USA 2007 - Nordwesten

Reisezeit: Mai / Juni 2007  |  von Uschi Agboka

Dies ist ein Reisebericht über eine Motorradtour durch den Nordwesten der USA.

21. bis 26. Mai 2007

Nordwesten USA - 21. Mai - 19. Juni 2007
Tagebuch meines Lebensgefährten Rolf Kummer

21. Mai 2007 Anreise

Um 7 Uhr zum Flughafen losgefahren, Fahrtdauer 1,5 Std. Der Flug nach Atlanta ging pünktlich los. In Atlanta hatte ich dann 5 Stunden Wartezeit und das Flugzeug nach Denver war restlos ausgebucht. Ankunft in Denver 21.30 Uhr, Abfahrt nach Greeley 22.20 Uhr, 24.00 Uhr Gott sei Dank im Hotel. Ich konnte gut schlafen, war auch hundemüde.

22. Mai 2007 Greeley - Grand Junction (320 Meilen)

Um 6 Uhr bin ich aufgestanden, Motorradsachen gepackt und bei Jim mein Motorrad geholt. Dann noch schnell etwas eingekauft. Wie immer zu viel alkoholfreies Bier (18 Flaschen!). Um 11 Uhr war dann alles verstaut und nun noch schnell zum Harley Dealer und Sticker für die Nummertafel geholt. Um 11.30 Uhr ging die Reise dann los. Der Blick zum Himmel verhieß nichts Gutes. Dunkle Regenwolken am Himmel. Die Frage war, wohin fahre ich jetzt. Richtung Estes Park sah es einigermaßen gut aus. Aber nur einigermaßen, denn auf einmal kam etwas Weißes vom Himmel: Schnee. Aber umdrehen ging nicht, also Augen zu und durch. Es war nur wenig Schnee, der vom Himmel fiel, aber es ging ein kalter Wind. Über Black Hawk, Idaho Springs ging es weiter auf die Interstate 70 Richtung, Grand Junction. Nach Georgetown wurde es am Himmel dunkler und es begann heftig zu schneien. Der Schnee blieb aber nicht liegen. Nach dem Tunnel wurde der Schneesturm weniger und bei Dillon hörte er dann ganz auf. Am Vailpass war die Landschaft komplett weiß. In der Nacht muss es hier kräftig geschneit haben. Jetzt war die Frage, wie weit will ich heute fahren. Plötzlich ein Wolkenbruch mit Graupeln. So hab ich mir gedacht, übernachte in Glenwood Springs, in dem Hotel, in dem wir letztes Jahr waren. 69 Dollar plus Tax, das war mir zu teuer, also weiter. Das nächste Hotel bei Rifle 60 Dollar plus Tax, noch zu teuer. Also dachte ich mir, fährst du weiter nach Grand Junction. Das Wetter wurde nun immer schöner und plötzlich sah ich einen State Park mit Campingplatz. So entschloss ich mich zu campen. Ich fand einen schönen Platz direkt am Colorado River. Es war inzwischen 17.30 Uhr. Jetzt musste ich zuerst einmal das Zelt aufbauen. Gar nicht so einfach, da keine Aufbauleitung dabei war. Aber nach 1,5 Stunden war es dann geschafft. Nächstes Mal wird es dann besser gehen, denn jetzt weiß ich, wie es funktioniert. Luftmatratze aufgepumpt und zu Abend gegessen. Es gab Braunschweiger (Leberwurst) und Brot. Plötzlich kam ein Paar vorbei, sie war Deutsche, er Deutschamerikaner. Wir haben uns etwas unterhalten und dann meinten sie, ob ich nicht Lust auf einen Kaffee bei ihnen hätte. Ich nahm die Einladung gerne an. Wir haben dann noch bis 21.30 Uhr gequatscht. Beim Abschied luden sie mich noch am kommenden Morgen zum Frühstück ein. Auch diese Einladung hab ich gerne angenommen.

23. Mai 2007 Grand Junciton - Natural Bridge NM

Nach einem riesigen Frühstück (Butter, Schinken, Parmaschinken, Salami und Apfelkuchen) bin ich dann gegen 10.30 Uhr weitergefahren in Richtung Loma (I 70).
Das Wetter wurde besser, nachdem es am Morgen noch sehr trüb ausgesehen hatte. In Cisco bin ich dann Richtung Moab abgebogen. Der Colorado hat sich hier tief in den Felsen eingegraben und eine beeindruckende Schlucht geschaffen. In Moab wollte ich im Arches Nationalpark (NP) auf dem Campingplatz übernachten. Leider war alles belegt, so dass ich meine Pläne ändern musste. Ich wollte eigentlich im Park 2 Tage verbringen, sei's drum, wer weiß, für was das gut ist. Also weiter, Richtung Blanding, nachdem ich am Colorado River noch Mittagspause gemacht habe. Der Blick gen Himmel verhieß wieder nichts Gutes, dicke schwarze Regenwolken. Es wurde immer kälter. In den La Sal Bergen lag Schnee bis ins Tal. Zum Glück hat es jedoch nicht geregnet. Bei +3 Grad war das kein Vergnügen. Nur die Strasse war nass. Jetzt ist es schon zwei Tage ziemlich kalt. Bei Blanding lag sogar noch Schnee neben der Strasse. Was für ein verrücktes Wetter Ende Mai. Kurz vor dem Natural Bridge National Monument (NM) fing die Sonne an zu scheinen. Es war inzwischen 16.30 Uhr, so dass ich beschloss, auf dem Campingplatz des NM zu übernachten. Ich hatte Glück und bekam den letzten freien Platz. Schnell das Zelt aufgebaut, was ganz gut ging und dann die warme Sonne genossen.

24. Mai 2007 Natural Bridge NM - Salt Lake City

Nach einer lausig kalten Nacht wurde ich von der Sonne wachgeküsst. Die Temperatur stieg schnell an, so dass ich das Frühstück genießen konnte. Über die mir bekannte Strecke Hite und Hanksville ging's zum Capitol Reef NP. Allerdings bin ich die Strecke noch nie aus Richtung Natural Bridge NP gefahren, so dass ich völlig neue Eindrücke hatte. Im Capitol Reef hab ich an dem mir bekannten Picknickplatz Mittag gemacht. Über eine traumhafte Straße ging's von Loa nach Stanley und dann weiter auf einer langweiligen Straße bzw. Interstate nach Salt Lake City, wo ich mir mal wieder ein Motel gegönnt habe, zwecks Duschen, Haare waschen, denn im Natural Bridge NP gab es weder Wasser noch Dusche.

25. Mai 2007 Salt Lake City - Denio

Nachdem ich das hektische Salt Lake City hinter mir gelassen habe, ging es auf einer wunderbaren Strecke am Salzsee entlang. Das weiße Salz ist wirklich herrlich anzusehen. Weiter fuhr ich auf der Autobahn, eine ziemlich eintönige Strecke, bis nach Winnemucca. Unterwegs sah ich sehr viele Harleys. Der Grund wurde mir in Winnemucca schnell klar. Hier fand ein großes Harley Treffen statt. Ich ließ daher den hektischen Ort schnell hinter mir und fuhr 100 Meilen nach Denio. Da die nächste Tankstelle 81 Meilen entfernt lag, habe ich vorsichtshalber nochmals getankt. Ich fragte einen Mann, wo es denn einen guten Campingplatz geben würde und er empfahl mir einen an einer heißen Quelle. Da fuhr ich hin. Wegen des Memorial Days waren viele Leute da, ich entschloss mich aber, trotzdem zu bleiben. Hier auf dem Campingplatz traf ich Bob, einen Miner, der mir einiges über Edelsteine erklärte. So erfuhr ich auch, dass in dieser Gegend das größte Opalfeld der Welt liegt. Wir tranken ein Bier zusammen und ich schenkte ihm eine meiner Zigarillos, wovon er total begeistert war. Ich bin bald zu Bett gegangen, da es hier kleine Stechmücken gab.

26. Mai 2007 Denio - Crater Lake NP

Bin früh aufgestanden. Habe mit Bob Kaffee getrunken. Bei der Abfahrt gab er mir noch etwas mit, was er gefunden hat: Einen Schmuckstein, Desert Gem genannt. Nach dem Frühstück fuhr ich durch eine wunderschöne Landschaft nach Klamath Falls. Anschließend habe ich bei herrlichem Wetter den Crater Lake NP besucht. Oben lag noch viel Schnee. Der Anblick des blauen Wassers im Crater ist atemberaubend. Habe dann auch am Rim gegen 14 Uhr eine Stunde Mittag gemacht. Man kann sich an dem herrlichen See nicht satt sehen. Gegen 15 Uhr bin ich noch das Westrim entlang gefahren, da man leider wegen des vielen Schnees nicht ganz um den See fahren konnte. Später habe ich mir einen schönen Campingplatz ausgesucht, Tagebuch und Postkarten geschrieben sowie gelesen und bin dann früh zu Bett gegangen.

Bilder zu diesem Bericht unter www.harley-rolf.de

Hole n' the rock, in der Nähe von Moab

Hole n' the rock, in der Nähe von Moab

Cheese Pot Rock (Käseglockenfels)

Cheese Pot Rock (Käseglockenfels)

Tolle Landschaft bei Hankville

Tolle Landschaft bei Hankville

Der Crater Lake ist der tiefste See der USA

Der Crater Lake ist der tiefste See der USA

© Uschi Agboka, 2008
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 21.05.2007
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 19.06.2007
Reiseziele: Vereinigte Staaten
Der Autor
 
Uschi Agboka berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.
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