Durch das Land der Skipetaren

Albanien-Reisebericht  |  Reisezeit: September / Oktober 2017  |  von Gerd Dorn

Albanien: Berat

Durch Mittelabanien von Vlora nach Berat

Bereits vor Vlora lässt man die Berge hinter sich und kommt ins flache albanische Land. Man sieht Felder, häufig Viehherden und antiquarisch anmutende landwirtschaftliche Maschinen und Fahrzeuge.
Der Weg führt durch die Provinzhauptstadt Fier, die in einigen Quellen auch Qark Fier bezeichnet wird. Ein Qark ist in Albanien jedoch eine Verwaltungseinheit, zu der mehrere Landkreise zusammengeschlossen wurden.
Vorab konnten wir in der Stadt Fier nichts interessantes finden, obwohl sie über 50.000 Einwohner zählt. Eine Durchfahrt bestätigte unsere Vorabrecherche. In Deutschland würde man sagen, dass hier der Hund begraben sei.
Nach etwa einer Stunde Autofahrt grüßen die Berge des Shpirag, ein bis zu 1.200 m hoher Gebirgszug in der Nähe Berats

Ein von der Landwirtschaft geprägter Anblick in Mittelalbanien. Berge - hier der Shpirag Gebirgszug - sieht man häufig im Hintergrund

Ein von der Landwirtschaft geprägter Anblick in Mittelalbanien. Berge - hier der Shpirag Gebirgszug - sieht man häufig im Hintergrund

Berat

Von Vlora ist man in etwa 90 Autominuten in Berat. Schnell wird klar, warum gerade diese Stadt zum UNESCO Weltkulturerbe zählt.
Berat wird auch die Stadt der Tausend Fenster genannt. Schon ein Blick auf die am Hang errichteten Häuser von Berats Unterstadt lässt erkennen, woher diese Bezeichnung stammt. Es wirkt, als sei ein Haus über dem anderen erbaut, und als ob man auf eine einzige große Fassade mit vielen Fenstern blickt.

Die Unterstadt und die Festung Berat von Gorica aus gesehen. Die übereinander gebauten Häuser wirken wie eine einzelne Fassade mit "tausend Fenstern".

Die Unterstadt und die Festung Berat von Gorica aus gesehen. Die übereinander gebauten Häuser wirken wie eine einzelne Fassade mit "tausend Fenstern".

In der Unterstadt kann man ein wenig durch die engen Gassen schlendern, in eines der zahlreichen Restaurants einkehren oder einfach nur die Siedlung auf sich wirken lassen. Im westlich gelegenen Stadtteil (auf der anderen Seite des Flusses) Gorica befinden sich kleine weiße Häuschen mit winzigen Gassen, die mit Kopfsteinpflaster gepflastert sind.
Von hier hat man einen schönen Ausblick auf die "Tausend Fenster" und auf die über allem thronende Burg Berats.
Weiter kann man sich in Berats Unterstadt die orthodoxe Kathedrale, die Gorica Brücke und die Königsmoschee anschauen. Auch die Universität Berats ist in einem imposanten Gebäude untergebracht. In keiner albanischen Stadt fehlen Denkmäler und Monumente, die auf den albanischen Befreiungskampf und sozialistische Errungenschaften hinweisen. Auch Berat wurde davon nicht verschont.

Steile Wege und Treppen verbinden die Häuser unterhalb des Berat Castle

Steile Wege und Treppen verbinden die Häuser unterhalb des Berat Castle

Die Festung Berat

Unsere Unterkunft hatten wir für diese Nacht im Bereich der Burg gemietet. Die Fahrt zum Burgfelsen ist in Folge der Steilheit der Straße ziemlich abenteuerlich. Bei der Rückfahrt führte uns das Navi über eine gewundene Asphaltstraße, die deutlich entspannter zu fahren war.
Für die Burganlage selbst muss man Eintritt bezahlen. Ich zeigte meinen Hotelvoucher vor und durfte mit dem Auto das Burgtor passieren. Ein Eintrittsgeld war aber dennoch fällig.
Schnell checkten wir ein und erkundeten mit der Abendsonne die Anlage.
Oben auf der Burg gibt es zahlreiche, preiswerte Unterkünfte. Eine Buchung hier kann ich sehr empfehlen, da die Umgebung wirklich sehr reizvoll ist.

Geflügel, Katzen und andere umherlaufende Haustiere - leider auch der Müll - zeugen davon, dass die alte Burganlage bis heute bewohnt ist.

Geflügel, Katzen und andere umherlaufende Haustiere - leider auch der Müll - zeugen davon, dass die alte Burganlage bis heute bewohnt ist.

Die recht weitläufige Anlage wird bis zum heutigen Tag bewohnt. Wir versuchten zu ergründen, wie die Müllabfuhr in diesem Areal durch das schmale Burgtor (durch das keine größeren Fahrzeuge passen) erfolgt. Menschen mit Holzkarren laufen durch die schmalen Gassen und sammeln den herausgestellten Müll auf um diesen anschließend vor der Burg zur Abholung bereitzustellen. Problem geklärt - weiter. In der Anlage befindet sich auch ein Ikonenmuseum, in das wir uns irgendwie verirrten. Hier sind Werke des berühmten Ikonenmalers Onufri aus dem 16.Jahrhundert ausgestellt. Das muss man aber eigentlich weder wissen noch gesehen haben.
Ziemlich hoch gelegen fanden sich noch eine orthodoxe Kirche, eine Moschee und ein Sendemast. Das Areal auf der Burg ist sehr weitläufig. Man kann schon eine Weile für die Besichtigung einplanen.
Hauptattraktion ist natürlich auch der schöne Ausblick auf Berat und die umliegenden Berge und Täler.
Abendessen bekamen wir in der Unterkunft, in der wir den Abend ausklingen ließen.

© Gerd Dorn, 2018
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Rundreise durch den östlichen Balkan
Details:
Aufbruch: 30.09.2017
Dauer: 15 Tage
Heimkehr: 14.10.2017
Reiseziele: Bosnien und Herzegowina
Montenegro
Kosovo
Mazedonien
Griechenland
Albanien
Kroatien
Der Autor
 
Gerd Dorn berichtet seit 3 Jahren auf umdiewelt.