Madagaskar-Reisebericht :Madagaskar - Jenseits von Afrika

Ile aux Nattes

Tage 16, 17 und 18
20./21./22.10.2008, Montag-Mittwoch

Die nächsten Tage verbringen wir recht faulenzend. Mal lümmelnd am Strand oder im seichten Wasser. Mal mit Schnorcheln und dabei fast ertrinkend. Mal mit Plaudern oder Lesen. Oder mit dem Entdecken der Insel. Ille aux Nattes hat einen Umfang von etwa 8km, den man in 2-3 Stunden bequem umwandern kann. In der Mitte gibt es ein malerisches Dorf. Unendlich viele Krabben wohnen Seite an Seite mit den Menschen.

Himmel auf Erden Himmel auf Erden

Wovon die Bevölkerung hier lebt? Keine Ahnung. Wahrscheinlich von Tourismus und Landwirtschaft. Manche laufen am Strand entlang und versuchen ihre Schnitzereien den wenigen Touris zu verkaufen. Delphine, Palmen oder auch Flugzeuge aus Holz. Kein Mensch kauft, nicht mal aus moralischen Gründen. Es scheint sich aber auch so besser zu leben, als anderswo in Madagaskar. Überhaupt machen die Leute hier einen furchtbar entspannten Eindruck. Selbst die Patrones der wenigen, liebevoll ausgestatteten Hotelanlagen sind unprätentiös und äußerst gelassen.

Am Strand Am Strand

Am zweiten Tag unternehmen wir einen Ausflug zur Hauptstadt von Sainte Marie. Wir müssen für Donnerstag die Überfahrt zurück zur Hauptinsel Madagaskar organisieren, also Tickets für eines der allmorgentlich übersetzenden Boote. Das geht nur in Ambodifototra. Gesagt, getan. Zunächst vom Ferryman in einer Pirogue nach Sainte Marie rübergestakst - nur 10 Minuten und AIR 2.000 pro Person. Bei Ankunft auf der anderen Seite wird man vom Ferryman sofort an einen der bereits sehnsüchtig wartenden Taxifahrer übergeben, um umgehend nach Ambodifototra chauffiert zu werden - etwa 14km in 30-40 Minuten für AIR 20.000.

Der Fährmann Der Fährmann

Tickets sind schnell besorgt, bei Tropicana in einer kleinen Nebengasse direkt am Kai. Wir buchen zwei Bootsplätze nebst Busfahrt von Soanierana Ivongo bis Mahambo für schlappe AIR 70.000 pro Person. Startzeit am Donnerstag früh um 06:00 Uhr. Wir sollen schon eine halbe Stunde früher vor Ort sein, was uns noch arg in Schwierigkeiten bringen wird. Cap St. Marie, der Platzhirsch unter den Anbietern, mußte übrigens passen, da das Boot kaputt und erst in 5-6 Tagen repariert sei.

Auch die Besichtigung von Ambodifototra ist recht schnell erledigt. Straße rauf, Straße runter. Umhüllt vom Charme vergangener Kolonialzeit und nicht erfolgter Investitionen. Alles rd. 50% teurer als sonst. Die Leute leben in relativem Wohlstand. Schon nach 1 Stunde langweilen wir uns, kaufen ein wenig in den Kolonialwarenläden ein und starten den Rückweg. Der Taxifahrer wollte ursprünglich auf uns warten. Diesen Plan haben wir, der geneigte Leser kennt uns mittlerweile, durchkreuzt. Wir wollen den Rückweg unbedingt per pedes absolvieren.

Mittags in Ambodifototra Mittags in Ambodifototra

Sainte Marie ist keine reine Touristeninsel. Nicht so wie z.B. Nosy Be im Nordwesten Madagaskas. Es gibt hier zwar ausreichend hotelähnliche Anlagen. Diese sind aber weitgehend gut integriert. Kein wirklicher Massentourismus. Schuld seien die jährlich wiederkehrenden Typhoone. Immer wieder müsse das Zerstörte neu aufgebaut werden. Also läßt man es dann irgendwann sein. Welch' ein Glück für den Reisenden. So prägt Traditionelles das Bild. Und die Einheimischen sind nach wie vor ungeheuer freundlich. Niemand, der uns nicht grüßt. Nur wenige, die nicht nach unserem Wohlbefinden fragen. Viele, die etwas verkaufen oder erbetteln möchten. So wird der Rückweg zum 'Boulevard des Salutations' - was manchmal, ganz ehrlich, mächtig nervt.

Boulevard des Salutations Boulevard des Salutations
Ab und zu ausruhen Ab und zu ausruhen

Der letzte Abend bringt Wehmut. Daniel ist leider schon morgens abgereist. Es regnet. Der morgige Piroggentansfer muß eingetaktet werden. Konkret heißt das: Aufstehen um 04:00 Uhr früh im Dunkeln. Abholung 04:20 Uhr durch einen Hotelangestellten, wie uns Monsieur Patrone immer wieder bestätigt. Ob das man klappt? Hoffentlich hört es auf zu regnen.

© Sarah Paulus, 2009
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Die Reise

 
Worum geht's?:
20 Tage auf der viertgrößten Insel der Welt.
Details:
Aufbruch: 04.10.2008
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 24.10.2008
Reiseziele:
Madagaskar

Der Autor

 
Sarah Paulus berichtet seit 7 Jahren auf umdiewelt.
Mehr von Sarah:
Sarah über sich:
Liebe Reisende,

auf diesen Seiten findet Ihr eine Auswahl von Berichten zu meinen Reisen seit 2007. Weitere 'Geschichten von Anderswo' gibt es hier:

=> www.sarahpaulus33.wordpress.com

Fotos von Rolf G. Wackenberg könnt ihr hier finden:

=> www.wackenberg.com

Viel Spaß beim Lesen und Schauen.

Eure
Sarah Paulus
Aus dem Gästebuch (3/7):
Mauritius Expertin 1367325215000
Hallo zu­sam­men

Ihr habt eine echtes A­ben­teu­er erlebt, was ihr wohl so schnell nicht ver­ges­sen wird tolle Biilder geschos­sen! Ich war noch nie dort, aber Mau­ri­tius be­fin­det sich gar nicht weit weg. Man hat mir hier nur immer gesagt, dass Ma­da­gas­kar gef­ährlich und sehr arm sei.­..
Auf Mau­ri­tius fühle ich mich sehr wohl es ist sehr verschi­e­den in seiner Lan­dschaft und seiner Bev­ölke­rung. Wart Ihr schon mal hier?­?

Son­ni­ge Grüße aus Mau­ri­tius!
Heinz Thoma 1290631738000
Hallo Sa­rah­,

ich las mit Verg­nügen Ihren Rei­se­bericht über Ma­da­gas­kar. Su­per!­

Ich bin in der Planung einer ähnlichen Fahrt im Mai nächsten Jahres, auch u. a. den Tsi­ri­bi­hi­na hi­nunter, den Tsin­gy-Park, auch St. Marie usw..
Ihre Schil­de­run­gen waren sehr in­for­ma­tiv und nachdem ich solche Verh­ältnis­se nach meh­re­ren Jahren Au­fent­halt in Af­ri­ka/­Zai­re (Kongo) nach­vol­lzie­hen kann, werden meine Er­war­tun­gen nur best­ätig­t.

Ich danke Ihnen für das Er­leb­nis, Ihre Reise mit Ihrer hu­mor­vol­len Schil­de­rung nach­vol­lzie­hen zu dürfen­.

Her­zliche Grüße
­

Heinz
Muriel 1286848154000
Vielen Dank für diesen span­nen­den Rei­se­bericht. Wäre es möglich, euch zwecks einiger wei­terer Infos zu ko­nat­ktier­en? Mich würde i­neres­sier­en, ob man als al­lein­rei­sen­de Frau das Land un­be­sorgt ber­ei­sen kann und ob die Or­ga­ni­sa­tion der Touren auch vor Ort möglich ist ( mit Bussen oder Taxi Brous­se)? Ich bin eher der sponta­ne Typ, aber war bis jetzt auch nur in Ländern, wo man alles per Bus, Boot, Zug etc. ber­ei­sen kan­n.
Vie­len Dank für Infos, falls das jemand noch rech­tzei­tig liest­.
Mu­riel