Myanmar-Reisebericht :Myanmar (Birma) 2009/10

Mehr als zwanzig Jahre ist es her, dass Karin und ich in Südostasien gewesen sind. Wer freilich Myanmar, das ehemalige Birma, besucht, wird kaum bemerken, dass sich in all der Zeit etwas verändert hat. Es ist es ein Land, in dem es vermutlich mehr Buddhastatuen gibt als Einwohner.

Erste Verluste: Moskau - Peking - Bangkok

Privater Nahverkehr in Mawlamyine im Süden Myanmars

Privater Nahverkehr in Mawlamyine im Süden Myanmars

Das Förderband der Gepäckausgabe in Peking für den Flug SU 114 von Moskau kommend steht bereits still, als wir endlich die Transferkontrollen passiert haben. Ein paar Koffer sind noch liegen geblieben, darunter Karins Rucksack, meiner liegt da nicht, das gleiche Malheur wie letztes Jahr in Johannesburg. Ein Büro nebenan, eine junge Frau, die ein Protokoll aufnimmt und mein Ärger, den ich Mühe habe nicht an ihr auszulassen. Das Versprechen mein Gepäck am übernächsten Tag in Yangon in Empfang nehmen zu können, tröstet mich im Augenblick wenig, das alles ist wie ein verpatzter Start. Ein Stockwerk darüber ein anderes Büro, eng, überbelegt, nach Essen stinkend, dort leistet uns Aeroflot, die Fluggesellschaft, 100 US-Dollar Schadenersatz, immerhin. Der bei der Zwischenlandung in Moskau nicht verladene Rucksack ist allerdings kaum mehr als ein bisschen Reisefolklore verglichen mit dem, was nun unmittelbar folgt. Die Bordkarten für den Weiterflug nach Bangkok bereits in der Hand, kommt, noch ehe wir die Zollkontrolle passieren, eine Mitarbeiterin von Sri Lankan Airlines auf uns zu und sagt, da stimme etwas nicht mit unseren Tickets. Not your fault! sagt sie dauernd, aber was hilft's, im Klartext sind die Tickets von unserem Reiseveranstalter angeblich nicht bezahlt worden, daher: Noch mal zahlen oder nicht mitfliegen können. Zwei Finnen erwischt es ebenfalls und auf Flügen davor, sagen sie uns, haben schon etliche andere ahnungslos und dann entsetzt an diesem Schalter gestanden. Erregtes, letztendlich folgenloses Diskutieren. Die Zeit läuft uns davon, die Maschine startet in Kürze. Erreichen müssen wir sie in jedem Fall, um morgen früh nicht den Anschlussflug nach Yangon zu verpassen, also zahlen wir. Der Ärger wird nach unserer Heimkehr seine natürliche Fortsetzung haben.

Baden gehen in der Nähe von Mandalay.

Baden gehen in der Nähe von Mandalay.

Bangkok am Abend labt die Seele wieder ein bisschen. Von einem jungen Mann zur S-Bahn gelotst, gelangen wir in der Nähe der Station, an der wir aussteigen, mehr durch Zufall in ein freundliches Guesthouse und glauben, als wir über den in der Nähe gelegenen abendlichen Kiezmarkt mit seinen Essständen schlendern, jenes Bangkok wieder ein wenig zu spüren, das wir zuletzt vor mehr als zwanzig Jahren besucht hatten. Es ist ein schmales Sträßchen zur Sukhumvit Rd., die niedrigen Fassaden sind mit Stromkabeln überzogen, die an Dschungelgestrüpp erinnern, dahinter die mehrstöckige Betonkonstruktion der S-Bahn-Station Thong Lo und in seitlicher Entfernung - ebenfalls Teil dieser nächtlichen Kulisse - eine blau leuchtende Hochhaussilhouette. Entspanntes Auf und Ab. Der Flughafen von Bangkok am frühen Morgen wirkt ebenfalls entspannt: keine schlauchartigen Gänge, eher Marktplatz, viel Transparenz. Gar ein junger Zollkontrolleur von geradezu ansteckender Liebenswürdigkeit.

© Peter Kiefer, 2010
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 19.12.2009
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 10.01.2010
Reiseziele: Myanmar
Der Autor
 
Peter Kiefer berichtet seit 12 Jahren auf umdiewelt.
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Peter über sich:
Ich heiße Peter Kiefer, bin 1951 geboren, war noch im Schulalter, als ich mich zum ersten Mal in der Welt umgesehen habe, damals in der westlichen Sahara, bin in den Folgejahren den so genannten Hippie-Trail nach Nepal hinauf- und hinuntergetrampt, habe später mit meiner Freundin andere Länder und Kontinente bereist, am liebsten das schwarze Afrika und habe auch heute noch nicht alles verlernt. Ich arbeite als freier Hörfunkjournalist und lebe in Berlin.