Fidschi-Reisebericht :sieht so aus, als flöge ich um die Welt...?

Fiji : 25.04. Christchurch to Nadi

Meine erste Begegnung mit der fijianischen Art des Organisierens und meine erste Kava Zeremonie

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Über den Wolken

Über den Wolken

Fiji kommt in Sicht. Erstmal nicht so spektakulär. Spektakulär ist dann die Landung bei Sonnenuntergang. Wir steigen aus dem Flieger und gehen an der Seite des Gebäudes durch einen an der Seite offenen Laufgang mit gutem Blick aufs Rollfeld zur Gepäckausgabe. Ich esse vorsichtshalber meinen Apfel, dann habe ich an Nahrungsmitteln noch die Chips und die Kekse, um das Kreuz auf dem Zollformular zu rechtfertigen.

Landung bei Sonnenuntergang

Landung bei Sonnenuntergang

Am Gepäckband steht eine junge Familie, Vater Mutter, kleines Mädchen und kleiner Junge. Während Papa auf den kleinen Jungen aufpasst, steht Mama mit dem kleinen Mädchen auf der Hüfte am Gepäckband. Das klappt doch nie. "May, I help you? Just point your luggage out." und als Scherz füge ich noch hinzu "or I can take the little girl" Zack , habe ich das kleine Mädchen auf dem Arm. Sie ist vollkommen relaxt, guckt mich kurz an und dann wieder in der Gegend herum. Wer Panik hat, bin ich, Kinder, argh. Nach einer Weile kommt der Papa und erlöst mich, was gut ist, denn mein Babyelefant wackelt über das Gepäckband auf mich zu. Ich muss ihm bei Gelegenheit mal irgendwo Ohren besorgen. Mit den Elefanten auf dem Rücken verabschiede ich mich von der Familie und gehe Richtung Ausgang.

Mein Hostel hat einen Pickup "When you walk through the glass sliding doors and into the public arrivals area, look to your right for our little sign ‘Travellers Fiji’" Soweit so gut. Ich komme durch eine Glastür, rechts warten auch Menschen, aber ohne Schilder. Ich frage einen der Flughafen Angestellten. Nein, da hinten gibt es noch eine Glastür. Hier stehen rechts jede Menge Fijianer mit Schildern in der Hand, aber Fiji Travellers ist leider nicht dabei. Auf dem Schild von dem Letzten in der Reihe steht "Smugglers Cove", das ist nebenan, wie ich weiß, also frage ich ihn. Ja, ja, einfach hier um die Ecke hinsetzen und warten.
Also gehe ich um die Ecke zu einer Reihe von Stühlen und setze erstmal meinen Backpack ab. Als erstes ziehe ich mal meine Turnschuhe aus und meine Flipflops an, denn hier ist es warm. Juchuu Nach einer Weile kommt auch das arrogante Pärchen an, die mich weiter ignorieren, als wären wir nie in Cristchurch zusammen in einem Hostel gewesen. Sie sind auch noch im selben Hostel wie ich in Fiji, hoffentlich nicht im selben Raum. Er macht ein riesen Gewese, rennt überall hin, um zu fragen, was jetzt mit dem Transport ist, ohne irgendeine Antwort von den Fijianern zu bekommen, ausser: bitte hier an den Stühlen warten.
Irgendwann kommt ein Typ mit einer Liste und fragt ein paar Leute nach ihrem Namen. Dann kommt ein andere Einheimischer, ebenfalls mit einer Liste, es geht ganz schön drunter und drüber, die ersten Gruppen starten und werden in Taxis gestopft. Ich frage nochmal bei dem Smugglers Typ, als er vorbei kommt, vielleicht ist es ja ein Transport? Nein, nein, da kommt gleich jemand. Stimmt, allerdings hört damit die Verwirrung nicht auf. Stefanie? come with me. Den Rest versucht er in ein Taxi zu dirigieren, nur will das Pärchen da nicht einsteigen. Sie glauben wohl, sie müssten dann bezahlen. Nein, nur es passen eben nicht alle Leute in ein Auto. Ich fahre mit ihm in seinem Auto, auf dem Weg leitet er noch ein verirrtes Schaf vom Smugglers in deren Bus. No, Stefanie, you drive with me. Wir legen den Backpack auf den Rücksitz und es geht los. Nach einem Versuch meinerseits ein Gespräch in Gang zu bringen "Lots of traffic here", fahren wir schweigend zum Hostel.
Dort läuft der PC af Fiji Team. Sorry Leute, das wird hier nichts mit dem CheckIn. Wir bekommen ein FruchtsaftGetränk aufs Haus und sollen uns in die Bar setzen. Auf dem Weg höre ich, wie das Mädel vor mir mit dem Mitarbieter spricht "Have you found me shoes? I lost them here 4 years ago?" ist was ich verstehe. Da muss ich nachfragen und erfahre, dass ich mich verhört habe, 4 days ago hat sie ihre Schuhe verloren.
Nina kommt grade von den Inseln wieder und ist auch Deutsche. Wir verstehen uns auf Anhieb und trinken unseren Fruchtsaft zusammen. Auch die Chips mache ich auf, denn Nina hat ziemlichen Hunger. Beim quatschen vergeht die Zeit wie im Flug und schon ist das netbook vom Empfang aus der Fiji Zone zurück und wir können eingecheckt werden. Ich bekomme ein 4-Bett Female Dorm. Seltsam, das habe ich doch gar nicht gebucht. Etwas später folgt Nina, die das so auch nicht reserviert hat. Ach egal, beschließen wir, es ist so gemütlich und wir sind die Einzigen im Zimmer, wir bleiben dabei und soviel teurer ist es auch nicht. Erst am nächsten Morgen fällt mir auf, dass deswegen auch meine Anzahlung nicht berücksichtig wurde, aber gut, auf die 0.89 Euro kommts dann auch nicht an.

Wir richten uns etwas ein und während Nina an die Bar geht, um etwas zu essen, gehe ich erstmal duschen. Dann suche ich sie, kann sie aber erst nicht finden. Also gehe ich erstmal zum Strand und begrüße im Dunkeln das Meer. Long time no see. Betrachte die Sterne. Ein paar Einheimische an einem der Tische der bar, beobachten mich neugierig. Diese verrückten Touristen. Ich gehe zurück in die Bar, sehe Nina immer noch nicht. Egal, es gibt ja zum Glück kostenfreies Internet, um mich zu beschäftigen. Nina kommt später mit einem riesen Burger, auf dem aus unerfindlichen Gründen ein Spiegelei liegt. Das ist in Fiji eben so, vermutlich genauso gut wie die rote Beete in Australien und Neuseeland. Sie isst den Burger jedenfalls mit großem Appetit, denn das Essen auf den Inseln war wohl nicht genug. Oha, ich bin die nächsten 6 Tage da. Sollte ich vielleicht doch was essen? Aber wirklich Hunger habe ich nicht, ich helfe Nina bei ihren Pommes und das reicht mir völlig.

Später hole ich mir ein Glas Wein und wir setzen uns auf die Matte zur Kava Zeremonie. Von Kava habe ich schon gelesen. Das Getränk wird aus einer zerriebenen Wurzel hergestellt, die in einen Sack gefüllt und ähnlich wie Tee in Wasser getunkt wird. Nur dass das Wasser kalt ist und der Sack mit seinem Wurzelinhalt ziemlich geknautscht und gedreht wird, um das Extrakt heraus zu bekommen. Das Ergebnis schmeckt wie Schlammwasser und hat eine leicht narkotisierende Wirkung. Die Fijianer trinken es fast wie Tee. Für Touristen gibt es meistens abends Kava Zeremonien. Es gilt, eine gewisse Etikette einzuhalten. Bevor man die Kokosnussschale entgegen nimmt, klatscht man einmal in die Hand und sagt "Bula". Später lerne ich verschiedene Varianten des Rituals, aber dieses erste Klatschen ist immer gleich. Manchmal wird in der Runde dreimal geklatscht, während der mit der Schale diese (ex bitte) leert. Manchmal sagt man "Matha" (kein Plan, wie das geschrieben wird, es heißt good by oder good night) wenn man die Schale zurück gibt und klatscht dreimal in die Hand. Immer gehört Musik dazu. Die Einheimischen spielen Gitarre und singen.
Hier sitzen drei oder vier, die Gitarren werden durch gegeben, mal spielt der eine die Ukulele, dann jemand anders und alle können singen. Die Touristen beschränken sich darauf, in die Hände zu klatschen. Das Mädchen neben mir hat eine Gitarre in der Hand. Die ist brandneu, erklärt sie mir auf Deutsch, sie hat sie in Nadi gekauft und möchte gerne spielen lernen. Hier reicht sie sie an die Fijis weiter, die können das besser. Ich bekomme meine erste Kava Bowl, Nina hat mich wegen dem Klatschen und Bula sagen gebrieft. Schmeckt tatsächlich wie Schlammwasser, trotzdem schaffe ich es, alles in einem Zug zu trinken. Tatsächlich wird meine Zunge dadurch etwas taub. Witzig.

Kava Zeremonie

Kava Zeremonie

Garant für stundenlangen Spaß

Garant für stundenlangen Spaß

Die Atmosphäre ist super entspannt und locker. Wir kommen auch mit dem Typen links von uns ins Gespräch. Noch einen Platz weiter doziert jemand über die verschiedenen Formen und Stärken von Kava. Mal unterhalten wir uns, mal lauschen wir nur. Ich hole mir noch ein Glas Wein. Immer mal wieder gibt es eine neue Runde Kava. Irgendjemand kommt und stellt Popcorn in die Mitte, salzig natürlich.
Nina stupst mich an, ein paar Leute wollen etwas rauchen, ob ich dabei bin? Ja klar, warum nicht, es ist der Abend dafür. Erstmal rennen alle herum und suchen Papers, dann findet sich eine andere Lösung und wir gehen zum Strand runter. Eigentlich Wahnsinn, ich müsste längst im Bett liegen, denn morgen um 7.00 kommt der Bus, der mich zur Fähre bringt, aber es ist grad so eine tolle relaxte Atmosphäre, dass ich nicht ins Bett will. Dabei soll Kava doch angeblich müde machen.

Wir stehen am Strand und einer der Einheimischen schließt sich an. Er hat eine Holzpfeife. Selbstgemacht, erzählt er mir stolz und erklärt, wie es geht. Wir rauchen und tauschen, wie Reisende das oft tun, Lebensgeschichten aus. Wer ist wo geboren, wohin unterwegs, von wo kommend? Immer mal wieder kommt jemand kurz vorbei und stellt sich in den Kreis. Draussen im flachen Wasser landet ein Fischerboot. Sie kommen vom nächtlichen Fischzug zurück und laden uns ein, auf ein Bier rüber zu kommen. Aber bei mir setzt sich endlich der gesunde Menschenverstand durch und ich verabschiede mich. Nina liegt schon im Bett, sie hatte Halsschmerzen bekommen. Ich mache mich fertig und lege mich in meins. In ein paar Stunden klingelt der Wecker.

© Stefanie Förster, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ich habe nie von einer Weltreise geträumt. Schockierend, ich weiß. Überraschenderweise unternehme ich jetzt aber eine. Wie es dazu kam, wo ich lande und wie es da so ist, das berichte ich Euch hier... Wer mag, darf mitlesen. Mein Blog richtet sich vor allem an meine Familie und Freunde, sowie an Ex Kollegen. ...naja und natürlich an mich selbst: eine Weltreise ist ein tolles Abenteuer liebe Steffi! ...nur Mut und einfach mal machen, wird schon schiefgehen ;)
Details:
Aufbruch: 11.01.2015
Dauer: 5 Monate
Heimkehr: 28.05.2015
Reiseziele: Sri Lanka
Thailand
Indonesien
Australien
Neuseeland
Fidschi
Vereinigte Staaten
Mexiko
Deutschland
Malaysia
Singapur
Der Autor
 
Stefanie Förster berichtet seit 33 Monaten auf umdiewelt.
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