Im Osten von Europa - Prag - Wien - Budapest

Reisezeit: September / Oktober 2006  |  von Inge Waehlisch Soltau

Budapest

Von Wien ging es weiter nach Budapest. An der Grenze wechselten wir erstmal etwas Geld und kauften die Autobahnvignette fü Ungarn. Die Strassen waren recht gut, und so waren wir in ca. 3 Stunden in unserem Hotel. Wir hatten das Ibis ausgewählt, weil Preis-Leistung stimmte, und es ausserdem an guter Lage war.
Wir erhielten ein Zimmer in der 8. Etage mit Blick auf die Burg und den Gellertberg.
Als erstens liefen wir dann zu Fuss an die Donau.
Wir schlenderten anschliessend durch die Fussgängerzone und kamen irgendwann zum berühmten Kaffeehaus Gerbeaud, Dieses Café besteht seit 1858 und ist eines der ältesten in Budapest. Und natürlich liessen wir es uns nicht nehmen, hier Kaffee und Kuchen in der Atmosphäre des frühen 20. Jahrhunderts zu geniessen.

An der Donau

An der Donau

Café Gerber

Café Gerber

Budapest gilt als Stadt der Thermalquellen und Heilbäder und vielleicht als grösster Kurort. Das Gellert-Thermalbad ist eine Sehenswürdigkeite in der Stadt, und wir fuhren mit dem Tram, um uns dieses anzusehen.
Das Bad liegt am Fuss des Gellertbergs im historischen Komplex des Grandhotels Gellert, ist aber nicht nur für Hotelgäste sondern auch für die Öffentlichkeit offen.
Sehenswert ist schon die prächtige Eingangshalle mit ihren Mosaiken, Buntglasfenstern und Skulpturen.
Insgesamt gibt es 12 Becken mit unterschiedlichen Grössen und Temperaturen. Im Obergeschoss befindet sich ein Restaurant.

Anschliessend liefen wir auf ziemlich steilen Wegen auf den 235 m hohen Gellertberg. Der Berg ist ein beliebtes Ausflugsziel, weil man von hier aus einen wunderschönen Blick auf Budapest hat.
Auf dem Berg steht die Zitadelle, die zwischen 1850-54 erbaut wurde sowie das 1947 aufgestellte Freiheitsdenkmal im Gedenken an die Befreiung von der Naziherrschaft.

Blick vom Gellertberg

Blick vom Gellertberg

Blick auf Kirche und Bastei

Blick auf Kirche und Bastei

Der Burgpalast ist mit 400 m Länge und 200 m Breite das grösste Gebäude von ganz Ungarn und einer der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Budapest. Seit 1987 ist der Burgpalast Weltkulturerbe der UNESCO.
Der Burgpalast wurde gemeinsam mit dem gesamten Burgviertel im Jahre 1242 errichtet und war seit dem frühen 13. Jahrhundert Residenz der ungarischen Könige.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Palast umgebaut und erweitert und ist jetzt eine Mischung aus Gotik und Renaissance.
Im 14./15. Jahrhundert wurden die mächtigen Mauern zum Schutz vor den Türken gebaut. Trotz allem fiel die Stadt mit der Burg 1541 für 145 Jahre an die Türken, und die herrlichen Räume wurden als Pulverlager oder für Stallungen genutzt.
Da gleichzeitig die Befestigungsanlagen verstärkt wurden, konnte Budapest erst im Jahre 1686 von den Osmanen befreit werden.
Leider wurden während des 2. Weltkriegs grosse Teile des Burgpalastes zerstört, aber sie wurden teilweise wieder originalgetreu aufgebaut.
Vor dem Haupteingang des Palastes sieht man ein Reiterdenkmal von Prinz Eugen von Savoyen - dem Bezwinger der Türken.
Im Burgpalast befinden sich die Nationalgalerie von Ungarn und das Historische Museum sowie die grösste Bibliothek des Landes.

Budaburg

Budaburg

Reiterdenkmal Burgpalast

Reiterdenkmal Burgpalast

Budaburg

Budaburg

Budapests grosse Zentrale Markthalle ist der größte überdachte Markt der Stadt. Der wunderschöne historische Bau zieht sowohl lokale Käufer als auch Touristen an.
Kurz vor dem 20. Jahrhundert entschied man in der Stadt, überdachte Märkte wie in anderen grossen europäischen Städten üblich zu bauen. Nur wenige Tage vor der geplanten Eröffnung der 150 m langen Halle im Jahr 1896 wurde ein grosser Teil des Dachs von einem Feuer zerstört, und die Eröffnung musste bis zum nächsten Jahr verschoben werden. Zur damaligen Zeit war sie eine der schönsten und modernsten überdachten Markthallen in Europa.
Die Zentrale Markthalle wurde während des zweiten Weltkriegs stark beschädigt. Der Wiederaufbau war unbefriedigend, und so wurde die Markthalle 1991 geschlossen. Nach einigen Jahren entschloss sich die Stadtverwaltung dann, dieses Gebäude zu restaurieren, und so entstand die heutige Markthalle.
Es gibt drei Ebenen in der Markthalle: auf der Grundebene befinden sich die Obst- und Früchtehändler. In der Kellerebene gibt es einen Supermarkt und Händler für Fisch und Wild., und in der obersten Ebene gibt es hauptsächlich ungarisches Kunsthandwerk.
Wir besuchten die Markthalle am Morgen, um dort Obst zu kaufen und zu frühstücken.

Markthalle

Markthalle

Danach schauten wir uns die weiteren Sehenswürdigkeiten auf der Budaseite an: die Fischerbastei und die Matthiaskirche.
Die Fischerbastei wurde in den Jahren 1899-1905 anstelle einer alten im Mittelalter von der Fischergilde erbauten Stadtmauer errichtet - daher auch der Name. Hier fand auch ein Fischmarkt statt.
Die Sehenswürdigkeit aus weissem Stein besteht aus Türmen, Vorsprüngen, Brüstungen und Treppen und ist eine Kombinationan aus neogotischer und neoromanischer Architektur.
Die Bastei hat sieben Türme - symbolisch für die sieben Magyar-Stämme, die sich im Jahre 896 in diesem Gebiet angesiedelt hatten.

Blick auf Fischerbastei

Blick auf Fischerbastei

Die Fischerbastei wurde 1905 erbaut und ist.ein Anziehungspunkt für tausende von Touristen, so dass ein Bild ohne Leute fast unmöglich ist.
Die Aussicht von der Fischerbastei ist eine der schönsten in Budapest. Der Panoramablick geht über die Stadt mit der St. Stephans-Basilika und dem Parlament und die Donau mit der Margareten-Insel und den Brücken.

Blick auf Donau und Parlament

Blick auf Donau und Parlament

Fischerbastei

Fischerbastei

Zwischen der Matthiaskirche und der Fischerbastei befindet sich eine Reiterstatue vom ungarischen König Stephan dem Heiligen.
Die Matthiaskirche ist eine der bedeutendsten Kirchen von Budapest, da viele der ungarischen Könige hier gekrönt wurden. In der Kirche befinden sich wichtige Gräber und kirchliche Schätze.
Die Matthiaskirche oder Liebfrauenkirche wurde im Jahr 1255 im Herzen des Burgviertels gebaut und war Budas erste Pfarrkirche. Das ursprüngliche Gebäude der Kirche wurde jedoch ständig geändert und renoviert.
Zur Zeit der Türkenherrschaft wurde die Kirche als Moschee genutzt, schöne Inneneinrichtungen wurden dadurch zerstört.
Die neuen Bewohner, die Jesuiten, unternahmen Versuche um die Kirche in dem beliebten Barockstil der Zeit wiederherzustellen. das war anscheinend nicht unbedingt erfolgreich.
Im späten 19. Jahrhundert wurde die Matthiaskirche weitgehend in ihrer ursprünglichen Pracht wiederhergestellt, aber nur noch das Fundament, die Säulen und einige Wände stammen aus dem 13. Jahrhundert.
Das Innere der Kirche ist verziert mit bunten Mustern und Motiven, Fresken an den Wänden und hat einen sehenswerten Hauptaltar mit einem neogotischen Triptychon und Buntglasfenster.

Matthias-Kirche

Matthias-Kirche

Matthias-Kirche

Matthias-Kirche

Blick auf Donau

Blick auf Donau

Das Parlament wurde in den Jahren 1885-1905 im neogotischen Stil erbaut und hat eine Renaissancekuppel. Das riesige Gebäude ist 268 m lang bis zu 118 m breit und bis zu 96 m hoch.
Das Parlament ist eines der grössten Gebäude des Landes und das drittgrösste Regierungsgebäude der Welt. Dieses Wahrzeichen von Budapest ist seit über 100 Jahren der Sitz der Regierung.
Das Parlament liegt im Stadtzentrum am Ostufer der Donau - auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses befindet sich das Budaer Burgenviertel.
An der negotischen Fassade befinden sich 365 Türme und viele Fenster. Es gibt fast 700 Räume für Büros sowie Empfangshallen - wie der Kuppelsaal und der Sitzungssaal der Regierung.

Parlament

Parlament

Parlament

Parlament

Der Platz vor dem Parlament ist ein wichtiger historischer Schauplatz, an dem geschichtlich bedeutende Demonstrationen stattfanden, so wie zur ungarischen Revolution 1956.
In diesem Jahr jährte sich dieser Aufstand in Ungarn zum 50. Mal und den ganzen Herbst über fanden Demonstrationen gegen die damalige Regierung statt.

Demo vor Parlament

Demo vor Parlament

Das Opernhaus wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts errichtet und anlässlich der Milleniumsfeiern 1896 eingeweiht. Die Bauzeit dauerte fast ein Jahrzehnt - von 1875-1884.
Das im Neorenaissancestil gebaute Opernhaus ist eines der bedeutendsten historischen Bauwerke der Stadt.
Bei unserem Besuch war hier leider eine grosse Baustelle, so dass man das Opernhaus nicht besichtigen konnte.

Mit einer Bauzeit von 50 Jahren ist die St.-Stephans-Basilika die grösste Kirche Budapests, sie ist dem heiligen Stephan gewidmet, dem ersten christlichen König Ungarns. Der Bau der Basilika begann im Jahre 1851 - die Kirche wurde aber erst 1905 eingeweiht.
Im Zentrum befindet sich die 96 m hohe Kuppel - fast so hoch wie das Parlamentsgebäude. Im rechten Turm hängt mit einem Gewicht von 9144 kg die grösste Kirchenglocke des Landes.
Die aufwendigen Kapellen und viele Statuen sind aus 50 verschiedenen Marmorsorten angefertigt.

Stephansdom

Stephansdom

Stephansdom

Stephansdom

Im grössten Park in Budapest - dem Stadwäldchen - wurde anlässlich der Milleniumsfeier im Jahr 1896 aus Holz und Pappe eine Burg errichtet und wurde populär bei Einheimischen als auch Touristen. Also beschloss die Stadt, diese Konstruktion in ein permanentes Bauwerk zu verwandeln, der Umbau begann im Jahr 1904.
Die Kombination von verschiedenen Baustilen - Gotik, Barock, Renaissance und Romantik - macht diese Burg so aussergewöhnlich.
Im Jahr 1897 wurde hier das Landwirtschaftsmuseum eröffnet - Tierhaltung, Forstwirtschaft, Fischerei und Weinindustrie.
m Nordturm der Burg befindet sich die Ják-Kapelle, die ihren Namen auf Grund ihres Eingangsportals trägt. Sie ist ein Nachbau der Abteikirche von Ják aus dem 13. Jahrhundert. Zwei Löwen mit Mäuseohren bewachen die Kapelle, das Portal ziert die Abbilder der zwölf Apostel.

Vaydahunyad-Burg

Vaydahunyad-Burg

Kirche bei der Burg

Kirche bei der Burg

Zum Heldenplatz fuhren wir mit der Metro. Der Budapester Heldenplatz - gegen Ende des 19. Jahrhunderts geschaffen - ist umrahmt von Kunstmuseum und Kunsthalle. Der Platz würdigt die grosssen Führungspersönlickeiten der ungarischen Geschichte und ist einer der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Budapest.
Im Zentrum des Heldenplatzes steht das Milleniumsdenkmal von 1894 mit der Milleniumssäule, deren Spitze eine Statue des Erzengels Gabriel ziert.

Heldenplatz

Heldenplatz

Die 2,5 km lange und ca. 500 m breite Margareteninsel mitten in der Donau ist eine grüne Oase und ein autofreies Erholungsgebiet für die Budapester Einwohner.
Im Mittelalter befanden sich hier einige Klöster, deren Überreste können noch heute besichtigt werden.
In den 1880er Jahren errichtete die königliche Familie eine Sommerresidenz, und die Insel wurde in einen kunstvollen Garten verwandelt. 1869 wurde die Insel für die Öffentlichkeit zugänglich, sie ist mit dem Festland durch zwei Brücken verbunden.
Man sieht ein Zentariumsdenkmal, das 1972 erbaut wurde und an die 100jährige Vereinigung von Buda und Pest erinnern soll. Nicht weit davon befindet sich ein grosser Springbrunnen mit einer Hauptfontäne, wo das Wasser bis in eine Höhe von 25 m aufsteigt.
Auf der Insel befindet sich eine Schwimmbadanlage und das Palatinusbad mit Wellenbädern und Wasserrutschen.
Des weiteren gibt es eine Künstlerpromenade , einen Blumengarten und einen 57 m hohen Wasserturm im Jugendstil aus dem Jahr 1911.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Prag - Wien - Budapest - Plattensee
Details:
Aufbruch: 17.09.2006
Dauer: 16 Tage
Heimkehr: 02.10.2006
Reiseziele: Tschechische Republik
Österreich
Ungarn
Der Autor
 
Inge Waehlisch Soltau berichtet seit 35 Monaten auf umdiewelt.