Ostern in Kreta

Griechenland-Reisebericht  |  Reisezeit: April 1999  |  von Inge Waehlisch Soltau

Heraklion und Knossos - Lasithi Hochebene - Agios Nikolaos, Elunda und Vai Strand - Gortis, Matala und Preveli Strand - Rethymnion und Irina Schlucht - Chania - Chora Skafion, Frangokastello und Plakias

Ankunft in Heraklion und Knossos

Wir hatten einen frühen Flug und kamen schon gegen 11 Uhr in Heraklion an.. Bei der Autovermietung, holten wir unser gebuchtes Auto ab und staunten nicht schlecht, der Wagen hatte nur 15 km auf dem Tacho!
Heraklion - seit 1972 die Hauptstadt von Kreta - ist das Geschäfts- und Verwaltungszentrum der Insel. Die Stadt wurde geprägt durch Minoer, Sarazenen, Byzantiner, Venezianer und Türken.
Die Küstenregion bei Heraklion ist die grösste touristische Region von Kreta, aber das Hinterland wird vor allem landwirtschaftlich genutzt, hier befinden sich Olivenhaine und Weinberge.
Sehenswert sind die Hafenfestung aus dem 16. Jahrhundert und die ca. 5 km lange gut erhaltene Festungsmauer sowie einige Kirchen. Die im Jahr 1239 erbaute Agios Márkos ist die älteste Kirche und die Agios Minás ist die grösste Kirche der Stadt.
Bevor wir zu unserem Hotel "Club Cresta Sun" in Gouvres - direkt am Meer gelegen - fuhren besuchten wir das Archäologische Museum. die grösste Sehenswürdikgeit von Heraklion mit den bedeutenden Funden aus der minoischen Kultur.
Die meisten Funde stammen aus der ersten Hälfte des 2. Jahrtausends v.Chr.
Die Eierschalenware ist die feinste Keramik aus der Zeit 2000-1700 v.Chr. Aus der gleichen Zeit stammen die auf Fayence-Plättchen abgebildeten minoischen Hausfassaden sowie die mit Hieroglyphen bestempelte Tonscheibe.
Noch älter sind die Statuetten der Schlangengöttinen und die berühmten minoischen Wandmalereien (Fresken).

Venezianischer Hafen

Venezianischer Hafen

Knossos

Am nächsten Morgen fuhren wir nach Knossos, welches etwa 5 km südlich von Heraklion auf einem flachen, weitgehend künstlich errichteten Hügel liegt, der in der Antike unter dem Namen ‘Tselepi’ oder ‘Kefala’ bekannt war. Dort befindet sich der mit Abstand grösste der bisher gefundenen minoischen Paläste.
Die Gegend war zumindest schon seit der Jungsteinzeit um 6.000 v.Chr. besiedelt gewesen. Bis zum Ende dieses Zeitalters um etwa 3.000 v.Chr. war es eine größere Siedlung.
Es gibt nur wenige Reste aus der Vorpalastzeit. Um 2000 v.Chr. bestand ein Gebäudekomplex, an dem Verbesserungen und Erweiterungen durchgeführt wurden, wodurch der erste Palast entstand. Dieser wurde aber um 1700 v.Chr. durch ein Erdbeben zerstört..

Knossos

Knossos

Knossos

Knossos

Der Palast wurde auf einer Fläche von über 20.000 qm noch prächtiger wiederaufgebaut. Die mehrstöckigen Gebäude hatten Fassaden aus geschnitzten Steinen, Marmorplatten, herrliche Fresken, prächtige Eingangstore und Monumentaltreppen.
Dieser neue Palast war von einer grossen bis zu 100.000 Einwohner zählenden Stadt umgeben, aber er wurde 1450 v.Chr. ebenfalls durch ein Erdbeben stark beschädigt, vermutlich verursacht durch den gewaltigen Vulkanausbruch auf Santorini. Er wurde dann repariert und noch bis 1200 v. Chr. benutzt, danach war er aber unbewohnt und verfiel.
Von der Antike bis zur römischen Eroberung war Knossos eine der bedeutendsten Städte von Kreta, wurde aber im Mittelalter zu einem kleinen Dorf.
Die Entdeckung und Ausgrabung des Palastes begann im Jahre 1878, die Hauptstruktur des Palastes wurde bis 1903 ausgegraben.
Um die verschiedenen Gebäude zu bewahren wurde mehrere Teile des Palastes neu errichtet. Dies wurde teilweise kritisiert, aber der Wiederaufbau ermöglicht es, dass man sich die architektonische Form des Palastes vorstellen kann.

Knossos

Knossos

Knossos

Knossos

Man betritt den Palast über den langen Prozesszinskorridor, der mit Wandmalereien geschmückt war. Im gesamten Palastgelände sind nur Kopien der Fresken und Gegenstände zu sehen, die Originale befinden sich im Archäologischen Museum. Der Thronsaal ist mit Fresken geschmückt, und der Thron des Minos wurde aus einem Bllock aus rosafarbenem Alabasterstein hergestellt.
In einem mehrstöckigen Gebäude befanden sich die königlichen Gemächer. Die Wohnungen für die Frauen der königlichen Familie waren kleiner und separat von den königlichen Gemächern.
In den königlichen Werkstätten arbeiteten Steinhauer, Töpfer und Siegelmacher.
Rund um den Palast gab es eine Reihe von Gebäuden für die höchsten Beamten und Priester.

Knossos

Knossos

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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 02.04.1999
Dauer: 8 Tage
Heimkehr: 09.04.1999
Reiseziele: Griechenland
Der Autor
 
Inge Waehlisch Soltau berichtet seit 14 Monaten auf umdiewelt.