Seychellen-Reisebericht :Seychellen - ungeplant

Mai 2006: Eigentlich wussten wir nicht, wo wir im Herbst unseren Urlaub verbringen wollten. Da kam Jane und fragte uns, ob wir Lust hätten, im November ihr Haus in Machabée zu mieten. Und so fing ein paradiesischer Urlaub schon im Kopf an.

2006

Anfang Mai 2006: Ich bin gerade umgezogen. Zwar nur einige Straßen weiter, aber nun bin ich der Flur(freund)nachbar von Isabel. An Urlaub war eigentlich nicht zu denken. Isabel kam eines Tages von der Arbeit und sagte: "Ich habe mit Jane gesprochen und sie erzählte, dass ihr Haus auf Mahé ab November leer stünde." Hmm, Seychellen - nicht schlecht! Aber Umzug und ein so teurer Urlaub? Einige Tage passierte nichts, aber die Seychellen wären ja nicht so übel. Dann fing ich an, im Internet nach Flügen zu suchen. Täglich schrumpfte die Anzahl der freien Plätze. Plötzlich erwischte ich mich dabei, einen Flug zu buchen. Nicht gerade preiswert, aber 0,15 Cent pro Flugkilometer für 2 Personen ... [Enter] Eine knappe Woche später waren die Tickets da. Ein (nicht geplanter) Traum sollte wahr werden. Aufregung! Tagelanges Surfen im Internet. www.umdiewelt.de und den Reisebericht von U. Zahn gefunden. Die Kollegen befragt, ob sie schon 'mal auf den Seychellen waren. "Oh, Du fliegst auf die Seychellen!?" Bald hieß ich "der Seychellen-Günter".

Endlich: Nach langem Warten fing der Ulaub am 2. November an. Der Flug war anstrengend: 9 Stunden Beine sortieren. Der Abflug ab CdG Paris war phantastisch, der der Pilot umkreiste die hell erleuchtete Cité von Paris. Ich vergaß, Fotos zu schießen.

Gegen 08:00 landeten wir auf Mahé. Unausgeschlafen, bewegungsgehemmt warteten wir, dass wir die Einreiseformulare ausfüllen konnten (an board hatte man die Formulare vergessen). Nach etwa 90 Minten: "Wer holt uns ab?" "Werden wir sehen." Ich ging zum Duty-Free-Shop, um noch ein paar Genussgifte zu besorgen. Plötzlich war Isabel weg. Ich verließ die Ankunftshalle und wurde von einer Frau angesprochen mit der Frage, wo ich wohnen werde. Nachdem ich es ihr erzählte, ertönte ein schallendes Gelächter im Hintergrund: Isabel verschwieg mir, dass Jane und ihr Schwager Vincent uns vom Flughafen abolten. Die Überraschung war gelungen!

Auf Mahé war es ziemlich tropisch und warm ungefähr 35C° oder so. Die Fahrt nach Machabée dauerte nicht lange, und Janes Hütte ist wirklich schön - allerdings am A... der Welt.

(Janes Homepage: http://www.seychellen-ferienhaus.de )

Unser (Janes) Haus in Machabée

Unser (Janes) Haus in Machabée

Das ist zwar nicht wirklich tragisch, aber ohne Auto u.U. mit gewissen Schwierigkeiten verbunden. Schließlich müssen wir ja was Essen und das muss vorher eingekauft und irgendwie in die Hütte gebracht werden. Kurz nachdem wir unsere Koffer ausgepackt hatten, machte Isabel sich dann auf den Weg, um die Gegend zu erkunden: Die Bushaltestelle war nicht weit weg. Ein kleiner Minisupermarkt war auch in der Nähe und einen Strand gab es auch.

unser Kaufmann

unser Kaufmann

Hausstrand

Hausstrand

bat mango tree

bat mango tree

So weit so gut. Im Gebüsch, in den Bäumen und in den Telegrafenmasten hingen allerdings überall riesige Spinnen, die Isabel doch etwas beunruhigten.

Spinnen sind soziale Tiere (glaub' ich)

Spinnen sind soziale Tiere (glaub' ich)

Wir kannten das ja schon von La Palma, wo quasi das ganze Haus eingesponnen war, aber diese Exemplare hier waren noch mal um einiges größer - "Tropen" sagte ich dazu nur. Jane meinte auch, sie seien harmlos und kämen nicht ins Haus. Von wegen... Vor unseren Schlafzimmern saß nämlich ein besonders hübsches Exemplar... Fett, behaart und so groß wie eine Untertasse. Eine Tarantel hatte sich bei uns eingenistet. Isabel war begeistert... Sie - die Spinne - saß im Gebälk unter der Decke und da bei Jane die Räume so hoch sind, kam man auch nicht dran. Isabel bekam erst eine Panikattacke und dann einen Nervenzusammenbruch und wollte sofort und auf der Stelle wieder nach Hause. Ich meinte, sie solle mich nicht so anstellen, alle Tiere auf der Insel seien völlig harmlos und Spinnen sind außerdem auch noch nützlich. Isabel wusste wirklich nicht, was an einer Panikattacke nützlich sein soll. Sie hoffte nur, dass das Vieh nicht unter der Tür durchpasste und begab sich leicht widerwillig ins Schlafzimmer, wo neben dem Bett schon die nächste Spinne auf sie wartete. Gott sei Dank war die erheblich zierlicher und konnte mit Hilfe eines Plastikbechers leicht nach draußen bugsiert werden.

Olga hieß die Tarantel. Da es kaum eine Möglichkeit gab, das Vieh loszuwerden und Olga auch keine Anstalten machte, sich freiwillig zu verziehen, hatte Isabel ihr kurzerhand einen Namen verpasst. Sie hatte mal in einer Sendung über Arachnophobie gehört, dass man weniger Angst hat, wenn man den Spinnen einen Namen gibt und sie quasi als Haustier akzeptiert. Natürlich ist das völliger Schwachsinn, denn Olga blieb eklig.
Mit oder ohne Namen; und Isabel waren die 20 namenlosen Katzen in Antalya wesentlich lieber als dieses Mistvieh. Abgesehen von Olga, gab es in ihrem Schlafzimmer noch zwei weitere Krabbeltiere, die sie aber nicht richtig erkennen konnte. Sie hatte nur im Halbdunkel und natürlich halbblind (wer pennt schon mit Brille) etwas an der Wand gesehen, was Richtung Zimmerdecke lief und schließlich im Gebälk verschwand. Wahrscheinlich Verwandte von Olga. Die hockte morgens immer noch vor unserem Schlafgemach, und so richtig mochte sich Isabel sich nicht an unser Haustier gewöhnen.

Olga

Olga

Spiderwoman im Netz

Spiderwoman im Netz

Wir sind total früh aufgestanden, weil wir uns mit Jane auf dem Markt verabredet hatten. Wir haben sie in Victoria getroffen und im Supermarkt das Notwendigste eingekauft. Erfreulicherweise gab es sogar Rotwein, der erschwinglich war und auch alles was frau/ man sonst noch so braucht. Allerdings ist das Angebot nicht mit dem zu vergleichen, was man bei uns so kaufen kann. Es gibt eine Sorte Käse, eine Sorte Wurst, 2 Sorten Marmelade etc., sozialistisch eben.

Obst und Gemüse sowie die tollsten Gewürze konnte man auf dem Markt kaufen. Dort waren wir dann auch noch, nicht nur um einzukaufen, sondern auch um die ersten Fotos zu schießen. Danach gings wieder zurück nach Machabée. Jane hatte ihre ganze Familie mit dabei und ich war schon besorgt, dass unsere Einkäufe gar keinen Platz mehr in dem kleinen Auto hatten, aber irgendwie passte alles rein.

So viel Obst + Gemüse habe ich noch nie gegessen

So viel Obst + Gemüse habe ich noch nie gegessen

Den Fisch mag' ich

Den Fisch mag' ich

Isabel hat sie dann mit Olga bekannt gemacht, was Olga nur wenig beeindruckte. Jane entschied allerdings: Olga muss weg! Das Teil war eindeutig zu groß. Vincent (der Gott sei Dank auch mitgekommen war) besorgte dann einen langen Stock, holte Olga aus dem Gebälk und versetzte ihr einen Stoß mitten ins Herz. Das wars. Olga war hin.

Gegen Mittag sind wir dann mit dem Bus (wie auch sonst?) nach Beau Vallon gefahren und dort am Strand rumgelaufen.

Beau Vallon

Beau Vallon

er passte auf unsere Strandlaken auf

er passte auf unsere Strandlaken auf

Beau Vallon ist die Touristenhochburg hier auf der Insel und ca. 15 Minuten von Machabée entfernt. Der Strand war aber trotzdem fast leer und die 3 Hotels störten auch nicht weiter.

Beau Vallon

Beau Vallon

Silhouette

Silhouette

Wir haben für € 10,00 gegessen, sind dann mit dem Bus bis nach Victoria gefahren und haben uns die Hauptstadt angesehen. Heute Vormittag waren wir ja nur im Supermarkt. Nachmittags haben wir auf der Terrasse gesessen, die ersten Fotos sortiert. Abends gabs eine Tütensuppe und vino tinto, der aber hier vin rouge heißt.

Von Isabel:

Ich bin um 4 Uhr aufgewacht. Es hat die ganze Nacht gegossen und gestürmt. Außerdem haben mich die beiden Viecher geärgert, indem sie einfach auf der weißen Wand gegenüber vom Bett herumgekrabbelt sind. Sie scheinen total lichtempfindlich zu sein, denn als ich die Lampe anmachte, waren sie sofort hinterm Schrank verschwunden. Also werde ich in Zukunft bei Licht schlafen - und mit Brille damit ich endlich weiß, mit wem oder was ich es zu tun habe. Wir sind relativ spät aufgestanden (ist ja Sonntag). Nach dem Frühstück gings wieder Richtung Bushaltestelle, weil wir zum Anse à la Mouche wollten. Das soll einer der schönsten Strände der Insel sein. Leider ließ der Bus auf sich warten. Wir standen in der brütenden Mittagshitze wie bestellt und nicht abgeholt und schwitzten. Gegenüber von der Haltestelle arbeiteten einige Männer und sie fragten, ob sie uns ein Taxi rufen sollten. Wir nahmen dankend an und kurze Zeit später kam dann auch ein Wagen. Direkt dahinter kam der Bus, auf den wir fast eine Stunde gewartet hatten. Das passte ja! Wir entschieden uns dann aber doch fürs Taxi, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren. Die Fahrt sollte ca. € 25 kosten. Das ging. Dafür war dieser blöde Strand nicht halb so schön wie erwartet. Der Taxifahrer erkannte gleich an unseren sparsamen Blicken, dass es uns dort nicht wirklich gefiel und bot uns an, uns zum Anse Royale zu kutschieren. Dort wär es schöner, versprach er uns. Und so war es dann auch.

Anse Royal

Anse Royal

Er lud uns also dort ab, gab uns noch seine Telefonnummer, falls wir mal wieder keinen Bock hätten, stundenlang auf den Bus zu warten und verabschiedete sich. Mit ihm verabschiedete sich aber auch das schöne Wetter. Denn kurz nachdem wir uns am Strand ausgebreitet hatten, fing es zu regnen an. Typisch. Wir begaben uns dann Richtung Haltestelle, um mit dem Bus nach Victoria

zu fahren. Unnötig zu sagen, dass der Regen just in dem Moment aufhörte als wir in den völlig überfüllten Bus einstiegen.

Das Wetter ist immer noch schööön. Jeden Tag Sonne und ungefähr 30°C. Ich habe einen Sonnenbrand (natürlich wieder i c h !!) und zwar auf den Füßen und auf dem Kopf, obwohl ich alles ordentlich eingecremt habe. Günter bräunt langsam vor sich hin und fühlt sich mittlerweile pudelwohl hier.
Heute Vormittag waren wir wieder am Strand von Beau Vallon. Mit dem Bus ist das relativ schnell zu erreichen und der Strand ist ok. Kaum Menschen und man kann kilometerlang dran lang laufen, was ich auch getan habe. Günter war im Wasser, ich nicht - nur mit den Füßen. Das Wasser ist so warm, dass die Fische und Krebse hier bereits gegart gefangen werden können, was ja auch sehr praktisch ist.

Naa

Naa

ständige Besucher

ständige Besucher

Stolz

Stolz

Heute wollten wir über Praslin nach La Digue und wir mussten daher schon zeitig aufstehen. Bereits um 05.30Uhr klingelte der Wecker. Jane hatte gestern noch einen Transport zum Hafen für uns organisiert. Basil - unser Fahrer - holte uns pünktlich um 06:30 ab, um uns nach Victoria zu fahren. Von dort aus nahmen wir das Schnellboot nach Praslin und dann gings weiter mit einer Fähre nach La Digue.

Basil

Basil

La Digue ist - so sagt man - absolut paradiesisch und somit die schönste Insel der Seychellen. Es gibt dort die traumhaftesten Strände der Welt und einige mussten schon häufig als Kulisse für Filmaufnahmen oder Werbespots herhalten. Der Bacardi Werbespot wurde auch dort gedreht. "Abgesehen von irgendwelchen elfenähnlichen Schönheiten, sollen die Strände völlig einsam und menschenleer sein," sagte Günter. Hm... Das Boot nach Praslin war voll - und zwar mit überwiegend deutschen Touristen, die dann zusammen mit uns auf die Fähre nach La Digue umstiegen. So ganz menschenleer würde es dort also kaum sein. Auf La Digue darf man nicht Auto fahren. Entweder muss man sich einen Ochsenkarren mieten oder ein Mountainbike. Wir entschieden uns fürs Fahrrad. Ich glaube, das letzte Mal bin ich mit dem Rad von meiner Oma gefahren; und das ist 30 Jahre her, und jetzt sollte ich mit so einem blöden Mountainbike das Paradies umrunden. Irgendwie blieb mir in diesem Urlaub aber auch gar nichts erspart. Der Sattel war zu hoch, der Lenker zu niedrig, aber Günter meinte es müsse so sein. Was soll's: Rauf auf den Drahtesel und los gings. Während ich schon fuhr, brüllte der Fahrrad-Vermieter noch deutsch hinter mir her: "Links fahren" und Günter schrie: "Rechts bremsen!!" "Bremsen geht nicht", schrie ich zurück, denn ich bemerkte, dass der Rücktritt nicht ging. Günter fuhr inzwischen neben mir her und erklärte: Die meisten Fahrräder hätten keinen Rücktrittbremse mehr und ein Mountainbike schon gar nicht. "Das von meiner Oma hatte eine vernünftige Bremse - wie es sich gehört", meckerte ich, aber das half mir jetzt wenig. Bremsen ging also nur per Hand. Die Insel war nicht wirklich bergig, aber es gab durchaus Strecken wo es relativ steil berghoch und dann entsprechend steil wieder bergab ging. Beim Bremsen machte mein Rad jedes Mal furchtbare Geräusche, was sich allerdings als recht hilfreich erwies, da das Teil keine Klingel hatte. Nach Kurzer Zeit schon erreichten wir den Bacardi Strand, der Source d'Argent heißt und zugegebenermaßen wirklich ziemlich traumhaft ist. Natürlich mussten 1000 Fotos gemacht werden. Günter hat sich dann aufgeregt, dass sich dort dann nicht - wie erwartet - die berühmte Bacardi Schönheit im weißen Bikini in der Sonne räkelte, sondern sich stattdessen ein deutscher, fetter Touristenbauch vors Objektiv schob.
Auch wenn die Strände auf La Digue nicht mehr so einsam sind, wie sie es vielleicht mal waren, so muss man allerdings zugeben, dass sich die Reisegruppe, die mit uns angekommen war, doch recht schnell in alle Himmelsrichtungen verteilte. Wir klapperten noch einige Strände ab, hielten uns allerdings nie lange dort auf, weil es einfach zu heiß war und ich nicht schon wieder in der Sonne brüten wollte. Schließlich fanden wir ein sehr hübsches Restaurant mit einer Wahnsinnsaussicht, wo wir zu Mittag aßen. - und zwar für € 15. Immerhin € 5 teurer als in Beau Vallon, aber immer noch spottbillig; und das auf der exklusivsten aller Inseln. Am frühen Nachmittag fuhren wir mit der Fähre wieder nach Praslin, wo wir noch etwas tranken und dann mit dem Schnellboot wieder Richtung Mahé starteten. Die Rückfahrt war der absolute Hammer. Wir hatten beim Einsteigen etwas gedrängelt (ich weiß, macht frau/ man nicht), damit wir auf den wenigen begehrten Außenplätzen des Schiffes sitzen konnten. Das hat auch sehr gut geklappt. Die See war ruhig, und es war einfach ein tolles Gefühl mit einem Affenzahn von immerhin ca. 60kmh übers Meer dem Sonnenuntergang entgegen zu düsen. Als wir nach einer Stunde im Hafen von Victoria ankamen, war es bereits dunkel und Basil erwartete uns.

Anse Source d'Argent

Anse Source d'Argent

Blau-Weiß-Schwarz-Grün

Blau-Weiß-Schwarz-Grün

Taxi

Taxi

Zu Hause gabs dann noch Wein und Kräcker und ich konnte Günter überreden, die Zimmer zu tauschen. Irgendwie war mir die Krabbelei bei mir im Zimmer unheimlich. In Günters Zimmer knipste ich dann einfach das Licht aus, und versuchte zu schlafen. Was ich nicht weiß, kann mir auch keine Angst machen.

Schon eine Woche herum. Die Zeit vergeht mal wieder wie im Fluge. Blöderweise bin ich immer noch nicht braun geworden. Nur rot. Außerdem bin ich total zerstochen und hab' dicke Füße. Ich sehe unmöglich aus: überall rote Quaddeln, eine rote Nase und verbrannte Haut. Letzteres kann gar nicht gesund sein, aber ich creme mich ja schon immer mit Günters Lichtschutzfaktor 35 Sonnencreme ein. Genützt hat es mir allerdings bis jetzt wenig. Heute waren wir aber trotzdem wieder am Strand, Krabben ärgern. Am Strand gibt es so kleine helle Sandkrabben, die seitwärts durch die Gegend laufen. Irgendwie total witzig die Tierchen.

Wir haben lange geschlafen und wurden so gegen 10:00 Uhr vom Gehupe und jemandem, der ständig Bella, Bella rief geweckt. Jane war da und quatschte Günter am frühen Morgen 'ne Kante ans Bein. Schlaftrunken ging ich auf den Balkon. Wir sollten uns nicht stören lassen, meinte sie. Die Handwerker wollten nur etwas ausmessen... Im Schlafzimmer würde heute eine Klimaanlage eingebaut. Ich hatte nichts an und die Handwerker - die Jane schon mal reingelassen hatte - waren bereits auf dem Weg nach oben. Ich hab mir schnell irgend was übergeworfen und schon standen 3 schwarze Männer mit breitem Grinsen und Zollstöcken vor mir. Bon jour! . Günter und ich hatten vor, heute mal einen ruhigen Tag zu Haus zu verbringen. Keine schweißtreibende Gurkerei mit dem Bus, kein Sonnenbrand - einfach nur ein bisschen Lesen, entspannen und evtl. Wäsche waschen. Letzteres hat Günter netterweise übernommen, weil ich zu blöd bin, fremde Waschmaschinen zu bedienen. Vorher musste er noch eine fette Spinne nach draußen befördern - merci mon cher. Inzwischen waren auch die Handwerker da und fingen an, die Wand aufzustemmen. Mit der Ruhe war es dann erst mal vorbei. Günter beaufsichtigte die Bauarbeiten, ich las Schätzing und nach 3 Stunden hatten wir bzw. Günter eine Klimaanlage. Ist ja auch was. Irgendwie war es ganz gut, dass wir da waren. Ich hätte es schon etwas blöd gefunden, wenn Jane einfach so fremde Leute ins Haus gelassen hätte. Na ja, egal. Abends gabs kreolische Frikadellen und teuren Merlot. Nachdem ich unsere bisherigen Ausgaben überschlagen habe - können wir uns aber unser abendliches Glas Rotwein noch so gerade eben leisten. Jane fliegt morgen wieder zurück nach Hannover.

Heute morgen sind wir einigermaßen früh aufgestanden, weil wir zum Markt nach Victoria mussten - Curry kaufen. Wir sind noch ein bisschen in der Stadt rumgelaufen, haben uns nach dem Boot nach Praslin erkundigt und sind schließlich bei Vincent im Restaurant gelandet, wo wir natürlich dann auch Jane und Lise getroffen haben. Jane fliegt heute Abend wieder zurück. Heute Nachmittag kam sie dann noch kurz vorbei, um den Rasen zu mähen, Laub zu harken und die neue Klimaanlage zu begutachten - und natürlich um sich von uns zu verabschieden.

Wieder mal am Strand. Gestern Abend hatte es geregnet, was ja hier wirklich eine angenehme - wenn auch nur leichte - Abkühlung ist. Heute brannte die Sonne wieder erbarmungslos auf die Insel und auf mich, und wir waren froh, dass wir uns im Wasser abkühlen konnten. Günter hat dann Haie gejagt und ich Krebse oder Krabben? Jedenfalls waren die Viecher wesentlich kooperativer was das Fotografieren anging, als Günters Haie, die ständig abgehauen sind. Bin mal auf die Bilder gespannt. Ich hatte kurz vor dem Urlaub noch so eine billige Unterwasserkamera besorgt. Mit dem Teil ist Günter den Viechern zu Leibe gerückt.
Das Wetter ist gut wie immer und so haben wir heute mal eine Inselrundfahrt im Linienbus gemacht. Wir sind in den Süden gefahren und schließlich in Takamaka gelandet - ebenfalls ein berühmter sogenannter Traumstrand: weißer Sand, türkisfarbenes Meer, blauer Himmel und Palmen. Den Sonnenbrand und die Mückenstiche gab's wie immer gratis dazu.

Anse Takamaka

Anse Takamaka

Nachdem wir ein bisschen in der Sonne gelegen und die obligatorischen Strandfotos gemacht hatten, gings dann wieder zurück nach Victoria. Also wieder eine Stunde Bus fahren. Die Busfahrten sind schon leicht abenteuerlich und gleichen häufig mehr einer Fahrt mit der Achterbahn. Außerdem weiß man nie so genau wann sie fahren, und wenn man Pech hat, wartet man schon mal locker eine Stunde.

Unser Auto

Unser Auto

Mit dem Auto wäre schon alles bequemer gewesen, aber ein Mietwagen kostet ein kleines Vermögen, außerdem ist die Linksfahrerei doch etwas gewöhnungsbedürftig.

Heute wollen wir nach Praslin. Wir haben den Wecker gestellt, damit wir den Katamaran nicht verpennen, und was ist?? Es regnet! Was soll das nun wieder?? Es hat gefälligst abends zu regnen, aber doch nicht jetzt wo wir was vorhaben!!! Ok...ok, es ist Regenzeit, und da fallen hie und da schon mal ein paar Tropfen. Ist manchmal sogar ganz angenehm, nicht ständig von Hitzschlägen und Schweißausbrüchen heimgesucht zu werden, aber heute passt es gar nicht also: Wunsch ans Universum:
Regen bitte einstellen und auf heute Nacht verschieben. Vielen Dank!

12 Sunden später:
Wir sind gerade wieder zurück gekommen.

Feucht

Feucht

Günter wollte ja heute morgen erst gar nicht so recht nach Praslin. Wir sind aber trotzdem mit dem Bus erst mal wie geplant nach Victoria zum Hafen gefahren. "In Praslin regnet es", meinte Günter - "man sieht die Insel gar nicht" Ja, ja man kann den Regen auch herbei quatschen. Wenn ich schon das Universum bemühe, dann kann ja wohl nichts mehr schief gehen. In Victoria wurden dann 2 Karten für die Fähre gekauft. Das Boot war nicht voll und so konnten wir bequem die begehrten Außenplätze in der ersten Reihe einnehmen. Es war bewölkt, aber warm und ziemlich schwül. Auf Praslin war dann - wie bestellt - schönes Wetter. Zuerst sind wir per Taxi zum Anse Lazio gefahren. Ein sehr schöner Strand.

Anse Lazio

Anse Lazio

Dort gab's ein Restaurant, wo wir Fisch gegessen haben.

Praslin ist die Touristeninsel der Seychellen, und das merkte man auch. Trotzdem ist alles noch sehr hübsch und die Hotelanlagen, die es dort zweifellos gibt, fallen kaum auf. Vom Strand aus haben wir uns wieder ein Taxi geleistet(wech mit der Knete!!) und sind zum Vallée de Mai gefahren. Das ist ein Naturschutzpark mit einem Palmenwald und hübsch gepflasterten Wegen - dachte ich wenigstens. In Wirklichkeit ist es ein Stück unberührte Natur; und zwar tiefster Dschungel, in den man mit der Machete ein paar Büsche umgehauen hat, damit die blöden Touristen dort spazieren gehen können. Wir haben uns dort die berühmten Schniedelwurzpalmen angesehen, die eigentlich Coco de Mer Palme heißt. Die Palmen sind männlich und weiblich und ihre Früchte sehen den Geschlechtsteilen der Menschen sehr ähnlich. Früher hat man auch angenommen dass die Palmen zwecks Befruchtung übereinander herfallen; dem ist aber wohl nicht so; auch wenn es in dem Urwald so aussah. Nachdem wir eine Stunde durch die Natur gelaufen sind, haben wir uns dann wieder Richtung Hafen begeben, wo kurz danach auch der Katamaran eintraf. Das Wetter hat sich ganz gut gehalten. Immerhin hat es für einen Sonnenbrand gereicht.

Wir hatten Karten für die erste Klasse und mussten oben sitzen. Das war aber ganz gut, denn das Wetter war nicht so toll. Draußen wär es doch ziemlich nass geworden. Basil hat uns dann vom Hafen in Victoria abgeholt und nach Haus gebracht.

Letzte Nacht hat es geregnet, und auch heute morgen zeigte sich der Himmel wolkenverhangen. Wir sind aber trotzdem nach Beau Vallon gefahren, weil uns nichts besseres eingefallen ist. Im Strandhotel haben wir wieder was gegessen und haben uns dann für die Rückfahrt ein Taxi geleistet, weil Günter noch so viele Rupien übrig hat. Die müssen ja nun auch mal weg. Ansonsten ist es etwas kühler geworden (29 Grad ?), aber es hat ja auch was wenn einem mal nicht das Gehirn zu Brei gekocht wird.

Unser letzter Urlaubstag. Wie immer gingen die 2 Wochen unheimlich schnell vorbei. Fazit: Es war schön, günstiger als wir dachten, und das Wetter hat - trotz Regenzeit - auch immer mitgespielt. Heute morgen hat es zwar zunächst Bindfäden geregnet, danach schien dann aber wieder die Sonne. Wir sind ein letztes Mal nach Victoria gefahren, zum Fotografieren und zum Essen - die letzten Rupien verprassen. Günter kann eben gut haushalten. Gerade haben wir unsere Sachen gepackt und die Hütte geputzt. Am Wochenende kommen schon die nächsten Gäste.

Basil kam pünktlich um 07.30Uhr um uns zum Flughafen zu fahren.

Der Flug war ok, allerdings war die Crew doof und unfreundlich und das Essen noch schlechter als auf dem Hinflug. Und schon wieder CdG:

Paris CdG

Paris CdG

Gegen 21:00Uhr waren wir wieder in Hannover.

Eigentlich ungeplant, war der Urlaub traumhaft. Die Seychellen sollte jede/r einmal erleben, spüren, riechen, (er-)hören, fühlen.

Um das Alles zu sehen klick http://www.seychellen-ferienhaus.de an.

Über einen Gästebucheintrag würden wir uns freuen!

© Günter KH, 2006
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 02.11.2006
Dauer: 17 Tage
Heimkehr: 18.11.2006
Reiseziele: Seychellen
Der Autor
 
Günter KH berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt. Günter über sich:
Mai 2006: Eigentlich wussten wir nicht, wo wir im Herbst unseren Urlaub verbringen wollten. Da kam Jane und fragte uns, ob wir Lust hätten, im November ihr Haus in Machabée zu mieten. Und so fing ein paradiesischer Urlaub schon im Kopf an.