Italien-Reisebericht :SIMSON "Große Glocken Tour 2017"

1.Tag "Ab in die Alpen": Pennen am Penser Joch

Die Auffahrt zum Penser Joch

Im Brixen fahren die meisten Motorradfahrer entweder über den Jaufen Pass zum Timmelsjoch oder in die Dolomiten.

Das Sarntal mit dem wunderschönen Penserjoch wird oft nicht wahrgenommen.
... zum Glück, da hier noch entspanntes Fahren ohne "möchte-gern-Marquez-Fahrer" (Moto GP Weltmeister 2017) möglich war.

Die Anfahrt zum Pass ist eine unspektakuläre kleine Straße.

Ab der Hälfte der Strecke ahnt man schon die grandiosen Ausblicke auf den Alpenhauptkamm durch die Baumwipfel.

Kurz danach lichtet sich der Wald immer mehr und es lohnt sich inne zu halten und den Ausblick zu genießen. Ab und an gibt es übersichtliche Haltemöglichkeiten ohne jemanden zu behindern.

Die Auffahrt hat auch die ein oder andere Besonderheit, wie zum Beispiel den Hinkelstein, den Obelix wohl auf dem Weg nach Rom hier abgestellt und vergessen hatte.

Ich positionierte mich "dezent" um meine vorbei knatternden Kumpel ins rechte Licht zu setzen.

Die Ausfahrt stand unter einem guten Licht
... ein Zeichen... die Erleuchtung ... unter einem guten Stern ...

Sind wir berufen ???

Das Licht der Erhellung

Das Licht der Erhellung

Etwas weiter oben begleitete uns dann das traumhafte Bergpanorama des Alpenhauptkammes und wir mussten aufpassen, dass wir nicht vor lauter Ablenkung Schlangenlinien fuhren.

... Wobei das an dem Tag fast egal gewesen wäre .... so gut wie kein Verkehr.

Ich düste ab und an voraus um ein paar nette Bilder vom "roadtrip" mit den Ost-Kisten-Bikern zu erhaschen.

Ich weis die Jungs hassen es wenn ich vorbei fahre und warte, aber nur so gibt es das eine oder andere schöne Bild von der Tour und der Strecke.

Trotz der steigungs-bedingten Drehorgie im 1. oder 2. Gang und der damit verbundenen "Genußgeschwindigkeit" musste doch immer in den Kehren eine Winzigkeit lang vom Gas gegangen werden.

Bei den überladenen Kisten galt es immer den optimalen Punkt zwischen Lenkerflattern, mit Abschmieren bis zum Sturz, und gerade noch so viel Drehzahl, damit der Leistungsanschluss im schmalen Drehzahlband nicht verloren geht, zu finden. (garstiger Schachtelsatz gel???)

Nach der Kurven natürlich immer Vollgas, ... damit die Kiste im nächsten Gang nicht gleich abstirbt. >>> Zweitaktdampf inbegriffen <<<.
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Vollgas nach der Kehre

Vollgas nach der Kehre

Das Penser Joch hat es in sich.

Der Pass ist zwar nicht so steil wie das Hantenjoch oder die Auffahrt nach Kühtai (Touren zuvor) aber er zieht sich dennoch.

Ich denke wir brauchten ca. 3/4 h für die knapp 1200 hm bis zum Gipfel,
da ab einer gewissen Höhe bekanntlich ein 2-Takt Moped denkbar ungeeignet ist. (Leistungsverlust und immer schmaleres nutzbares Drehzahlband wegen Überfetten).

Ich hatte bei der Auffahrt mit dem Gedanken gespielt mir einen anderen Vergaser raus zu lassen, der keine feste Bedüsung mehr hat und somit immer die richtige Sprit- Luftmischung hat. Aber selbst als "Liebhaber von Leistung", das Teil ist riesen groß, teuer und am Ende geht auch der 2 Takt Flair verloren.
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Bild oben die letzten Meter von Norden

Bild oben die letzten Meter von Norden

Endlich oben. Ca. 14 Km bergauf geschafft.

Wobei das Wetter gigantisch war. Die Wolken vom Vormittag waren nahe zu komplett verschwunden. Es waren nur noch "Dekorationswolken" da , damit der blaue Himmel nicht so langweilig perfekt aussah.

Foto in Richtung Norden.  Eine Action-Cam am Helm sieht immer scheiße aus!!!

Foto in Richtung Norden. Eine Action-Cam am Helm sieht immer scheiße aus!!!

Die Bilder geben nur ein kleinen Eindruck wieder.

... es ist jedes mal auf´s Neue ein Hochgefühl oben am Pass zu stehen...
... und alle Sorgen fallen ab ...
und bleiben im "Modelleisenbahn Tal"

Tipp am Rande:
Sofern Ihr euch wundert warum manche Bilder besser und manche schlechter sind...
Immer anhalten, das Handy zum Fotografieren raus ziehen ist lästig und lohnt nur bei wirklich guten, ungefährlichen Stellen.
Daher habe ich ne Action Cam dabei die an schönen Stellen einfach mit läuft.
Aus den "Wackelfilmen" lassen sich passable Bilder kopieren und somit können Fahreindrücke und überraschende Momente festgehalten werden.

Oben am Pass wurde natürlich Rast gemacht um die Gegend in sich aufsaugen zu können.

Linke Ecke am Pass-Schild ... welch Überraschung!

Linke Ecke am Pass-Schild ... welch Überraschung!

Wir glauben immer das wir verrückt sind und diese Mörder-Touren fahren.
... Weil es uns Spaß macht ... und wir das Hirn (Geschäftsalltag) aushängen können.

Aber offensichtlich gabt es noch mehr so Verrückte! auf dem Pass-Schild hatte sich offenbar ein Schwalbefahrer durch einen Aufkleber verewigt.
Wenn du (Leser) das warst. Melde dich! (Gästebuch!)

Der Radelfahrer vom Bild oben hatte trotz anstrengender Bergauffahrt ein ruhiges Händchen für ein schönes Erinnerungsfoto. Respekt!

Die 3 Simme-Tiere

Die 3 Simme-Tiere

Die Höhen-Luft wirkt

Das der Sauerstoffmangel sich in der Höhen bei den Mokick´s leistungsmindernd auswirkt hatte ich ja schon gesagt.

Nun bei Menschen hat das offenbar auch eine Wechselwirkung.
Nicht wie nun vermutet werden könnte...
Nein, ich sehe es positiv.
Lachen, frozeln und einfach nur eine unbekümmerte gute Zeit haben.

... und <Echte Männer> können auch über sich und ihre Grimassen lachen.

Mein Spruch ist ja immer: "vergesslich und dumm macht glücklich", ich muss noch weiter hart an meiner Schizophrenität arbeiten!!!
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Auf der Abfahrt testete ich neine Neuerwerbung zur Tour, einen Handy Stick!

Ich lästerte oft über die Asiaten die sich an allen möglichen Stellen selbst fotografieren. Jetzt bin ich auch so ein Depp.

Juhu, ... wieder ein Schritt näher an meinem Spruch von oben

Lässig runter dengeln

Lässig runter dengeln

Abfahrt und suche nach einem geeigneten Schlafplatz

Abfahrt und suche nach einem geeigneten Schlafplatz

Wir düsten also mit zum Teil knapp 70 Sachen den Berg hinunter.

Hier hilft übrigens die schlechte Aerodynamik. Motor und Bremsen werden geschont. Hier ist uns Stoney um ein Schritt voraus (sorry )

... Dabei fällt mir doch eine Modifikationsidee für die Tour im nächsten Jahr ein. ... sowas wie Landeklappen oder einen Bremsfallschirm für lange Abfahrten. Mal überlegen... Sieht scheiße aus (1. Pluspunkt), wäre aber gut für den Motor (2. Pluspunkt), meine Jungs würden den Kopf "unfassbar, der wieder" schütteln (3.Pluspunkt) ... schauen wir mal was 2018 kommt!

Wir düsten also gen Tal und schauten nach Abzweigungen die in ein lauschiges Plätzchen führten. Ziel war es wie immer so hoch wie möglich was zu finden.

Allerdings klappt das meist erst ab der Baumgrenze. Man will ja nicht auf dem Präsentierteller nächtigen.

Nach ca. 10 Km Abfahrt und 2-3 gescheiterten Versuchen, hatte ich Glück und fand dicht an der Straße ein verschwiegenes abgelegenes Wäldchen mit einem verwachsenen Holzabfahrtweg. Genau das was wir suchten.

Und tatsächlich, am Ende des Weges gab es eine kleine geschützte Lichtung.
Auch Wasser gab es reichlich in der Nähe. Klasse!!!

Leider habe ich keine Bilder von der Einfahrt gemacht. Aber dank Google konnte ich den Platz beim Schrieben des Berichtes rausfummeln.

(... und ich denke ein Foto von einem eigenen PC ist keine Rechtsverletzung... oder Martin_Um_ Die_ Welt?)

Ort der 1. Übernachtung wieder gefunden.

Ort der 1. Übernachtung wieder gefunden.

Wir waren immer nocht recht früh dran. Es war erst ca. 20:00 Uhr.
Also erst ca. 12 Stunden auf dem Bock. Wohlgemerkt nach Abzug aller Pausen.

Wir schauten uns um und suchten für unsere kleinen Zelte eine relativ ebene Fläche.
Ruck zuck waren die Zelte und die Inneneinrichtung aufgestellt und der gemütliche Teil des Abends konnte beginnen.

Ich suchte mir erst einmal ein schönes erhobenes Plätzchen mit guter Aussicht um den Thron (das Klappklo) zu genießen. Nachdem sich ein um ca. 1Kg erleichtertes Gefühl eingestellt hatte und es langsam im Talgrund dunkler wurde, sah ich auch die Kollegen aus den Gebüschen huschen.

Der Grill wurde angeworfen und die Fressalien wurden aus den Untiefen der Packtaschen hervor gekramt. Das Fleisch war gut temperiert und mürbe gefahren.

Stoney gruschtelte in seinem Habichttornistor umher. Was er wohl suchte?
Ich ging vorbei und bekam einen Einblick auf seinen geheimen Ersatzteilfundus.
Vom Flickzeug über Panzerklebeband bis hin zu einem Ersatzkrümmer!
Ich war etwas überrascht. "Das Teil wiegt doch Tonnen", dachte ich mir.

Aber Stoney hatte gute Gründe den Krümmer ein zu packen. Und Platz auf dem Habicht gibt es ja genügend. (...seit Stoney nur noch ein Ein-Mann-Zelt mitnehmen muss)
[Siehe vorangegangene Reiseberichte]

Wene plünderte seinen Verpflegungs 100 L Rucksack und bereitete auf der zum Küchentisch umfunktionierten Sitzbank unser Traditionsessen zu.

Geviertelte rohe Gemüsezwiebeln.
"Gibt eine gute Verdauung wenn Mann den ganzen Tag auf dem Bock sitzt!"

"Ploppp", der Rose Wein war offen und es wurde auf den perfekten Tag angestoßen. Stoney wie immer strikt ohne Alk.
Stoney zog sich eine Dose "Antrieb" Red Bull verschnitt vom AKF rein.

... bewundernswert. Ich brauche nach so aufregenden Tagen immer einen Schlummertrunk oder Absacker.

Der perfekte Grill

Nach der "Fast-Panne" mit dem Einweggrill der letzten Tour rumorte es in Stoney´s Hirn. Er scheute kein Zeitaufwand, keine Mühen und keine wirtschaftliche Belastung um einen optimalen Grill zu beschaffen.

Klein zum zusammen klappen, gut zu reinigen und leicht sollte er sein.
Das war im mit Bravour gelungen. Der Aufbau und die Stabilität überzeugten sofort. "Geiles Teil" kam von Wene. Ich stimmte sofort zu.
"A-Note 10 Punkte"

Nun musste nur noch die B-Note (fürs Grillen) ebenso ausfallen.

Klappgrill, hat voll überzeugt!

Klappgrill, hat voll überzeugt!

Die Wärmeverteilung, die Auflagefläche waren super. Mit wenigen Kohlen konnte eine schöne Glut erreicht werden die locker für 2-3 Füllungen des Grillrostes reichte.
Das Grillergebnis konnte sich sehen lassen.
"Jetzt schon dicht an der B-Noten 10"

Wir machten es uns gemütlich und zu unserer Überraschung gab es wenige Waldameisen und Stechmücken.
Ein idealer Platz!

Das Ergebnis beim Gillen und wenden des Grillgutes war überzeugend. Glatte 10 Punkte.
Das Fleisch und sicher auch die Würste waren perfekt.
Der Genuss am Ende eines harten Fahrtages war unbeschreiblich gut.

Ach ja, wie immer überschlugen wir die zurück gelegte Strecke! Es war klar das wir weit gekommen waren, viel weiter wie jemals gedacht.
Als wir dann aber knapp 450 Km ermittelten hatten waren wir baff.
Ein neuer Rekord! ... und wenn wir es drauf angelegt hätten wäre der Gardasee auf kürzester Strecke auch noch drin gewesen.

Aber der Rekord war nicht unser Ziel.
Größer, schneller, weiter war und ist nicht das was wir anstreben.
Der Weg war das Ziel und jede Minute war dabei kostbar.
Da alles so reibungslos lief, kam einfach viel dabei raus.
Alles in Allem ein wahnsinns Ritt!!

Es wären locker 500 Km möglich gewesen.

Es wären locker 500 Km möglich gewesen.

Frei nach den Waltons "Gute Nacht John Boy, gute Nacht Wene"... ging es in die Zelte zum abratzen bis am nächsten Tag "die Russen kommen".

Ein jährlich wiederkehrender traditioneller Weckgruß von Wene
"Aufstehen die Russen kommen!!!"
morgens ... spätestens um 5:00 Uhr.

Naturgeräusche

Nach dem Klick auf den Link:
Lese pause! .... Augen Schließen und die Bilder revue passieren lassen.

Der Müll geht mit

Eines am Rande:

Ja, wir wissen das wildes Campen nicht gerne gesehen wird, allerdings achten wir immer drauf, das wir leise sind und nur dicht an der Straße nächtigen.

Weiter ist es eine Selbstverständlichkeit keinen Flurschaden zu hinterlassen und natürlich auch den ganzen angefallenen Müll wieder mit zu nehmen.

Unter diesen Voraussetzungen sollte doch niemanden geschadet werden, oder?

© Flaps !, 2018
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Mit kleinen Veteranen-Mokicks in den Alpen unterwegs. Gardasee, Dolomiten und Großglockner in einem Rutsch! Der Hintern lässt grüßen. Spaß haben & Lachen, aber auch grandiose Landschaft und herausfordernde Pässe sind die Rezeptur für eine tolle Auszeit.
Details:
Aufbruch: 03.07.2017
Dauer: 5 Tage
Heimkehr: 07.07.2017
Reiseziele: Italien
Der Autor
 
Flaps ! berichtet seit 7 Jahren auf umdiewelt.
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Flaps über sich:
... aufsitzen und durchhalten