Laos-Reisebericht :Thailand / Laos 2010

Laos Norden

Wir stehen am Grenzübergang in Houay Say. Ich bekomme ohne Probleme mein Laos-Visum. Nadeem's Visum wird abgelehnt, warum auch immer. Man sagt, das pakistanische Visum bekäme er nur bei der Laos- Botschaft in Bangkok. IMMER andere Regeln für Pakistan - sein Ruf ist auf der ganzen Welt zerstört, was man einerseits verstehen kann, andererseits wird jeder Mensch schon mal grundsätzlich vorab verdächtigt. Wir sind entsetzt, schockiert, können es nicht fassen. Wir sind ja sooooo weit von Bangkok entfernt.

Nach tiefem Luftholen beschließen wir, dass er mit dem nächsten Nachtbus nach Bangkok fährt, Visum besorgen und zurück. Ich bleibe in Laos und fahre nach Udomxai und wir wollen simsen, wann und wie wir uns wiedersehen. Ich bin ziemlich durcheinander, muss ich zugeben, eine Mischung aus Wut, dass er/wir nicht daran gedacht haben, dass für Pakistaner immer Sonderregelungen auf der ganzen Welt bestehen, Trauer, dass ich nach so kurzer Zeit plötzlich alleine reisen muss und überrascht, dass unsere Reise eine so abrupte Wendung genommen hat. Außerdem frage ich mich: Wie lange wird diese ganze Prodzedur dauern, wann wird er wieder oben im Norden von Laos sein?

Also - mir bleibt nichts Anderes übrig- ich begebe mich lustlos und deprimiert zum Bus nach Udomxai.

Bus nach Udomxai

Bus nach Udomxai

Ich fahre gleich weiter nach Muang Khua, da man von dort den Nam Ou hinunter shippern kann. Dort will ich auf Nadeem warten. Ich finde ein Backpackerhostel direkt am Nam Ou. Auf der anderen Seite befindet man sich nach ein paar Kilometern in Vietnam.

mein kleines Gästehaus mit Aussichtsterrasse auf Stelzen

mein kleines Gästehaus mit Aussichtsterrasse auf Stelzen

ein verrosteter alter Kahn schiebt mit seiner Spitze die Autofähre, die an Stahlseilen befestigt ist,  auf die andere Seite, ein lustiges Theater. Vietnam ist nur wenige Kilometer entfernt.

ein verrosteter alter Kahn schiebt mit seiner Spitze die Autofähre, die an Stahlseilen befestigt ist, auf die andere Seite, ein lustiges Theater. Vietnam ist nur wenige Kilometer entfernt.

Muang Khuaw ist einfach zauberhaft

Muang Khuaw ist einfach zauberhaft

Muang Khuaw

Muang Khuaw

Muang Khuaw

Muang Khuaw

ENDLICH! Nadeem ist nach 3 Tagen wieder da! Visum hat geklappt und wir sind wieder vereint und freuen uns sehr. Allerdings gibt es auch durch ein paar Ereignisse und viele Mißverständnisse einen Unmut zwischen uns beiden, was leider die weitere Reise beeinträchtigen sollte. . Einzelheiten werden hier nicht weiter erörtert.
Zur Beruhigung: Inzwischen ist alles wieder in Ordnung.

Nachdem ich nun schon so lange da war, will ich nun endlich den Nam Ou runter und weiter!!! Bin schon ganz kribbelig. Wir warten sage und schreibe 7 Stunden am Fähranleger und verhandeln Preise. Es ist schwierig und langwierig. Ausgerechnet jetzt, wo wir mal wirklich auf backpacker, die von der anderen Seite aus Vietnam rüberkommen, warten, kommen keine an. Ein Boot, das uns alleine nach Nong Khiaw bringen soll, kostet 100 Euro. Unfassbar. Das wollen wir natürlich nicht.

Alle fahren irgendwie los - nur bei uns klappt einfach gar nichts

Alle fahren irgendwie los - nur bei uns klappt einfach gar nichts

Nach einem ganzen Tag Warterei beschließen wir, mit dem Bus nach Nong Khiaw zu fahren.

Ein idyllisch gelegenes Häuschen wartet auf uns in Nong Khiaw

Ein idyllisch gelegenes Häuschen wartet auf uns in Nong Khiaw

Der Fähranleger mit vielen wartenden Booten, von denen uns hoffentlich eins zurück nach Oudomxai bringen wird. Leider sind die Boote jedoch an dem Tag, an dem wir fahren wollen, alle weg und wir haben das nächste Problem.

Der Fähranleger mit vielen wartenden Booten, von denen uns hoffentlich eins zurück nach Oudomxai bringen wird. Leider sind die Boote jedoch an dem Tag, an dem wir fahren wollen, alle weg und wir haben das nächste Problem.

Es gießt 2 Tage ununterbrochen. Wir sind gezwungen, Pause zu machen und Bücher zu lesen.
Es ist aber auch supernett. Wir gehen in eine Dampfsauna, was Nadeem bis dato überhaupt noch nicht kannte. Er fand es supertoll.

Es pladdert nur so von den Dächern.

Es pladdert nur so von den Dächern.

Wir wollen eine Höhle erkunden, aber alles ist total überschwemmt, Bäume versinken im Wasser und die Höhle ist unbegehbar

Wir wollen eine Höhle erkunden, aber alles ist total überschwemmt, Bäume versinken im Wasser und die Höhle ist unbegehbar

2 Laoten - geschützt von 2 Mülltüten und "Spezialhüten". Man merkt den vietnamesischen Einfluss. Sie bestaunen den immer höher werdenden Wasserpegel. Ein herrliches Bild! Wir amüsieren uns köstlich und sie schauen verwirrt zu uns rüber.

2 Laoten - geschützt von 2 Mülltüten und "Spezialhüten". Man merkt den vietnamesischen Einfluss. Sie bestaunen den immer höher werdenden Wasserpegel. Ein herrliches Bild! Wir amüsieren uns köstlich und sie schauen verwirrt zu uns rüber.

Dieser Mann warnt uns davor, weiter zu gehen, da wir sonst von den Schlammmassen weggerissen würden.

Dieser Mann warnt uns davor, weiter zu gehen, da wir sonst von den Schlammmassen weggerissen würden.

Trotz Dauerregen: die Haare sitzen (wenn auch plastikgeschützt) und  die Stimmung ist gut

Trotz Dauerregen: die Haare sitzen (wenn auch plastikgeschützt) und die Stimmung ist gut

Es gelingt uns wieder nicht, ein Boot mit anderen zu teilen und wir beschließen, mit dem Bus direkt weiter nach Luang Prabang zu fahren, auch in der Hoffnung, dass dort das Wetter ein bisschen besser werden wird.
Es ist nun mal Regenzeit im Juli und August. Viele dzg-ler hatten mich vorher gewarnt, in dieser Jahreszeit nach Laos zu reisen, aber es war zeittechnisch nicht anders möglich.

Ankunft Luang Prabang. Was für eine zauberhafte kleine Stadt im Norden von Laos.
Wenn es eine Stadt gibt, die alles verkörpert, wofür Laos steht - Ruhe, Friedlichkeit und Gelassenheit, so ist dies ohne Zweifel Luang Prabang. Die Stadt vereint auf geradezu ideale Weise die laotische Geschichte: Traditionelle Tempel und Pagoden stehen in unmittelbarer Nachbarschaft zu französischen Kolonialbauten und verschmelzen zu einer architektonischen Einheit. Was auf den ersten Blick als konträr erscheinen mag, harmoniert in diesem laotischen Sinnbild geradezu perfekt miteinander.
Luang Prabang, die ehemalige Hauptstadt des Landes, ist heute mit 47.500 Einwohnern die zweitgrößte Stadt von Laos und wurde im Jahre 1995 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Ob man in einem der zahlreichen Cafes das laotische Kleinstadtleben beobachtet, einen Kochkurs belegt, einen Tempel besucht oder auf dem abendlichen Hmong-Markt laotische Spezialitäten kostet - Luang Prabang hat ein solch breites Spektrum an Aktivitäten zu bieten, dass es sich lohnt, mehrere Tage an diesem Ort zu verbringen.

Street life in Luang Prabang

Street life in Luang Prabang

Der berühmte Night Market, in dem Fall noch am frühen Abend. Eigentlich kann man dazu eher Kunstmarkt sagen, da fast ausschließlich hochwertige Handwerkssachen angeboten. Ein umwerfendes Angebot. Ich könnte mich totkaufen. Der arme Nadeem, er muss ständig auf mich warten und meine Begeisterungsstürme ertragen.

Der berühmte Night Market, in dem Fall noch am frühen Abend. Eigentlich kann man dazu eher Kunstmarkt sagen, da fast ausschließlich hochwertige Handwerkssachen angeboten. Ein umwerfendes Angebot. Ich könnte mich totkaufen. Der arme Nadeem, er muss ständig auf mich warten und meine Begeisterungsstürme ertragen.

Ist die Kleene nicht süß? Auch sie preist schon Waren an.

Ist die Kleene nicht süß? Auch sie preist schon Waren an.

Jeden Morgen sammeln die örtlichen Mönche Essen für den Tag ein. Ein bekanntes Ritual in Luang Prabang.

Jeden Morgen sammeln die örtlichen Mönche Essen für den Tag ein. Ein bekanntes Ritual in Luang Prabang.

Nadeem war ganz wild hinter solch einem Hut her und glücklich, als er einen ergattert hatte.

Nadeem war ganz wild hinter solch einem Hut her und glücklich, als er einen ergattert hatte.

Besichtigung einer Höhle mit vielen tausend Buddhas

Besichtigung einer Höhle mit vielen tausend Buddhas

Ausflug auf die gegenüberliegende Seite von L.P. Dort treffen wir auf eine Familie (mit Vogel im Holzkasten), die kein Wort Englisch sprechen, aber wir verstehen uns prächtig.

Ausflug auf die gegenüberliegende Seite von L.P. Dort treffen wir auf eine Familie (mit Vogel im Holzkasten), die kein Wort Englisch sprechen, aber wir verstehen uns prächtig.

Wir gehen mit einem holländische Pärchen laotisches "Fondue" essen. In der Mitte des Tisches befindet sich ein Loch mit einem Kübel mit heißen Kohlen, auf dem ein Topf platziert wird und dünne Scheibchen Fleisch werden auf der Wölbung gebraten. Das Gemüse wird in der Senke drum herum gekocht, eine vorzügliche Brühe, die anschließend geschlürft wird.

Wir gehen mit einem holländische Pärchen laotisches "Fondue" essen. In der Mitte des Tisches befindet sich ein Loch mit einem Kübel mit heißen Kohlen, auf dem ein Topf platziert wird und dünne Scheibchen Fleisch werden auf der Wölbung gebraten. Das Gemüse wird in der Senke drum herum gekocht, eine vorzügliche Brühe, die anschließend geschlürft wird.

Gar gerne hätten wir solch ein laotisches Gefährt entwendet, aber der Eigentümer hätte sicher was dagegen gehabt

Gar gerne hätten wir solch ein laotisches Gefährt entwendet, aber der Eigentümer hätte sicher was dagegen gehabt

Mekong am Abend. 
Der Mekong ist der längste Fluss Südostasiens. Er durchquert mit einer Länge von 4.350 km die Länder China, Myanmar, Laos, Thailand, Kambodscha und Vietnam. In Laos ist der Mekong mit seinem breiten Flussbett eine der Hauptverkehrsadern. Er hat aufgrund der Fruchtbarkeit, die er der laotischen Tiefebene schenkt, einen enormen Einfluss auf die dortige Flora und Fauna. 
Der Abschied von Luang Prabang naht. Es geht weiter in den Süden von Laos nach Pakxe und Muang Khong

Mekong am Abend.

Der Mekong ist der längste Fluss Südostasiens. Er durchquert mit einer Länge von 4.350 km die Länder China, Myanmar, Laos, Thailand, Kambodscha und Vietnam. In Laos ist der Mekong mit seinem breiten Flussbett eine der Hauptverkehrsadern. Er hat aufgrund der Fruchtbarkeit, die er der laotischen Tiefebene schenkt, einen enormen Einfluss auf die dortige Flora und Fauna.

Der Abschied von Luang Prabang naht. Es geht weiter in den Süden von Laos nach Pakxe und Muang Khong

© Annette W., 2011
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Endlich mal wieder eine Reise durch Südostasien
Details:
Aufbruch: Juli 2010
Dauer: circa 5 Wochen
Heimkehr: August 2010
Reiseziele: Thailand
Laos
Der Autor
 
Annette W. berichtet seit 12 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Annette sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
Bild des Autors
Annette über sich:
Hi liebe Welterforschende!
Mein Lebensmotto lautet:
Es gibt nichts Schöneres, als ins Unbekannte aufzubrechen!
Bin eine humorvolle, bisschen ver-rückte, sehr gerne auch provozierende und durchgeknallte Frau. Ich liebe Musik, Musik, Musik und abenteuerliche, nachdenkliche und interessante Expeditionsreisen in die abgelegensten Ecken der Welt sowie mein "Hexenmobil". Ich reise gerne alleine oder auch mit anderen Weltliebhabern mit Rucksack durch die Gegend. Ich finde junge und jung gebliebene Menschen klasse, die ähnlich denken und reisen. Freu mich auf einen Gedankenaustausch mit euch!

Ständig werde ich gefragt: Hast Du keine Angst? - Bist Du nicht einsam? - Woher nimmst Du Deinen Mut? - Warum reist Du alleine? usw. usw.:
Mit diesem Bericht möchte ich nun andere Frauen, vielleicht auch nicht mehr so ganz jung an Jahren wie ich, ermutigen, diesen offensichtlich noch immer ungewöhnlichen Schritt zu unternehmen - und gleichzeitig Männern aufzeigen: Es geht auch mal ohne Euch!!
Die Welt des Reisens hat mich schon seit Jahren gepackt. Bereits vor 16 Jahren habe ich zusammen mit meinem damaligen Mann, ausgehend von Australien mit Frachtschiff, Neuseeland durchstreift. Doch meine wahre Liebe galt immer dem Urwald und dem Abenteuer. 1990 enschloss ich mich spontan, einen 6-wöchigen Trip nach Indonesien zu unternehmen und flog kurzerhand nach Singapur, ohne KKM: Kind, Kegel, Mann. Nach den ersten stark gewöhnungsbedürftigen Nächten an einer 8-spurigen Straße im "Why not homestay"-Guesthouse in einem ca. 20-Männlein-Weiblein-Schlafsaal und dem ersten "Schock" des Exotischen ging's weiter mit Flugzeug nach Sumatra, anschließend per Bus, Schiff, Zug, Motorrad, etc. nach Java, Bali, Lombok - und (für Kenner) Gili Travangan. Meine Erfahrungen mit Urwald, mit dem ich das erste Mal zus. mit meinen beiden indonesischen Führern für ein paar Tage Kontakt hatte, mit der einheimischen Bevölkerung und dem Alleinreisen waren durchweg positiv . Fast überall wurde ich bestaunt und immer wieder gefragt: Warum reist Du allein? Auf diese Frage muß frau situationsbedingt antworten: allein unter Frauen, was selten der Fall ist: die Wahrheit, allein unter Männern: Interesse am Land, schreibe ein Buch, Ehemann hütet zu Hause die beiden Kinder (Bilder immer in der Tasche) ! Resultat: Alle sind zufrieden und ich kann beruhigt meiner Wege gehen. Auf dieser Reise traf ich auch eine ganze Menge Traveller aus aller Welt, die ich dann im weiteren Verlauf manchmal wiedergetroffen habe. Ab und zu sind wir zusammen weitergereist, dann mal wieder alleine weiter, usw.
Nach diesen erfolgreichen Wochen bekam ich noch mehr Mut und plante meine nächste Reise nach Borneo unter dem Motto: Allein unter Kopfjägern! Ausgehend von Kuala Lumpur startete ich in Sabah, Kuta Kinabalu, dem malaysischen Teil von Borneo. Von dort ging es mit Bussen weiter in den Norden der Insel, anschließend auf dem Seewege in den indonesischen Teil Kalimantan. Die Reise führte mich weiter in den Süden. Es folgte ein kurzer Abstecher nach Sulawesi zum Tauchen. Auf dieser 2 1/2-tägigen Schiffsfahrt traf ich den einzigen Europäer unter ca. 300 Indonesiern, nämlich Erich, den deutschen Schiffssicherheitsingenieur, der sich freute, mir das einzige freie Plätzchen in seiner Kabine zur Übernachtung anbieten zu können und (ausschließlich!) glücklich war, endlich mal wieder Deutsch sprechen zu können, was er dann auch fast ununterbrochen tat. Sobald ich mich aus meiner Kabine herauswagte, sprach es sich auf dem Schiff wie ein Lauffeuer herum, daß "die Fremde" draußen wäre, und innerhalb von 5 Minuten war ich umringt von ca. 30 Leuten, die mich bestaunten. Dann weiter auf Borneo per Bus und Mini-Flugzeug (4 männl. Passagiere, 1 Pilot) wieder aus dem indonesischen Teil in den malaysischen Staat Sarawak. Meine beiden Trips auf einem der zahlreichen Wasserstraßen ins Landesinnere mit jeweils einem indonesischen Führer verliefen auch sehr positiv und abenteuerlich. Die Familie wurde mir vorgestellt, ich wurde zusammen mit allen fotografiert, hinterließ ein paar deutsche "Andenken" und alle waren glücklich. Von dieser Reise muß ich allerdings sagen, daß ich zu oft alleine nur mit den Einheimischen war und ich sehnte mich nach den meist sehr lustigen und netten Zusammentreffen mit anderen "back-packern". Wo ich auftauchte, erregte ich Aufsehen und wurde bestaunt, was einem nach einer Zeit doch sehr auf den Nerv gehen kann. Die fehlenden Englisch-Kenntnisse der Insulaner waren dann auch manchmal zeitraubend und anstrengend, worauf ich beschloss, vor der nächsten Reise die entspr. Sprache einigermaßen zu erlernen.
Meine weiteren Erfahrungen in Marokko waren manchmal sehr nervend, da die arabischen Männer doch recht aufdringlich sind, besonders wenn sie mitbekommen, daß frau Französisch spricht. Mir wurde auch einmal nach längeren Diskussionen mit einem marokkanischen Mathematiklehrer gesagt, daß er es nicht gutfände, wenn selbstbewußte, alleinreisende und dann noch in seinen Augen feministische Frauen "aufrührerisches Gedankentum" in sein Land brächten und er wolle sich nicht länger mit mir unterhalten. Anderseits war ein Hotelbesitzer total begeistert, wollte mich heiraten und hatte die Idee, daß ich marokkanische Frauen selbstbewußter in ihrer Eigenschaft als Frau unterstützen solle.
Die Gründe für meine alleinigen Unternehmen sind pragmatischer Art: Reisen ist meine absolute Leidenschaft. Ich habe nichts dagegen, mit einem Freund oder Freundin zusammen zu reisen. Dieses scheiterte meistens jedoch an der bei manchen noch vorh. Familie, Geld, Mut, Zeit oder auch mangels Masse an entspr. Leuten. Dadurch dachte ich: Wat mut, dat mut, reise alleine, wenn Du die Welt kennenlernen willst und warte nicht auf Mitreisende, denn dafür ist das Leben zu kurz und Leute trifft frau unterwegs meistens genug! Was den Mut anbelangt, so wächst er mit der Zeit immer mehr. Wenn frau selbstbewusst auftritt, weiß, was sie will, ebnet Mann ihr wirklich den Weg. Zum Thema Einsamkeit muß gesagt werden, daß man unterscheiden muß zwischen Alleinsein und Einsamsein. Voraussetzung für das Alleinsein auf Reisen sind psychologische Kenntnisse der eigenen Persönlichkeit, das Wissen, auch mit schwierigen Situationen allein fertigwerden zu können , wunderschöne Erlebnisse auch alleine genießen zu können sowie gutes Informationsmaterial für entspr. Rucksackreisen. Einsamkeit stellt sich manchmal an blau-grünem Wasser, einsamen Korallenstränden, wunderschönen rauchenden Vulkanen und bei phantastischen Erlebnissen ein, wenn dann gerade nicht der (die) entsprechende Freund/in da ist, um das mit einem zu teilen. Doch diese Momente vergehen meistens schnell, da ich weiß, daß zu Hause genügend Freunde da sind, die später intensiv an den Erlebnissen Interesse haben werden. Erwähnen möchte ich noch, daß ich mich seit jeher bemühe, einen sanften Tourismus zu praktizieren, d.h. mich in einer umweltverträglichen und sozialverantwortlichen Art und Weise in den jeweiligen Ländern zu verhalten.
Also auf, Frauen: Fehlen die entsprechenden Mitreisenden und Ihr habt Lust, die Welt zu entdecken, reist, reist!! Es ist ungefährlicher als Ihr denkt! Doch bemüht Euch auch, dieses in einer integrativen Form zu tun.
Kamala H.(1996)