In 2 1/2 Wochen durch Malaysia

Reisezeit: August / September 2006  |  von Susanne Schock

Taman Negara - der Regenwald

Nach einer traumhaften Woche gings dann von Kuala Besut aus weiter runter in den Süden des Landes, in Richtung des Nationalparks (Taman Negara auf Malaiisch). Dieser Wald ist der älteste Primäre Regenwald des Landes und in jedem Fall eine Reise wert! Jedoch sollte man sich gut überlegen, wie man dahin kommt. Wir wollten gerne mit den local busses fahren, weil wir eigentlich dachten, wir würden auf diese Weise günstiger und auch landestypischer reisen. Das viele Umsteigen, um schließlich nach Jerantut, einer Stadt nahe der Jetty zum Nationalpark, zu gelangen, ist allerdings wirklich anstrengend.
Innerhalb von 16 Stunden sind wir von Kuala Besut über viele kleine Dörfer nach Kuala Terengganu gefahren, wo es laut Auskünften einen direkten Bus nach Jerantut geben sollte. Dem war jedoch nicht so. Aus diesem Grund sind wir in die nächst gelegene große Stadt gefahren - Kuantan. Wer sich mal auf der Landkarte schlau macht, sieht sofort: ein ganz schöner Umweg!
Sehr spät, gegen 1Uhr morgens, kamen wir dann in unserer kleinen, wohlwissend im Vorfeld telefonisch gebuchten Lodge in Jerantut an. Weil der außerordentlich liebenswerte Busfahrer wohl gesehen haben muss, wie müde wir waren, hat er uns statt zum Busbahnhof gleich direkt zum Hostel gefahren und uns auch noch beim Gepäck geholfen.
An dieser Stelle möchte ich jedem, der diese Tour auch gerne machen möchte empfehlen, den Jungle-Train von Kota Bharu (liegt nicht weit weg von Kuala Besut) in den Taman Negara zu nehmen. Auf diese Weise (gesetzt den Fall man fährt morgens los) sieht man mehr von der Landschaft, statt sich mit Travel-Schedules beschäftigen zu müssen. Zudem benötigt der Train lediglich 12h.

rauchen in den local busses ist überhaupt kein Problem - ein wirklich seltsames Gefühl...musste ich aber mal gemacht haben

rauchen in den local busses ist überhaupt kein Problem - ein wirklich seltsames Gefühl...musste ich aber mal gemacht haben

Eine Konditorei in Kuantan!

Eine Konditorei in Kuantan!

Direkt am ganz frühen Morgen des nächsten Tages sind wir mit einem Tourbus durch weite Palmöl-Plantagen direkt nach Kuala Tahan (ca. 1h Fahrt), dem Dorf direkt am Rande des Dschungels, gefahren. Für ganz Beschauliche, die mehr Zeit mitbringen, lohnt es sich auf jeden Fall, den Wasserweg von Kuala Tembeling nach Kuala Tahan über den Sungai Tembeling zu wählen. Dies dauert stromaufwärts zwar 3h und kostet mit 19RM genauso viel wie unsere Minibus-Variante, aber die Fahrt nach Kuala Tembeling hätte uns kostbare Zeit geraubt...
In Kuala Tahan angekommen haben wir uns sehr schnell für eine etwas abgelegene, ruhige Chalet-Anlage entschieden. Todesmutig sind wir im Durian(!!!!!)-Chalet eingekehrt und hatten Glück, dass die Früchtchen bereits abgeerntet waren.

Palmöl-Plantagen soweit das Auge reicht - wenn man bedenkt, dass dies alles einmal Urwald war... macht nachdenklich.

Palmöl-Plantagen soweit das Auge reicht - wenn man bedenkt, dass dies alles einmal Urwald war... macht nachdenklich.

"Bordstein-Kälbchen"

"Bordstein-Kälbchen"

Unser Kleinod im Regenwald! Mit wirklich lieben Betreibern.

Unser Kleinod im Regenwald! Mit wirklich lieben Betreibern.

Der Bungalow für 2Personen mit Fan, Moskitonetz (WICHTIG!) und eigener Duschkabine kostet 22RM

Der Bungalow für 2Personen mit Fan, Moskitonetz (WICHTIG!) und eigener Duschkabine kostet 22RM

Die Jetty an sich ist eigentlich schon recht spannend, weil man richtige Einblicke bekommt. So befindet sich eines der "Internet-Cafés" des Örtchens direkt hinter dem Wohnzimmer einer vierköpfigen Familie. Während die Kids vorm Fernseher Videogames zocken und Mama auf der Veranda die Wäsche macht, sitzt man vor einem der 10 Rechner (wohlgemerkt alle an einem Mondem angeschlossen, was das Unterfangen ziemlich langwierig macht)... superlustig!!!!

Hier befand sich das Internet-Café - unglaublich, aber wahr.

Hier befand sich das Internet-Café - unglaublich, aber wahr.

Nachdem wir unser Gepäck gut untergebracht hatten, sind wir runter zum Fluß, wo die Taxiboote ablegen, denn der eigentlich Eingang zum Wald befindet sich jenseits des Sungai Tembeling. Hier befinden sich auch die berühmten Floating Restaurants.
Es gibt mehrere Möglichkeiten, den Regenwald zu erkunden. Mit ein bißchen mehr Zeit kann man mehrtägige Treks mit Guide buchen, welche in die entlegensten Winkel führen und Übernachtungen in Hides und Höhlen beinhalten - einige Backpacker erzählten uns von Leoparden, die sie gesehen haben. In der Tat leben dort Elefanten und Wildkatzen frei, allerdings zu weit im Waldinneren, um sie ohne Guide erreichen zu können. Wieder einmal machte uns der "Zeitplan " einen Strich durch die Rechnung - eine solche Tour war für uns einfach nicht drin. Also entschieden wir uns mit Landkarte selbst einen Streifzug zu unternehmen. Der Track war für 5 Stunden angesetzt, vollkommen auf uns allein gestellt, ohne Guide.

schmeckts?

schmeckts?

Obwohl wir die meiste Zeit auf den vorgegebenen Wegen geblieben sind, haben wir viel an Flora und Fauna zu Gesicht bekommen. Neben Orchideen, riesigen Bäumen auch einen wirklich groooßen Leguan! Fast beängstigend nah kam er ran - wir haben und nicht getraut uns zu bewegen, daher haben wir leider keine Bilder machen können, auf welchen man etwas erkennen könnte
Man muss vielleicht erwähnen, dass die Wege stellenweise derartig zugewuchert sind, dass kaum zu erkennen ist, wo sie entlangführen. So kam es auch, dass wir in einem Sumpf gelandet sind, der zwar in der Karte eingetragen ist, jedoch nicht wirklich "übersichtlich" ist. Hier waren wir lange damit beschäftigt Blutegel aus Hosen, Schuhen und Strümpfen zu schütteln. Einige hatten sich schon festgebissen - ist aber nicht schlimm... bloß keine Panik bekommen, sondern einfach ein Feuerzeig drunterhalten, dann lassen sie los. Nur NICHT abreißen!!!! Das blutet schlimm! Auch hierzu leider (aber auch verständlicherweise) keine Bilder - wir waren einfach zu beschäftigt

einer der Wege, etwas tiefer im Wald...

einer der Wege, etwas tiefer im Wald...

Der Canopywalk in ca. 40m Höhe, quer durch die Baumgipfel. Da gabs immerhin ein wenig Luft! Und einen Wahnsinnsausblick...

Der Canopywalk in ca. 40m Höhe, quer durch die Baumgipfel. Da gabs immerhin ein wenig Luft! Und einen Wahnsinnsausblick...

Schaukeln auf einer Liane - wollt ich schon immer mal machen

Schaukeln auf einer Liane - wollt ich schon immer mal machen

auf einer Lichtung: mit Gottesanbeterin

auf einer Lichtung: mit Gottesanbeterin

mmmmmmmhhhhh - frischer Mangosaft im Floating Restaurant

mmmmmmmhhhhh - frischer Mangosaft im Floating Restaurant

geschafft, aber glücklich! Nach 6h Dschungel-Trek und Blutegel-Terror... geil wars!

geschafft, aber glücklich! Nach 6h Dschungel-Trek und Blutegel-Terror... geil wars!

© Susanne Schock, 2007
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Die Reise
 
Worum geht's?:
von KL über die Highlands und Georgetown ins Paradies, in den Regenwald und zurück...
Details:
Aufbruch: 27.08.2006
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 14.09.2006
Reiseziele: Malaysia
Der Autor
 
Susanne Schock berichtet seit 17 Jahren auf umdiewelt.
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