auch bekannt durch die Keramikproduktion der Fa. Villeroy & Boch. Von dort ging's nach bereits zurückgelegten 98 flachen Tageskilometern eine grantige lt. Strassenschild 2,2 km lange, 13 %-ige Steigung hinauf. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an den unbekannten Autofahrer, der mich beim Überholen mit kurzen, rhythmischen Hupstössen im Takt meiner Kurbelumdrehungen angetrieben hat. Das war akustisches Doping vom Feinsten und ich habe sogar die Kraft dazu gefunden, ihm dankend (mit der linken Hand) nachzuwinken. Dann waren's noch ca. 5 km welliges Gelände bis nach Orscholz. Dort am Ortsende kam ich an die sogenannte "Cloef", den bekannten Aussichtspunkt, 200 m über der Saarschleife gelegen.

Die Mettlacher Saarschleife vom Aussichtspunkt Cloef bei Orscholz aus gesehen.

Die Mettlacher Saarschleife vom Aussichtspunkt Cloef bei Orscholz aus gesehen.

Wenn ich mir so den geschlungenen Verlauf der Saar an dieser Stelle zu Gemüte führe, sehe ich einen gewissen Einklang mit so mancher meiner Radtouren, wenn genügend Zeit vorhanden ist.
Dann denke ich an den abgewandelten Ausspruch:

Der Umweg ist das Ziel !!!

Nun aber wieder zurück nach Mettlach und von dort am Radweg am Ufer der Saarschleife entlang.
Und spätestens hier trifft dann das wieder auftretende Hinweisschild von weiter oben besonders hinsichtlich der Steinschlaggefahr vom schroffen, felsigen Steilhang zu.

Steilhang ein gutes Stück vor dem Wendepunkt der Saarschleife am gegenüberliegenden Saarufer, wo ein zweiter Radweg verläuft.

Steilhang ein gutes Stück vor dem Wendepunkt der Saarschleife am gegenüberliegenden Saarufer, wo ein zweiter Radweg verläuft.

An der gleichen Stelle auf meiner Uferseite das schroffe Gestein mit Schutzzaun.

An der gleichen Stelle auf meiner Uferseite das schroffe Gestein mit Schutzzaun.

Der Blick nach vorne entlang des vertrauenserweckenden Schutzzaunes, ohne dem mit Angstschweiss auf der Stirn und "voller Hose" zu rechnen wäre...

Der Blick nach vorne entlang des vertrauenserweckenden Schutzzaunes, ohne dem mit Angstschweiss auf der Stirn und "voller Hose" zu rechnen wäre...

Ein Stück nach dem Wendepunkt der Saarschleife der Blick zurück nach oben. In der Bildmitte am Hangende lässt sich der Pavillon des Aussichtspunktes Cloef erahnen.

Ein Stück nach dem Wendepunkt der Saarschleife der Blick zurück nach oben. In der Bildmitte am Hangende lässt sich der Pavillon des Aussichtspunktes Cloef erahnen.

Da es nun schon später Nachmittag war und bald nach der Stelle am obigen Bild ein Hinweisschild auf ein Hotel-Restaurant in der Ortschaft Schwemlingen knapp 5 km vor Merzig, meinem eigentlichen Tagesziel, auftauchte, beendete ich dort schon nach 122 km meinen Fahrtag. Allerdings dauerte der anschliessende Abend noch etwas länger, da ich mit vier lustigen Typen (wenn auch 60er Fans ...) einer Umzugsfirma aus dem Erdinger Raum, die hier noch eine günstige Unterkunft vor der Weiterfahrt ins nahe gelegene Luxemburg fanden, noch die eine und andere Halbe Erdinger Weissbier an der Bar verdrückte.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Von Limburg (Lahn) über Koblenz und Trier nach Saarbrücken
Details:
Aufbruch: 15.09.2008
Dauer: 5 Tage
Heimkehr: 19.09.2008
Reiseziele: Deutschland
Der Autor
 
Andreas Rohbogner berichtet seit 12 Jahren auf umdiewelt.
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