Auf dem Jakobsweg

Reisezeit: September 2026  |  von Christina König

Fünf Tage, gut 100 Kilometer und müde Beine: Auf dem Jakobsweg von Sarria nach Santiago habe ich gemerkt, dass mir vor allem die Begegnungen und kleinen Momente in Erinnerung bleiben.

Von Sarria nach Santiago

Als ich morgens in Sarria loslief, erschienen mir die gut 100 Kilometer bis Santiago de Compostela gut machbar. Fünf Tage wandern hieß für mich rund 20 Kilometer täglich zu absolvieren, also kein Problem, denn ich habe Erfahrung. Schon am zweiten Morgen wusste ich es besser. 20 Kilometer fühlen sich nämlich anders an, wenn die Beine vom Vortag noch müde sind und die nächsten 20 bereits warten. Trotzdem gehören gerade diese Momente heute zu meinen schönsten Jakobsweg Erfahrungen.

Meine ersten Etappen auf dem Camino Francés

Ich hatte mich bewusst für die Strecke ab Sarria entschieden. Sie ist lang genug, um tatsächlich mehrere Tage auf dem Camino unterwegs zu sein, ohne gleich mehrere Wochen Urlaub einplanen zu müssen.
Komplett dem Zufall überlassen wollte ich meine Reise trotzdem nicht. Ich wollte selbstständig laufen, unterwegs anhalten können und mein eigenes Tempo bestimmen. Nach einem langen Wandertag noch nach einer Unterkunft zu suchen, gehörte dagegen nicht zu meinen Wunschvorstellungen. Deshalb hatte ich mich vorab über den Jakobsweg ab Sarria mit organisierter Unterkunft und Gepäcktransport informiert.
Gerade beim Gepäck war ich darüber später froh. Bereits eine Wasserflasche fühlt sich nach einigen Stunden schwerer an als morgens. Alles, was nicht unbedingt mitmusste, erschien mir spätestens am zweiten Tag vollkommen überflüssig.

Begegnungen, Regen und müde Füße

Was ich vorher unterschätzt hatte, waren die Begegnungen. Auf dem Jakobsweg kommt man unglaublich leicht ins Gespräch. Mal läuft man einige Kilometer nebeneinander, mal teilt man sich während einer Pause einen Tisch. Danach trennen sich die Wege wieder. Stunden später sieht man sich vielleicht erneut.
Natürlich bestand der Camino nicht nur aus schönen Momenten. Meine Füße meldeten sich irgendwann ziemlich deutlich, das Wetter spielte nicht immer mit und morgens hätte ich mich gelegentlich lieber noch einmal umgedreht.
Gleichzeitig entwickelte sich schnell eine Routine. Ich frühstückte, checkte meinen Tagesrucksack und zog dann meine Schuhe an. Viel Zeit zum Trödeln hatte ich jedenfalls nicht.

Unterkunft und Gepäck würde ich wieder vorher organisieren

Eine meiner wichtigsten Erfahrungen war, nicht jeden Teil der Reise spontan gestalten zu müssen. Tagsüber wollte ich Freiheit, aber abends fand ich es dagegen angenehm zu wissen, wo ich schlafen würde. Genau diese Mischung lässt sich auch über Anbieter wie Santiago Ways organisieren. Die Strecke läuft man weiterhin selbst, während Unterkünfte und auf Wunsch der Gepäcktransport bereits geregelt sind.
Für mich nahm das keinen Teil des eigentlichen Jakobsweg-Erlebnisses weg, denn die Kilometer musste ich schließlich trotzdem selbst laufen. Ich bin aber absolut kein Organisationstalent und war froh, mich damit nicht auseinandersetzen zu müssen.

Die Ankunft in Santiago fühlte sich seltsam an

Irgendwann tauchten die ersten Hinweise auf Santiago auf und plötzlich wurden aus Tagen nur noch wenige Kilometer. Darauf hatte ich die ganze Zeit hingearbeitet und trotzdem wollte ich auf den letzten Kilometern nicht mehr unbedingt schneller werden.
Vor der Kathedrale überfluteten mich die Emotionen. Da waren Erleichterung, müde Beine, viele andere Pilger und das merkwürdige Gefühl, am nächsten Morgen nicht wieder loslaufen zu müssen.
Meine wichtigste Jakobsweg Erfahrung war deshalb eine andere als erwartet. Es war gar nicht der direkte Moment in Santiago, im Nachhinein waren es die vielen Kleinigkeiten, die ich unterwegs erlebt habe.

© Christina König, 2026
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 21.09.2026
Dauer: 7 Tage
Heimkehr: 27.09.2026
Reiseziele: Spanien
Der Autor
 
Christina König berichtet seit 10 Jahren auf umdiewelt.