Südafrika - ein Traum :-)

Reisezeit: Oktober / November 2010  |  von Katja Döring

Südafrika ist ein faszinierendes Land. Es heißt, wenn man einmal da war, will man immer wieder zurück. Auch mich hat der Virus gepackt! Ich weiß, dass ich auf jeden Fall wieder hinfliegen werde und freue mich schon jetzt auf den Moment, wo ich dort aus dem Flugzeug steigen werde :-)

Cape Town - The Mothertown

Schon imposant wenn man so direkt davor steht

Schon imposant wenn man so direkt davor steht

Südafrika - seit meinem 1. Lehrjahr hatte ich in dieses Land reisen wollen und jetzt sollte dieser Traum Wirklichkeit werden! Mit dem A-380 von Frankfurt nach Johannesburg - für eine Reiseverkehrskauffrau vielleicht auch das ein kleiner Traum, dachte ich jedenfalls.

Aber bevor es in die Luft ging, mussten wir erstmal noch nach Frankfurt kommen. Wir waren schon fertig, als wir mit der Bahn am Flughafen ankamen und dann lagen noch 12 Stunden Flug vor uns. Den überstanden wir mehr schlecht als recht. Der A-380 ist supereng bestuhlt, die Sitzkonfiguration von 3-4-3 auch nicht sooo optimal und wenn der Vordermann den Sitz in "Liegeposition" bringt, kommt der Hintermann fast nicht mehr von seinem Platz weg. Abgesehen davon, dass die Toiletten schlecht isoliert sind und man von der Spülung regelmäßig aus dem Schlaf gerissen wird. Achja, das einzig schreiende Kleinkind saß natürlich auch in nächster Nähe zu uns

Blick von der Hotelterrasse auf den Tafelberg

Blick von der Hotelterrasse auf den Tafelberg

Entsprechend gerädert landeten wir dann in Johannesburg. Da ich eventuelle Verspätungen oder Gepäckprobleme einkalkuliert hatte, schlenderten wir in aller Seelenruhe durch die Kontrollen, gaben das Gepäck neu auf und gingen weiter zu unserem Gate, während sämtliche deutsche Touristen auf den früheren Flug nach Kapstadt hetzten. Am frühen Nachmittag landeten wir endlich in der "Mutterstadt". Der Taxifahrer unseres vorbestellten Taxis wartete schon und wies uns auf der Fahrt zum Hotel auf die ersten Sehenswürdigkeiten hin.
Wir wohnten im Protea Hotel Fire&Ice - ein sehr cooles, preiswertes Mittelklasse-Design-Hotel an der Straße zum Tafelberg gelegen und nur 2min von der Long Street und 5min von Company's Garden entfernt. An diesem ersten Tag ging aber nicht mehr viel mit uns. Wir bummelten kurz zur Long Street kauften ein paar Getränke ein und verbrachten den Abend in der Hotelbar, wo wir eine Kleinigkeit aßen, lecker Cocktails tranken und früh in unsere Betten fielen.

Tafelberg

Tafelberg

Ausgeschlafen und ausgeruht waren wir dann am nächsten Tag fit für unsere Halbtages-Citytour. Da ich nicht gewusst hatte, wie frei man sich in Kapstadt bewegen kann oder vielleicht auch nicht, hatte ich in Deutschland über African Eagle eine Stadtrundfahrt, sowie eine ganztägige Tour über die Kap-Halbinsel gebucht. Auch wegen meiner Mutter, die kein Englisch spricht und somit mit den wichtigsten Informationen über Kapstadt und Umgebung auf Deutsch versorgt wurde.
Antje stand schon bereit, als wir um Viertel nach acht das Hotel verließen und teilte uns kurz den Ablauf unserer Tour mit. Wir hatten Glück, als sie uns gegen 9Uhr an der Talstation des Tafelberges aussteigen ließ, löste sich gerade der morgendliche Dunst auf und wir hatten von oben einen traumhaften Blick über Lion's Head, Signal Hill, die Stadt, den Hafen und die Table Bay. Nur wenige Stunden später lag das Tischtuch über dem Wahrzeichen der Stadt und gab den Berg erst am übernächsten Tag wieder frei.

Blick vom Tafelberg

Blick vom Tafelberg

Blick vom Tafelberg

Blick vom Tafelberg

Vom Tafelberg ging es dann zum Boo Kap, dem Malayenviertel. Das kleine Viertel etwas außerhalb der ursprünglichen Stadtgrenze besteht aus kleinen bunten Häuschen und Kopfstein gepflasterten Straßen. Gegründet wurde das Viertel im 19. Jahrhundert, nachdem die Sklaverei verboten und die Malayen in die Freiheit entlassen wurden. Als Zeichen ihrer neu errungenen Freiheit bemalten sie ihre Häuserfassaden in bunten, leuchtenden Farben. Hier bekommt man auch die besten Gewürze der Stadt (Atlas Trading, 94 Upper Wale Street) und findet die älteste Moschee des Landes.

Blick vom Tafelberg

Blick vom Tafelberg

Dassies - Klippschliefer

Dassies - Klippschliefer

Anschließend fuhr Antje mit uns eine kleine Runde durch die Stadt, die Buitengragt entlang bis zum Kongresszentrum, die Adderley Street wieder hoch, vorbei an der Van Riebeeck Statue, dem Bahnhof, dem Golden Acre Centre, dem Sklavenmuseum, bis zu Company's Garden. Am Nordende des Parks machten wir noch einen kurzen Abstecher ins South African Museum und anschließend ging es auf zu einem kleinen Spaziergang durch den Stadtpark, zum Präsidentenpalast und Parlament.
Zum Abschluss besuchten wir noch einen Juwelier und erhielten eine kurze Einführung in Diamantenkunde und sahen dabei zu, wie die Diamanten geschliffen wurden. Ganz besonders gut gefallen haben mir die blauen Diamanten. Naja, wenn ich dann mal im Lotto gewinne gehe ich da noch mal vorbei und suche mir das ein oder andere Schmuckstück aus

Blick vom Tafelberg auf Kapstadt

Blick vom Tafelberg auf Kapstadt

Blick auf den Lion's Head und Signal Hill

Blick auf den Lion's Head und Signal Hill

Nachdem wir dann wieder am Hotel abgeliefert worden waren, nutzten wir das schöne Wetter und relaxten ein wenig am Pool, bevor wir uns am späten Nachmittag auf den Weg zur Waterfront machten, wo wir bei der Waterfront Boat Company eine Sunset Champagne Cruise gebucht hatten. So warm der Tag auch gewesen war, der Abend wurde frisch. Und obwohl wir uns in weiser Voraussicht warm eingepackt hatten, froren wir schon nach kurzer Zeit ziemlich. Die Crew hatte aber vorgesorgt und verteilte reichlich Sekt und warme Decken, so dass nach kurzer Zeit eine angenehme, gelöste Stimmung an Bord der Esperance herrschte. Nachdem wir 2 ½ Stunden durch die Table Bay gesegelt waren, kehrten wir zur Waterfront zurück und wurden im Hafen von einigen Seehunden begrüßt. Allerdings nicht unbedingt freundlich. Die Tiere sehen zwar putzig aus, aber wenn man ihnen zu nahe kommt, können sie doch recht ungemütlich werden...
Bei einem leckeren Glas Rotwein im San Marco ließen wir den Abend ausklingen. Auch sehr zu empfehlen ist das Belthazar (www.belthazar.co.za) mit einer großen Auswahl an Fleischgerichten und der größten Weinbar des Landes.

Boo Kap

Boo Kap

Company's Garden

Company's Garden

Für den nächsten Tag hatten wir nichts geplant und nachdem wir lecker gefrühstückt hatten, machten wir uns auf, die Stadt erst einmal zu Fuß zu erkunden und uns dann ein Tagesticket für die roten Sightseeing-Doppeldecker-Busse (www.citysighseeing.co.za) zu kaufen. Wir schlenderten die Long Street entlang und über den Greenmarket Square bis zum Bahnhof, wo wir verzweifelt die Station suchten, an der die Sightseeing-Busse abfuhren. Da wir keine genauen Infos hatten und auch nichts ausgeschildert war, irrten wir ein wenig herum und erkundigten uns dann bei der Touri-Info im Bahnhof. Der Witz war, dass wir von dem einen Mitarbeiter komplett ignoriert wurden und die andere Mitarbeiterin mit unserer Frage völlig überfordert war. Immerhin konnte sie uns einen Flyer geben, mit dessen Hilfe wir dann auch die nächstgelegene Station am Castle of Good Hope fanden. Der Weg führte vorbei am Rathaus, was vor dem Wolken verhangenen Tafelberg ziemlich imposant aussah.
Und dann ging unsere Hopp-on-hopp-off-Tour durch Kapstadt los. Lohnenswert ist übrigens auch ein 2-Tages-Ticket, da man dann auch die blauen Sightseeing-Busse nutzen kann und somit noch mehr von den Außenbezirken mitbekommt und gegen einen geringen Aufpreis auch eine geführte Tour durch das Township Imizamo Yethu machen kann.

Parlament

Parlament

Protea Hotel Fire & Ice

Protea Hotel Fire & Ice

Vom Castle of Good Hope ging es durch uns schon bekannte Stadtgebiete Richtung Tafelberg. Halb in den Wolken hielten wir an der Talstation und hatten einen trüben Blick auf die Stadt. Was war ich froh, dass wir tags zuvor so eine schöne Sicht hatten! Weiter ging es dann nach Camps Bay, dem "Beverly Hills" von Cape Town, nach Clifton, das wohl teuerste Eckchen der Stadt und über Bantry Bay und Sea Point, vorbei am Winchester Mansion Hotel und dem WM-Stadion zur Waterfront.
Hier bummelten wir ein bisschen, gingen einen Kaffee trinken und beendeten die Rundfahrt, die noch an Company's Garden und am District Six entlang führte. Es ist schon etwas bedrückend, wenn man durch dieses leere Gebiet fährt und die einzigen Gebäude, die hier und da noch stehen, Kirchen und Moscheen sind, weil sich selbst die Verfechter des Apardheid-Regimes nicht getraut hatten, Gotteshäuser niederzubrennen.

Die Waterfront vom Meer aus

Die Waterfront vom Meer aus

Long Street

Long Street

Rathaus

Rathaus

Den Abend ließen wir wieder an der Waterfront ausklingen. Die Atmosphäre hier ist einfach toll, man hat eine große Auswahl an Restaurants, kann durch das riesige Shoppingcenter bummeln oder den Robben beim spielen zusehen, wenn man welche entdeckt hat. Ganz besonders süß: als wir über eine der Brücken gingen, spielten unter uns gerade 2 Robben miteinander. Schwammen aufeinander zu, aneinander vorbei, voneinander weg und steuerten dann wieder direkt aufeinander zu. Dann tauchten sie kurz auf, gaben sich einen Kuss und schwammen ganz schnell wieder auseinander. Wären sie nach diesem kurzen Schauspiel nicht verschwunden, hätten wir vermutlich noch stundenlang zuschauen können

Camps Bay

Camps Bay

Das WM-Stadion

Das WM-Stadion

Der letzte Tag in Kapstadt stand vor der Tür. Morgens um Viertel nach acht wartete wieder ein Guide von African Eagle vor dem Hotel, um uns zu der Tour "Das Beste vom Kap" abzuholen. Es war eine Ganztages-Tour, die tatsächlich fast alle Highlights der Kaphalbinsel beinhaltete.
Los ging es über Clifton und Camps Bay, wo wir heute auch mal einen Blick auf die Twelve Apostels erhaschen konnten, bevor wir an ihrem Fuße entlang Richtung Llandudno und Hout Bay weiterfuhren. In Hout Bay hat man - wenn man mehr Zeit hat - die Möglichkeit, mit einem kleinen Boot zu ein paar winzigen vor gelagerten Inseln zu fahren, auf denen sich unzählige Robben tummeln.

Eine Robbe an der Waterfront

Eine Robbe an der Waterfront

Waterfront

Waterfront

Weiter ging es dann über den Chapman's Peak Drive (der zwar bei schlechtem Wetter auch schön ist, aber längst nicht so beeindruckend, wie auf den Bildern, die ich gesehen hatte) in Richtung Kap der Guten Hoffnung. Das Glück war nicht so ganz auf unserer Seite. Die Bahn zum Leuchtturm war defekt und die Zeit hätte nicht ganz gereicht, um hoch zu laufen UND auch noch weiter bis zur tatsächlichen Kapspitze. Ja und kein einziger Baboon auf weiter Flur Also definitiv ein Grund, noch mal nach Kapstadt zu fliegen Also nicht wegen der Baboons, die haben wir später noch irgendwann gesehen, aber wegen dem Kap...

Hout Bay

Hout Bay

Am Kap

Am Kap

Die Boulder Family

Die Boulder Family

Dafür wurden wir in Simons Town entschädigt. Wir parkten in einer kleinen Seitenstraße zum Meer hin, gingen ein paar Schritte und standen mittendrin in einer süßen Pinguin-Familie. Man konnte so nah an die Tiere ran, dass man sie hätte anfassen können. Es war echt toll und man konnte gar nicht genug davon bekommen! So süß und klein und putzig - einfach super!
Über Kalk Bay, Muizenberg und noch ein Stückchen die False Bay entlang ging es dann nach Stellenbosch, wo wir eine späte Mittagspause machten und ein bisschen durch das süße Universitäts-Städtchen bummelten. Wer sich für die Geschichte Südafrikas und Stellenboschs interessiert, sollte einen kurzen Abstecher in das Dorfmuseum (www.stelmus.co.za) machen.

Stellenbosch

Stellenbosch

Stellenbosch

Stellenbosch

Stellenbosch - Dorfmuseum

Stellenbosch - Dorfmuseum

Das Wetter war mittlerweile schöner geworden, die Sonne schaute immer öfter zwischen den Wolken hervor und wir wären gerne noch ein bisschen hier geblieben und hätten die Stadt etwas erkundet. Aber nachdem unsere internationale Truppe (Australien, USA, Mauritius, Kongo, Deutschland und China) mit etwas Verspätung wieder im Minibus Platz genommen hatte, ging es durch die grünen Hügel zu dem Weingut, auf dem wir unsere kurze Weinprobe haben sollten. Die Gegend um Stellenbosch ist wirklich traumhaft und mit den Weingütern und kapholländischen Häusern fühlt man sich fast in ein anderes Zeitalter versetzt.

Stellenbosch

Stellenbosch

Auf Zevenwacht (www.zevenwacht.co.za) bekamen wir eine kurze Führung durch die Weinkeller und uns wurde erklärt, wie der Wein heutzutage angebaut, geerntet und gekeltert wird und anschließend durften wir noch vier Weine und den selbst gemachten Käse verköstigen. Lecker
Anschließend war unsere Tour dann leider auch schon zu Ende. Etwas kaputt und ein bisschen müde (vermutlich auch von dem Wein) fuhren wir zurück nach Kapstadt. Und als wir auf die Stadt zufuhren, hielt unser Guide noch mal kurz nach dem Weingut an und erklärte uns, warum der Lion's Head so heißt, wie er heißt. Und aus der Perspektive, die wir nun hatten, habe ich es denn auch endlich verstanden. Die Hügelformationen sahen von hier wirklich aus wie ein liegender Löwe, mit dem Hügelzug zu Signal Hill als Rupf und der Lion's Head eben der Löwenkopf.

Stellenbosch

Stellenbosch

© Katja Döring, 2011
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 31.10.2010
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 19.11.2010
Reiseziele: Südafrika
Der Autor
 
Katja Döring berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
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