Transsilvanien Moldawien und Walachei

Rumänien-Reisebericht  |  Reisezeit: Juni 2019  |  von Herbert S.

Törzburg - Bran (Draculaschloß)

Abfahrt gegen 15.15 Uhr Richtung Bran, Obwohl es ‚nur‘ 30 km sind nach Bran , wo die Besichtigung der Draculaburg auf dem Programm steht, dauert es ewig, vor allem weil auch noch ein Stau wegen einer Baustelle den Verkehr aufhält.
Es wird eine ganze Stunde bis wir auf dem Busparkplatz ankommen, wo bereits 7 Busse vor Ort sind. Der Weg zum Schloß/Burg ist gepflastert mit Souvenirbuden, ich bin entsetzt, aber die Besichtigung der Burg an sich ist erstaunlich ruhig und ohne Gedränge.

Die Burg liegt auf einem Kalksteinfelsen inmitten der Karpatenlandschaft, dicht am Törzburger Pass. Die Anlage benötigte Ludwig I. von Ungarn (1342-1382) zur Verteidigung der südöstlichen Grenze seines Reiches .
Zum Bau verwendete man ausschließlich Flusssteine. Neben der strategischen Funktion war die Burg auch Zollstelle für den Warenverkehr zwischen der Walachei und dem Burzenland. Die gut erhaltene Burg erhielt ihre heutige Gestalt 1553. Sie galt einst als uneinnehmbar.

im Tal sind noch Reste der Grenzestelle zwischen Walachei und Siebenbürgen erhalten

im Tal sind noch Reste der Grenzestelle zwischen Walachei und Siebenbürgen erhalten

Die Räumlichkeiten sind auf vier Stockwerken angelegt. Im Norden liegt der massive Torturm, weitere Türme dienten der Sicht in alle Himmelsrichtungen.

Die Burg wechselte mehrfach den Besitzer, zeitweilig (1395) nahm sie der Woiwode Munteniens ein, Mircea cel Bäträn. Gerne wird sie deswegen mit Vlad Tepes, dem legendären Grafen Dracula, in Verbindung gebracht, der allerdings nie in der Burg seines Großvaters Mircea war. 1498 ging sie in den Besitz der Kronstädter, Ende des 17. Jahrhunderts verwalteten sie die Habsburger und im 19. Jahrhundert erhielt sie Königin Maria zum Geschenk. Sie ließ sie nach Schloss Balcic in Bulgarien zu ihrer zweiten Sommerresidenz ausbauen. Testamentarisch verfügte die Königin, ihr Herz in einer Grotte unweit des Schlosses zu begraben; bis 1968 wurde es dort auch aufbewahrt.

Vor allem auf die Kaminöfen sollen wir achten und die sind wirklich vielfältig. Man steigt von Hü nach Hott mal rauf mal runter und weiß meist nicht wo man sich befindet. Folterkammer, Sitzbänke vor den meisten Fenstern, verschachtelt fast wie Burg Eltz. Die Bilder sind weitgehend selbsterklärend.

© Herbert S., 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Siebenbürgen, Transsilvanien oder Transsylvanien ist ein historisches und geografisches Gebiet im südlichen Karpatenraum mit einer wechselvollen Geschichte. Heute liegt Siebenbürgen im Zentrum Rumäniens, und uns schien dies eine Reise wert. .
Details:
Aufbruch: 14.06.2019
Dauer: circa 1 Woche
Heimkehr: Juni 2019
Reiseziele: Rumänien
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 14 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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