Thailand-Reisebericht :Auf Achse: 5 Monate Indien, Thailand, Vietnam und so

Englisch in Vietnam

Ein vielgereister Norweger erklärte uns vor unserem Flug nach Hanoi, daß die Vietnamesen sich enorm entwickelt hätten, sie sprechen gutes Englisch und sind sehr taff. Ok!!!

In Hanoi spät abends angekommen, erklärte uns der Vietnamese am Empfang, wo man um diese späte Zeit ca. 22.30 Uhr noch was zu essen bekommt. Auf dem Weg dorthin waren die Bürgersteige bereits alle hochgeklappt. Dann endlich entdecken wir es, das Restaurant. Es gab sogar eine Karte mit englischer Übersetzung. Beim Bestellen wurde es allerdings schon schwierig, so weit her war es mit dem Englischen dann doch nicht. Chicken, lemongras, onion, dazu nimmt Erich Pommes. Ich wählte ebenfalls ein Chicken-Gericht. Bis wir dann verstanden, daß es kein Chicken mehr gibt, sondern nur noch Beef. Auch gut. Die Pommes kommen recht schnell, dann mußte erstmal der Nebentisch mit ca. 10 Vietnamesen zu Ende bekocht werden. Da haben wir auch verstanden, warum es kein Chicken mehr gab. Es landete alles kleingehackt auf dem Nachbartisch, schön verziert mit den Füssen obenauf. Das scheint hier eine Spezialität zu sein. Gekocht wurde vor dem Gebäude, wir waren in einer ganz gewöhnlichen Nudelbude. Lecker war es und super. Hanoi Bier gab es auch. Dennoch sind wir die restlichen Tage in ein „Restaurant“ gegangen.

In Sa Pa fanden wir gleich am ersten Abend „unser“ Restaurant. Da es richtig kalt war, hatte man hier den offenen Kohleofen zwischen die Tische plaziert, und in dicken Jacken eingehüllt konnten wir unser leckeres Essen verspeisen. Hier wurde gut englisch gesprochen und verstanden, zumindest von der Chefin. Ein kleines Restaurant im Familienbetrieb. So etwas lieben wir und kommen dann auch jeden Abend wieder.

In Vinh wurden wir kaum verstanden. Hier gab es auch nur ein für uns in Frage kommendes Restaurant, in dem allerdings der Bär steppte. Der einheimische. Junge Leute, die gut und gerne feiern, da werden natürlich reichlich Selfies geschossen und Alkohol getrunken. Extrem laute Musik, da haben wir gegessen und dann schnell weg.

In Hue hatten wir uns ein winziges Restaurant ausgesucht, auch hier sprach man englisch, das Essen war super, allerdings tummelten sich auf der anderen Straßenseite die Ratten im Müll.

In Hoi An hatten wir eine super liebe Guesthouse-Vermieterin mit einem netten Accent, aber sehr verständlichem Englisch. Sehr hilfreiche Tips zur Erkundung der Gegend auf den Fahrrädern, die man umsonst im Guesthouse bekam. Sie hat es uns dann auch nicht übelgenommen, daß wir auch am zweiten Morgen lieber Omelett mit Baguette statt der servierten Nudelsuppe mit undefiniertem Fleisch essen wollten.

Auch dieses Mal haben wir unsere Reise in Quy Nhon für eine Übernachtung unterbrochen. Hotel ok, kein Englisch. Das einzige Restaurant, welches wir gefunden haben ein Barbecue. Da ist immer was los. Unser Essen war eine Vollkatastrophe (da wir kein Seafood mögen), blieb nur Chicken, dies wurde aber mit Haut und Füssen kleingehackt serviert.

Erich hat zwei Portionen Pommes genommen. Am Ende tummelten sich auch hier in Sichtweite die Ratten. Also schnell wieder weg. Allerdings trafen wir hier die supertolle Motorradfahrerin, nachdem wir uns am Busbahnhof an mehreren Stellen in Englisch versucht hatten, um den Anschlußbus zu buchen, sowie an der Tankstelle, wo wir zuvor ausgestiegen waren. Alle versuchen zu helfen, aber die Sprache reicht nicht. Und da kam sie, wollte eigentlich tanken und sah uns ratlos dastehen und fragte gleich: Can I help you? Mir ist das in Deutschland noch nie passiert.

In Nha Trang spricht man eher russisch als englisch und hier ist dann wirklich der liebenswerte Vietnamese fast vollständig ausgerottet und nur noch auf Russen angewiesen. Allerdings habe ich eine kleine Bude gefunden, in der ich bei einer nicht englisch sprechenden netten Frau Kaffee, Bier, Baguette und Obst kaufen konnte.

Also kann ich nur sagen, es kommt wohl sehr darauf an, mit welchen Vietnamesen man in Kontakt kommt. Die Mittelschicht hält sich doch weiterhin sehr zurück mit Englischkenntnissen. Oftmals war es auch so, daß sie uns schnell einige Sätze hingeschleudert haben, weil sie meinten, sie wüßten, was wir wollten und gar nicht wirklich zuhörten, nach der Essensbestellung für eine Person schon davonliefen, anstelle bis zu Ende zuzuhören. Es scheinen uns eher Touristenfloskeln zu sein, die sie dann nicht nur in Englisch, sondern ebenso in anderen Sprachen beherrschen, aber vermutlich nicht wirklich verstehen.

© Erich Backes, 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Dez. 2016 bis April 2017: Mumbay, Goa, Rajasthan, Andamanen und Nikobaren, Südindien, Asien, neugierig sein, ausprobieren, wohlfühlen "Schildkröten können dir mehr über den Weg erzählen als Hasen" (aus China)
Details:
Aufbruch: 26.11.2016
Dauer: 5 Monate
Heimkehr: 23.04.2017
Reiseziele: Indien
Thailand
Vietnam
Der Autor
 
Erich Backes berichtet seit 4 Jahren auf umdiewelt.
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