Der Donauradweg von Passau bis Wien

26.04.2021  |  von Martin Gädeke

Es gibt nichts Schöneres, als sich aufs Rad zu schwingen und einfach loszuradeln. Wenn Du an der Donau wohnst, verläuft einer von Europas schönsten Radwegen sozusagen vor Deiner Haustür. Vor allem der Abschnitt zwischen Passau und Wien ist sehr beliebt - nach dem Bodensee-Radweg ist der Donauradweg Passau-Wien die meistbefahrene Radstrecke in ganz Europa. Nicht nur die Landschaften sind abwechslungsreich und malerisch, sondern auch in puncto Kunst und Kultur gibt es hier einiges zu entdecken. Hier schildere ich meine persönlichen Eindrücke und verrate Dir, was Du keinesfalls verpassen darfst.

Zauberhaftes Passau und verwunschene Schlösser

Die Route beginnt im niederbayerischen Passau. Die Stadt ist an und für sich einen Besuch wert. Nach einem kurzen Stadtbummel hieß es für mich dann losfahren. Je nach Geschmack kann man am Süd- oder Nordufer entlang radeln. Ich habe die Südroute gewählt, da sich an diesem Ufer zahlreiche Sehenswürdigkeiten aneinanderreihen. Mein erstes Ziel war der Schardenberg mit seinem Aussichtsturm, von dem aus man einen wunderschönen Blick über das Alpenvorland hat. Auch die Burg Krempelstein kann ich Dir wärmstens empfehlen: Sie thront hoch oben auf eine Felsvorsprung und war ehemals ein Sitz der Rosenkreuzer. Überhaupt ist diese Gegend von Burgen und Schlössern durchzogen: Auf meinen Streifzügen habe ich unter andrem der Burg Vichtenstein und das Schloss Rannariedl besucht.

Kulturhauptstadt Linz

Nach rund fünf Stunden im Sattel war ich auch schon in Linz. Wenn Du Dich für Kunst interessierst, bist Du hier an der richtigen Adresse. Viele moderne Kunstwerke und Anlagen stammen aus dem Jahr 2009, als Linz zur Kulturhauptstadt Europas gekürt wurde. In Linz habe ich dann auch die Nacht verbracht - nicht ohne mich zuvor mit Kaffee und der berühmten Linzer Torte verwöhnen zu lassen. Eigentlich wäre ich gern noch länger geblieben, doch standen mir noch mehr als 200 Kilometer bis Wien bevor.

Enns bis Maria Taferl

Mein nächstes Ziel war das zauberhafte Enns, die älteste Stadt Österreichs. Die Römer nannten sie Lauriacum. In Enns hat man sich der Entschleunigung verschreiben. Da habe ich natürlich gern mitgemacht und mir einen Rundgang durch die Stadt gegönnt. Ein absolutes Muss ist der 60 m hohe Stadtturm auf dem Stadtplatz. An Enns schließt sich das Mostviertel an. Hier erwarten Dich sanfte Hügellandschaften, wildromantische Schluchten sowie jede Menge Burgen und Schlösser. Die Barockstadt Grein gilt als Tor zum Strudengau. Früher war dieser Flussabschnitt für die Schifffahrt besonders gefährlich, heute gehört das bewaldete Tal jedoch zu den Hauptattraktionen des Donauradwegs. Hier befindet sich auch der Wallfahrtsort Maria Taferl mit seiner berühmten Basilika.

Maria Taferl bis Traismauer

Von Maria Taferl aus bin ich am folgenden Tag zuerst nach Melk geradelt. Das weltberühmte Stift Melk wollte eich mir keinesfalls entgehen lassen. Danach lockte die Wachau, eines der größten Weinbaugebiete Österreichs. Leider wurde das mit dem Verkosten von Riesling und Grünem Veltliner nichts, doch die Wachau hat neben erstklassigem Wein auch leckeres Obst und wunderschöne Städte und Gemeinden zu bieten. In Krems angekommen, hab ich mich in der 1000-jährigen Stadt umgeschaut. Die Altstadt ist ein wahres Kleinod, das Du Dir unbedingt ansehen solltest, falls sich die Möglichkeit dazu ergibt. Mein letztes Ziel auf dieser Etappe war Traismauer. Hier kann man sich auf die Spuren der Römer begeben oder einen Spaziergang sich durch mehrere Jahrhunderte Geschichte unternehmen.

Traismauer bis Wien

Die letzte Etappe umfasste rund 70 km. Auf halbem Wege liegt Tulln, die Geburtsstadt des bekannten österreichischen Künstlers Egon Schiele. Als Kunst- und Blumenfan war ich von Tulln natürlich besonders angetan, da sich seit der Landesgartenschau im Jahr 2008 hier ein wunderschöner Schaugarten befindet. Die verbleibenden Kilometer bis nach Wien absolvierte ich mit besonderem Elan. Die Walzerstadt hat immer etwas Neues zu bieten und zeigt sich stets von einer anderen Seite. Wenn Du das prunkvolle Schönbrunn noch nie gesehen hast, rate ich Dir, dies nachzuholen. Was mir an Wien besonders gut gefällt, sind die vielen kleinen Gassen, die sich in der Innenstadt verstecken. Auch diesmal hat es mich ins Trendviertel Burggasse mit seinen vielen tollen Cafés verschlagen.

Der Stephansdom in Wien.

Stolz das Ziel erreicht: am Stephansdom in Wien.

Der Donau-Radweg lohnt sich auf jeden Fall, es gibt soviel zu erleben und zu entdecken. Und übrigens: Wer nicht so gerne radelt, kann die wunderschöne Donau-Landschaft auch auf einer Donau-Kreuzfahrt, zum Beispiel mit 1avista.de, geniessen.

© Martin Gädeke, 2021
Der Autor
 
Martin Gädeke hat www.umdiewelt.de vor über 20 Jahren gegründet, ist aber nur einer von tausenden Aut­oren - und bei Weitem nicht der Aktivste. Dafür ist er für alles andere auf der Seite zuständig und immer für Dich erreichbar!
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