Tunesien-Reisebericht :Mit dem Camper durch das nachrevolutionäre Tunesien

Der Jebel Haddège und sein Nationalpark

Nun geht es wieder hinunter in die Ebene, über Sened - hier machen wir in einem Olivenhain Lager - und Sened Gare nach Menzel Bouzaiane. An der dortigen Kreuzung führt eine kleine Teerstraße rechts zum Jebel Haddège. Direkt dort, wo die steile Auffahrt auf den Jebel beginnt, folgen wir zunächst rechts einem schmalen Fußpfad zu einem Aussichtspunkt. Von hier hat man den Blick auf eine unterhalb gelegene Oase, aus deren Tümpel lautes Froschgequake ertönt.

Nachdem der Gipfel des Jebel Haddège erreicht ist, weitet sich der Blick auf eine wunderbar weite Ebene mit Akazienbäumen. Auf der Weiterfahrt kommen wir rechter Hand an einem Marabut vorbei. Nicht weit von hier entspringt die inmitten von Palmen und Oleandern gelegene, leider etwas vermüllte, warme Haddège-Quelle. Heute ist Ostern und eigentlich wollten wir hier Lager machen. Doch es sind viele Einheimische an der Quelle, die Männer baden, und auch der Marabut ist gut besucht, so dass wir beschließen, weiter hinunter in die Ebene zu fahren.

Haddège-Quelle

Haddège-Quelle

Akazienebene

Akazienebene

Bei N 34°26.254 / O 9°27'425 erreichen wir eine Kreuzung. Wir fahren nun entlang des Zauns, der den Nationalpark Jebel Haddège begrenzt, nach links und machen bald Lager. Schon bald können wir im Park die ersten Strauße sichten. Diese sind hier getrennt vom Nationalpark Bou Hedma untergebracht, da es dort auch Schakale und Füchse gibt, für die Straußeneier eine Delikatesse sind.

Strauße im Nationalpark Jebel Haddège

Strauße im Nationalpark Jebel Haddège

Wir bekommen Besuch. Ali ist etwa sechzehn und wohnt in dem benachbarten Bauernhof. Als er geht, schenken wir ihm eine Tafel Schokolade und schon bald darauf bringt er uns eingelegte Oliven, ein Fläschchen wirklich wohlschmeckendes Olivenöl und frisches Fladenbrot von seiner Mutter. Ali ist nicht unser einziger Besuch, auch zwei Parkwächter schauen vorbei. Sie erklären, dass wir uns die Genehmigung für den Besuch des Jebel-Haddège-Nationalparks bei der Forstverwaltung in Gafsa besorgen müssten. Dorthin brechen wir am nächsten Morgen unverzüglich auf.

Sonnenuntergang beim Nationalpark Jebel Haddège

Sonnenuntergang beim Nationalpark Jebel Haddège

© Angelika Gutsche, 2012
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Auf unserem Weg in den Süden Tunesiens besuchen wir römische Ausgrabungen, besteigen hohe Felsplateaus und durchfahren wilde Schluchten, bevor unser Weg durch das große Schott führt und wir die Sahara erreichen. Auf der Rückfährt werden wir mit den Realitäten der tunesischen Revolution konfrontiert: Wir finden uns zwischen Barrikaden, inmitten von Aufständen und Demonstrationen wieder. Die tunesische Revolution: verheddert in der Stunde null.
Details:
Aufbruch: 20.03.2012
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 17.04.2012
Reiseziele: Tunesien
Der Autor
 
Angelika Gutsche berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
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