Iran-Reisebericht :Von Soest Richtung Indien

Start des Abenteuers: Iran Teil 1, 04. bis 14. Mai 2008

Weiter ging es zum Iranischen Grenzeintritt. Dort folgten wir der Anweisung eines Beamten und parkten unseren Hano. Direkt kam ein Typ in Gummistiefeln und desinfizierte unser Auto rings herum. Den Hano waschen wollte er leider nicht, obwohl es bitter nötig wäre. Aber ist ja kein Wunder bei der Landschaft, ist eben etwas staubiger

Der Beamte kam zu uns, begrüßte uns förmlich und gab uns die Hand. Danach sollten wir ihm folgen. Es dauerte nicht lange, da empfing uns ein Touristik Guide der Regierung. Sie übersetzte uns alles und managte alles. Das war bisher der freundlichste Grenzübergang! Wir erzählten ihr unsere Story und zeigten ihr den Hano. Sie fand das ziemlich lustig. Danach informierten wir uns über die Geflogenheiten dieses Landes. Nachdem ich einige Bücher über den Iran gelesen hatte, war ich nun überrascht! Es sei überhaupt kein Problem kurze Hosen/ Hemden zu tragen, geschweige denn, dass alle Frauen mit einer Burka rumlaufen, oder das Alkohol verboten wäre. Die Dame erzählte, dass dieses Bild eben gerne in den Medien so publiziert wird, das aber falsch wäre. Davon konnten wir uns 30 Minuten später selbst überzeugen.

Die erste Stadt, durch die wir fuhren, war Makû. Dort war gerade die Schule aus. Auf den Straßen waren hunderte Jugendliche. Als erstes fuhren wir anscheinend an der Mädchen-Schule vorbei. Die Mädchen waren recht hübsch, wenn ich das mal anmerken darf, jedoch waren sie ein wenig schüchtern. Vereinzelt sprachen die Mädchen mich von der Straße aus an und sagten auf Englisch: "Hello, how are you? Where do you come from?" Wenn ich dann zu ihnen rüber schaute, kicherten die Mädels und schauten ganz verlegen weg.

Mit dem Hano schwammen wir im Verkehr weiter mit. Dann fuhren wir an der Jungen-Schule vorbei. Die Jungs lachten uns an und grüßten uns teilweise. Sie riefen uns irgendetwas zu, jedoch verstanden wir das nicht. Ich gehe mal davon aus, dass es etwas Nettes war.

Als Techniker fiel mir sofort auf, dass die Stadt von Schlossern überflutet sein musste, denn rechts und links von der Straße waren überall Werkstätten. Die einen bauten aus Stahl Tore, der nächsten Schubkarren, der dritte Mulden für LKWs und der vierte schweißte an einem Auto herum. Dieses Bild wurde die nächsten 500 Kilometer noch mal bestätigt.

Unser erstes Ziel im Iran war die große Stadt Täbris. Auf dem Weg dahin überholten wir ganz viele Lkws, die noch viel älter waren als unser Hano. Dort fuhren ganz viele alte Mercedes Rundhauber, MB 608, MB 808, alte Volvo Zugmaschinen und hauptsächlich alte amerikanische Lkws der Firma Mack. Diese mussten alle aus der Zeit des Schahs stammen. Bei uns werden diese Lkws nur noch von Oldtimer Liebhabern gefahren. Wir waren hin und weg, denn dazu kam noch, das die Fahrzeuge alle die größten Maschinen hatten: Ein Genuss an 8 Zylinder Motorengebrüll! Super geil!

Die günstigen Diesel Preise, die uns auch begeisterten, tragen sicher ihren Teil dazu bei. Für nicht einmal 5 Dollar tankten wir den Hano mit 240 Liter Diesel voll!!!!!!!!!!!!!!!

Die Karawane zieht weiter...

Die Karawane zieht weiter...

Am rechten Straßenrand standen immer wieder LKWs, die repariert wurden. Demnach waren wir nicht mehr die einzigen, bei denen mal was kaputt geht.

Nachdem wir die Stadt Täbris hinter uns gelassen hatten, stieg die Temperatur des Motors entschieden an. Das deutete auf ein größeres Problem hin, nun blieb uns nichts anderes übrig, als den Hano abkühlen zu lassen. Die Zeit nutzten wir für ein ausgiebiges Abendessen. Danach füllten wir Wasser auf und starteten den Motor erneut. Das unerfreuliche Ergebnis sah so aus, dass am Auspuff nur noch weißer Qualm heraus kam. Nun stand fest, dass es die Zylinderkopfdichtung erwischt hatte. Da es nun schon spät war, legten wir uns erstmal schlafen.

05.05.08 Kilometer 5599
Die Nacht war recht unruhig, da immer wieder riesen Lkws an uns vorbeifuhren, die super laut waren. Aber so kaputt wie wir waren, hielt uns das nicht vom Schlafen ab.

Mit neuer Energie und Motivation begaben wir uns an unser Motorproblem. Schnell stand fest, dass wir für dieses Problem eigentlich in die Stadt zurück müssten, um uns eine Werkstatt zu suchen.

Freiluftwerkstatt- zum wiederholten Mal

Freiluftwerkstatt- zum wiederholten Mal

Es ist die Zylinderkopfdichtung.

Es ist die Zylinderkopfdichtung.

Aber so leicht war das nicht: Kein Iraner hielt an und wollte uns helfen. Ganz im Gegenteil: Die Lkw Fahrer hupten beim vorbeifahren und grüßten uns. Nun zeigte sich auch schon das nächste Problem, wir hatten keinen Handyempfang, so dass wir jemanden hätten anrufen können. Und zu guter Letzt verstand die Polizei auch nicht, was wir von ihnen wollten und fuhren weiter. Das reichte aus, die Entscheidung stand fest!

Wir bauten den Motor hier vor Ort auseinander und halfen uns selbst! Das Spiel begann mal wieder von vorn, alle Zarges Kisten raus, Werkzeug auspacken, Ersatzteile raussuchen und auf geht's.

Kurzbeschreibung der nächsten 5 Stunden:
- Ventildeckel ab
- Anbauteile lösen
- Kipphubelwelle runter
- Stößelstange raus
- Zylinderkopf runter
- Übeltäter Zylinderkopfdichtung entlarven
- Alles reinigen
- In umgekehrter Reihenfolge montieren
- Ventile einstellen
- Funktionsüberprüfung

Siehe da, der Motor lief wieder. Alles hat super geklappt. Fast zu schön, um wahr zu sein.... so war es dann auch.

Wir ließen den Motor warmlaufen und wollten danach die Zylinderkopfschrauben nachziehen. Dabei brach dann ein Gewindebolzen ab. Na supi, das war nun der Supergau! Trotz dessen lief der Motor immer noch wunderbar. Nun waren wir ziemlich sauer, enttäuscht und genervt. Wie das eben so ist, wenn alles nicht klappt.

Unser Weg führte uns nun zurück in die Stadt Täbris, um zu telefonieren und die weitere Vorgehensweise zu besprechen. Carl telefonierte mit seinem Vater. Es stand nun wiederum fest, dass wir so nicht weiter fahren können, sondern wir uns die passenden Ersatzteile vor Ort besorgen müssten. Carl und ich fuhren orientierungslos in der Stadt herum und fragten uns durch. Irgendwann fanden wir dann jemanden der Englisch sprach, unser Problem verstand, und das den Mechanikern erklären konnte.

Als gerade ein MB 608 vorbeifuhr zeigten wir den Mechanikern diesen und erklärten ihnen, dass wir den gleichen Motor fahren. Daraufhin ging alles recht schnell...unglaublich nach der vorherigen Prozedur! Der Mechaniker setzte sich bei uns ins Auto und brachte uns zu einer Werkstatt, die sich auf diese Motoren spezialisiert haben. Der Herr, der Englisch sprach, folgte uns und erklärte den Mechanikern unser Problem. Schon sammelte sich um den Hano eine große Menschenmenge, die interessiert uns und den Hano musterte. Auf dem Hinterhof, auf dem sich die Werkstatt befindet, waren lauter Experten auf einen bestimmten Gebiet. Der eine überholte nur Einspritzpumpen, der andere Zylinderköpfe, der dritte war Lackierer und so weiter. Auf diesem Hof hatten wir unser Paradies gefunden.

Die Jungs hätten alles reparieren können, was dann wiederum erklärt, warum im Iran so viele alte Autos und Lkws rum fahren. Die Werkstatt sicherte uns zu, das das alles kein Problem wäre. Gut, das freute uns sehr! Die Motorhaube und die Kotflügel bauten wir ab, danach begann der junge Mechaniker unseren Motor auseinander zu schrauben. Wir beobachteten alles kritisch, jedoch brachte das nichts, weil sie uns sowieso nicht verstanden. 10 Minuten nach unserer Ankunft lagen vor uns zwei neue und originale Zylinderkopfdichtungen für nicht mal 20 Dollar und ein neues Thermostat für 5 Dollar. Das war einfach unglaublich!! Das musste das Paradies sein!!

Ich reinigte mit Joseph, einem der Mechaniker, die abgebauten Teile, während Carl und der andere Mechaniker versuchten, das abgebrochene Stück des Gewindebolzens zu entfernen. Mit einem Stück Flachstahl, der mit dem Gewindebolzen verschweißt wurde, klappte es dann, das abgebrochene Stück Bolzen zu entfernen. Auch wenn wir einige Male etwas gegen die Vorgehensweise der Schrauber einzuwenden gehabt hätten, klappte alles im Großen und Ganzen relativ gut. Um 18 Uhr war der Motor wieder zusammen und Josephs Vater (der Meister) stellte noch die Ventile ein. Siehe da: Hano lief wieder wunderbar. Wir waren so froh, dass wir diese super Jungs gefunden haben. Als wir uns von allen verabschiedet hatten, fiel uns nun auf, dass unsere Temperaturanzeige nicht mehr funktionierte. Also musste diese auch noch getauscht werden. Die anderen Geschäfte hatten schon geschlossen. Joseph, sein bester Freund, der ein wenig Englisch konnte, und Carl fuhren zusammen los, um eine neue Anzeige zu besorgen.

Der Meister baute die alte während dessen aus, obwohl er sich schon gewaschen und umgezogen hatte. 2 Stunden später lief der Hobel wieder. Mittlerweile verstanden wir uns mit den Jungs echt super trotz der Sprachprobleme.

Immer wieder versuchten die anderen anwesenden Mechaniker mit uns ins Gespräch zukommen. Sie interessierten sich immer wieder für unsere Handys. Uns wurde das Gefühl vermittelt, dass Handys ein Statussymbol darstellen. Umso erstaunter waren die Jungs, als wir unsere Handys zeigten, und diese immer zu den schlechtesten bzw. ältesten Handys gehörten. Zig Videos und Fotos von deren Familien, Freunden oder iranischen Frauen mussten wir uns anschauen. Aber eins steht fest, unter Mechaniker versteht man sich einfach am besten, egal ob wir dieselbe Sprache sprechen oder nicht!!

Überglücklich, dass Hano wieder rennt, fuhren wir aus der Stadt raus und suchten uns einen Schlafplatz. Der Tag war super anstrengend, aber super interessant.

Ein tolles Werkstatt-Team!

Ein tolles Werkstatt-Team!

Wir Mechaniker sprechen weltweit diesselbe Sprache und haben immer ölverschmierte Hände.

Wir Mechaniker sprechen weltweit diesselbe Sprache und haben immer ölverschmierte Hände.

06.05.08
Endlich konnten wir wieder Richtung Teheran fahren! Auf dem Weg dahin überholte uns ein Lkw und deutete an, dass wir rechts ranfahren sollen, damit wir zusammen eine Zigarette rauchen können. Kurze Zeit danach standen wir am Straßenrand und unterhielten uns mit den Lkw Fahrern. Er erzählte uns, dass seine Verwandten in Frankfurt leben und er uns anhielt, um uns in seiner Heimat willkommen zu heißen. Nett- muss man sagen! Wer käme in Deutschland auf die Idee, einen ausländischen Autofahrer anzuhalten, um ihn mit einem "Herzlich Willkommen" zu begrüßen??!

Eine Zigarettenlänge später hatte uns die Straße wieder. Zwischendurch hielten wir in einer größeren Stadt und tauschten in einer Bank Geld, da wir die Nase voll hatten von den "Business people", die uns Geld wechseln wollen und uns dabei übern Tisch ziehen..

Nun hatten 1.380.000 Iranisch Rial.

Den Aufenthalt nutzten wir und kauften Melone, Bananen, Tomaten, Gurken, Datteln und Fleisch. Die Stadt hatte etwa die Größe vergleichbar mit Soest. Jedoch hatten wir den Eindruck diese wäre ein einziger Basar. Überall waren kleine Läden oder Kutschen, auf denen Melonen, Gurken, Tomaten oder sonstiges Gemüse bzw Obst gestapelt war. Die Straßen waren überfüllt mit Menschenmengen, Autos, Mopeds und Bussen. Da war was los!! Unglaublich! Wahrscheinlich ist das wieder ein Merkmal für den Orient, so ein geschäftiges Treiben überall, soviel Leben, das sich auf den Straßen abspielt!

100 Kilometer vor Teheran, in der Nähe des Dorfes Sofla, suchten wir uns in den Bergen einen Schlafplatz. Nachdem wir geduscht hatten und uns wieder wohl fühlten, grillten wir das Fleisch. Leider war das Rind recht zäh, ähnlich wie Suppenfleisch, fast ungenießbar. Aber der Hunger treibt es rein.

Nun noch ein bisschen für Euch schreiben und schon fallen uns die Augen wie jeden Abend wie von selbst zu.

07.05.08 Kilometer 6108

Kurz vor Teheran nahm der Verkehr sehr zu, der übliche Verkehr in diesen Großstädten, eigentlich sind es ja Metropolen (Zur Erinnerung: Istanbul hat 14 Millionen Einwohner!! Was ist das für eine Zahl?!). Wir fuhren nach Gefühl und einfach mal die nächste Gelegenheit ab. An einem Bahnhof fragten wir dann einen Parkwächter, wie wir denn am besten in das Zentrum Teherans kämen. Der schaute ganz verdutzt und zuckte mit den Schulter (eine sehr häufige Reaktion, vielleicht weil man uns nicht versteht?!).

Wir sind in Teheran angekommen. Eine kleine Impression vom Verkehrsaufkommen.

Wir sind in Teheran angekommen. Eine kleine Impression vom Verkehrsaufkommen.

In diesem Moment kam ein freundlicher junger Mann vorbei, der sehr gut Englisch sprach. Er erklärte Carl, wo wir am besten parken könnten. Er zeichnete die Straßen auf einen Block, nach dem wir dann diesen Weg suchten. Danke an unseren Helfer für diese tolle Straßenkarte!

Als wir dann nach einer weiteren halben Stunde ratlos vor einem dreispurigen Kreißverkehr standen, fuhr an uns ein Auto vorbei aus dem "Hallo wie geht es dir?" gerufen wurde.
Wir waren wiedereinmal sprachlos, dass wir von solch vielen glücklichen Zufälllen begleitet werden. Hoffentlich bleibt das so!

Das Auto hielt vor uns an, ein älterer Mann stieg aus und kam auf uns zu: Nach einer kurzen Unterhaltung auf Deutsch stand fest, dass auch dieser Mann Familie in Deutschland hatte und selbst häufiger mit dem Lkw nach Deutschland gefahren ist. Er half uns einen Parkplatz zu finden. Danach schrieb er uns auf Persisch den Namens des Parkplatzes auf, damit wir diesen auch wieder finden: Gleichzeitig speicherte Carl den Platz im GPS. Nun konnte nichts mehr schief gehen!

Wir fuhren mit einem Taxi zum Basar. Hier saßen noch zwei Iraner, die auch zum Basar wollten. Im Iran ist das eine gängige Methode. Taxis, Busse oder Autos werden bis auf den letzten Platz gefüllt. Am Basar angekommen versuchten wir mit unseren Karten zu navigieren. Nach kurzer Zeit war der Eingang zum Basar gefunden. Zuerst aßen wir was, da dort ein Typ stand, der was zu essen in der Hand hielt, was recht lecker aussah. Und wir waren wieder hungrig wie junge Löwen

Daneben war noch ein Stand, bei dem wir frisch gemachten Möhren- Apfel- Saft tranken. Mittlerweile hatte ich mir angewöhnt, bevor ich etwas bestelle, zu schauen, was die Einheimischen, die vor mir bedient wurden, dafür zahlen. Leider bezahlen Carl und ich immer den Touristenpreis: Quasi das zwei- bis dreifache des regulären Preises...

Auch wenn es umgerechnet nur wenig Geld ist, finde ich das einfach blöd, so behandelt zu werden, da es offensichtlich ist. Es ist auch nicht gerade touristenfreundlich und hat einfach einen schalen Beigeschmack. Gerade wenn es nur wenige Touristen im Land gibt, dann kann man die doch nicht noch "vergraulen". Aber wenn man ehrlich ist, hat man das ja auch schon von Familie oder Bekannten gehört, die in Italien oder Spanien Urlaub gemacht haben. Und da ist der Preisunterschied wg. des Euro etwas schmerzhafter. Also genug geärgert

Hier in Teheran scheint "Made in Germany" noch sehr groß geschrieben zu werden. Da fühlt man sich als Deutscher schon etwas geschmeichelt Auf dem Basar fanden wir unter anderem einen Verkaufsstand, die nur Messer der Firma Zwilling anboten. Dort kaufte ich mir ein super 5-Sterne-Küchenmesser für 39 Euro. Die Verkaufsstände mit deutschen Produkten waren stetig gut besucht. Dieses Bild bestätigte sich auch nochmal in der Stadt Teheran.

Der Basar in Teheran wie in 1001 Nacht

Der Basar in Teheran wie in 1001 Nacht

Der Basar war so aufgeteilt, dass du in einer Ecke nur Teppiche (wie in 1001 Nacht), in einer anderen Küchengeräte und in der dritten nur Stoffe kaufen konntest. Auf dem Basar bekam man wirklich alles! Diesen fanden wir besser als den in Istanbul, da hier wirklich die Bevölkerung ihre Bedürfnisse deckt und auf das Touristengeschäft kaum ausgerichtet ist.

In einem Hinterhof von einer Teppich Werkstatt tranken wir mit den Betreibern einen Tee und unterhielten uns. In den Gesprächen erkundigten wir uns immer wieder nach der Sicherheitslage im Iran bzw. Pakistan. Die Meinungen gehen da leider ziemlich auseinander, was es uns nicht leichter macht.

Trotz einiger ernster Themen, die unsere weitere Reiseroute betreffen: Wir haben Spaß!

Trotz einiger ernster Themen, die unsere weitere Reiseroute betreffen: Wir haben Spaß!

Soviele Teppiche, da brauchen wir keine anderen Sitzmöbel.

Soviele Teppiche, da brauchen wir keine anderen Sitzmöbel.

Da die Deutsche Botschaft auf dem Weg zum Nationalmuseum lag, wollten wir uns da noch mal informieren. Das Stadtviertel drumherum verkaufte nur Werkzeug, gerade da war wieder "Made in Germany" ein Qualitätssiegel. Firmen wie Hilti, Bosch, Makita oder Metabo wurden da sehr häufig für sehr hohe Prese angeboten. Eine uralte Hilti sollte in einem Laden 500 Dollar kosten, unglaublich!

Da unser Kartenmaterial nicht das Optimalste war, fragten wir uns bis zur Deutschen Botschaft durch. Dort sprachen wir mit einem Sicherheitsbeamten, der uns mit "MAHLZEIT" begrüßte- hehe. Dass sich die dämlichste Begrüßung bis in den Iran verbreitet Wir waren so erstaunt, dann mussten wir herzhaft lachen!

Der Beamte informierte sich für uns, konnte jedoch auch nichts Neues sagen. Es besteht eine Reisewarnung für Pakistan, das übliche eben. Daraufhin besuchten wir die Zentralbank Irans, um noch einmal festzustellen, das wir mit unseren Karten in ganz Iran kein Geld vom Automaten abheben können.

Der nächste Weg, Richtung National Museum Iran, führte uns an einem Laden vorbei, bei dem wir uns unsere Internet-Adresse www.HanoUnterwegs.de auf 1,5 Meter Folie drucken ließen. Sobald die Zeit dafür da ist, lassen wir den Hano mal wieder waschen (das ist nach dem Werkstattbesuch dringend nötig: Am gesamten Fahrzeug sind schwarze Fingerabdrücke zu sehen) und schmücken diesen mit der Internet-Adresse.

Viele von Euch müssen nun wahrscheinlich lachen! Ganz nach dem Motto "Motor läuft nicht, aber nen Aufkleber besorgen sie sich". Was sein muss, muss sein!

Der nächste Tagespunkt war das Nationale Iranische Museum. Dort besichtigten wir viele ausgegrabene Relikte der vergangenen 4000 Jahre. Das Interessanteste war der 4000 Jahre alte Salzmensch, der laut DNA Analyse 36 Jahre alt, 1,76 Meter groß war und durch einen Schlag auf den Schädel gestorben ist.

Wenn man sieht, wie toll eine stumpfe Treppe vor 1000 Jahren aussah, mit riesigen Löwen geschmückt und in Stein gehauene Muster, so haben wir uns laut Carl in dem Punkt schon ein wenig zurückentwickelt. Die Liebe zum Detail geht wohl in der Hektik unserer Gegenwart verloren.

Danach aßen wir noch etwas und fuhren mit dem Taxi zurück zum Hanomag. Wir waren den ganzen Tag zu Fuß unterwegs und haben soviel gesehen, dass wir echt platt waren. Der Taxifahrer erzählte, dass er auch schon häufiger in Germany und England war. Er kannte Hamburg, Berlin und Köln. Während der Unterhaltung erwähnte ich, dass Teheran ja geschichtlich nicht so interessant ist, da dies noch nicht so lange existiert. Da war er ein wenig sauer- ups! Und erzählte, was wir unbedingt noch alles im Iran anschauen müssen.

Voller Glück fanden wir den Hanomag sogar wieder. Nun begann der schwierigere Teil in Teheran, den Weg aus dieser Stadt zu finden, während Millionen andere People ebenfalls unterwegs sind. Die Beschilderung der Straßen war so verwirrend, dass wir sehr häufig anhielten und die Polisten oder sonst wen nach dem Weg fragen mussten. Dabei entstanden die lustigsten Gespräche. Jeder einzelne beschrieb uns einen anderen Weg. Aha! Das ganze Theater zog sich nach mehreren Staus 4 Stunden lang hin.

Unser freundliches Navigationssystem aus Teheran heraus. Vielen Dank!

Unser freundliches Navigationssystem aus Teheran heraus. Vielen Dank!

In mehreren Gesprächen stellte sich ganz klar die Meinung heraus, dass die Bevölkerung mit der jetzigen Regierung super unzufrieden ist. Zu der Zeit des Schahs wäre es jedem besser gegangen. Rückblickend ist es ja immer früher besser gewesen, wer kennt das nicht aus den Erzählungen der älteren Generationen... Doch momentan ist es im Iran so, dass die Bevölkerung sehr viel arbeitet, trotz dessen
aber sehr arm ist. Genau so empfand ich das auch.

Im Gegensatz zur Türkei fahren hier so gut wie keine europäischen Automarken rum. Die einzigen, die einen neuen MB C-Klasse fahren, ist die Polizei. Selbst in der Türkei ist es so, dass die teureren Autos noch mit einer zusätzlichen Luxussteuer belegt sind, so dass der Anschaffungspreis auch noch höher als in Deutschland liegt. Wenn man sich dann die Hohe Dichte an Mercedes, Audi, Porsche etc anschaut, dann lässt das schon ein wenig nachdenklich über das Vermögen der Besitzer werden.

Die anderen Autos, die hier herum fahren, werden laut Taxi Fahrer alle im Iran gebaut. Wie uns Joseph (der nette Mechaniker) erzählte, ist ein Auto im Iran super teuer. Der lustige Kontrast dazu ist, dass wirklich jeder irgendein tolles Handy hat, welches selbst auf dem Moped, welches mit drei Personen besetzt ist, während der Fahrt genutzt wird.

Ganz klar erfuhren wir an diesem Tag endlich etwas von der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Iraner.
Kurz zusammengefasst: Wir benötigten 4 Stunden und 20 Personen, die uns den Weg erklärten, um aus Teheran rauszufinden. Super Sache!! Nach zwei weiteren Stunden suchten wir uns einen Schlafplatz in einem Dorf. Der nächste Tag sollte wieder spannend werden.

Die Wüste Dasht-e-Kavir. Eine solch unendliche Weite ist faszinierend. Die Farben sind unglaublich!

Die Wüste Dasht-e-Kavir. Eine solch unendliche Weite ist faszinierend. Die Farben sind unglaublich!

08.05.08 Kilometer 6335

Heute führt unser Weg in die älteste Stadt Irans Damghan. Von dort aus fuhren wir in die Wüste Dasht-e-Kavir. Die ersten Sandstürme und Kamele begrüßten uns. Das war einzigartig. Unterwegs sahen wir einen Lkw, der umgekippt war. Gut, dass so was uns nicht passiert ist (klopf auf Holz). Bei 45 Grad fuhren wir den ganzen Tag durch unendliche Weiten der Landschaft.

Eine Kamelfamilie in der Natur- nicht im Zoo.

Eine Kamelfamilie in der Natur- nicht im Zoo.

Hano ist wohl unser beliebtestes Fotomotiv. "Hano was here"

Hano ist wohl unser beliebtestes Fotomotiv. "Hano was here"

Jedoch fegte ein sehr starker Wind umher, dass die Temperatur uns nicht so heiß erschien. Immer wieder legten wir eine Pause ein, um die Landschaft zu genießen.

Wir genießen die Landschaft und die Sonne und sitzen auf (!) unserer Motorhaube und nicht wieder mittendrin, um etwas zu reparieren.

Wir genießen die Landschaft und die Sonne und sitzen auf (!) unserer Motorhaube und nicht wieder mittendrin, um etwas zu reparieren.

Es war ganz anders als ich mir vorher eine Wüste vorgestellt habe. So viele unterschiedliche Gesteinsschichten, die einen schimmern rot, die andern schimmern gelb und permanent flimmert die Luft am Horizont, so dass der Eindruck entsteht, dass sich dort ein Meer befindet. Man kennt das ja immer aus Filmen oder Geschichten und hat es bestimmt nie für möglich gehalten. Aber es sieht wirklich so aus!!

Eine schöne Farbstimmung

Eine schöne Farbstimmung

Irgendwann wechselten die Berge zu einem riesigen Salzsee, der nie zu enden schien. Immer wieder ausgetrocknete Flussbetten. Die Erde und der Staub schmecken sehr salzig. Nach 500 Kilometer war ich sehr froh, dass wir in höher gelegene Regionen kamen. Wir suchten uns ein schönes Dorf und schliefen dort vor einem Gebetsraum, den uns die Einheimischen als sicheren Schlafplatz empfahlen.

In der Wildnis konnten wir leider nicht mehr schlafen, da uns in Teheran die Einheimischen ausdrücklich davor gewarnt haben. Carl wäre lieber durch die Dusht-e-Lut gefahren, aber der Weg führte mir zu nah an der afghanischen Grenze vorbei.

Gut, dass uns das nicht passiert ist! Doch die Menschen sehen es orientalisch gelassen und werden das auch ohne unsere angebotene Hilfe gelöst haben.

Gut, dass uns das nicht passiert ist! Doch die Menschen sehen es orientalisch gelassen und werden das auch ohne unsere angebotene Hilfe gelöst haben.

09.05.08 Kilometer 6992

Nach den ganzen Erzählungen der Einheimischen sind wir recht verunsichert, ob wir durch Pakistan fahren sollen oder nicht. Es ist wie immer: Wir bekommen keine eindeutige Aussage, die uns die Entscheidung leicht machen würde. Die einen sagen, es wäre sicher, sie wären dort vor einer Woche noch gewesen. Und die anderen sagen, dass es dort super gefährlich und unsicher wäre.

Das Hauptproblem besteht darin, dass der Hauptumschlagplatz für Drogen genau in unsere geplante Route fällt. Natürlich kommt dazu noch der Schmuggel von Treibstoff. Also eher nicht so angenehme Umstände. Im Großen und Ganzen wie Yasir sagen würde "normal Business", aber eben heißes Pflaster.

Um andere Möglichkeiten der Weiterreise überdenken und planen zu können, brauchen wir erstmal mehr Zeit, da unser Visum nur noch für zwei Tage gültig ist. Wir entschieden auch deswegen weiter in den Süden zu fahren und die nächst größere Stadt namens Yazd anzusteuern.

Moschee in Yazd

Moschee in Yazd

280 Kilometer später erreichten wir diese auch. Yazd ist eine sehr alte und geschichtsträchtige Stadt. Leider wurde diese teilweise durch die Afghanen zerstört, jedoch inzwischen ist schön zu sehen, dass heute viele alte Gebäude rekonstruiert werden und den Charme der kleinen Stadt wieder herstellen.

Vor Ort suchten wir ein Internet Café und die Fremdenpolizei. Diese fanden wir auch, was uns aber leider auch nicht weiter geholfen hat, da jeden Freitag die Geschäfte geschlossen haben. Dies ist vergleichbar mit unserem Sonntag. Der heutige Wochentag war uns nicht bewusst, da wir sowieso ohne Zeitgefühl unterwegs sind. Würden wir kein Tagebuch für Euch schreiben, wüssten wir gar nicht, welches Datum wir aktuell haben.

Nachdem wir was gegessen hatten, entschieden wir weiter 480 Kilometer in die Stadt Shiraz zu fahren. Die Fahrt dahin war super angenehm. Die Temperatur nahm deutlich ab, weil wir einige Höhenmeter zurücklegten. Endlich mal wieder richtig durchatmen! Es herrschte ein etwas erträglicheres Klima. Durch die hohen Temperaturen tranken wir jeden Tag 10 Liter Wasser.

Es sind mittlerweile die Kleinigkeiten, die einem bewusst werden und langsam im Alltag fehlen. Nur mal ein paar davon: funktionierendes Handynetz, fließend keimfreies Wasser, eine angenehme Dusche, funktionierendes Internet, kühle Räume, eine Waschmaschine und noch viel mehr, was sonst alles so selbstverständlich ist. Vielleicht fällt es uns auch nur deshalb so gravierend auf, weil wir momentan schwer mit uns innerlich kämpfen, was unsere Reiseroute betrifft.

22 Uhr erreichten wir die Stadt Shiraz. Die Stadteinfahrt befand sich an einem Berg, den wir herabfuhren. Rechts und links befinden sich Grünanlagen, die von der Bevölkerung rege genutzt werden. Vielleicht lag es daran, dass es freier Freitag war, denn überall saßen Familien und Freunde auf Decken in den grünen Flächen, aßen und tranken zusammen. Ein sehr harmonisches Bild!

Zwischendurch stand immer mal wieder eine Schischah im Kreis, die ordentlich geraucht wurde. In der Stadt angekommen suchten wir den Weg Richtung Fremdenpolizei und parkten in der Nähe in einer Seitenstraße.
Gute Nacht!!

Im Süden Irans liegt die Stadt Shiraz

Im Süden Irans liegt die Stadt Shiraz

10.05.08 Kilometer 7681

In aller Früh suchten wir die Fremdenpolizei. Nachdem wir uns wieder durchgefragt hatten, fanden wir das Gebäude recht schnell. Im dritten Stock befand sich ein Büro mit hohen Angestellten, die sogar sehr gut Englisch sprachen.

Nun wussten wir, was wir zu tun hatten, und fuhren mit einem Taxi erst zur Bank, dann zum Copyshop und dann zu unserem Auto und holten ein paar Fotos. Zwei Stunden später hielten wir unser neues Visum, was wiederum eine Woche gültig ist, in der Hand.

Nun haben wir Zeit auch mal wieder die Internetseite zu aktualisieren und ein bisschen zu entspannen.

Am Nachmittag besuchten wir in Shiraz den alten Basar, die Vakil Moschee und die Stadtfestung. Abends aßen wir ein traditionelles iranisches Gericht, was übersetzt soviel wie "Fleisch mit Wasser" heißen soll.

Wir rauchen Wasserpfeife, dieses Ritual würden wir gerne zu Hause weiter pflegen. Aber es wird wohl nur hier im Orient so unvergleichlich sein..

Wir rauchen Wasserpfeife, dieses Ritual würden wir gerne zu Hause weiter pflegen. Aber es wird wohl nur hier im Orient so unvergleichlich sein..

In Shiraz war es sehr auffällig, dass hier super viele Typen händchenhaltend durch die Gegend liefen. Wir sind verwirrt- was hat das zu bedeuten? Ob es etwas mit ihrer "Gesinnung" zu tun hat oder einfach "nur so" ist, wagen wir nicht zu fragen...

Vakil Moschee war sehr groß mit vielen dunklen ecken

Vakil Moschee war sehr groß mit vielen dunklen ecken

Bei der Besichtigung der örtlichen Vakil Moschee passierte dann was völlig Unerwartetes. In einer dunklen Ecke, in der uns kaum einer sehen konnte, sprach uns eine Mutter mit ihren zwei hübschen Töchtern an. Die eine Tochter sprach sogar Englisch. Sie waren interessiert, was wir denn hier machen würden. Nach einem kurzen Smalltalk gingen wir weiter, um niemanden zu provozieren oder in Verlegenheit zu bringen. Schließlich möchten wir uns ja den iranischen Gepflogenheiten anpassen. Das waren nun die ersten Frauen, die wir seit Istanbul gesprochen hatten, unglaublich!!

Abends trafen wir auch den ersten Touristen seit Teheran. Es war ein Franzose, der in Teheran arbeitet. Zusammen aßen wir zu Abend und unterhielten uns über unsere Reisen, was recht interessant für uns war. Wir gewinnen immer mehr den Eindruck, dass wir in dieser Gegend verglichen mit anderen Touristen und ihren Erzählungen ziemlich gut zu recht kommen. Dabei ist das ja unsere erste Tour und wir erst nach unserer Rückkehr "Weltenbummler"

Auf dem Tisch steht das traditionelles Essen "Fleisch mit Wasser" war recht eigen, aber lecker.

Auf dem Tisch steht das traditionelles Essen "Fleisch mit Wasser" war recht eigen, aber lecker.

Unser Schlafplatz in Shiraz lag ziemlich zentral gelegen. Wir standen in einer Seitengasse, gegenüber befand sich ein Taxi " Unternehmen", was unser Leben mit einigen Annehmlichkeiten versah.

Jeden Morgen nach dem Austehen bekamen wir als erstes einen Tee. Wenn wir in der Stadt unterwegs waren, passte immer einer der Fahrer auf unser Auto auf. Sehr zuvorkommend und freundlich!

Unter den Taxifahrern befanden sich drei Personen, die Englisch "sprechen" konnten. Mit der gesamten Gruppe verstanden wir uns super, obwohl es manchmal sehr schade ist, dass wir kein richtiges Gespräch führen können.

Super Jungs...die Taxifahrer.. 
as usual die Hano-Besichtigung mit anschließendem Gruppenfoto.

Super Jungs...die Taxifahrer..
as usual die Hano-Besichtigung mit anschließendem Gruppenfoto.

Trotzdem erfährt man sehr viel voneinander, was ich mir vor der Reise hätte kaum vorstellen können. Wie denn auch bei einer fehlenden gemeinsamen Sprache?!

Die Taxifahrer sind Multi-Jobber: Vormittags oder Tagsüber arbeiten die Jungs als Polizist, Soldat, Lehrer oder Elektriker beim Airport. Sie verdienen mit staatlichen Abzügen runde 200- 300 Dollar im Monat.

Dies weiß ich sogar sehr genau, da ich mir von dem Lehrer Namens Monsen Moghadasi die Gehaltsabrechnung zeigen lassen hab. Da dieses Gehalt sehr gering ist, arbeiten sie weiterhin in jeder freien Minute als Taxifahrer. Somit arbeiten sie 11 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche.

Wenn in Europa jemand so viel arbeitet, hat er trotz der Abzüge, über die ja immer geschimpft wird, ordentliche Summen auf dem Konto. Hier im Iran sind die Menschen, obwohl sie so fleißig sind, in unseren Augen arm. Damit möchten wir jetzt keinem zu nahe treten, es geht nur um die vergleichbaren finanziellen Summen für ein Monatsgehalt z.B. eines Lehrers.

Auch wenn Iran zu einem der fünf reichsten Länder gehört, habe ich keine Ahnung wo dieses Geld steckt. Bei der Bevölkerung ist es nicht erkennbar. Außer dass die Polizei dicke MB Autos fährt...

Die Bevölkerung hat dieselben Bedürfnisse nach ein bisschen Luxus im Alltag wie wir, jedoch wird ihnen alles verboten und vorgeschrieben. Die Leute spielen uns "Modern talking" vor und meinen, dass das aktuelle moderne Musik wäre. Das können wir natürlich nicht so stehen lassen! Durch das Verschenken unserer Musik CDs wirken wir gegen diesen Irrglauben!!! An dieser Stelle möchten wir Dieter Bohlen würdigen, dass er uns mit seiner Musik bis in den Iran begleitet. Das macht ihm so schnell wohl kein Deutscher nach

Wir werden oft gefragt, ob wir aus Russland kämen, oder, ob West- und Ost- Deutschland wieder vereinigt wären. So lernen wir in unseren Gesprächen auch viel voneinander!

Nun ist das Taxiteam berühmt  
Ich bin mal gespannt, ob Ihr die Fotos findet. Thank you very much!

Nun ist das Taxiteam berühmt

Ich bin mal gespannt, ob Ihr die Fotos findet. Thank you very much!

Den Vormittag verbrachte Carl damit mal wieder den Hano zu reparieren. Diesmal ist der Magnetschalter des Anlassers gebrochen und hing daneben. Zusätzlich ist wieder einmal die Halterung der zweiten Lichtmaschine gebrochen. Jedes Mal wenn wir zwei Tage fahren, schrauben wir einen Tag rum.

Mittlerweile nervt mich das richtig. Uns war klar, dass Hano mit seinem Alter natürlich diese Strecke nicht wie ein Neuwagen hinter sich bringen würde, doch inzwischen sind Schäden zum Alltag geworden

Alle Bauteile, die wir vorher nicht selbst angefasst haben, gehen nun auf der Fahrt kaputt. Erst der Motor und nun alle Anbauteile. Ich bin echt gespannt, welche Bauteile als nächstes abbrechen oder sonst wie defekt werden. Die Taxifahrer waren super nett und fuhren uns mit den Bauteilen herum, damit wir Ersatz beschaffen konnten. Das hatte auch den Vorteil, dass wir normale Preise oder gar nichts bezahlt haben, da wir mit Einheimischen unterwegs waren. Am Mittag funktionierte der Anlasser wieder.

Der Lehrer Monsen nahm sich am Nachmittag für uns Zeit und zeigte uns wichtige Plätze der Stadt, seine Schule und tolle Gärten. Shiraz ist in ganz Iran für tolle Dichter und Lyriker bekannt. Dementsprechend bestehen dort viele Gedenkstätten, Statuen und außerordentlich schöne Gärten, die an die Dichter erinnern sollen.

In den Gesprächen erfuhren wir super viel, was uns teilweise sehr nachdenklich stimmte. Wir sprachen über Preise, Einkommen und Bedürfnisse der Bevölkerung. Er erzählte uns, dass es einen Rapper in Teheran gibt, der davon singt, wie fleißig die Deutschen sind, mit welcher Stärke sie nach dem Krieg Deutschland wieder aufgebaut haben, in welcher Pracht Deutschland heute dasteht, daran sollte sich Iran ein Beispiel nehmen! Wir waren sprachlos und sind es jetzt immer noch.

Ich denke zur Zeit des Wirtschaftswunders und bis in die 70er Jahre war in der ganzen Welt "Made in Germany" ein Begriff. Das stand und steht für Qualität, Fleiß, Zuverlässigkeit. Alles Prinzipien, mit denen wir als Deutsche auch in Verbindung gebracht werden und das erfüllt uns auch ein wenig mit Stolz, dass man im fernen Ausland ein solch positives Bild von unserer Heimat hat.

Im Iran habe ich den Eindruck gewonnen, dass alles Gute aus Deutschland und deswegen teuer ist, alles was schlecht ist, kommt aus Korea oder China. Besonders fiel mir das in den Werkzeugläden auf, aber auch in allen anderen Sparten.

Die Nokia Handys werden ebenfalls unter "Made in Germany" verkauft, dies verwunderte mich ein wenig. Es gibt sicher noch andere Werke als das in Bochum und das gibt es ja auch nicht mehr lange.

Bei der Besichtigung von Shiraz fanden wir eine Druckerei die voll im Betrieb war und dabei die uralten Deutschen Druckermaschinen benutzten.

Bei der Besichtigung von Shiraz fanden wir eine Druckerei die voll im Betrieb war und dabei die uralten Deutschen Druckermaschinen benutzten.

Am späten Nachmittag hatte Carl die Idee einen iranischen Friseur zu besuchen. Schließlich war unser letzter Besuch beim Friseur in Istanbul schon eine Weile her und es ist jedes Mal ein Erlebnis. Wir wurden auch hier nicht enttäuscht! Gesagt getan, einer der Taxifahrer fuhr uns zu einem Friseur. Carl meinte anschließend, dass er durch die Schere gemerkt hätte, wie dieser Herr seinen Beruf geliebt hat!

Während des dortigen Aufenthalts lernte ich noch ein paar Persische Wörter. Ich kann nun schon die Zahlen schreiben und "Guten Tag" , "danke", "sehr schön", "Tschüss", "Wasser" und "Brot" auf Persisch sagen. Wenn wir hier noch länger bleiben, werden noch einige Wörter folgen.

Abends zeigte uns wieder einer der Taxifahrer ein Restaurant, in dem wir gut traditionell persisch essen konnten. Danach verbrachten wir den Abend im Taxiheim und unterhielten uns über sämtliche deutsche Fußballer oder deutsche Städte, deren Namen sie kannten. In Iran ist Fußball auch ein super verbreiteter Volkssport. Sie schauen die Champions Liga oder Deutsche Bundesliga. Das geht sogar soweit, dass es eine Klinsmann-Straße gibt. Hat Jürgen Klinsmann auch in Deutschland eine Straße?? Müssen wir mal herausfinden!

Der Airport Mitarbeiter lud uns schon mal für den nächsten Morgen zum Breakfast ein. Nun konnte ich endlich wieder ins Bett gehen und den Tagesbericht tippen. Aus irgendeinem Grund werden die Berichte von Tag zu Tag länger. Wir hoffen, Ihr interessiert Euch für all unsere Details!

Carl beim Friseur. Wir diskutieren seine zukünftige Haarlänge.

Carl beim Friseur. Wir diskutieren seine zukünftige Haarlänge.

Hafez ein Muss fuer jeden Touri und Iraner. Er ist einer der bekanntesten Dichter!

Hafez ein Muss fuer jeden Touri und Iraner. Er ist einer der bekanntesten Dichter!

12.05.08

Pünktlich morgens um halb Acht klopfte der Taxifahrer, der uns zum Breakfast eingeladen hatte, weckte uns, da sonst das Essen kalt werden würde.

In der Taxizentrale war ein für die Gegend sehr typisches Frühstück angerichtet. Auf dem kleinen Tisch lag so etwas ähnliches wie Fladenbrot. Daneben waren kleine Schälchen in denen sich ein brauner Brei befand, dessen Konsistenz und Bestandteile unklar waren. Für ein Frühstück lag das Essen uns sehr schwer im Magen. Aus Höflichkeit aßen wir auf.
Vielleicht sind wir das nicht gewöhnt, ws auch immer es war.

Bei der Zentral Bank Melli wechselten wir mal wieder 2 Scheine im Wert von 100 Euro gegen knapp 100 Scheine im Wert von 1.430.000 Rial

Nachdem wir mal wieder für 4 Dollar voll getankt hatten, fuhren wir nach Bandara Abbas. Am späten Nachmittag kamen wir in der Stadt an und waren erschlagen von dem Klima. Im Reiseführer wurde von der Reise im Sommer in die Provinz abgeraten. Nun wussten wir warum. Bei einer 80% Luftfeuchtigkeit und 52 Grad Außentemperatur war auch uns recht warm, nein HEIß!!!. So warm war es noch nicht einmal in der Wüste- absoluter Wahnsinn, aber dafür ist die Provinz bekannt. Das viel größere Problem war, dass die Temperatur in der Nacht nur unwesentlich sinkt.

Ankunft in Bandara Abbas, dieses Schiff war auf Grund gelaufen und kam nicht mehr weg. Wie lange es da schon liegt?

Ankunft in Bandara Abbas, dieses Schiff war auf Grund gelaufen und kam nicht mehr weg. Wie lange es da schon liegt?

Seit über 2000 Kilometer hatten wir kein Meer und Wasser gesehen. In Bandara Abbas sahen wir das erste Mal wieder das Meer, woraus die hohe Luftfeuchtigkeit resultierte. Leider war das Wasser super dreckig und stank genauso wie der "Strand" aussah. Am Strand lagen uralte verrostete gestrandete Frachter und Boote ebenso wie Müll. Ich wäre sehr gerne zur Abkühlung schwimmen gegangen, aber unter diesen Umständen verzichtete ich darauf.

"Strandpromenade" und Hano mit Blick aufs Meer

"Strandpromenade" und Hano mit Blick aufs Meer

In den Abendstunden sammelten sich kleine Grüppchen von Iranern, die mit einem Netz ins Wasser hinaus gingen und fischten... Wenn das Wasser und der Strand nicht so dreckig gewesen wäre, wäre dies eine sehr "romantische" Szene wie die Rudolfs sagen würden.

In den Abendstunden sammelten sich kleine Grüppchen von Iranern, die mit einem Netz ins Wasser hinaus gingen und fischten... Wenn das Wasser und der Strand nicht so dreckig gewesen wäre, wäre dies eine sehr "romantische" Szene wie die Rudolfs sagen würden.

Den Hanomag stellten wir auf einem bewachten Parkplatz ab. Dort wurden wir von dem Eigentümer mit zwei kalten Getränken begrüßt. Wie schön! Der Parkwächter konnte drei Worte Englisch und sagte uns, dass wir den Hano neben seine Hütte stellen sollten, damit er besser drauf aufpassen kann. Als seine Gäste parkten wir umsonst. Dies war mal wieder eine nette Geste! Abends sollten wir mit ihm in der klimatisierten Hütte schlafen, das ging uns dann aber ein wenig zu weit bzw. zu nah.

Dies ist die Parkwächter Hütte und der Parkwächter, der in ihr wohnt... ich denke das Bild spricht für sich- heheh

Dies ist die Parkwächter Hütte und der Parkwächter, der in ihr wohnt... ich denke das Bild spricht für sich- heheh

Total fertig von der Hitze gingen wir erstmal ein Eis essen. Anschließend gingen wir durch den Basar und ein sehr großes Einkaufzentrum. Solch ein Einkaufzentrum sah ich selbst in Teheran nicht und kannte ich nur aus Istanbul. Die Stadt ist laut Reiseführer eine sehr moderne und traditionelle- das sah ich genau so. In dem Einkaufszentrum gab es vereinzelt Produkte aus dem Westen. Ich habe das erste Mal einen LCD Fernseher im Iran gesehen. Die Erklärung dafür war auch recht einfach, denn die Konsum-Hochburg Dubai befindet sich nur rund 100km entfernt auf der anderen Seite des Persischen Golfes.

Die Nacht war erwartungsgemäß super heiß; ich konnte kaum schlafen.

Der Herr saß am nächsten Morgen vorm Hano, der hatte die Ruhe weg. Farblich passen sie ja ganz gut zusammen ins Bild

Der Herr saß am nächsten Morgen vorm Hano, der hatte die Ruhe weg. Farblich passen sie ja ganz gut zusammen ins Bild

13.05.08 Kilometer 8120

Am Morgen standen wir früh auf, nachdem sowieso die Nacht recht kurz war. Mit dem Stadtplan bewaffnet liefen wir Richtung Touristeninformation bzw. Reisebüro. Wir liefen über den Basar, auf dem das erste Mal auch westliche Konsumgüter verkauft wurden. Dies war ein ungewohntes Bild und passte auch dort irgendwie nicht rein.

Als nächstes gingen wir über die Fischoptionshalle. Das war eine große Halle, die rechts und links von riesigen Ventilatoren umgeben war. Überall waren Verkaufsstände aufgebaut, die aus Tischen bestanden, auf denen Eis aufgeschüttet war, auf dem der Fisch lag. Von unten war Eis und von oben brannten 45 Grad Außentemperatur.
Ob das hygienisch in Ordnung war, wage ich zu bezweifeln. Doch wir haben inzwischen ja oft festgestellt, dass es eben nicht die sterile Supermarkttheke sein muss. Hier funktioniert das seit zig Jahren so.

Frischer hätte der Fisch nicht sein können! Außerdem habe ich selten so viele verschiedene Fischarten auf einem Fischmarkt gesehen wie es hier der Fall war. Der Geruch in der Halle war sehr einzigartig bis unangenehm- wie man es sich bei den Temperaturen sicher gut vorstellen kann.

Bandara Abbas hat auch sehr schoene Seiten. Auf der rechten Seite ist der Basar.

Bandara Abbas hat auch sehr schoene Seiten. Auf der rechten Seite ist der Basar.

Nach dieser beeindruckenden Erfahrung liefen wir weiter zur Touristeninformation, was sicherlich bei dem Wetter kein Vergnügen war, doch es gibt keine andere Möglichkeit zur Stadtbesichtigung.

Mal wieder eine super schoene Moschee...

Mal wieder eine super schoene Moschee...

Nach einer weiteren Stunde fanden wir ein Reisebüro. Es war eine reine Wohltat, da das Büro klimatisiert war. In dem Büro waren etwa 4 Typen und 6 Frauen. Eine der Frauen sprach super gut Englisch. Anfangs war das Mädel noch recht schüchtern, jedoch wurden wir ziemlich schnell warm miteinander. Die Leute fanden es unglaublich, dass wir die Strecke bei diesen Temperaturen gelaufen sind. Die Leute hier schleppen sich nur von klimatisierten Räumen zu den Taxis und wieder in einen klimatisierten Raum.

Carl erklärte ihr, dass wir mit dem Hano gerne nach Dubai rübersetzen würden, um von dort aus nach Indien kommen zu können. Sie telefonierte ewig herum. Ich nutzte die Zeit in der angenehmen Umgebung und schlief eine Runde.

Es stellte sich heraus, dass es super kompliziert ist mit einer Fähre nach Dubai zu kommen, und von dort aus Richtung Indien zu kommen wäre so gut wie unmöglich. Dies fand ich aber nicht schlimm, da es meiner Meinung nach nicht sinnvoll ist, mit dem Hano noch weiter von Europa wegzufahren.

Wir waren hier die ersten Europäer, die Maedels waren sehr ueberrascht!

Wir waren hier die ersten Europäer, die Maedels waren sehr ueberrascht!

Schließlich mussten wir feststellen, dass sich der Motor langsam selbst zerlegt. Bisher konnten wir alle Probleme lösen, aber es ist nur noch eine Frage der Zeit bis etwas kaputt geht und wir das nicht mal eben reparieren können.
In diesem Falle könnten wir uns dann von Europa aus nach Hause schleppen und müssen den Hano nicht zurücklassen. Er ist uns schließlich schon ans Herz gewachsen.

Das Endziel ist trotzdem noch Indien. Während wir uns noch mit dem Mädel unterhielten, kam uns die Idee, dass wir trotzdem nach Dubai fliegen könnten, um uns mal die Araber anzuschauen. Das Mädel suchte uns einen Flug heraus und ein Hotel. Wir entschieden, dass wir in diesem Hotel nur eine Nacht schlafen, um uns das erstmal anzuschauen und vielleicht vor Ort ein anderes Hotel zu suchen.

Mit den Mädels hatten wir viel Spaß, denn wir verbrachten fast 4 Stunden in dem Büro, wobei wir sie auch mit unseren Angelegenheiten viel beschäftigten. Das Englisch sprechende Mädel hieß Faga. Sie lud uns abends zu ihrer Englischklasse ein, die sie dreimal in der Woche besucht. Das fanden wir mal richtig genial!

Gesagt getan. Wir fuhren um 18 Uhr mit unserem Parkwächter per Taxi zu der Schule. Am Eingang der Schule begrüßte uns eine Lehrerin, der wir erzählten, dass Faga uns eingeladen hatte. Kurz darauf saßen wir in einer Klasse neben neun anderen Schülern, die Englisch lernen wollten. Der Klassenlehrer und die Schüler waren ebenso wie wir begeistert von unser Anwesenheit.

Dies war eine Privatschule, für die die Schüler zahlen müssen, um Englisch lernen zu können bzw. zu dürfen. Der Unterricht begann damit, dass wir kurz erzählten, was wir im Iran machten. Danach erzählte jeder Schüler auf Englisch, was er so erlebt hat und wie es ihm geht. Während des gesamten Unterrichtes wurde nur Englisch gesprochen. Wenn jemand eine Vokabel nicht wusste, wurde diese in Englisch erklärt. Der zweite Teil des Unterrichtes bestand daraus, dass jeder eine kleine Schauspielszene, die er selbst geschrieben hatte, vorspielte. In einer Szene spielte Carl einen Arzt. Das war super lustig!

In dem Klassenverband hatten wir super Spaß! Leider war es recht traurig, dass nur neun Iraner Englisch lernen. Zum Schluss wurde eine Hörspielkassette abgespielt mit der sie die Aussprache üben sollten.

Am Ende des Unterrichts kam dann ein Deutschlehrer mit seinen drei Schülern zu uns. Der Herr Taha ist längere Zeit in Österreich gewesen und sprach sehr gut deutsch. Das tat mal wieder sehr gut gepflegt deutsch zu sprechen!!

Die Schüler bestanden aus zwei Doktoren und einem Studenten, die nach Deutschland gehen wollten. Deren Deutsch war noch im Anfangsstadium. Wir erzählten denen, woher wir kommen, was wir machen und wie Deutschland so ist. Auch dieses Treffen war super interessant und hat uns Spaß gemacht!

Anschließend hatten wir das "Problem", dass irgendwie jeder sich drum riss, mit uns den Abend zu verbringen und uns die Stadt zu zeigen. Nun wollten wir niemanden verärgern, was nicht einfach war. Wir beschlossen, dass wir den Abend mit den beiden Mädels von dem Touristikbüro verbringen wollen.

Fagas Schwester holte uns ab. Das sah so aus, dass nun Carl und ich mit 4 weiteren Frauen, die alle mit Kopftuch bekleidet waren, im Auto saßen und das Abendessen besorgen wollten. Das muss ein Bild gewesen sein!!!

Faga, ihre Schwester und Freundinnen. Das war echt einer der geilsten Abende im Iran.

Faga, ihre Schwester und Freundinnen. Das war echt einer der geilsten Abende im Iran.

Per Handy bestellte Faga Essen bei unterschiedlichen Restaurants. Dieses holten wir dann mit dem Auto ab und fuhren zu der Wohnung, in der Faga mit ihrer Schwester lebt.

Es sei kein Problem, wenn die Mädels mit uns herumliefen, da wir Ausländer sind. Es wäre nur ein sehr großes Problem wenn iranische Frauen mit iranischen Männern über die Straße gingen. Mmmh, trotzdem sind wir ja Männer oder???!

In Fagas Wohnung wurden wir überrascht. Sie sagte uns vorher schon, dass es bei ihr ein wenig anders wäre als in anderen typischen iranischen Wohnungen. So war es dann auch. Die Wohnung ähnelte der meiner Schwester. Bunte Wände, überall Ikea Möbel, Fernseher, Laptop. Hifi und alles super neu. Das haute uns um, da wir dachten, dass hier alles recht ärmlich wäre. Die Erklärung war ganz einfach: Die Sachen schwappten alle aus dem 100km entfernten Dubai hier rüber. So etwas hatten wir selbst in Teheran nicht gesehen!

Kaum war die Tür zu Fagas Wohnung verschlossen, zogen die Mädels ihre schwarzen Mäntel und das Kopftuch aus. Schon standen vor uns ganz normale Frauen in enger Jeans Hose, mit bunten Oberteilen, lackierten Fingernägeln und so weiter. Wie bei uns zu Hause in Europa! Die vier Mädels waren einfach nur lustig! Da war was los- einfach unglaublich!!

Wir aßen zusammen Fisch, Shrimps und Fastfood. Dabei hatten wir einen unglaublichen Spaß. Anschließend machten wir zusammen Fotos. Zwei der beiden Mädels waren verheiratet. Wenn die beiden Ehemänner uns mit den Mädels gesehen hätten, wären wir so ziemlich tot gewesen. Aber diese einzigartige Erfahrung war die Sache Wert.

In den Gesprächen erfuhren wir super viele interessante Sachen über die Lebensweise der Iraner und der iranischen Frauen. Zum Beispiel fand ich es relativ traurig, dass die Frauen ihren Männern nicht vertrauen und andersrum genau so wenig. Deswegen ruft der Mann auch ständig an, um die Frau zu kontrollieren. Voll heftig.

Am Ende des super Abends brachten uns Faga und ihre Schwester zum Hano, den wir ihnen dann auch zeigten. Auch sie waren natürlich super begeistert

Die Nacht konnte ich durch die Hitze mal wieder nicht schlafen.....

14.05.08

Die Nacht kämpfte ich nicht nur mit der Hitze, sondern auch mit den Mücken. Nachdem wir mal wieder den Hano repariert hatten, verabschiedeten wir uns von unserem Parkboy und fuhren zu der Touristeninformation, um nicht nur unseren Schlaf nachzuholen, sondern auch unseren Flugtickets auszulösen. Dort hielten wir uns tatsächlich mal wieder 4 Stunden lang auf und genossen die 30 Grad Temperatur, die im Büro herrschten.

Unglaublich, wie es den Frauen ernsthaft zugemutet wird, dass sie mit den schwarzen Gewändern rumlaufen sollen. Dann verstehe ich es auch, dass Faga nicht glauben wollte, dass wir in der Stadt spazieren waren, denn sie fährt jeden Meter mit dem klimatisierten Taxi.

Wichtig war es, dass wir uns mit den Mädels nicht anmerken ließen, dass wir den Abend zusammen verbracht hatten. Wenn der Chef dies mitbekommen hätte, wäre das ganz sicher ein Problem gewesen. Irgendwie war es eine recht lustige Situation.

Mittags wurden wir von einer der Mitarbeiterinen zum Essen eingeladen. Leider erleben wir nur wenig iranisch bzw. persische Esskultur, weil die Iraner selbst am liebsten Fastfood essen. Wenn wir die einheimischen Iraner fragen, wo wir denn gut und traditionell essen gehen könnten, schicken die uns ernsthaft zu einem Fastfood Laden. Wenige Male hatten wir das Glück, dass wir kleine Restaurants gefunden haben, in dem man ganz gut iranisch essen konnte. Somit aßen wir den Mittag mal wieder irgendwelche Sandwich. Nach dem Essen verabschiedeten wir uns von den netten Mädels und der restlichen Gruppe.

Also fuhren wir mit dem Hano zum Flughafen und suchten uns dort einen bewachten Parkplatz, auf dem der Hano hoffentlich eine Woche lang sicher stehen kann. Dies kränkte natürlich unseren Parkboy, denn er bestand darauf, dass er auf den Hano umsonst aufpasst, was uns aber nicht so angenehm war.

Am Flughafen erlebten wir dann unseren bisherigen schnellsten Grenzaustritt.

© Arne Lorenz, 2008
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Vorhaben: Carl Hecker und Arne Lorenz wollen mit einem Hanomag AL 28 von Soest (Westf.) bis grobe Richtung Indien fahren. Inwiefern sich das umsetzen lässt, wird sich die kommenden drei Monate entwickeln.
Details:
Aufbruch: 08.04.2008
Dauer: 3 Monate
Heimkehr: 16.07.2008
Reiseziele: Türkei
Kroatien
Montenegro
Serbien
Mazedonien
Griechenland
Iran
Vereinigte Arabische Emirate
Irak
Der Autor
 
Arne Lorenz berichtet seit 10 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors
Arne über sich:
Die Berichte werden von mir verfasst und entsprechen nur meiner Auffassung und meinen Empfindungen. Carl und ich wollen unseren Horizont erweitern und uns die `Welt` anschauen. Um allen Bekannten und Freunden einen Einblick in unser Vorhaben und die Reise zu ermöglichen, schreibe ich dieses Reisetagebuch. Wir freuen uns auf viel Resonanz!