Einhandsegeln zum Weichseldelta und zurück

Reisezeit: Juni / Juli 2008  |  von Manfred Sürig

Mit einem kleinen Boot den Westwind ausnutzen und bis Elbing und zur Marienburg segeln, den Rückweg aber binnen über Flüsse und Kanäle zu nehmen, so hatte ich mir meine große Sommersegeltour 2008 vorgestellt, mit wechselnden Mitseglern, teils auch allein. Es kam ein wenig anders, aber nicht minder großartig....

Reisevorbereitung und Reisepläne

An einem Segelnachmittag mal in einem Binnensee bei flotter Brise aufzukreuzen, stellt man sich sehr reizvoll vor, kann man doch mal Lage schieben, seine Mitsegler und Schaulustige beeindrucken und sich das Gefühl richtig sportlicher Betätigung verschaffen.
Langstecken über See so zurücklegen zu müssen, kann zum Alptraum jedes Fahrtenseglers werden, besonders, wenn man unter Zeitdruck steht und wenn das Boot so klein ist wie meine ETAP 22: 6,60 m lang, 1,30 m tief. Und wenn man mit 71 nicht mehr ganz der Jüngste ist.
Eine Faustregel übers Kreuzen sagt: doppelte Stecke, dreifache Zeit, vierfacher Ärger. Denn man kann sein Ziel nur im Zickzackkurs erreichen und staunt, wie lange man dafür braucht. Manch eine unerfahrene Crew täuscht sich darüber und muß dann lange bis zum Ziel durchhalten. Allein wollte ich mir so etwas möglichst nicht antun.

Der wochenlang andauernde Ostwind im Mai 2008 machte mich schon beim Pläneschmieden nervös:
Es sollte von Kiel aus ostwärts an der mecklenburgischen Küste bis Rügen gehen, von dort über Bornholm-Hanöbucht in die südschwedischen Schären bei Karlskrona, dann mit einem 130-Meilen-Sprung nach Hel und Danzig. Dafür hatte ich Westwind eingeplant, der aber partout nicht kommen wollte.

Weil man auf der Rückfahrt meistens mit Westwind rechnen muß, wollte ich Petrus ein Schnippchen schlagen und weichselaufwärts bis Bydgoszcz motoren, von dort nach Westen durch den Brda-Netzekanal und netzeabwärts bis Santok an der Warthe, weiter warthe- und oderabwärts nach Stettin und über See zurück nach Kiel.
Dass es diese Wasserverbindung zwischen Weichsel und Oder wirklich gibt, davon hatte ich mich zuvor im Mai auf einer Radtour überzeugt, die in meinem Bericht "Binnenwasserwege in Polen" beschrieben ist. Es ging also nun nur noch darum zu erkunden, wieviel cm Wasser ich dort wohl noch unter denm Kiel haben würde, eine durchaus aufregende Erkundung, wie sich schnell zeigen sollte.

Die Wasserwege in Polen schematisch: Durchgehend von Süd nach Nord die Weichsel, in der Mitte links mündet bei Bydgoszcz die Wasserstraße zur Oder ein. Rechts oben das Frische Haff mit Wasserwegen von Osten, Südosten und Süden. Ob man das alles befahren kann ?

Die Wasserwege in Polen schematisch: Durchgehend von Süd nach Nord die Weichsel, in der Mitte links mündet bei Bydgoszcz die Wasserstraße zur Oder ein. Rechts oben das Frische Haff mit Wasserwegen von Osten, Südosten und Süden. Ob man das alles befahren kann ?

© Manfred Sürig, 2008
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 04.06.2008
Dauer: 8 Wochen
Heimkehr: 31.07.2008
Reiseziele: Dänemark
Polen
Der Autor
 
Manfred Sürig berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.