Österreich 2005

Österreich-Reisebericht  |  Reisezeit: Juli / August 2005  |  von Uschi Agboka

Es handelt sich um eine vierwöchige Reise nach Österreich, mit dem Campingbus und einem Motorrad.

30.07. bis 08.08.2005

Samstag, 30. Juli 2005

Auszug in Oberhüttensölden 24, nach 13 Monaten. Als "Schneidergeschädigte" wohnen wir im Campingbus, als "Vertriebene". Wir stehen auf Privatgelände von Hans Putz, einem befreundeten Bauern, gegenüber Landgasthof Kutschenwirt. Dort bei den Freunden Falko und Jörg haben wir einiges unserer Sachen im Keller gelagert bis wir unser Haus in Mühlberg am 1. Oktober übernehmen können.

Sonntag, 31. Juli 2005

Wir haben ein gemütliches Frühstück bei Regen im Bus. Anschließend besuchen wir das Fest in Neudorf auf dem Kunsthof Binder. In der Scheune, bei Musik und Kaffee, gibt es politischen Tratsch unter Männern. Gegen Mittag Weiterfahrt nach Riedlhütte, "offener Tag Nachtmann Glas". Rolf kauft Gläser, wir haben nämlich zu wenig! Interessant die Führung und Informationen über die Glasbearbeitung, Kontrolle, Polieren etc. Wir erhalten eine Einzelinformation!
Da es weiter regnet, fahren wir nach Spiegelau. Dort besuchen wir das Glascenter. Wir finden eine super Bäckerei und genießen später das Kaffeetrinken im Bus, im Trockenen.

Montag, 1. August 2005

Abfahrt von Oberhüttensölden mit dem Campingbus, Anhänger mit Motorrad, Richtung Österreich Wachau. Die Fahrt verläuft reibungslos und wir freuen uns über einen tollen Platz auf dem Campingplatz Schönbühel, direkt an der Donau mit einem schattigen alten Baum vor dem Bus und mit Blick direkt auf das Schloss Schönbühel.

Dienstag, 2. August 2005

Da es warm ist, machen wir mit dem Motorrad Ausflug in die nähere und weitere Umgebung. Picknick auf einer schattigen Wiese und Siesta ..., nur ein junges Reh ist stiller Zuschauer. Wir besuchen den Dunkelsteiner Wald im Dreieck Krems, Melk und St. Pölten. Dort finden wir die Steinernen Kreise, keltischen Kalender: keltische und römische Zeugen aus der Vergangenheit.

Weiter geht es zu Wallfahrtskirche Maria Langegg und zur Kartause in Aggsbach-Dorf.
Zurück auf dem Campingplatz genießen wir das schöne Fleckchen, was wir gefunden haben.
Ich gewöhne mich langsam an das Minibadezimmer in Rolfs Bus und daran, dass ich zum Duschen in die öffentliche Dusche gehen muss, mit Münze für das Wasser. Aber es funktioniert hervorragend und auch das Kochen auf kleinstem Raum im Bus geht super.

Mittwoch, 3. August 2005

Da der Wetterbericht Regen angesagt hat, lassen wir das Motorrad stehen und brechen um 10.15 Uhr zu einer Wanderung (an der Donau entlang 2km, dann Straße 2 km) zum Stift Melk auf. Meine neuen Wanderschuhe bewähren sich das erste Mal!
Das Stift Melk liegt auf einer Anhöhe, von der man einen phantastischen Blick ins Land hat.
Der Innenhof des Stiftes ist sehr schön, ausgestattet mit Werken moderner Künstler, was uns sehr touristisch anmutet, aber über Geschmack kann man eben nicht streiten.
Wir buchen eine Besichtigung mit Führer (später stellen wir fest, dass alles so exakt überall beschrieben ist, dass wir das hätten sparen können!, Dauer ca. 1 Std..
Der Marmorsaal hat mich besonders beeindruckt, aber mich beeindrucken auch Rolfs Kenntnisse über die Baustile.

Bei dem Stift Melk handelt es sich um eine Benediktinerabtei, heute ist dort ein anerkannt gutes Gymnasium, es gibt viel Land- und Weinwirtschaft. Zurzeit sind dort noch ca. 33 Patres, 3 tätig als Lehrer, die anderen als Pfarrer in umliegenden Dörfern.
Ein sehr schönes, aber auch sehr sehr modernes Museum in dem sonst barocken Stift erwartet uns. Wenn wir die Führung nicht gebucht hätten, wäre mehr Zeit für uns geblieben, um sich alles in Ruhe anzuschauen.

Es gibt viele sehr futuristische Ausstellungsgegenstände eines Künstlers aus der Region: Rudi Wald. In den Räumen des Museums wird dem Besucher nicht nur auf visuelle Art die Wandlung der Kirche in den Jahrhunderten nahe gebracht, sondern auch durch detaillierte sachliche Beschreibungen.
Der Park mit Pavillon, in dem die Mönche sich früher erholten, ist eine Augenweide und für jeden Hobbygärtner ein Paradies.
Moderne Plastiken sollen den Garten wiederbelegen, er ist so weitläufig, dass man den ganzen Tag dort verbringen kann.
Später machen wir "Picknick" in der Altstadt vor einer Metzgerei, Rolf probiert Marillenknödel.
Zurück auf dem Campingplatz ist Duschen und Kochen angesagt, wir genießen den tollen Platz, aber später fängt es stark zu regnen an. Was uns jedoch wenig stört, sind wir mit Büchern und Filmen (Rolf hat Laptop dabei) gut ausgerüstet!

Donnerstag, 4. August 2005

Da es windig ist und stürmt, machen wir eine Wanderung zur Ruine Aggsdorf. Der Weg war jedoch länger und anstrengender als erwartet.
Hin ging es durch die ziemliche gut erhaltene Auenlandschaft entlang der Donau mit seltenen Vögeln, Nattern, Fröschen, Pflanzen.
Die Ruine an sich war auch sehr schön und den Weg wert. Wir haben unser Picknick in einem ruhigen Innenhof gemacht, wo wir einen phantastischen Blick ins Tal hatten und ganz für uns waren.
Der Abstieg war steil und der Pfad kaum zu sehen, jedenfalls für mich als Laien nicht erkennbar. Aber es gab viele seltene Wildblumen zu sehen, u. a. wildwachsende Alpenveilchen und unzählige Arten von Schmetterlingen.
Es war ein schöner Tag, trotz meiner Behinderung (Rücken), ich konnte die letzten 5 km nicht mehr laufen und wir mussten 1 ½ Std. auf den Bus warten!

Freitag, 5. August 2005

Rolf plante weitere Motorradtouren, daher war frühes Abfahren (9 Uhr) angesagt. Die Fahrt durch das Pielachtal war einmalig schön von der Landschaft her, wenig besiedelt, viel Mischwald und schöne kurvige Straßen, für Motorradfahrer ein Paradies. Ein junges Reh am Wiesenrand ließ sich von uns nicht stören. Es ging Richtung Maria Zell, Wallfahrtsort zwar, aber zu kommerziell für unseren Geschmack. Auf dem großen Touristenmarkt erstand ich jedoch eine Hexe für unser Hexenhaus! Nach Kaffeepause ging es weiter durch das Salza Tal in Richtung Wildalpen (Steiermark), wo wir einen Campingplatz besichtigten, schön gelegen an der Salza, aber nicht so schön wie unser Platz in Schönbühel.
Weiter ging es durch eine fast menschenleere Landschaft, wild lebende Störche schienen die einzigen Bewohner zu sein.
Nach einem GROSSEINKAUF durch Rolf in Purgstall - ich hätte nie geglaubt, dass er alles in das Topcase des Motorrades verstauen kann! - landeten wir gegen 17.30 Uhr wieder in Schönbühel. Wieder ein sehr schöner Tag, für mich alles neu, aber wunderschön mit Rolf.

Samstag, 6. August 2005

Faulenzen auf dem Campingplatz, da Regen angesagt war, der jedoch dann nicht kam. Abends fuhren wir zum Stift Melk, wo wir einen Musikabend im Garten-Pavillon erlebten mit Wiener Liedern. Es war sehr schön, obwohl wir nicht alles verstehen konnten.

Sonntag, 7. August 2005

Da das Wetter es gut mit uns meinte, fuhren wir schon sehr früh mit dem Motorrad los in die weitere Umgebung. Mittags hatten wir Steckerl Fisch Essen in einem kleinen Dorf an der Donau. Wir besichtigten die Altstadt von Krems, 1.000 Jahre altes Städtchen, viel Kultur, moderne Ausstellungen (Kunstmeile Krems, Karikaturmuseum, Weinstadtmuseum etc.). Wir fuhren durch Dürnstein, "Perle der Wachau" genannt. Das ehemalige Augustinerchorstift ist ein wichtiges Baudenkmal. In der Ruine Dürnstein war einst König Richard Löwenherz als Gefangener! Dann weiter nach Weißenkirchen, der größten Winzergemeinde der Wachau, mit vielen Spitzenrestaurants.

Die Kirche St. Michael, Urpfarre der Region, haben wir uns auch angesehen.
Ein kurioser Akzent: die 7 Hasen (Volksmund), Tierplastiken auf dem Dachfirst und ebenso makaber wie interessant: der gotische Karner, im Innenraum in Glasvitrinen konservierte Mumien und ein mit Totenschädeln dekorierter Altar.
Etwas zu der Küche der Wachau (Feinschmecker kommen aus aller Welt hierher!):
Donaufische wie Karpfen, Forelle, Wels, Huchen, Stör, Aal, Saibling findet man auf allen Speisekarten. Dazu aus den Auenlandschaften: Morcheln, Bärlauch, Schafgarbe und das Auschwein!
Original Wachauer Marille, das sind Aprikosen, der Name ist geschützt, da sie ein besonderes Aroma haben. Marillenknödel, Marillenstrudel, Marmelade und der bekannte Marillenbrand (auch wir haben für Zuhause eine Flasche erstanden) finden sich überall für die Touristen zum Kaufen.
Die Weine der Wachau (größte Weinbauregion Österreichs): Grüner Veltiner (63 %), Riesling, Müller-Thurgau, Roter Zweigelt (35 %) seit 1922, Erfinder: Prof. Zweigelt der Klosterneuburger Weinbau-schule, Kreuzung St. Laurant und Blaufränkisch

Montag, 8. August 2005

Es ist kalt, nur 12 Grad! Wir frühstücken trotzdem draußen, an der Donau zu sitzen, einfach schön. "Haustag" ist angesagt, Fuß- und Handpflege und Körperpflege! Abends sehen wir gemütlich Filme auf unserem Laptop an!

Blick von unserem Platz an der Donau auf Schloss Schönbühel!

Blick von unserem Platz an der Donau auf Schloss Schönbühel!

Der mit Totenschädeln dekorierte Altar der Urpfarrkirche St. Michael in Weißenkirchen.

Der mit Totenschädeln dekorierte Altar der Urpfarrkirche St. Michael in Weißenkirchen.

Blick von der Ruine Aggsdorf auf die Donau.

Blick von der Ruine Aggsdorf auf die Donau.

© Uschi Agboka, 2008
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 30.07.2005
Dauer: 5 Wochen
Heimkehr: 30.08.2005
Reiseziele: Österreich
Der Autor
 
Uschi Agboka berichtet seit 14 Jahren auf umdiewelt.
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