Algerien-Reisebericht :Durch die Wüste - Sahara 2003

Durch die Arak-Schlucht nach In-Salah

Der Teerstraße entlang geht es nach Norden. Wir durchqueren das Mouydir-Gebirge. In der monumentalen Arag Felsschlucht müssen wir abends ganz schnell in die Autos flüchten, so stark ist der einsetzende Sandsturm, der auch noch von Regenfällen begleitete wird. Ganze Straßenabschnitte sind in der Arak-Schlucht weggespült. Man weicht auf Pisten aus.

In der Arak-Schlucht

In der Arak-Schlucht

In In Salah werden wir von Hadschi, auf dessen Campingplatz wir übernachten, freudig und wie alte Freunde begrüßt. Er erledigt für uns einige Einkäufe und lädt uns in sein Restaurant Carrefour zum Abendessen ein. Irgendwann später haben wir erfahren, dass ihn mit München zarte Bande verbinden. Vielleicht rührt daher seine besonders großherzige Gastfreundschaft uns gegenüber. Wir hoffen sehr, dass er sich bei einem seiner Besuche in München melden wird und wir die Gelegenheit bekommen, uns für seine Gastfreundschaft zu revanchieren.

Nachts wird es jetzt wieder sehr kalt. Das Wasser friert in den Eimern. Über El Golea, hier müssen wir die Polizeistation aufsuchen, Gadeia, hier tanken wir und kaufen frisches Obst und Gemüse und Quargla, hier in der großen, modernen Oasenstadt gibt es sogar Tütenmilch, kommen wir nach Touggourt. Unterwegs haben wir immer schöne Lagerplätze, meist versteckt zwischen Dünen, gefunden. Über El Qued geht es zum Grenzort Taleb Larbi. Und schon sind wir wieder in Tunesien. Leider hat der Campingplatz bei Touzeur immer noch geschlossen. Wir übernachten außerhalb in einem Palmenhain. Es gibt dort eine heiße Quelle, die in gefasste Becken sprudelt. So kommen wir in den Genuss eines wunderbaren Bades. Nach Gafra werden das Klima und die Landschaft langsam wieder mediterran. Olivenbaumpflanzungen lösen Palmenhaine ab. Straßenrestaurants machen mit aufgehängten, noch blutbefleckten Schafsfellen auf das frische Grillfleisch, das es zu Mittag gibt, aufmerksam.

Zurück in Tunis verbringen wir die Zeit bis zur Abfahrt unserer Fähre nach Trapani mit einem Bummel durch die Medina und ich decke mich unter den Protesten von Hellmut mit einem guten Dutzend der hübschen, bunten Schüsseln ein, die überall zum Verkauf angeboten werden. Wir besuchen das phantastische Museum du Bardo, mit seinen Exponaten aus den Zeiten der Nubier über die römische Epoche bis zum späten osmanischen Reich, eines der bedeutendsten Museen Afrikas. Dann nahen der Abend und damit der Abschied von Afrika. Noch eine kleine Aufregung, als uns am Hafen mitgeteilt wird, dass die Fähre ausgebucht wäre und für uns keine Reservierung vorläge. Wir können uns nur in eine Warteliste eintragen. Eine halbe Stunde vor Abfahrt des Schiffs verlässt ein Mitarbeiter der Schifffahrtslinie das Büro und wird sofort von einer großen Menschenmenge umringt. Unter den vielen Tunesiern befinden sich nur einige wenige ausländische Touristen. Alle möchten mit auf das Schiff. Auch wir drängeln im Pulk. Nummer für Nummer werden die Namen auf der Liste aufgerufen und die noch freien Plätze vergeben. Endlich wird auch unser Name aufgerufen. Wir sind mit dabei auf dem Weg nach Europa.

© Angelika Gutsche, 2004
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Reisebericht Sahara: Tunesien - Algerien - Niger - Algerien - Tunesien
Details:
Aufbruch: 12.01.2003
Dauer: 8 Wochen
Heimkehr: 05.03.2003
Reiseziele: Tunesien
Algerien
Niger
Der Autor
 
Angelika Gutsche berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
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