Bus/Bahnreise Jordanien, Syrien, Türkei

Reisezeit: April 2011  |  von Wilfried Virmond

Meine Schlußbemerkungen zu dieser Orientreise

P.S.
Diese Reise (in beiden Richtungen) wird absolut identisch von einer großen Reihe Reisebüros, Organisatoren und Reiseveranstaltern angeboten. Je einmal im Frühjahr und im Herbst. Ich habe mich für den tatsächlichen Berliner Organisator der Reise entschieden. Meine Rechnung mußte dort zweimal korrigiert werden bis die Reise endlich meinen Wünschen entsprechend gebucht war, auch sonst "lief" es zwar, der Service vor der Reise und die Betreuung während der Reise waren aber eigentlich nicht überwältigend, eher mittelmäßig. Von Chefreiseleiter Jürgen war wenig zu sehen und zu hören und er bekommt von mir die Schulnote 4. Ingrid erhält natürlich eine 2. Deshalb gebe ich hier auch nur eine neutrale Empfehlung für diese Firma und speziell für diese Reise ab. Also: Nicht gut, nicht schlecht, man kann auch jeden anderen Anbieter nehmen und landet doch immer beim selben Veranstalter.

Die Ernährung war gut und immer völlig ausreichend. Als jemand, der Fleisch meistens verschmäht, war ich trotzdem immer satt. Am Gewicht habe ich über zwei Kilogramm abgenommen.

Achtung: Die Reise ist nicht geeignet für Leute, die ihren Orthopäden duzen. Rücken- oder Beinprobleme sollte man nicht haben.

Für Zahlenliebhaber meine Note: Von zehn Punkten gebe ich viereinhalb und das ist immerhin einer mehr als ich ursprünglich vergeben wollte.

Hier noch meine vor allem monetären Erfahrungen und ein paar weitere allgemeine Informationen:

Im Zug
wird mit Euro bezahlt, z.B. Getränke und Trinkgelder für Zugpersonal und für die deutschen Reiseleiter.

Jordanien, Jordanischer Dinar

Geldumtausch: Euro und Dollar in kleinen Scheinen mitbringen und in Wechselstuben, im Hotel oder bei Banken oder einfach beim Reiseleiter wechseln.
Umrechnung ungefähr eins zu eins
Geldautomaten sind selten
Kreditkarten: Sind in teuren Hotels OK
ec-Karte (heißt jetzt "girocard"): Ungünstig
Handy: OK
Taxis sind billig
Strom: 230 Volt

Syrien, Syrisches Pfund, auch Lira
Geldumtausch: Euro und Dollar in kleinen Scheinen mitbringen und in Wechselstuben, im Hotel oder bei Banken oder einfach beim Reiseleiter wechseln. Man kann auch mit Euro und Dollars bezahlen, aber natürlich zu einem schlechteren Umrechnungskurs.
Umrechnung 100 SYP = 1,50 Euro
Wenig Geldautomaten
Kreditkarte: In teuren Hotels OK, sonst eher abzuraten
ec-Karte: Ungünstig
Handy: OK
Taxis sind billig
Strom: 220 Volt

Türkei, Türkische Lira
Geldumtausch: Eigentlich nicht erforderlich, der Euro ist hier Zweitwährung, US-Dollar Drittwährung, am besten Euro (oder Dollar) in kleinen Scheinen mitbringen, falls gewünscht in privaten Wechselstuben tauschen. Umtausch in Hotels und Geschäften ist ungünstiger.
Umrechnung: 2 Lira = 1 Euro
Viele Geldautomaten
Kreditkarte: OK
ec-Karte: OK
Handy: OK
Taxis: Preise wie bei uns (Aufpassen, man wird auch gerne mal beschummelt...)
Strom: 230 Volt

Uhrzeit:
Alle drei jetzt von mir bereisten Länder haben EET Zeit (= Eastern European Time) bzw. die entsprechende Sommerzeit (Umstellung zu unterschiedlichen Terminen) und sind uns meistens eine Stunde voraus.

Stecker:
Es empfiehlt sich eher doch, für Jordanien einen (englischen) Adapter mitzunehmen, auch wenn man es im Internet etwas anders lesen kann. In diesem Land hat der europäische Flachstecker oft reingepasst, aber seinen Beinen hat es unübersehbar wehgetan.

In Syrien ging es an den meisten Steckdosen besser, aber auch nicht immer. Manchmal, in teuren Hotels, gab es sogar deutsche Schukosteckdosen.
Türkei war OK, keine Probleme (im Hotel).
Nebenbei: Im Zugabteil war auch eine ganz normale Schukosteckdose (für den Kühlschrank) vorhanden.

Das Samsung-Galaxy S
hat sich bewährt. Früher mußte ich mich nach meinen Reisen zuhause immer an alles mühsam erinnern, auf den letzten Reisen habe ich mir dann zwischendurch doch wenigstens ein paar schriftliche Notizen gemacht und/oder ins iPhone gesprochen. Das war jetzt mit dem Galaxy sehr viel einfacher.

Und zum Schluß:
Eine eigentlich teure Reise, vor allem, wenn man alleine reist oder wenn man (altmodisch) den Reisepreis noch in DM umrechnet. (Ich weiß, soll man grundsätzlich schon lange nicht mehr machen!) Mein Motto lautet ja auch inzwischen: An Sparsamkeit wird nicht (mehr) gespart!"

Für mich persönlich wird es wohl die einzige Reise mit einer so großen Gruppe bleiben. Ich bin einfach nicht gruppenfähig.

Trotzdem: Die Reise hat großen Spaß gemacht. Es fällt mir schwer, zu entscheiden, welcher Tag der schönste war. Jeder Tag war schön und interessant.

Schlecht:
Es gab viel zu wenig Infos, alles mußte ich den Leuten aus der Nase ziehen.
Die Fensterscheiben im Zug waren immer schmutzig und wurden nie geputzt, obwohl während unserer Busausflüge immer reichlich Zeit dafür gewesen wäre.
Die ansonsten sehr sympathische und erfahrene Ärztin war nicht sehr gut ausgestattet, sogar Pflaster und Durchfall-Medikamente sollen mit der Zeit knapp geworden sein. Man sollte sich also nicht auf Arzt und Ärztin verlassen, sondern doch möglichst viel mitnehmen.

Das Zugpersonal, die Kellner und Wagenchefs, sollten, wenn schon kein Wort Deutsch, dann doch wenigstens etwas Englisch sprechen oder zumindest verstehen können. Haben sie aber nicht.

Weiterempfehlung:
Würde ich diese Reise einem guten Freund empfehlen? Eher weniger. Auf jeden Fall mit vielen Vorbehalten und Ratschlägen. Der wirklich interessierte Leser kann ja auch so manches "zwischen den Zeilen" lesen.

Mein Fazit:
Die Tour war "interessant", im biolekschen Sinne und auch tatsächlich. Leider gab es nur wenige brauchbare Eisenbahnfotos. Insgesamt war ich deutlich enttäuscht. Das von mir erhoffte Ziel ist eigentlich nicht erreicht worden.
Noch stark verbesserungsfähig: Durchsagen im Zug. Unwichtiges wurde gerne episch und langatmig ausgebreitet, Wichtiges oder Interessantes meistens verschwiegen. Die im Programm versprochenen "kenntnisreichen und routinierten Ansagen, Vorträge (bis auf die drei von Frau Ingrid H.) und Informationen" des Chef-Reiseleiters ("er weiß, wie man Zugreisende bei Laune hält...") gab es jedenfalls nicht.
Leider mußten viele wichtige Ziele (vor allem Bosra, Qatna, Tartus) wegen möglicher Gefährdung an Leib und Leben gestrichen werden, aber dafür hatte ich nie Angst um uns. Touristen werden ja im Allgemeinen in Ruhe gelassen. Die Sicherheit der Passagiere hatte stets oberste Priorität. (Furchtbar: Ende Mai 2011 gibt es schon weit über tausend tote syrische Demonstranten mit stark steigender Tendenz und viele Berichte über schlimme Gräueltaten.)
Und die Haradara-Brücke fiel wegen Verspätung und Dunkelheit leider aus.

Wer Fotos zu dieser Reise sehen möchte, dem empfehle ich einen Besuch auf meiner privaten Website Dein Linktext hier...

Und als allerletzter Schluß hier noch die Vorankündigung zu meiner nächsten Reise: Anfang Juli 2011 geht es wieder zum Wandern in die Cevennen in Frankreich. Vielleicht werde ich hier darüber berichten.

© Wilfried Virmond, 2011
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Reisen ist nichts für Feiglinge Zu Ostern im Orient Jordanien, Syrien und Türkei Mein Tagebuch einer Bahnreise mit dem Sonderzug „1001 Nacht“ von Damaskus über Palmyra, Aleppo und Göreme nach Istanbul. Mit einer Vorab-Stippvisite im Bus nach Petra, Jerash und ans Tote Meer.
Details:
Aufbruch: 12.04.2011
Dauer: 17 Tage
Heimkehr: 28.04.2011
Reiseziele: Jordanien
Syrien
Türkei
Der Autor
 
Wilfried Virmond berichtet seit 17 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Wilfried sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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