Drei Reisen nach Ägypten

Reisezeit: Dezember 1996 - Januar 1997  |  von Inge Waehlisch Soltau

Luxur und Karnak

Luxor ist eine alte ägyptische Stadt am Ufer des Nils im Herzen von Oberägypten.
Durch den Nil ist die Stadt in eine West- und eine Ostseite aufgeteilt. Hierher kommen jährlich tausende von Touristen, um die in der Nähe liegenden Bauwerke vor allem der Pharaonen aufzusuchen.
Luxor ist inzwischen eine moderne Stadt, aber man sieht hier auch Bauern auf ihren Eseln reiten, um zu den Feldern mit Zuckerrohr, Getreide oder Baumwollsträuchern zu gelangen.
Wir nutzten die Gelegenheit wie viele andere Touristen auch, von Hurghada aus einen Tagesausflug in diese Gegend zu machen.
Die verschiedenen Busse sammelten sich am frühen Morgen am Stadtrand von Hurghada, denn damals durften die 300 km nach Luxor nur im Konvoi gefahren werden.

Karnak

Karnak

Karnak

Karnak

Auch die Schulklassen besuchen Karnak

Auch die Schulklassen besuchen Karnak

Karnak

Karnak

Als erstes besichtigten wir Karnak, eine der imposantesten architektonischen Verneigungen vor einer Gottheit. Der Anfang wurde bereits während der 12. Dynastie gemacht mit dem Reichstempel des Amun.
Jeder Pharao fügte dem Werk seines Vorgängers ein weiteres hinzu. Im Laufe von zwei Jahrtausenden enstand ein umfassender Gottesbezirk mit einer verwirrenden Verschachtelung von Tempeln, Toranlagen und Kolonnaden mit dem Heiligen See.

Hieroglyphen

Hieroglyphen

Karnak

Karnak

Hieroglypen an den Säulen

Hieroglypen an den Säulen

Karnak

Karnak

Das herausragendste Bauwerk ist sicherlich der Tempel Amun-Re mit 10 Eingängen (Pylonen). Der grösste Eingang hat eine Breite von 113 m und eine Höhe von 45 m - beeindruckend wenn man davor steht. Die Säulenhalle ist riesig und der gesamte Komplex ist ummauert .

Die mächtigen Säulen

Die mächtigen Säulen

Hieroglyphen

Hieroglyphen

Karnak

Karnak

Obelisk

Obelisk

Es wurden weiter Tempel gebaut, auch für die Frau und den Sohn von Amun.
Die Tempelanlage besteht aus der weissen Kapelle, die in der 12. Dynastie gebaut wurde, der roten Kapelle aus der 18. Dynastie (Königin Hatschepsut), der Alabaster Kapelle auch aus der 18. Dynastie, dem Tempel des Ramses III, und dem Heiligen See.

Karnak

Karnak

Der Heilige See

Der Heilige See

Karnak

Karnak

Zum Mittagessen ging es in ein grosses Restaurant direkt am Nil gelegen und geeignet für die vielen Touristen, die mit dem Bus diesen Eintagesausflug machten.
Ich ass zwar vorsichtshalber nur Reis mit Gemüse, aber es ist mir trotzdem - gelinde gesagt - nicht gut bekommen, und es ging auch anderen so...
Mit einer grösseren Feluke ging es dann über den Nil, und es war beeindruckend auf der einen Seite die Berge um das Tal der Könige und auf der anderen Seite Luxor mit Karnak zu sehen.

Nilschiff Luxor

Nilschiff Luxor

Blick auf Karnak vom Schiff aus

Blick auf Karnak vom Schiff aus

Überfahrt auf dem Nil

Überfahrt auf dem Nil

Das Tal der Könige befindet sich am westlichen Nilufer in Luxor, hinter "Deir el Behari". Es ist eines der berühmtesten Totenstätten von Ägypten. Das Tal beherbergt die Gräber der Pharaonen des Neuen Reiches. Im Neuen Reich wurden die Grabmäler von den königlichen Keltanlagen getrennt, im Gegensatz zu den früheren Zeiten Altägyptens. Zu dieser Zeit wurden auch keine pyramidenähnlichen Gräber gebaut, sondern es wurden Felsgräber in die Wände der Berge geschlagen. Diese Felsgrabanlagen waren prächtig dekoriert und bunt. Im Tal der Könige wurden 64 Gräber gefunden, die alle geöffnet und ausgeraubt waren, bis auf eins: das Grab des Tutanch Amuns.
Alle Wände der Grabkammern, den Gängen und den Schächten sind mit Texten und Bilderr und einzelnen Szenen der Totenliteratur beschriftet. Eigenartigerweise ist in den einzelnen Texten und Szenen nicht herauszulesen, wie sich die alten Ägypter die Unterwelt vorgestellt haben. Geheime, wichtige Informationen zwischen den Priestern wurden stattdessen ausgeführt. Jene Texte waren eigentlich nur für Könige gedacht, erst 1 v. Chr. wurden sie für nichtkönigliche Personen möglich.
Die Gräber zwischen der 18. Dynastie bis zur späten 20. Dynastie wurden grösser gebaut, als die Gräber aus den früheren Dynastien.

Tal der Könige

Tal der Könige

Bei den Grabkammern

Bei den Grabkammern

Der aus der 18. Dynastie stammende Totentempel der Hatschepsut ist der besterhaltenste Tempel im westlichen Theben. Der Tempel aus Kalkstein wurde noch zu Zeit der Ptolemäer verwendet, und in der koptischen Periode wurde auf dem Tempel selbst das Phoibammon-Kloster errichtet, welches hier bis zum 11.Jh. beherbergt war. Dieser Tempel ist der Königin Hatschepsut geweiht und wurde unter ihrer Herrschaft von etwa 1479 bis 1458, errichtet. Ihr Name hat die Bedeutung "Die erste der vornehmen Frauen". Sie war mit Thutmois II., der zugleich ihr Halbbruder war verheiratet, und sie hatten gemeinsam zwei Töchter.

Knapp ein Jahr nach unserem Besuch - im November 1997 - gab es bei diesem Tempel ein schweres Attentat auf Touristen. Es Wurden 56 Menschen getötet - die meisten waren aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz - und es gab viele Verletzte. Es war ein Terroanschlag, der nicht nur Ägypten schwer erschütterte.
Die Terroristen konnten zunächst flüchten, wurden aber verfolgt und bis auf einen erschossen.

Hadschepsut Tempel

Hadschepsut Tempel

Mächtige Pfeiler

Mächtige Pfeiler

Der Tempel

Der Tempel

Dieser Ausflug war zwar überaus anstrengend mit der langen Fahrt von Hurghada und zurück - wo wir nachts eigenartigerweise nicht im Konvoi fahren mussten...
aber anderseits waren wir doch froh, diese Tour gemacht zu haben.
Denn in den folgenden Jahren wurde es doch immer unsicherer nach Ägypten zu reisen, obwohl wir das eigentlich vorhatten.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
1995 nach Sharm El Sheikh 1996 nach Hurghada 2000 nach El Gouna
Details:
Aufbruch: 21.12.1996
Dauer: 15 Tage
Heimkehr: 04.01.1997
Reiseziele: Ägypten
Der Autor
 
Inge Waehlisch Soltau berichtet seit 35 Monaten auf umdiewelt.