Vom Loiretal an den Atlantik

Frankreich-Reisebericht  |  Reisezeit: September 1997  |  von Inge Waehlisch Soltau

Blois und Chaumont

Weiter ging es nach Blois, wo wir im "Holiday Inn" übernachteten. Blois hat eine schöne Altstadt mit malerischen Gassen und Architektur vom Mittelalter bis ins 17. Jahrhundert.
Sehenswert ist neben dem Königsschloss das "Maison de la Magie" - ein Zauberkunstmuseum mit den berühmten Drachen und ausserdem die Kirchen St. Vincent de Paul aus dem 17. Jahrhundert, die Kathedrale St. Louis aus dem Jahr 1697 sowie die Kirche St. Nicolas aus dem 12/13. Jahrhundert.
Über die Loire führt die alte Brücke "Pont Jacques Gabriel" aus dem 17. Jahrhundert, und von der anderen Seite hat man eine schöne Sicht auf Blois.

Pont Jacques Gabriel

Pont Jacques Gabriel

Blick auf die Stadt

Blick auf die Stadt

Aber vor allem waren wir nach Blois gekommen, um das Schloss wenigstens von aussen intensiv anzuschauen. Unsere Besichtigung des gesamten Areals fand dann erst viele Jahre später statt...
Der Bau des königlichen Schlosses von Blois erstreckte sich über 400 Jahre - vom 13. bis zum 17. Jahrhundert. Der grosse Innenhof ist quadratisch angelegt. .Ein einziges Gebäude des ehemaligen Schlosses der Grafen von Blois aus dem 13. Jahrhundert ist noch erhalten.
Zwischen 1498 und 1503 wurde von Ludwig XII ein weiteres Gebäude im spätgotischen Stil aus Back- und Sandstein errichtet.
Ein weiterer Flügel entstand zwischen 1515 und 1520 unter Franz I, und ein unvollendeter Flügel wurde zwischen 1635 bis 1638 für Gaston von Orléans, den Bruder von Ludwig XII. im klassizistischen Stil erbaut.
Von den Terrassen hat man einen schönen Rundblick auf die Stadt und das Loiretal.

Kathedrale

Kathedrale

Im Schlosshof

Im Schlosshof

Schlossgarten

Schlossgarten

Château de Chaumont

Das Château de Chaumont ist eines der wenigen Schlösser, die direkt an der Loire liegen, und zwar ca. 40 m oberhalb des Flusses.
Das Schloss wurde bereits im 10. Jahrhundert erbaut als Schutz zwischen den Grafschaften Blois und Anjou. Chaumont war 500 Jahre im Besitz der Familie d'Amboise, und da diese an einem Komplott gegen König Louis XI beteiligt war, liess dieser das Schloss im Jahr 1465 abbrennen. Einige Jahre später wurde das Schloss durch die Familie d'Amboise wieder aufgebaut, und zwar zunächst der Nord- und Westflügel. Später wurden zusätzlich der Ost- und Südflügel, die Vorburg und der Saint Nicolas Turm sowie eine Kapelle errrichtet.
Im Jahr 1560 kauft Katharina von Medici dieses Anwesen. Ab dem 18. Jahrhundert wechselte der Besitzer des Schlosses mehrfach. Der Nordflügel wurde abgerissen, es entstand eine ausgedehnte Terrasse mit einem schönen Panormablick auf das Loiretal.
1875 begann eine umfangreiche Restauration, und das Schloss wurde eine Luxusresidenz mit Möbeln, Tapisserien und Kunstgegenständen aus ganz Europa und wurde ausserdem mit Strom und fliessendem Wasser ausgestattet.
Verschwendung, Misswirtschaft und die Wirtschaftskrise führten Anfang des 19. Jahrhunderts zu einer hohen Verschuldung. Der grosse Besitz wurde stückweise verkauft, um die Schulden zu begleichen - von ursprünglich 2483 ha bleiben ca. 20 ha übrig. Im Jahr 1937 wurde die Domaine durch den Staat enteignet im Sinne der Gemeinnützigkeit.

Schloss Chaumont

Schloss Chaumont

Ein Blick auf den Garten

Ein Blick auf den Garten

Das mächtige Eingangsportal

Das mächtige Eingangsportal

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Orléans und Chambord, Blois und Chaumont, Chenonceau, Ussé und Chinon - Saumur und Nantes - La Rochelle - Bordeaux und Umgebung
Details:
Aufbruch: 13.09.1997
Dauer: 14 Tage
Heimkehr: 26.09.1997
Reiseziele: Frankreich
Der Autor
 
Inge Waehlisch Soltau berichtet seit 21 Monaten auf umdiewelt.