Indien-Reisebericht :Celebifamilie auf dem Weg nach Indien

Amritsar

Vom Regen in die Traufe

Grenzübertritt mit dem Zug war vielleicht nicht die beste Idee, aber wir wollten es ja so ...
Der Zug fuhr bis nach Wagha, um dort die Passagiere durch die Pass- und Zollkontrolle Pakistans zu schleusen. Dazu mussten alle Reisenden mit ihrem Gepäck den Zug verlassen, durch zwei längliche Hallen schlurfen, um am Ende das Gebäude in Richtung Zugabteil wieder zu verlassen. Gott sei dank war der Zug nicht besonders voll, sodass dieses Prozedere nur etwa 2 Stunden dauerte. (Mir ging es an diesem Tag übrigens besonders schlecht - ich wollte irgendwie nur schlafen.)
Danach ging es weiter nach Attari (Indien).
Und dann waren wir zwar auf indischem Gebiet , aber es dauerte noch einmal Stunden, bis wir endlich alle Formalitäten erledigt hatten und das Zollgebäude verlassen konnten. Ich denke, wenn man mit dem Bus fährt, ist es zwar teurer, aber bequemer und man kann vielleicht sogar noch etwas von dem Schauspiel sehen, das sich täglich am Grenzübergang abspielt (eine Zeremonie beim Postenwechsel auf beiden Seiten).
Von Attari ging es gleich weiter nach Amritsar, unserer ersten indischen Stadt. Doch was uns dort erwartete, nachdem wir den Bahnhof verlassen hatten und in einem Tuk-Tuk Richtung Hotel saßen, war alles andere als ein ruhiger Ort. Der Verkehr ähnelte dem in Lahore doch allzu sehr und die Stadt machte auf dem ersten Blick einen ziemlich chaotischen und schmutzigen Eindruck auf uns. Dazu kam, dass die ersten Hotels, die wir uns ansahen, viel zu teuer waren und wir einfach keine Lust hatten, mit schweren Rucksäcken orientierungslos durch die Gegend zu laufen.
Da kam plötzlich ein Rickschafahrer auf uns zu und meinte, er wüsste ein Gasthaus für nur 350,- Rs (ca. 5,- €) pro Zimmer. Wir fragten uns allerdings, wie wir alle dorthin kommen sollten, denn normalerweise passen zwei Leute auf einen Rikschasitz. Der Mann lud aber kurzerhand unsere vier dicken Rucksäcke etwas weiter hinten auf (auf das herunterklappbare Dach), dann nahmen Hakan, Sinco und ich auf dem Sitz Platz und Medea saß rittlings auf dem Sattel - fertig war das Gefährt. Der Mann trat dann kräftig in die Pedale und Sinco staunte nur so über die unglaubliche Kraft dieses Rikschafahrers .
Das Gasthaus (Tourist guest house) war annehmbar, kostete aber gleich 500,- Rs, die wir dann aber letztendlich bezahlten.

Besuch des Goldenen Tempels

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg zum Goldenen Tempel, einem Heiligtum der Sikhs im Zentrum von Amritsar. Um diesen Tempel zu sehen, kommen die meisten Menschen in diese Stadt. Als wir das Tempelgelände betraten, bekam ich wirklich Gänsehaut, denn hier spürte ich zum ersten Mal einen Hauch von Indien, wie ich es mir immer vorgestellt hatte. Wir genossen ein paar Stunden die Atmosphäre innerhalb des Tempelbereiches, um uns danach wieder in das Gewühle der Stadt zu stürzen. In dem Augenblick war uns klar, dass wir sofort irgendwo hinfahren müssen, wo wir endlich einmal richtig zur Ruhe kommen können.
Unsere Wahl fiel auf Rishikesh, welches uns wärmstens empfohlen wurde (danke Erkancigim) als ein Ort der Entspannung.

Einer der vier Eingänge (rechts) - die Menschen verneigen sich beim Eintreten vor dem Tempel

Einer der vier Eingänge (rechts) - die Menschen verneigen sich beim Eintreten vor dem Tempel

Das heilige Tempelgelände mit dem Wasserbassin, in dem riesige Goldfische schwimmen - Kopfbedeckung ist Pflicht

Das heilige Tempelgelände mit dem Wasserbassin, in dem riesige Goldfische schwimmen - Kopfbedeckung ist Pflicht

In allen vier Ecken des Geländes gibt es Wasser für die Durstigen.

In allen vier Ecken des Geländes gibt es Wasser für die Durstigen.

Schluchz

Ich konnte leider kein Foto vom Tempel hochladen.

© Ceyno Celebi, 2013
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nach einem 3-4-wöchigen Aufenthalt in der Türkei werden wir gemeinsam mit unseren Kindern (14, 8) auf dem Landweg nach Indien reisen.
Details:
Aufbruch: 24.09.2013
Dauer: 8 Monate
Heimkehr: 02.06.2014
Reiseziele: Türkei
Deutschland
Iran
Pakistan
Indien
Nepal
Der Autor
 
Ceyno Celebi berichtet seit 4 Jahren auf umdiewelt.