Transsilvanien Moldawien und Walachei

Rumänien-Reisebericht  |  Reisezeit: Juni 2019  |  von Herbert S.

Kloster Moldovita

Heute Morgen sind wir schon für 8.50 Uhr bei einer Schwester des Klosters Moldovita angemeldet. Daher findet die Abfahrt bereits um 8.00 Uhr statt, und das an dem Tag nach dem Abend mit dem spätesten Dinner.

kunstvoll verzierte Eier aus der Bukowina -die idyllische Region im Nordosten Rumäniens ist berühmt für die lebendige Tradition der bemalten Ostereier - es gibt sie in fast jeder Größe bis hin zum bemalten Straußenei.

kunstvoll verzierte Eier aus der Bukowina -die idyllische Region im Nordosten Rumäniens ist berühmt für die lebendige Tradition der bemalten Ostereier - es gibt sie in fast jeder Größe bis hin zum bemalten Straußenei.

Das Kloster Moldovita ist wie viele moldauische Klöster aus strategischen Gründen von eine imponierenden hohen Mauer mit integrierten Wohnbauten umgeben. Das Kloster wurde 1945 den Nonnen zurückgegeben, die es auch unter dem Dikatator Ceausescu behalten durften. Derzeit bewirtschaften und renovieren 38 Nonnen die Anlage. Der Vorgängerkomplex des heutigen Klosters bestand aus einer hölzernen Anlage von 1402. Alexander der Gute stiftete 1410 den Steinbau, den später ein Erdrutsch zerstört haben soll. Das heutige Kloster Moldovita wurde von Petru Rares gestiftet, der im Garten seine letzte Ruhe fand.

Die Kirche ist Maria Verkündigung geweiht und wurde laut Inschrift 1532 erbaut und fünf Jahre später ausgemalt. es handelt sich um einen Dreikonchentypus mit Turm.

Das Portal zum Pronaos {Vorschiff) enthält in der Lünette eine bemerkenswerte Muttergottes, das Jesuskind zärtlich umarmend (Eleusa- oder Erbarmens-Typus). Im linken oberen Zwickel ist König Salomo dargestellt. Um den gesamten Portalrahmen figurieren Gestalten aus dem Jüngsten Gericht. Im Grabraum fällt das Baldachingrab für den Metropoliten Efrem aus dem Jahr 1613 besonders ins Auge. Auf der Westwand im Naos sieht man das Porträt des bedeutenden Stifters der Moldau, Petru Rare§, der begleitet von seiner Gemahlin und seinen Söhnen, von Maria empfohlen, dem thronenden Christus seine Stiftung darbietet.

Die für rumänisch-orthodoxe Kirchen übliche Ikonostase wird von einem hervorragenden Kruzifixus von 1593 geschmückt, während die Ikonen vom 17. bis 19. Jahrhundert stammen.

Die äußeren Malereien verdanken ihren guten Erhaltungszustand der sehr sorgfältigen Ausführung. Die Südfassade ist dem Akathistos-Hymnus, gefolgt von der Wurzel Jesse, die Apsis dem sogenannten Tschin oder Gebet aller Heiligen gewidmet.

Schwester Tatjana erwartet uns schon und redet temperamentvoll und bestimmend. Sie erklärt fast jedes Bild an der Südfassade, weist mit einem Laserpointer jeweils darauf hin. Eingestreut werden auch Lebensweisheiten: „jeder bekommt Weisheit, nur manch einer nutzt sie nicht“. Auch innen sind die Erklärungen ausgesprochen ausführlich, zum Abschluß betet sie mit der Gruppe ein Vater unser und gibt uns noch den Rat mit Liebe zu leben mit auf den Weg.

Unter den Klostergebäuden ist die restaurierte Küsterwohnung von 1612 hervorzuheben. Sie diente als Wohnsitz als Schule für die Kopisten und Miniaturmaler sowie als Aufbewahrungsort für den Klosterschatz. Das Kloster verfügt über ein Museum, in dem Handschriften aus dem 15. Jahrhundert, Stickereien aus der Zeit Stefans des Großen und der Fürstenthron aus der Zeit von Petru Rares aufbewahrt werden. Die Handschriften geben Aufschlüsse über Organisation und Gestaltung des Klosterwesens.

Küsterwohnung

Küsterwohnung

Museum

Museum

Im angeschlossenen kleinen Museum geht es etwas schneller, denn die von Elke angesetzte Zeit ist bereits deutlich überschritten.

© Herbert S., 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Siebenbürgen, Transsilvanien oder Transsylvanien ist ein historisches und geografisches Gebiet im südlichen Karpatenraum mit einer wechselvollen Geschichte. Heute liegt Siebenbürgen im Zentrum Rumäniens, und uns schien dies eine Reise wert. .
Details:
Aufbruch: 14.06.2019
Dauer: circa 1 Woche
Heimkehr: Juni 2019
Reiseziele: Rumänien
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 14 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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