Nepal-Reisebericht :Auf dem Landweg nach Tibet und zurück

Lhasa - Kathmandu

die Fahrt von Lhasa Richtung Nepal (36 h) war lang, aber relativ angenehm,
weil ich auf der Rueckbank eines Jeeps zusammen mit meinem obligatorischen
Fuehrer Platz fand. Es dauerte natuerlich bis wir letztendlich aufbrachen,
aber die Fahrt war lohnenswert und ein Flug haette mir die schoene Natur
(Wueste und karge Bergregion) vorenthalten. An einigen Orten hat das Jeep
angehalten und ich konnte Bilder machen, so dies in Shigatse und an einigen
anderen Aussichtspunkten. Nachts um 1.30 Uhr haben wir rund 80 km entfernt
von hoechsten Berg der Welt eine 4 h Pause gemacht um dann frueh am Morgen
einen weiteren ueber 5000 m hohen Pass zu nehmen. Ich bin recht gut
aklimatisiert, trank immer sehr viel so dass die Hoehe fuer mich keine
Probleme darstellte. der Grenzuebergang ist interessant, ich habe die
Freundschaftsbruecke schon viele Male im TV gesehen und es ist natuerlich
toll, nun selbst dort zu sein. der Unterschied zwischen Nepal und China ist
relativ gross, die kommunistischen Kindersoldaten werden abgeloest durch
leger posierende junge Nepalis und die Gesichter werden etwas dunkler. Ich
bin schliesslich mit einem Kleinbus nach Kathmandu gefahren, und spaetestens
dann merkt man, dass man wieder im Subkontinent ist - alles dauert, Zeitplan
existiert wohl nur auf dem Papier und der Platz im Bus wird weniger. Im Bus
lernte ich eine chrislichen Konvertiden kennen, der mir anbot bei ihm zu
uebernachten. Bei sich zu Hause erzaehlte er mir von seiner Zeit in Indien,
als er die hinduistische Mythologie studierte sich allerdings mit dieser
nicht identifizieren konnte und schliesslich gegen den Willen der Eltern zum
evangelischen Glauben konvertierte. Eine interessante Biographie, die ich so
noch nie erzaehlt bekam (vor allem in einem kulturorientierten und was
Religion betrifft doch noch konservativeren Land in Asien).
Nachdem ich eine Nacht bei ihm wohnte, zog ich in die aus den 68ern bekannte
Freak Street. Einst war sie fuer die vielen Cafes, die unzaehlige Sorten des
lokalen Haschisch verkauften bekannt, heute ist es ein Ort fuer junge
Kiffer, die von Kathmandu meist nicht mehr sehen als das Hotel und die
umliegenden Restaurants (so zumindest mein Eindruck von den 20-30
jaehrigen). die Unterkunft in der ich wohnen ist nicht unbedingt die beste,
abe nur 1,50 Euro teuer (Einzelzimmer), dennoch ziehe ich es vor etwas mehr
zu bezahlen und einen Wasserhahn zu haben, der nicht nur schwarzgefaerbten
dreck von sich gibt ! Kathmandu hat sehr viel Charme, die Stadt ist hier in
der Umgebung der Freak Street hochinteressant und einmalig. Sie hat viel mit
ihren indischen Nachbarstaedten gemein, ist allerdings sauberer und nicht
ganz so laut und verrueckt wie ich die indischen Staedte erlebte. Jeder
Winkel der Stadt ist fuer sich besonders und interessant und jeder der diese
Stadt besucht, wird fasziniert sein von ihren Bauwerken aus alten Zeiten und
vom bunten Treiben auf den Maerkten.

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© Daniel S., 2009
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ich plane eine Reise die mich über den Landweg von Deutschland - Osteuropa - Naher/Mittlerer Osten - Indien bis nach Lhasa führt. Zurück will ich über die ehemaligen Sowjetstaaten reisen und schließlich in der Türkei entscheiden ob es über die Ex-Jugoslawienstaaten oder erneut Osteuropa zurückgehen soll.
Details:
Aufbruch: 14.02.2009
Dauer: 8 Monate
Heimkehr: 15.10.2009
Reiseziele: Deutschland
Tschechische Republik
Polen
Ungarn
Rumänien
Bulgarien
Türkei
Georgien
Armenien
Iran
Pakistan
China
Tibet
Nepal
Indien
Bangladesch
Kirgisistan
Usbekistan
Mazedonien
Albanien
Montenegro
Bosnien und Herzegowina
Der Autor
 
Daniel S. berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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Daniel über sich:
Hallo

ich komme aus dem tiefen Süden des Landes und Reisen ist meine Leidenschaft genauso wie Photographie.

Generell interessiere ich mich auf meinen Reisen für die Landessprachen, die Kultur, die Religion, die Menschen, die Politik und natürlich gehe ich auch meiner Leidenschaft, der Photographie nach.

"Voyager, c'est l'ecole de la vie !"

"A man becomes old when his regrets take the place of his dreams"

"Wer den Duft der großen weiten Welt nicht geatmet hat, der hat niemals gelebt."

Oder wie schrieb es einst Hermann Hesse in seinem Gedicht Stufen: "Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmender Gewöhnung sich entraffen (...) des Lebens ruf an uns wird niemals enden ..."