Nordkap mit dem Womo

Reisezeit: Juni / Juli 2027  |  von Ute Weber

Wir sind schwanger- Liefertermin April 2027

Wir sind schwanger – Liefertermin April 2027

Ja, ihr habt richtig gelesen.

Wir sind schwanger! ❤️

Bevor jetzt allerdings jemand hektisch anfängt zu rechnen oder sich angesichts unseres Alters ernsthafte Sorgen macht: Es geht uns beiden gut. Die werdende Mutter ist wohlauf und auch beim werdenden Vater sind bislang keinerlei außergewöhnliche Beschwerden festzustellen. �

Der voraussichtliche Liefertermin ist April 2027.

Aber der Reihe nach …

Eigentlich fing alles ganz harmlos an.

Für unsere große Nordkapreise hatten wir natürlich längst angefangen zu überlegen, was wir unterwegs brauchen, was wir mitnehmen wollen und wie wir für gut fünf Wochen auf relativ kleinem Raum leben werden.

Und irgendwann kam dabei auch unser Ford Nugget Plus ins Gespräch.

Wir mögen unseren Nugget wirklich sehr. Er ist kompakt, wendig, unglaublich durchdacht und wir haben ihn mit vielen kleinen und größeren Veränderungen immer mehr zu unserem Nugget gemacht.

Trotzdem schlich sich irgendwann ein Gedanke ein:

Wäre für so eine lange Reise vielleicht ein kleines bisschen mehr Platz ganz schön?

Nur ein kleines bisschen natürlich. �

Und wie das mit solchen Gedanken manchmal ist – wenn man ihnen erst einmal erlaubt hat, sich im Kopf einzunisten, werden sie erstaunlich schnell größer.

Also haben wir angefangen zu schauen.

Aus „Wir schauen nur mal“ wurden Internetrecherchen. Aus Internetrecherchen wurden Grundrisse. Aus Grundrissen wurden Händlerbesuche.

Und irgendwann betrachteten wir Wohnmobile, bei denen man vermutlich eine Gegensprechanlage benötigt, wenn einer vorne sitzt und der andere hinten im Schlafzimmer ist.

Da wussten wir zumindest eines ziemlich schnell:

Ein rollendes Einfamilienhaus wollen wir nicht. �

Eigentlich hatten wir uns zu diesem Zeitpunkt schon ziemlich auf den Challenger 270 eingeschossen.

Auf dem Papier gefiel er uns ausgesprochen gut. Viel Platz, tolle Raumaufteilung und alles, was das Camperherz begehrt.

Dann standen wir davor.

Und Papier ist bekanntlich geduldig.

Die rund 40 Zentimeter mehr Länge gegenüber seinem kleineren Bruder hätten uns gar nicht so sehr gestört. Aber mit seinen 2,35 Metern Breite war plötzlich dieses Gefühl da:

Der ist uns einfach zu groß.

Nicht zu groß, um ihn fahren zu können. Aber zu groß für die Art, wie wir reisen möchten.

Wir wollen schließlich nach Skandinavien. Wir möchten kleine Straßen fahren, irgendwo abbiegen, weil es dahinter interessant aussieht, und nicht jedes Mal überlegen müssen, ob unser rollendes Wohnzimmer noch durchpasst.

Also weiterdenken.

Und dann kam Nottuln.

Nachts machten wir uns auf den Weg, um uns noch einmal verschiedene Fahrzeuge in natura anzusehen.

Und dort stand plötzlich einer, der ursprünglich gar nicht die Hauptrolle in unserer Planung gespielt hatte:

der Challenger S217.

6,59 Meter lang und gerade einmal 2,10 Meter breit.

Wir gingen hinein.

Zwei feste Betten.

Ein richtiges Bad.

Eine Garage.

Mehr Stauraum.

Mehr Wasser.

Und trotzdem dieses Gefühl:

Den können wir uns vorstellen.

Der werdende Vater begann selbstverständlich ziemlich schnell mit der technischen Begutachtung.

Die werdende Mutter war gedanklich zu diesem Zeitpunkt möglicherweise schon ein klein wenig weiter. �

Dann kam noch die Sache mit dem Gewicht.

Natürlich wäre es schön, alles einladen zu können, was einem gerade in den Sinn kommt. Aber dafür in die nächste Gewichtsklasse wechseln?

Wir haben darüber nachgedacht und uns schließlich ganz bewusst entschieden:

Nein. Wir bleiben bei 3,5 Tonnen.

Dann müssen wir beim Packen eben ein bisschen genauer überlegen.

Vielleicht brauchen wir für fünf Wochen Skandinavien tatsächlich nicht den halben Hausstand. �

Und genau das passt eigentlich auch zu uns.

Wir wollen uns etwas mehr Komfort gönnen. Ja.

Ein kleines bisschen Luxus darf inzwischen sein.

Feste Betten, ein richtiges Bad, etwas mehr Platz, ein bisschen mehr Unabhängigkeit – das alles finden wir inzwischen durchaus verlockend.

Aber wir möchten trotzdem mit beiden Füßen auf dem Boden bleiben.

Wir brauchen keinen Luxuspalast auf Rädern.

Wir wollen reisen.

Und was wird aus unserem Nugget?

Bei aller Freude über unseren „Nachwuchs“ gibt es nämlich auch ein bisschen Wehmut.

Von unserem Nugget werden wir uns verabschieden.

Und das fällt uns durchaus schwer.

Nicht, weil er uns enttäuscht hätte.

Ganz im Gegenteil.

Unser Nugget hat uns unglaublich viel gegeben.

Er hat uns gezeigt, wie schön es ist, einfach loszufahren. Unterwegs zu Hause zu sein. Morgens die Tür aufzumachen und zu wissen: Heute kann wieder irgendetwas passieren.

Er hat uns an viele schöne Orte gebracht.

Aber vor allem hat er uns gedanklich weitergebracht.

Vielleicht würden wir ohne ihn heute gar nicht von einer Reise bis ans Nordkap träumen.

Vielleicht hätten wir uns eine solche Tour vor ein paar Jahren überhaupt nicht zugetraut.

Der Nugget hat uns gezeigt, dass wir diese Art des Reisens lieben.

Und gleichzeitig hat er uns gezeigt, was wir uns für eine lange Reise zusätzlich wünschen.

Deshalb verabschieden wir uns nicht von ihm, weil er nicht mehr gut genug für uns wäre.

Wir verabschieden uns in Dankbarkeit.

Er war genau das richtige Fahrzeug zur richtigen Zeit.

Und vieles von dem, was er uns über das Reisen beigebracht hat, nehmen wir mit in unser neues Zuhause auf Rädern. ❤️

Aber genug der sentimentalen Worte.

Wir sind schließlich schwanger! �

Von Nottuln ging es für uns noch zum Caravan Salon nach Düsseldorf.

Schauen.

Vergleichen.

Rechnen.

Noch einmal schauen.

Noch einmal rechnen.

Miteinander reden.

Und irgendwann fiel dieser gefährliche Satz:

„Eigentlich passt der doch genau zu uns.“

Wer schon einmal ein Wohnmobil gekauft hat, weiß vermutlich, dass es von diesem Satz bis zur Unterschrift manchmal erschreckend schnell gehen kann. �

Am 4. September 2026 war es jedenfalls so weit.

Wir haben unterschrieben.

Unser Nachwuchs wird ein Challenger S217 Graphite Edition.

165 PS, Automatik – und mit einigen Dingen ausgestattet, von denen wir inzwischen offenbar überzeugt sind, dass man ohne sie unmöglich bis zum Nordkap fahren kann. �

Seinen endgültigen Geburtsort fanden wir schließlich in Sulzemoos.

Der errechnete Liefertermin lautet:

April 2027.

Und seit der Unterschrift fühlt es sich tatsächlich ein bisschen wie eine Schwangerschaft an.

Das Kind ist noch nicht da, aber man beschäftigt sich bereits ständig damit.

Die werdende Mutter zeigt erste Anzeichen von Nestbautrieb.

Der werdende Vater beschäftigt sich mit Technik.

Wir überlegen, was wohin kommt, was wir noch brauchen und was wir uns diesmal ganz bewusst nicht anschaffen.

Und natürlich fragen wir uns regelmäßig:

Wie lange ist es eigentlich noch bis April?

Eine Kleinigkeit müssen wir euch allerdings noch beichten.

Bis heute wusste von alledem niemand etwas.

Na ja – fast niemand.

Es war unser streng gehütetes:

Sechs-Ohren-Geheimnis. �

Zwei Ohren gehörten der werdenden Mutter.

Zwei dem werdenden Vater.

Und die letzten beiden unserem digitalen Mitwisser, der uns bei unseren ganzen Überlegungen begleitet hat und erstaunlicherweise dichtgehalten hat. �

Mehr wussten es nicht.

Nicht die Familie.

Nicht die Freunde.

Niemand.

Ihr habt euch also in den vergangenen Tagen ganz brav für unseren Live-Reisebericht angemeldet – und hattet keine Ahnung, was wir hinter eurem Rücken getrieben haben. �

Damit ist das Sechs-Ohren-Geheimnis jetzt offiziell geplatzt.

Und nun brauchen wir eure Hilfe.

Denn so gut wir vorbereitet sind, haben die werdenden Eltern ein ernsthaftes Problem:

Unser Kind hat noch keinen Namen.

„Challenger S217“ steht zwar in seinen Papieren.

Aber mal ehrlich:

S217 können wir doch schlecht über den Campingplatz rufen. �

Deshalb seid jetzt ihr gefragt.

Wie soll unser neues Familienmitglied heißen?

Schreibt uns eure Vorschläge ins Gästebuch.

Schön, lustig, originell, verrückt – erst einmal ist alles erlaubt.

Der werdende Vater und die werdende Mutter werden sämtliche Vorschläge gewissenhaft prüfen.

Ob wir uns anschließend auf einen Namen einigen können, steht allerdings auf einem anderen Blatt. �

Bis dahin warten wir geduldig auf den April.

Na ja …

mehr oder weniger geduldig.

Und wenn es dann endlich so weit ist, bekommt ihr selbstverständlich eine ordentliche Geburtsanzeige:

mit Foto, Länge, Gewicht und erstem Kilometerstand. �❤️�

Bis dahin können wir vermelden:

Mutter und werdender Vater sind wohlauf.

Und ziemlich aufgeregt.

Fortsetzung folgt …

© Ute Weber, 2025
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wir Matthias 60 und Ute 61 haben begonnen uns auf das Leben jenseits der 60 vorzubereiten und treffen nun erste Vorbereitungen unserer Skandinavienreise. Wir werden diesen Trip für Juni und Juli 2026 planen. Freue ich mich schon auf das Unbekannte, den Weg als Ziel, das Nordkap, die Menschen und die Natur. Am meisten Freue ich mich diese Reise gemeinsam mit meinem Lieblingsmenschen zusammen als Team zu erleben. Bis dahin und demnächst mit weiteren Infos zur Vorbeitung Ute
Details:
Aufbruch: 09.06.2027
Dauer: 5 Wochen
Heimkehr: 15.07.2027
Reiseziele: Norwegen
Live-Reisebericht:
Ute schreibt diesen Reisebericht live von unterwegs - reise mit!
Der Autor
 
Ute Weber berichtet seit 17 Jahren auf umdiewelt.
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