From North to South - einmal durch die amerikanischen Kontinente

Reisezeit: August 2016 - März 2017  |  von silja B.

Mendoza, Salta und Buenos Aires

Mein nächstes Ziel in Argentinien war Mendoza, die berühmte Weinregion des Landes. Ich kam früh morgens in der Stadt an. Auch hier konnte man den Bus nur mit einer Buskarte benutzen. Da ich schon genügend dieser Karten aus diversen Mittel- und Südamerikanischen Städten habe, entschied ich mich, zu laufen. Im Hostel angekommen, erkundigte ich mich gleich, beim Besitzer, wo und wie ich denn auf eigene Faust eine Weinverköstigung machen kann. Ich wusste, dass es möglich war, sich ein Rad auszuleihen und dann von Bodega zu Bodega eigenständig zu fahren. Der Besitzer hatte aber nur Ahnung über die Touren, die waren mir aber zu teuer und ich hatte nach der langen Busfahrt Lust auf Radfahren und nicht auf im Kleinbus sitzen. Im Aufenthaltsraum meines Hostels saß ein Israeli und bekam meine Erkundigungen mit. Er sprach mich dann an, er wird in ca. einer Stunde mit einer Kanadierin die Weinverköstigung mit dem Rad machen, ich könne mich gerne anschließen. Und so machten wir uns eine Stunde später auf zum Parque Central, dort trafen wir uns mit der Kanadierin. Sie hatte auch eine Buskarte, mit der wir dann gemeinsam ins Maipu Tal gefahren sind. Dort gibt es mehrere Fahrradverleihe. Wir schnappten uns ein Rad bei Mr. Hugo und bekamen auch eine kleine Karte mit dazu. Kaska, die Kanadierin, hatte das Ganze schon mal gemacht und kannte daher ein paar Bodegas. Als erstes radelten wir zur Bodega Mevi. Diese hat einen unglaublich schönen Blick auf den schneebedeckten Berg El Plata. Man zahlt zwischen 60 und 100 Pesos für die Weinverköstigung und bekommt immer drei verschiedene Sorten. Wir setzten uns auf die Terrasse in den Schatten, bestellten uns ein paar Empanadas und drei verschiedene Weinsorten. Und dann hieß es Ausblick und Wein genießen!

Blick auf El Plata

Blick auf El Plata

Zum Wohl!

Zum Wohl!

Dann wieder aufs Rad und zur nächsten Bodega. Hier war der Ausblick nicht ganz so spektakulär, aber auch hier war die Terrasse sehr schön und der Wein sehr lecker!

Blick über die Reben vom Weingut Mevi

Blick über die Reben vom Weingut Mevi

Und alle guten Dinge sind drei, also noch zu einer weiteren Bodega. Dort war die Weinverköstigung mit 100 Pesos am teuersten, aber dafür bekamen wir gratis eine kleine Führung durch die Kellerei und die Weinherstellung erklärt. Dann wieder aufs Rad, ein bisschen hatte ich schon einen kleinen Schwipps, aber Radfahren war noch kein Problem. Wir hielten dann noch bei einem kleinen Laden an, der Olivenprodukte verkaufte und gönnten uns auch hier eine kostenpflichtige Verköstigung. Die Empanadas waren zwar sehr lecker, aber nicht so wirklich ausreichend gewesen und so hatte ich großen Hunger. Die verschiedenen Olivenaufstriche waren sehr lecker, aber am Besten hat mir der Senf mit Chardonnay und Honig geschmeckt. Ich habe daher auch gleich ein Glas gekauft. Zum Abschluß gab es noch 6 verschiedene Liköre zu probieren, Dulce de Leche war eindeutig mein Favorit. Aber dann hatte ich genügend Alkohol intus und mir war nach Nachmittagsschlaf. Wir haben daher die Räder wieder abgegeben und sind zurück nach Mendoza.

Meine beiden Begleiter haben sich verabschiedet und sind zum Nachtbus nach Salta gegangen und ich bin zum Supermarkt und habe mir meine Zutaten für ein leckeres Abendessen gekauft. Da sich ein Nickerchen nicht mehr wirklich gelohnt hat, habe ich mir was zu Abend gekocht, gegessen und bin früh schlafen gegangen. Ich hatte noch den nächsten Tag in Mendoza bis zum Abend, dann ging auch mein Nachtbus nach Salta. Ich wollte ursprünglich eigentlich bis runter nach Feuerland, aber da es mit meinem Segeltrip dort nicht geklappt hat und ich irgendwann eh die Carretera Austral mit eigenem Fahrzeug machen möchte, habe ich beschlossen, die Königspinguinen (meine Lieblingstiere) in Puntas Arena noch ein bisschen auf mich warten zu lassen und Feuerland dann mit zu besichtigen und stattdessen den Norden von Argentinien zu machen. Die Stadt Mendoza fand ich nicht so spektakulär, irgendwie waren auch alle Museen in der Stadt gerade geschlossen wegen Umbauarbeiten oder strukturellen Problemen. Daher bin ich nur ein bisschen durch einen Park geschlendert und habe mich dann ins Café gesetzt. Sonntags ist die Stadt auch wie ausgestorben. Die meisten Cafés schließen auch Mittags und so musste ich irgendwann umziehen. In der Fußgängerzone fand ich dann glücklicherweise einige die offen hatten.

Eingang zum Parque Martin in Mendoza

Eingang zum Parque Martin in Mendoza

Und dann war wieder 18 Stunden Busfahrt angesagt, es ging in den hohen Norden von Argentinien nach Salta. Ich kam gegen Nachmittags an und quartierte mich in mein Hostel ein. Dann schlenderte ich durch die Innenstadt und schaute mir die Kathedrale von Salta an.

Kathedrale von Salta

Kathedrale von Salta

Dann wollte ich noch fürs Abendessen einkaufen. Auf dem Weg dorthin traf ich zufälligerweise Itay, den Israeli aus Mendoza wieder. Wir hatten in Mendoza schon vereinbart, dass wir drei in Kontakt bleiben und uns in Salta eventuell ein Auto gemeinsam mieten und dann einen Tag die Gegend erkunden. Er war gerade dabei sich zu erkundigen, wieviel ein Mietauto kostet. Wir gingen dann noch gemeinsam einkaufen und verabredeten uns für morgen. Abends holte ich dann Max, meinen guten Freund aus Chile vom Busbahnhof ab. Er brauchte ein paar Autoteile für seinen Pick-up, die er nur in Salta bekam. Wir hatten daher beschlossen, uns dort nochmal zu treffen und ein paar Tage gemeinsam zu verbringen. Bei einem leckeren Steak und einem guten Wein ließen wir dann den Abend gemütlich ausklingen.

Am nächsten Morgen trafen wir uns dann mit Kaska, Itay und noch einer Holländerin bei der Autovermietung. Wir hatten eine relativ große Tour geplant, also lag ein langer Tag vor uns. Von Salta ging es nach Nordwesten. Relativ schnell verließen wir die geteerte Straße und Schotterpiste war angesagt. Entlang der Strecke führt auch die berühmte Zugstrecke für den Tren de las Nubes. Dieser verkehrt nur noch für die Touristen ein Mal die Woche, momentan wird jedoch die Strecke repariert. Man fährt das Tal entlang zwischen den Bergen, die mit riesigen Kakteen gesäumt sind.

die spektakuläre Strecke des Tren de las Nubes

die spektakuläre Strecke des Tren de las Nubes

Riesenkakteen

Riesenkakteen

Zu Beginn kamen wir nicht sonderlich schnell voran, nicht nur wegen der Schotterstraße sondern auch, weil wir ständig für ein Foto anhalten mussten, die Landschaft war einfach wunderschön. Zu Beginn der Schotterstraße wurden die Touristen auf einem Schild hingewiesen, diese Straße nicht bei Regen oder Dunkelheit zu befahren. Aber es war ja helliger Tag und trocken, zumindest noch, es war teilweise bewölkt und eigentlich auch für irgendwann Regen angesagt. Irgendwann ist man am höchsten Punkt der Strecke angelangt, auf über 4000 Metern, wo es einen Aussichtspunkt gibt von dem man aus die hohen schneebedeckten Berge sehen kann. Wir sahen jedoch nur Wolken.

da keine Berge zum Fotografieren in Sicht waren, muss ein Selbstportät herhalten,: irgendwie schauten wir nur immer blöde (best of three)

da keine Berge zum Fotografieren in Sicht waren, muss ein Selbstportät herhalten,: irgendwie schauten wir nur immer blöde (best of three)

Riesengeflecht, die grüne Pflanze wächst nur 3 cm pro Jahr, also ein Urgewächs!

Riesengeflecht, die grüne Pflanze wächst nur 3 cm pro Jahr, also ein Urgewächs!

Dann ging es weiter nach San Antonio, dort machten wir Mittagspause, gönnten uns leckere Empanadas und kühles Bier.

Auch Kakteen wollen umarmt werden!

Auch Kakteen wollen umarmt werden!

Nächster Stopp war noch ein Stück weiter nördlich die Salinas Grande, eine Salzwüste, jedoch nicht ganz so spektakulär wie die Salar de Uyuni in Bolivien. Als wir dort ankamen war der Himmel mittlerweile ziemlich wolkenverhangen und einige davon gefährlich dunkel. Man kann nicht direkt an der Salina anhalten, sondern muss ein Stück durch eine Sandlandschaft hinlaufen.

noch mit blauem Himmel

noch mit blauem Himmel

Und schon ist der Regen sichtbar

Und schon ist der Regen sichtbar

Wir schafften es auch nur bis zum Anfang der Salina. Dort ist die Salzschicht noch sehr dünn. Am Boden liegen überall kleine, quadratische Salzkristalle. Auch war die Salina in eine dünne Schicht Wasser getaucht.

Salzkristalle

Salzkristalle

Yoga in der Salina

Yoga in der Salina

Wir konnten nur kurz Fotos machen, denn aus den dunklen Wolken neben uns entlud sich ein Gewitter. Plötzlich knallte es heftig, der Blitz schlug zwar sicherlich über einem Kilometer von uns entfernt in den Boden, aber durch das Wasser, in dem wir standen wurde die Elektrizität zu uns weitergeleitet und wir spürten sie alle mehr als deutlich. Wie die aufgescheuchten Rehe sind wir dann aus der Salina und dem Wasser raus und so schnell wie möglich wieder zurück zum Auto. Wir schafften es auch trockenen Fußes dort hin. Aber dann schüttete es nur so runter und es war klar, warum am Eingang des Tals, das Warnhinweisschild aufgestellt wurde. In Null Komma Nichts waren mehrere Teilstrecken der Straße überflutet. Ich war heilfroh Max im Auto zu haben, auch wenn er nicht fuhr. Mit seiner Off-Road Erfahrung, weiß er, wie man solche Straßen zu fahren hat. Zu Beginn kam gleich die schlimmste Stelle. Der Untergrund war ziemlich weich und matschig, daher gab Max die Anweisung, so schnell wie möglich durch zu fahren. Itay fuhr etwas skeptisch los, gab aber ordentlich Gas. Und dann tat sich plötzlich der Boden vor uns auf, die linke Hälfte der Straße war völlig weggebrochen und an der Stelle eine sicherlich 1,5 Meter tiefe Schlucht. Wir entdeckten sie alle gleichzeitig und da wir auf der linken Seite der Straße fuhren, brüllten wir nur alle noch „rechts, fahr rechts!“ Itay lenkte scharf nach rechts und wir umfuhren den Abgrund und kamen gut durch das überflutete Stück. Glücklicherweise war es das einzige überflutete Stück, dass matschig war. Die anderen überfluteten Stellen, waren mit festem Untergrund. Wir mussten sicherlich noch 15 weitere überflutete Stellen queren. Bei dreien sah ich uns jedes Mal schon stehen bleiben und bei dem starken Regen versuchen, dass Auto aus dem „Fluß“ zu schieben. Als Beifahrerin habe ich daher jedes Mal brav auf meiner Seite vor Aufregung mit aufs Gas gedrückt! Aber wir schafften es jedes Mal gerade so. Was für eine abenteuerliche Fahrt. Max war bis auf bei zwei Stellen ziemlich entspannt und hatte seinen Spaß! Itay war glaub ich am meisten froh, als wir endlich wieder auf der Asphaltstraße waren.

gegen Ende der Strasse, als die "Seen", die  zu durqueren waren, nur noch wenig Wasser hatten

gegen Ende der Strasse, als die "Seen", die zu durqueren waren, nur noch wenig Wasser hatten

Kaum hatten wir wieder eine richtige Straße unter den Reifen, hörte der Regen auf. Die Landschaft war immer noch bergig, aber nicht mehr grün, dafür bizarre Felsformationen oder sie schimmerte in verschiedenen Rottönen.
In Purmamarca hielten wir wieder an. Hier gibt es die Cerros de Siete Colores, die siebenfarbigen Berge. Einfach nur schön, was die Natur geschaffen hat.

Cerros de siete colores

Cerros de siete colores

Und dann war unser Sightseeing aber auch beendet und es hieß nur noch 2 Stunden zurück nach Salta fahren. An dem Tag waren wir 12 Stunden unterwegs und sind über 500 Kilometer gefahren, aber es hat sich gelohnt.

Am nächsten Morgen hat Max erstmal seine Autoteile besorgt und dann sind wir ins Museo Archeologio de la Montana gegangen. Es gibt mehrere heilige Berge der Inkas. Einige davon sind in der Umgebung von Salta zu finden. Auf diesen heiligen Bergen haben die Inkas Kinder aus noblen Familien Pachamama, der Mutter Natur geopfert. Es waren hauptsächlich Mädchen, oft auch die Töchter der Inkakönige selber. Für sie wurden die Kinder nicht getötet, sondern in der Zeremonie mit den Göttern verheiratet und sie lebten in einer anderen Welt weiter. Auf einem Berg in der Nähe von Salta sind drei Kinderopfer gefunden worden. Immer eine dieser Mumien kann man im Museum besichtigen, sowie die Opferbeigaben. Das Ritual wird sehr gut und ausführlich erklärt. Das Museum ist sehr empfehlenswert.

Nach dem stressigen Tag gönnten wir uns heute einen gemütlicheren und kehrten nach dem Museum erstmal auf einen guten Kaffee am Parque Mayor ein. Dann wollten wir noch ins Zugmuseum, jedoch kamen wir nicht weit. Noch vor dem Museum mussten wir uns unterstellen. Ein heftiger Regenguss stürzte auf Salta nieder. Und so schauten wir zu, wie die Straße sich immer mehr mit Wasser füllte bis es fast über den Bordstein schwappte.

It's raining in Salta

It's raining in Salta

Nach einer halben Stunde war der Regen abgezogen, ins Museum zu gehen, hatte sich dann jedoch nicht mehr gelohnt. Also sind wir wieder zurück zum Hostel. Der Abfluß in den Straßen von Salta funktioniert allerdings nicht so gut und so war Hosen hochkrempeln und Schuhe ausziehen beim Straße überqueren angesagt. Es schien so, als ob Max und ich die einzigen waren, die dies taten, die anderen sind einfach mit Schuhen und Hosen durch die Wassermassen durch. An einer Straße ging es am Rand an der tiefsten Stelle bis unters Knie!

Zurück im Hostel kochten Max und ich kochten was leckeres zusammen und genossen den restlichen Abend nochmal mit ein paar gute Gespräche. Um Mitternacht machte er sich dann auf den Weg zurück nach San Pedro de Atacama.

Am nächsten Tag hatte ich noch bis Nachmittags Zeit bis mein Bus nach Buenos Aires fuhr. Und daher besichtigte ich noch das kleine Museo Pajcha Arte Etnico. Der Besitzer ist unglaublich leidenschaftlich, wenn es um sein Museum geht. Es gibt verschiedene Artefakte aus verschiedenen Epochen aus ganz Latein Amerika zu sehen. Teilweise sind die Erklärungen dazu auch in Englisch. Besonders stolz ist der Besitzer über ein Bild des Erzengels mit Gewehr. Allerdings ist es nur ein Foto, das Original findet man in einer Kirche in Jujuy, hier im Norden von Argentinien.

Dann stand endlich meine letzte lange Busfahrt dieser Reise an, es ging nach Buenos Aires. Dort war Hitze angesagt, es hatte über 30 Grad und bis ich von der Metro bei meinem Hostel war, war ich komplett nassgeschwitzt. Also erstmal eine kalte Cola und eine kalte Dusche. Da es schon relativ spät am Nachmittag war, habe ich nicht mehr viel gemacht, mich von der langen Busfahrt erholt und gelesen. Mein Hostel hatte zwei Innenhöfe mit einigen Pflanzen, was schön war, aber auch für viele Moskitos sorgte, leider welche mit üblem Gift und so hatte ich gleich mehrere, angeschwollene Stiche. Ich ging relativ früh ins Bett, fand aber keine Ruhe. Es war unglaublich heiß im Zimmer, ich hatte das Gefühl, ständig von den Moskitos gestochen zu werden. Also bin ich aufgestanden, habe mich nochmal mit Insektenschutz eingesprüht, dann wieder hingelegt, dann wieder aufgestanden und meine Stiche mit meinem Hitzestick behandelt, wieder hingelegt, es fing weiter hin an, an neuen Stellen zu jucken, also mit dem Bettlacken gut zugedeckt, dadurch habe ich noch mehr geschwitzt, wieder aufgestanden, Stinkespirale gegen Insekten angezündet und neue Stiche behandelt. Es war zum Verzweifeln und dabei war ich so müde. Als das Jucken immer noch nicht nachließ und ich wieder neue Stiche behandeln wollte, entdeckte ich die Übeltäter: Bettwanzen! Zwei ziemlich dicke krabbelten auf der Matratze. Ich zerdrückte sie gleich, widerlich wieviel Blut die in sich haben! In dem Moment hätte ich echt losheulen können, mein letzte Horrorbettwanzenerlebnis aus Kolumbien hatte ich noch zu gut in Erinnerung. Ich bin gleich zur Rezeption und habe darauf bestanden das Zimmer zu wechseln, in der Hoffnung, dass dieses Bettwanzenfrei ist. Ich kam zwei Räume weiter, ein vierer Dorm, dafür mit lauter Männern. Aber die Klimaanlage war an und so war zumindest das Hitzeproblem gelöst. Es hat jedoch ewig gedauert bis ich einschlafen konnte.

Das Universum wollte mir anscheinend zum Abschied meiner Transamerikareise nochmal ein paar eindrückliche Erinnerungen bescheren , warum Dorms manchmal einfach nur ätzend sein können! Erst die Bettwanzen, dann fing in der Früh einer der Männer mit lautem Schnarchen an. Also bin ich aufgestanden und bekam dann erstmal einen haarigen, nackten Männerhintern zu sehen! Man freu ich mich auf mein eigenes Bett Zuhause! Als einer der Männer aus meinem Zimmer beim Frühstück neben mir saß, war klar, auch dieses Zimmer ist nicht Bettwanzenfrei war, seine Knöchel waren total zerbissen. Ich hatte von letzter Nacht auch einige Bisse, jedoch bei weitem nicht so viele wie beim letzten Mal, im Gesicht glücklicherweise nur vier, so dass es vorzeigbar war und nicht einer blühenden Voralpenlandschaft glich. Auch reagierte ich deutlich weniger auf die Bisse.

Dann ging es aber los mit meiner Sightseeingtour in Buenos Aires. Da ich in letzter Zeit so viel gesessen bin, beschloss ich, alles zu Fuß zu machen. Als erstes stand das Eva Peron Museum an. Die Frau war eine sehr beeindruckende Persönlichkeit. Dann ging es zum Friedhof von Recoleta. Dort liegt Eva Peron begraben, ihr Grab ist nichts besonderes, eher unscheinbar. Der Friedhof ist aber sehr beeindruckend, viele alte, prächtige Mausoleen. Manche sind schon ziemlich verfallen. Dadurch, dass man auch oft durch die Türen die Särge in unterschiedliche Zuständen sehen kann, hat es auch ein bisschen was gruseliges.

la Recoleta

la Recoleta

Dann schlenderte ich noch zum Eva Peron Denkmal und hatte damit alles zu der berühmten Evita gesehen. Als letztes Ziel meiner Tour stand noch das Museo de la Bella Artes auf dem Programm, für Kunstliebhaber sehr zu empfehlen.

Buenos Aires

Buenos Aires

Am nächsten Tag beschloss ich, wieder mit den öffentlichen Verkehrsmittel zu fahren statt zu laufen. Als erstes wollte ich ins Tangomuseum. Aber ich konnte es nicht finden. In der Straße, wo es laut Internet war, war es nicht. Ich habe dann in einem Hotel nachgefragt, der hat mich zwei Straßen weiter geschickt, aber auch dort kein Tangomuseum. Ich habe dann ein anderes Museum entdeckt und dann nochmal dort nachgefragt, die meinten, das Museum wäre in einem ganz anderen Stadtteil. Also habe ich es aufgegeben und bin zum Wochenendmarkt von San Telmo geschlendert. Dort kann man Kunsthandwerk, Antiquitäten, Schnick-Schnack und Ramsch kaufen. Aber am Besten hat mir das alte Pärchen gefallen, dass für die Besucher Tango getanzt hat. Es war kein spektakulärer Tangotanz mit besonderen Figuren, eigentlich haben sie nur die ganz einfachen Tangoschritte vorgeführt. Aber die beiden waren so süß und herzergreifend zusammen!

Zeit für ein bisschen Tango

Zeit für ein bisschen Tango

Dann bin ich zum Centro Cultural de Borgas gelaufen, dort kann man abends Tangoshows anschauen, aber heute war nicht mein Tag, jeden Tag der Woche kann man eine Tangoshow anschauen, nur nicht am Sonntag. Damit war klar, dass ich Argentinien verlassen werde, ohne (abgesehen von dem Tanz des alten Pärchens) einen Tangotanz gesehen zu haben.

Ich bin dann noch zum Espacio Memoria y Derechos Humanidad, ein Museum, dass die Diktaturzeit von Argentinien aufarbeitet. Bis ich dort war, war ich schon ganz schön platt. Die Hitze in Buenos Aires schlaucht ganz schön. Es gibt im Museum wenig zu sehen und viel zum Lesen, jedoch sind die Erklärungen leider hauptsächlich in Spanisch. Ich war zu müde, um mich durch diese hindurch zu quälen, also habe ich nur die auf Englisch gelesen. Es war ausreichend, um einen Eindruck von der Diktaturzeit zu bekommen, ich hätte jedoch gerne noch mehr erfahren. Dann war Feierabend und den Rest des Abends ausruhen angesagt. Am nächsten Tag ging zwar mein Flieger erst am Abend, aber irgendwie hatte ich keine Lust mehr auf Sightseeing und so habe ich mich nur in ein nettes Café in Palermo gesetzt und den Tag vertrödelt und meine Transamerikareise gemütlich ausklingen lassen!

© silja B., 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Von Kanada nach Feuerland
Details:
Aufbruch: 09.08.2016
Dauer: 7 Monate
Heimkehr: 09.03.2017
Reiseziele: Kanada
Mexiko
Guatemala
Belize
Panama
Kolumbien
Ecuador
Peru
Chile
Argentinien
Der Autor
 
silja B. berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.