Vietnam-Reisebericht :Bilderbuch Indochina

der Norden Vietnams : Halong Bucht

Heute sind die beiden etwas verspätet aber lediglich 5 min und man ist im Hotel schon besorgt und meint wenn etwas besonderes wäre, hätte der Guide bereits angerufen. Durch das französische Viertel, in dem wirklich manche Kolonialvollen stehen und breite baumbestandene Boulevards den Verkehr aufnehmen - trotzdem fährt alles wild durcheinander. (Habe gestern gerade einen ADAC-Artikel über das Rechtsfahrgebot gelesen) verlassen wir die Stadt. Für die Strecke von 177 km rechnet der Fahrer dreieinhalb Stunden. Das liegt daran, dass es keinen Freeway zu dem UNESCO-Highlight gibt, das im KnowHow mal wieder runter gemacht wird. Auf etwa der halben Strecke machen wir eine sog. Technische Pause – natürlich wieder an einem Verkaufsshop – diesmal mit riesigen Ausmaßen, so dass auch ganze Busladungen alle erdenklichen tollen oder auch scheußlichen Sachen kaufen können.

Die Fahrt selbst ist recht eintönig - Reisfelder - typische Schmalhaus-Architektur - und schließlich Im Kohlenfördergebiet auch Industrie.

Bei der Einfahrt auf die Insel sieht man den Bauboom, den KnowHow so schlimm findet, aber er geht weiter. Dagegen liegen die Boote nicht dicht an dicht, sondern es sind mehrere Hafenbecken, in denen die Kreuzfahrtschiffe in gemäßigtem Abstand stehen. Um 12.15 Uhr ist Boarding angesagt, die Trolleys sind direkt beladen und wir müssen bald darauf ein ganzes Stück laufen um mit dem gleichen Boot zum Schiff gebracht zu werden.

Ich vergesse mal wieder etwas Entscheidendes, nämlich meinen Rucksack - Altersheimer läßt grüßen. Die Mannschaft wartet, da ich zurück laufe, man hätte den Rucksack auch direkt aufs Schiff gehievt. Dann muß ich in aller Eile noch eine Schwimmweste anlegen und nach gut 100 m Bootsfahrt können wir an Bord. Dort gibt es zunächst mal einen Saft zur Begrüßung und ein Einweisung ins Programm, das allerdings auch auf dem Zimmer ausliegt.

Das Schiff ist mit 16 Personen besetzt, hat im oberen Deck 4 Kabinen, davon zwei mit Balkon und die restlichen im Unterdeck. Beim Betreten unseres Zimmers sind wir baff, das hätten wir auf dem kleinen Schiff nicht gedacht. Luxus Pur incl. Klimaanlage, allerdings ohne WLAN (!!!) Kann man ohne überhaupt noch überleben?

Schlafzimmer

Schlafzimmer

Badewanne mit Whirlpooldüsen

Badewanne mit Whirlpooldüsen

13.30 Uhr ist Lunch angesagt, unsere Tischnachbarn sind Kanadier aus Vancover Island, sie bestellen sofort eine 'bottle of chardonnay', wir bleiben wegen des Durstes bei Bier. Es gibt eine seafood Soup, Shrimps, vegetable salad, Chicken, Fish mit dunkler Soße, eine Art Calamares, Gemüse, Reis und schließlich eine Obstkaltschale.

Die Sonne lacht und ich bin hin und hergerissen, aufzustehen um zu fotografieren.
"Die verkarsteten Felsnadeln. Bergkegel und Zuckerhüte der über 3000 Kalksteininseln der Ha-Long-Bucht, die vielleicht spektakulärste Sehenswürdigkeit Vietnams, wurde von der UNESCO 1994 als Weltkulturerbe anerkannt. Ein barockes Naturtheater aus Menhiren, kariösen Drachenzähnen, versteinerten Mammuts, erstarrten Sauriern und Feen. ... Nüchtern betrachtet handelt es sich um eine uralte geologische Formation - die Überreste gewaltiger Muschelkalkbänke, die vor 300 Mio. Jahren heranwuchsen und stehenblieben, als sich das hinterindische Festland aus dem Meer empor hob. Der Meeresspiegel stieg und fiel im Rhythmus von Eiszeiten und Wärmeperioden, und Wind und Wellen taten das ihre, das ursprünglich flache Kalksteinplateau im Lauf von Jahrmillionen in abertausende Inseln und Felsnadeln zu zersplittern und bizarr zu verformen, als seien sie tatsächlich das Werk eines urzeitlichen Fabelwesens." (Sachinformationen aus Know-How)

Danach heißt es raus auf das Beiboot, um eine Perlenfarm zu besuchen. Es ist interessant, wie die Menschen, der Auster eine kleine Kugel (aus ihrem eigenen Panzer - dem Perlmutt) operativ einpflanzen. Etwa 50% gehen ein, die anderen bilden je nach Länge ( bis zu 8 Jahren) kleinere oder ganz große Perlen aus. Zum Schluß wird bei einer kleinen Muschel nachgeschaut, zu welchen 50% sie gehört und siehe da es ist ein kleine Perle inmitten des Muschelfleisches. Qualität Mittel – die Preise im obligatorischen Shop gehen für eine nicht allzu große Halskette bis zu 18000 $.

nach 8 Jahren

nach 8 Jahren

"Viele der steil aus dem Wasser empor ragenden, skurril geformten Felsen weisen Hohlräume auf und sind durchzogen von gigantischen Grotten. Im Innern mancher Inseln erstrecken sich Seen, kreisrund wie ein Auge und eingefasst von schroffen Felswänden. Kein Wunder, dass die Vietnamesen die malerischen Klippen, Riffs, Felstore, Hohler und Grotten ihrer Bucht seit Alters her nur als Schildkröte, Büffel, Elefant. Fledermaus, Kämpfende Hähne, Essstäbchen, Griffel oder Dschunkensegel kennen. Denn genauso sehen sie aus." (s.o.)
Zurück im Beiboot fahren wir zu einer kleinen Tropfsteinhöhle, an der man so in die Höhe steigen, dass man in beide Richtungen schauen kann. der name der Grotte: Dong Me Cung

Ausblick vom oberen Ausgang der Grotte

Ausblick vom oberen Ausgang der Grotte

Dann fährt unser Schiff allmählich zum Ankerplatz, wo wir dann zum ersten mal eine große Anzahl dieser Schiffe sehen. An Bord gibt es Obst und Kekse. Aber wir wollen danach auch noch unseren Balkon genießen. Aber von Boot an Boot kann auch hier nicht die Rede sein. Ich würde sagen – Rufabstand! Und das ist nicht ‚beängstigend’ wie KnowHow schreibt.
Ich kann uns ein Kaffee kochen, dazu einen Whisky und so läßt es sich leben. Nur die Sonne ist inzwischen hinter Wolken verschwunden, also auf einen spektakulären Sonnenuntergang müssen wir verzichten. Aber dazu gibt es genügend andere Zielorte.

Um 19.00 Uhr erwartet uns nun das Dinner auf dem Sonnendeck. Die Temperaturen sind so, dass man spielend im Hemd speisen kann. Es erwartet uns demnach keine Höllennacht nach KnowHow. Wir unterhalten uns blendend mir dem kanadischen Paar, das schon beim Lunch an unserem Tisch saß. Da es dunkel ist, kann man auf dem Oberdeck natürlich nichts mehr sehen. Wir wählen einen Sauvignon Blanc aus Neuseeland zum Essen, das aber leider nicht so lecker ist wie heute Mittag. Es gibt wieder eine Suppe, danach eine Salat das folgende Rindfleisch ist zäh, der gebratene Gemüsepuffer nicht überwältigend – ich bin noch gesättigt von heute Mittag – und dann gibt es Austern (!), allerdings gefüllt und für Ulrike erschreckender Weise mit Erdnüssen, die sehr häufig in den Salaten auftauchen. – Cliff ißt keine Austern und Jackie überläßt mir die seinen, so komme ich immerhin auf fast ein halbes Dutzend, was danach folgt weiß ich nicht mehr genau, da ich mit den Austern das Dinner beende.

in der Übernachtungsbucht

in der Übernachtungsbucht

© Herbert S., 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wir wollten keine vorgefertigte Reise, aber aufgrund unseres Alters auch nicht als backpacker vor Ort alles organisieren müssen. Nach längerer Suche fand ich eine Adresse in Hanoi, die ein individuelles Programm nach unseren´Vorstellungen zu 'stricken' in der Lage war.
Details:
Aufbruch: 07.11.2016
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 27.11.2016
Reiseziele: Vietnam
Kambodscha
Laos
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
Bild des Autors
Herbert über sich:
Bin begeisterter Reisender - teils mit Leihwagen in Mexiko, USA, Indonesien, Thailand, Arabien, Namibia, Südafrika, Türkei,... teils mit kleinem Wohnmobil in ganz Europa, aber besonders in Großbritannien und Skandinavien. Es gibt also noch viel zu berichten. Aber es kommt soviel hinzu.