Städte an der Loire und die Insel Noirmoutier

Frankreich-Reisebericht  |  Reisezeit: Juni / Juli 2014  |  von Inge Waehlisch Soltau

Noirmoutier - Perle im Atlantik

Noirmoutier

Die Insel Noirmoutier im Atlantik ist 20 km lang, die grösste Breite beträgt nur 7 km. Die Gesamtfläche der Insel ist ca. 6000 ha, davon sind ca. 1200 ha Salzsümpfe und ca. 900 ha Dünen. Sie ist ziemlich flach, nur im Norden gibt es eine felsige Küste.
Noirmoutier hat dank des Golfstroms ein sehr mildes Klima, im Januar blühen hier die Mimosen. Der Pflanzenwuchs ist besonders im Norden üppig.
Die Salzgärten wurden teilweise schon im 5. und 6. Jahrhundert von Benediktinermönchen durch Drainage der Sümpfe angelegt.
In verschiedenen Siedlungen leben ca. 10.000 Einwohner. Die Haupteinnahmequelle ist der Tourismus, es kommen pro Jahr bis zu 120.000 Besucher.

Wunderschöner Strand

Wunderschöner Strand

Diese Instel wird beherrscht von Ebbe und Flut. Bei Ebbe sieht man im glitzernden Watt viele Leute, die nach Schalentieren graben: Venusmuscheln, Strandschnecken, Herzmuscheln usw. Wir hätten auch gerne mitgemacht, aber ohne die notwendige Ausrüstung besteht keine Aussicht auf Erfolg. Weiter draussen fahren die Traktoren mit Anhänger zu den Muschel- und Austernbänken. Diese kann man - frisch geerntet und zu einem fairen Preis - in den Restaurants geniessen.

Auf der Insel

Auf der Insel

Spektakulär ist die Anfahrt über die "Passage de Gois" - einem 4,5 km langen Damm nur bei Ebbe befahrbar. Der Fahrweg ist gekennzeichnet durch Baken.
Leider ertrinken hier aber immer wieder Menschen, die durch die Flut überrascht wurden. Manche können sich in die Metallkörbe - die auf hohen Stangen entlang des Damms stehen - retten, um dann zu sehen, wie das Auto in den Fluten versinkt.
Als wir vor mehreren Jahren auf der Insel waren, hatten wir auch diese Anfahrt gewählt, aber diesmal klappte es nicht mit der Tide, also fuhren wir über die Brücke

Die Passage de Gois

Die Passage de Gois

An der Passage de Gois

An der Passage de Gois

Die Anfahrt nach Noirmoutier wurde um einiges leichter durch die 1971 gebaute Brücke.
Man fährt vorbei an Pinienwäldern und sieht die labyrintharitigen Becken aus Schlamm, worin die Salzkristalle reifen, die als "fleur de sel" (Salzblume) verkauft werden.

Ebbe an der Passage de Gois

Ebbe an der Passage de Gois

Abends in Noirmoutier

Abends in Noirmoutier

In den kleinen Gassen der Altstadt des Hauptorts Noirmoutier en l'Ile mit den weiss getünchten Häusern, die oftmals blaue oder grüne Fensterläden haben, findet man Geschäfte, Galerien und Restaurants.
Dienstags, freitags und sonntags findet auf dem Place de la République direkt vor der Markthalle ein offener Markt statt.

Mairie

Mairie

Letzter Ankerplatz

Letzter Ankerplatz

Die Markthalle am Place de la République ist jeden Tag geöffnet. Aber dienstags, freitags und sonntags sieht man schon an den vielen Autos auf dem grossen Parkplatz am Anfang der Stadt, dass heute der ganze Platz ein einziger Markt ist. Dann ist auch das Kinderkarussel aus dem Jahre 1902 - immer im Besitz derselben Familie - gut sichtbar.. Es ist ganzjährig in Betrieb zur Freude von gross und klein.

Kindheitserinnerungen für viele

Kindheitserinnerungen für viele

Oliven zum Apéro?

Oliven zum Apéro?

Man kann wählen zwischen Kitsch und Kunsthandwerk und selber gemachten einheimischen Produkten, wie Olivenöl und Honig. An den Ständen gibt es Kleidung, Schuhe, Teppiche, Geschirr in teilweise recht guter Qualität und natürlich auch Obst, Gemüse, Salate, Weine usw. usw. Alles sieht so frisch aus, dass man gar nicht weiss, an welchen Ständen man kaufen sollte. Am besten man beobachtet die Einheimischen und geht zum Stand, wo am meisten Leute anstehen. Die Preise sind - wie auf vielen Märkten - höher als in den Supermärkten.
Wir wunderten uns, dass die in Noirmoutier angebauten und hier verkauften Kartoffeln recht teuer waren. Aber scheinbar noch günstig gegenüber der auch in Noirmoutier erzeugten Kartoffelsorte "La Bonotte", wofür Feinschmecker angeblich bis zu 500 € pro Kilo bezahlen. Die Kartoffeln sind besonders im Geschmack, weil der Boden mit Seetang gedüngt und mit Meerwasser getränkt wird.
.Wir haben sie nicht probiert...

Alles Käse...

Alles Käse...

Meeresfrüchte

Meeresfrüchte

Wenn man dann in die Markthalle geht, kommt man sich vor wie in einem Gourmet-Tempel. Es ist schon ein Vergnügen, alle die Spezialitäten anzuschauen.
Wie gut, wenn man ein Ferienhaus oder - apartment gemietet hat, dann kann man hier wirklich "zuschlagen" mit ein paar Gratistipps für die Zubereitung von Fisch und Meeresfrüchten.

Lust auf Moules frites?

Lust auf Moules frites?

Für Gourmets

Für Gourmets

Der Ort hat einen Hafen, eine sehenswerte Kirche und eine Festungsanlage. Hier wurde bereits im 7. Jahrhundert durch einen französischen Mönch ein Benediktinerkloster gegründet.

Ebbe im Hafen

Ebbe im Hafen

Die Kirche St. Philbert mit dem mächtitigen Turm wurde vom 7.- 17. Jahrhundert erbaut und einer Abtei angegliedert, daher auch die verschiedenen Baustile.

Kirche St. Philbert

Kirche St. Philbert

Die Kirche wurde mehrmals zerstört durch Araber und Normannen und immer wieder aufgebaut. 1863 wurde sie nochmals renoviert und steht jetzt unter Denkmalschutz.

Im Inneren der Kirche

Im Inneren der Kirche

Der Altar

Der Altar

In der Apsis der Kirche sieht man ein Schiffsmodell, das 1802 von einem Künstler erschaffen wurde. Es zeigt das Schiff des Leutnants August Jacobsen. Die holländische Familie Jacobsen war über 3 Generationen wichtig für die Entwicklung der Insel - beim Deichbau, dem Hafen und dem Salzgeschäft.

Schiffsmodell in der Kirche

Schiffsmodell in der Kirche

Kirche St. Philibert

Kirche St. Philibert

Die mächtige Festungsanlage mit vier Ecktürmen wurde im Jahre 830 von Mönchen errichtet als Schutz gegen die Wikinger. Die Festung hielt später auch den Eroberungen der Engländer und Spanier stand.

Festungsmauern

Festungsmauern

Eingang zur Festung

Eingang zur Festung

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Orléans - Chambord - Chaumont - Amboise -Tours - Villandry - Chinon - Angers - Noirmoutier - Saumur und Blois
Details:
Aufbruch: 15.06.2014
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 02.07.2014
Reiseziele: Frankreich
Der Autor
 
Inge Waehlisch Soltau berichtet seit 4 Monaten auf umdiewelt.