Inn-Radweg 2016

Schweiz-Reisebericht  |  Reisezeit: Juni 2016  |  von Andreas Rohbogner

Anreise nach Maloja

Im Vorfeld der Bahnanreise gab es aus meiner Sicht eine hobbyspezifische Komplikation:
Vom Heimatbahnhof Westerham über München, Lindau, Bregenz und Chur nach St. Moritz hätte ich eine durchgehende Fahrradkarte bekommen können.
Da ich jedoch plante, per ÖBB-Sondergenehmigung die Arlberg-Strecke auf dem Lokführerstand mitzuerleben, musste ich ja via Kufstein und Innsbruck in die Schweiz einreisen.
Das kurios-ärgerliche daran war jedoch, daß, so erklärte mir der DB-Mitarbeiter im Reisezentrum München Ost nach telefonischer Rücksprache mit der Frankfurter Zentrale, aus vertragsrechtlichen Gründen für ein Fahrrad aus Deutschland über Innsbruck und die Arlberg-Strecke - also österreichisches Gebiet - nur bis zum ersten schweizerischen Bahnhof, in meinem Fall war das Buchs SG (SG steht für das Kanton St. Gallen) ausgestellt werden darf. Wie schon gesagt, über Bregenz (auch österreichisches Gebiet) kein Problem, aber warum über die von mir gewählte Arlberg-Strecke nicht, ist für mich nichts anderes als sinnloses Vertragsgeplänkel, das mir mal bitte jemand verständlich machen soll.
Da mir im DB-Reisezentrum keine Radkarte auf schweizerischen Gebiet von Buchs SG nach St. Moritz ausgestellt werden konnte und ich entschlossen war, die Führerstandsmitfahrt durchzuführen, blieb mir nichts anderes übrig, als mich wieder zu Hause im Internet bei der SBB (Schweizerische Bundesbahnen) zu registrieren und eine Velo-Tageskarte für umgerechnet sündteure € 16,81 zu erstehen. Die war dann wenigstens auch für die private Rhätische Bahn gültig, die die Strecke von Chur nach St. Moritz bediente.
Der Anreisetag selbst lief recht unkompliziert ab: In Innsbruck das Rad in den Railjet 160 verfrachtet, ab dem nächsten Halt (Ötztal) bis Feldkirch auf den Führerstand als "Lokführer-Beifahrer" gewechselt und in Buchs SG den Zug mit Rad eilig verlassen, in der Hoffnung, den Anschlusszug nach Chur noch zu erreichen. Da der Railjet jedoch schon vor meinem Zustieg in Innsbruck gut 10 Minuten Verspätung mit sich zog und die Schweizer keine verspäteten Züge abwarten, fuhr mir mein Anschlusszug sozusagen vor der Nase davon und hatte deshalb eine Stunde Zwangsaufenthalt in Buchs SG.
Während meiner kurzen Zeit, die ich im Waggon bis Buchs verbrachte, kam ich aber schon mit drei Kärtnern ins Gespräch, denen das gleiche Schicksal ereilte und ich mit ihnen die Leerzeit in Buchs leichter hinter mich bringen konnte.

Rechter Hand vom Zug auf der Anfahrt nach Innsbruck hinter Kufstein ein Stück des Innradwegs auf dem ich drei Tage später von vorne her kommend wieder in Richtung Kufstein und Rosenheim auf dem Fahrrad dahinrollen sollte.
Nebenbei bemerkt:
Alle Fotos in diesem Bericht wurden mit einem nicht mehr ganz aktuellen Smartphone getätigt, weshalb auch keine besonderen fototechnischen Anforderungen erfüllt werden können.
Auch auf technische Nachbearbeitung der Ablichtungen wurde verzichtet, da der zeitliche Aufwand sonst übermäßig ausgeartet wäre.

Rechter Hand vom Zug auf der Anfahrt nach Innsbruck hinter Kufstein ein Stück des Innradwegs auf dem ich drei Tage später von vorne her kommend wieder in Richtung Kufstein und Rosenheim auf dem Fahrrad dahinrollen sollte.
Nebenbei bemerkt:
Alle Fotos in diesem Bericht wurden mit einem nicht mehr ganz aktuellen Smartphone getätigt, weshalb auch keine besonderen fototechnischen Anforderungen erfüllt werden können.
Auch auf technische Nachbearbeitung der Ablichtungen wurde verzichtet, da der zeitliche Aufwand sonst übermäßig ausgeartet wäre.

Beim großzügig anberaumten Umsteigeaufenthalt in Innsbruck (ca. 75 min) ein kurzer Exkurs in die Stadt zur Triumphpforte. Bei Anfahrt um eine Zug-Möglichkeit später wäre ich aufgrund der knappen Umsteigezeit nicht aus dem Bahnhofsareal herausgekommen. Und für die Radtour selbst gesehen war mir von vornherein klar, daß ich Innsbruck schnellstmöglich durchqueren würde, mal davon abgesehen, daß es von der bestehenden Tageszeit her für eine Übernachtung recht passend wäre.

Beim großzügig anberaumten Umsteigeaufenthalt in Innsbruck (ca. 75 min) ein kurzer Exkurs in die Stadt zur Triumphpforte. Bei Anfahrt um eine Zug-Möglichkeit später wäre ich aufgrund der knappen Umsteigezeit nicht aus dem Bahnhofsareal herausgekommen. Und für die Radtour selbst gesehen war mir von vornherein klar, daß ich Innsbruck schnellstmöglich durchqueren würde, mal davon abgesehen, daß es von der bestehenden Tageszeit her für eine Übernachtung recht passend wäre.

Bei der Rückkehr in den Innsbrucker Hauptbahnhof:
Ist ja klar, daß alle Züge pünktlich sind - fast alle - nur meiner aus den beiden Zugteilen in Richtung Bregenz und Zürich mit Zugteilung in Feldkirch wird schon mit 11 Minuten Verspätung angezeigt, was für das im obigen Text schon beschriebene Verpassen meines Anschlußzuges in der Schweiz verantwortlich zeichnete. Noch hatte ich aber Hoffnung, daß der Lokführer zumindest während meiner späteren Anwesenheit auf dem Führerstand ein paar Minuten Verspätung abzwicken könnte.

Bei der Rückkehr in den Innsbrucker Hauptbahnhof:
Ist ja klar, daß alle Züge pünktlich sind - fast alle - nur meiner aus den beiden Zugteilen in Richtung Bregenz und Zürich mit Zugteilung in Feldkirch wird schon mit 11 Minuten Verspätung angezeigt, was für das im obigen Text schon beschriebene Verpassen meines Anschlußzuges in der Schweiz verantwortlich zeichnete. Noch hatte ich aber Hoffnung, daß der Lokführer zumindest während meiner späteren Anwesenheit auf dem Führerstand ein paar Minuten Verspätung abzwicken könnte.

Blick auf den Bergisel mit der mächtigen Sprungschanze vom Innsbrucker Bahnsteig aus.

Blick auf den Bergisel mit der mächtigen Sprungschanze vom Innsbrucker Bahnsteig aus.

Blick aus dem Führerstand des Railjet 160 zwischen den Stationen Ötztal und Imst-Pitztal. Von Schiene und Straße flankiert, mein Radl-Thema für die nächsten Tage: 
Der Inn

Blick aus dem Führerstand des Railjet 160 zwischen den Stationen Ötztal und Imst-Pitztal. Von Schiene und Straße flankiert, mein Radl-Thema für die nächsten Tage:
Der Inn

Impression von der Arlberg-Strecke zwischen Imst und Zams noch auf Tiroler Gebiet.

Impression von der Arlberg-Strecke zwischen Imst und Zams noch auf Tiroler Gebiet.

Hier steht mein Zug gerade im Bahnhof St. Anton am Arlberg, genauer gesagt stehen die Waggons noch im Freien, während meine Lok sich schon im mit 10648 m langen, unmittelbar an den Bahnhof anschließenden Arlberg-Eisenbahntunnel befindet. Wie hoch ist übrigens der Arlberg, unter dem dieser Tunnel durchführt?
NULL Meter, denn es gibt gar keinen "Arlberg". Der Arlberg stellt eine ganze Region dar - damit es auch die letzten nach mir wissen sollen

Hier steht mein Zug gerade im Bahnhof St. Anton am Arlberg, genauer gesagt stehen die Waggons noch im Freien, während meine Lok sich schon im mit 10648 m langen, unmittelbar an den Bahnhof anschließenden Arlberg-Eisenbahntunnel befindet. Wie hoch ist übrigens der Arlberg, unter dem dieser Tunnel durchführt?
NULL Meter, denn es gibt gar keinen "Arlberg". Der Arlberg stellt eine ganze Region dar - damit es auch die letzten nach mir wissen sollen

Beim gut einstündigen verspätungsbedingten Zwangsaufenthalt in Buchs SG / Schweiz:
Während meiner relativ kurzen Fahrzeit im Waggon hatte ich bereits dieses Kärtner Dreigestirn, Urgestein oder Triumvirat - wie man es auch immer nennen will - kennengelernt. Die waren auch willens, den Inn von der Quelle bis zur Mündung kurbelnd zu begleiten.
Von links der Franz, dann Hans und Hans, sprich Doppel-Hans.
Mit ihnen ging's dann weiter über Chur und von dort mit der Rhätischen Bahn bis St. Moritz, wo die drei ihr Quartier vorgebucht hatten und anderntags mit Bus nach Maloja fahren und den Innradweg in Angriff nehmen wollten.

Beim gut einstündigen verspätungsbedingten Zwangsaufenthalt in Buchs SG / Schweiz:
Während meiner relativ kurzen Fahrzeit im Waggon hatte ich bereits dieses Kärtner Dreigestirn, Urgestein oder Triumvirat - wie man es auch immer nennen will - kennengelernt. Die waren auch willens, den Inn von der Quelle bis zur Mündung kurbelnd zu begleiten.
Von links der Franz, dann Hans und Hans, sprich Doppel-Hans.
Mit ihnen ging's dann weiter über Chur und von dort mit der Rhätischen Bahn bis St. Moritz, wo die drei ihr Quartier vorgebucht hatten und anderntags mit Bus nach Maloja fahren und den Innradweg in Angriff nehmen wollten.

Für mich ging es ab St. Moritz gleich größtenteils auf einem Naturweg weiter zur Ortschaft Maloja, wo ich vorgebucht hatte. Nach der "strapaziösen" Bahn- und einigen wenigen km Radfahrt hätte ich normalerweise gerne eine Rast auf dieser massiven und von "Aldo" und seiner Familie privat gesponserten Bank eingelegt, aber mit einer Stunde Verspätung und da immer wieder, wenn auch nur ganz leichter Nieselregen einsetzte, rollte ich doch gleich die insgesamt gut 20 km gegenüber den 16 km nur auf der normalen Straße weiter zum Tagesziel Maloja.

Für mich ging es ab St. Moritz gleich größtenteils auf einem Naturweg weiter zur Ortschaft Maloja, wo ich vorgebucht hatte. Nach der "strapaziösen" Bahn- und einigen wenigen km Radfahrt hätte ich normalerweise gerne eine Rast auf dieser massiven und von "Aldo" und seiner Familie privat gesponserten Bank eingelegt, aber mit einer Stunde Verspätung und da immer wieder, wenn auch nur ganz leichter Nieselregen einsetzte, rollte ich doch gleich die insgesamt gut 20 km gegenüber den 16 km nur auf der normalen Straße weiter zum Tagesziel Maloja.

Am Silvaplaner See. 
Klickt man auf die Bildvergrößerung rechts oben, sieht man, daß die Wasseroberfläche gerade von einem richtigen, aber nur kurzen Regenschauer getroffen wird. Mein Regen-Equipment hab ich deshalb nicht dem Regen ausgesetzt, sondern in der trockenen Packtasche gelassen.

Am Silvaplaner See.
Klickt man auf die Bildvergrößerung rechts oben, sieht man, daß die Wasseroberfläche gerade von einem richtigen, aber nur kurzen Regenschauer getroffen wird. Mein Regen-Equipment hab ich deshalb nicht dem Regen ausgesetzt, sondern in der trockenen Packtasche gelassen.

Blick zurück an der Bushaltestelle "Plaun da Lej" am Silser See. Für mich ging's rechterhand weiter gleich anschließend...

Blick zurück an der Bushaltestelle "Plaun da Lej" am Silser See. Für mich ging's rechterhand weiter gleich anschließend...

... weiter entlang am Silser See um nach gut 2 km Reststrecke gegen 19:45 Uhr meine Unterkunft, das "Sporthotel Maloja" zu erreichen.

... weiter entlang am Silser See um nach gut 2 km Reststrecke gegen 19:45 Uhr meine Unterkunft, das "Sporthotel Maloja" zu erreichen.

Ortsanfang Maloja. Übrigens hier nicht sichtbar, fließt einem der Inn als niedliches Bächlein zwischen Straße und dem großen Gebäude im Hintergrund entgegen um alsbald den Silser See zu bilden.

Ortsanfang Maloja. Übrigens hier nicht sichtbar, fließt einem der Inn als niedliches Bächlein zwischen Straße und dem großen Gebäude im Hintergrund entgegen um alsbald den Silser See zu bilden.

Anfahrt am 6. Juni 2016 mit dem Zug über Rosenheim, Kufstein, Innsbruck, die Arlbergstrecke, Feldkirch, Chur und Albulastrecke nach
St. Moritz, von dort das letzte Teilstück mit dem Rad zur ersten Unterkunft nach Maloja.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Drei-Länder-Tour entlang des Inns vom Quellgebiet am Malojapass in der Schweiz, durch Tirol, Ober- und Niederbayern bis zur Mündung in die Donau in Passau.
Details:
Aufbruch: 06.06.2016
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 23.06.2016
Reiseziele: Schweiz
Österreich
Deutschland
Der Autor
 
Andreas Rohbogner berichtet seit 12 Jahren auf umdiewelt.
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