Mimi & Stefan in Südamerika 2011

Reisezeit: Januar - Dezember 2011  |  von Mirjam & Stefan Hofmann

Familia Feliz - eine glückliche Familie

Von Coroico wollten wir Mittwoch weiterfahren, leider war da der Bus, der einmal täglich aus La Paz kommt, schon voll. Also mussten wir noch eine weitere Nacht dableiben, haben aber unser Hostal gewechselt, in der Hoffnung auf eine warme Dusche und zumindest etwas Platz um die Wäsche waschen und trocknen zu können. Und der Lonely Planet hatte wieder mal recht mit seiner Empfehlung! Den Rest hat Mimi ja schon im letzten Bericht geschrieben...
Wir sind also dann Donnerstag um elf Uhr vormittags mit einem Collectivo die Straße bis zur Kreuzung wieder runtergefahren. Dort mussten wir warten (an diesem Tag Gott sei Dank nicht bis zehn Uhr abends...) Mir war einigermaßen schlecht und bin in der Nacht auch mit 37,6 aufgewacht, aber fünf bis zehn Tropfen MMS stündlich haben mich soweit kuriert, dass ich mit Ach und Krach (jaja...) auch fahren konnte. Das war der Beginn meiner Odysee mit einem Busfahrer, der Schlaglöchern nicht ausgewichen ist, sondern diese regelrecht gesucht hat...

Der erste Sonnenaufgang im Amazonastiefland beeindruckte uns und heiterte uns nach einer horrormäßigen Nacht auf.

Der erste Sonnenaufgang im Amazonastiefland beeindruckte uns und heiterte uns nach einer horrormäßigen Nacht auf.

Der Bus war eng, stickig und dreckig. Ich hatte eigentlich noch den besten Platz ganz hinten und konnte meine Füße im Mittelgang ausstrecken.

Der Bus war eng, stickig und dreckig. Ich hatte eigentlich noch den besten Platz ganz hinten und konnte meine Füße im Mittelgang ausstrecken.

Kurz vor Rurre krachte es auf einmal wieder und zum zweiten Mal auf dieser Fahrt war ein Reifen platt - kein Wunder bei den Straßen und dem Fahrstil.

Kurz vor Rurre krachte es auf einmal wieder und zum zweiten Mal auf dieser Fahrt war ein Reifen platt - kein Wunder bei den Straßen und dem Fahrstil.

Da wir irgendwo mitten zwischen Rurre und Nuevas Horizontes waren, entschieden wir uns auszusteigen und per Anhalter die 20 Minuten bis zur "Familia Feliz" zurück zu fahren. Ein paar Rindviecher könnten uns mit unserem Gepäck sicher helfen.

Da wir irgendwo mitten zwischen Rurre und Nuevas Horizontes waren, entschieden wir uns auszusteigen und per Anhalter die 20 Minuten bis zur "Familia Feliz" zurück zu fahren. Ein paar Rindviecher könnten uns mit unserem Gepäck sicher helfen.

Dieses nette Ehepaar stoppte dann mit ihrem von einem Motorrad umgerüsteten Mini-Truck und nahm uns gerne mit.

Dieses nette Ehepaar stoppte dann mit ihrem von einem Motorrad umgerüsteten Mini-Truck und nahm uns gerne mit.

Bienvenidos begrüßte uns ein Schild am Grundstück der Familia Feliz.

Bienvenidos begrüßte uns ein Schild am Grundstück der Familia Feliz.

Im Waisenheim (bzw. Schule) "Familia Feliz" (glückliche Familie) angekommen, trafen wir gleich auf Melissa, die diese Institution vor sechs Jahren gegründet hat. Sie war aber grad mit ihren zehn adoptierten Kindern so sehr beschäftigt, dass sie uns gleich zum "Abuelito" ("Großväterchen", ihr eigener Vater) weitergeschickt hat. Dieser hat uns dann begrüßt und uns einen Schlafplatz in einem der Häuser zugewiesen. Dort waren noch bis Montag Larissa und Jorge aus Kalifornien, die auch zwei Wochen mitgeholfen haben. So konnten sie uns alles zeigen und wertvolle Tipps geben. Den Samstag haben wir ganz gemütlich und ich die meiste Zeit schlafend verbracht...
Sonntags ging es dann in aller Frühe (naja, um halb zehn oder so) mit dem vollgestopften Truck los in Richtung Rurre (40 Minuten), mit 15.000 Einwohnern der größten Stadt hier im Umkreis. Von dort aus sind wir mit dem Boot den Rio Beni raufgefahren und haben uns in dem Dorf, in dem Max, einer der Lehrer an der Schule aufgewachsen ist, erfrischt und ein wenig gerastet.

Die beiden Geschwister Rebekka und Miguel schliefen übers Wochenende bei uns mit im Haus, weil ihre Pflegeeltern weggefahren waren.

Die beiden Geschwister Rebekka und Miguel schliefen übers Wochenende bei uns mit im Haus, weil ihre Pflegeeltern weggefahren waren.

Am Sonntag gings dann los voller Energie auf einem vollgestopften Pick-Up Richtung Rurre.

Am Sonntag gings dann los voller Energie auf einem vollgestopften Pick-Up Richtung Rurre.

Stefanie (Direktorin der Schule) und Mimi mit einem der Jungs

Stefanie (Direktorin der Schule) und Mimi mit einem der Jungs

Warten aufs Boot...

Warten aufs Boot...

Auch der kleine Armando wartet. Für ihn hatten wir zumindest ein paar Tage lang die Verantwortung.

Auch der kleine Armando wartet. Für ihn hatten wir zumindest ein paar Tage lang die Verantwortung.

Moises hat sich ein Geweih gebastelt.

Moises hat sich ein Geweih gebastelt.

Charlie, mit zwei Jahren im Moment der Jüngste hier in der Familia Feliz.

Charlie, mit zwei Jahren im Moment der Jüngste hier in der Familia Feliz.

Greciana, mit vier Jahren die Koolste hier in der Familia Feliz.

Greciana, mit vier Jahren die Koolste hier in der Familia Feliz.

Aber Charlie macht ihr schon sichtlich Konkurrenz.

Aber Charlie macht ihr schon sichtlich Konkurrenz.

Rebekka schaut etwas skeptisch ins Objektiv...

Rebekka schaut etwas skeptisch ins Objektiv...

"Wenn ich groß bin, werd ich Nachrichtensprecherin!"

"Wenn ich groß bin, werd ich Nachrichtensprecherin!"

"Was ist denn da drin?"

"Was ist denn da drin?"

Unbekannter Gaukler mit Hut

Unbekannter Gaukler mit Hut

Larissa und Jorge, die beiden Kalifornier mit Greciana.

Larissa und Jorge, die beiden Kalifornier mit Greciana.

Melissa, die Gründerin von Familia Feliz mit ihrer ganzen Familia (zehn adoptierte Kinder!)

Melissa, die Gründerin von Familia Feliz mit ihrer ganzen Familia (zehn adoptierte Kinder!)

Der Gaukler übt schon mal für die eigenen Kinder...

Der Gaukler übt schon mal für die eigenen Kinder...

...Miguel zeigt den Anflug eines verschmitzten Lächelns.

...Miguel zeigt den Anflug eines verschmitzten Lächelns.

Bääh - Zunge raus! :-p

Bääh - Zunge raus! :-p

Auch das Trösten gehört hier zu unseren Aufgaben.

Auch das Trösten gehört hier zu unseren Aufgaben.

So, unsere Boote sind da, und die Rettungswesten auch.

So, unsere Boote sind da, und die Rettungswesten auch.

Auf gehts, den Rio Beni hinauf.

Auf gehts, den Rio Beni hinauf.

Viel zu große Rettungswesten gabs nur für die Kids, der Rest kann hoffentlich schwimmen und hat keine Angst vor Piranhas?

Viel zu große Rettungswesten gabs nur für die Kids, der Rest kann hoffentlich schwimmen und hat keine Angst vor Piranhas?

Das zweite Boot fuhr regelmäßig mit Gegröhle an unserem vorbei.

Das zweite Boot fuhr regelmäßig mit Gegröhle an unserem vorbei.

Unberührte Natur

Unberührte Natur

Wir machen eine Klopause für die ca. 30 Kinder

Wir machen eine Klopause für die ca. 30 Kinder

Daniela und Joy beim Balancieren

Daniela und Joy beim Balancieren

Regelmäßig wurde die Wassertiefe gemessen...

Regelmäßig wurde die Wassertiefe gemessen...

...und einmal mussten dann ein paar raus, um unser Boot über eine flache Stelle zu ziehen.

...und einmal mussten dann ein paar raus, um unser Boot über eine flache Stelle zu ziehen.

Junge am Flussufer.

Junge am Flussufer.

Hier sind wir herzlich im Heimatdorf von Max von seinem Großvater begrüsst worden.

Hier sind wir herzlich im Heimatdorf von Max von seinem Großvater begrüsst worden.

Fußballplatz mit Palmen

Fußballplatz mit Palmen

Süß die kleine mit ihrer Mini-Rettungsweste

Süß die kleine mit ihrer Mini-Rettungsweste

Ich glaub, sie weiß das...

Ich glaub, sie weiß das...

Kokosnüsse gabs frisch vom Baum.

Kokosnüsse gabs frisch vom Baum.

Orangen auch

Orangen auch

Mhm...lecker

Mhm...lecker

Max knackt mit der Machete Kokosnüsse...

Max knackt mit der Machete Kokosnüsse...

...und die kleinsten dürfen gleich mal trinken.

...und die kleinsten dürfen gleich mal trinken.

Ist das erfrischend...

Ist das erfrischend...

...dem kleinen Charlie war die Kokosnuss oder die Öffnung zu gross, drum durfte er aus einem Becher trinken.

...dem kleinen Charlie war die Kokosnuss oder die Öffnung zu gross, drum durfte er aus einem Becher trinken.

Aber es hat genausogut geschmeckt

Aber es hat genausogut geschmeckt

Frische Orangen vom Baum, im Hintergrund eine gemütliche Wohnhütte.

Frische Orangen vom Baum, im Hintergrund eine gemütliche Wohnhütte.

Danach gehts mit dem Löffel ans Fruchtfleisch...

Danach gehts mit dem Löffel ans Fruchtfleisch...

...Rebekka putzt alles ganz genau aus.

...Rebekka putzt alles ganz genau aus.

Hier entsteht ein Volleyball- bzw. Basketballfeld, Steine und Beton.

Hier entsteht ein Volleyball- bzw. Basketballfeld, Steine und Beton.

Der Großvater von Max, so ein netter Mensch, wirklich!

Der Großvater von Max, so ein netter Mensch, wirklich!

Wir begeben uns wieder auf die Boote.

Wir begeben uns wieder auf die Boote.

Einer der Buam hat noch eine kleinen Wels gefangen...und danach wieder freigelassen.

Einer der Buam hat noch eine kleinen Wels gefangen...und danach wieder freigelassen.

Viel zu schnell war der Sonntagsausflug auch wieder vorbei und es war Abend auf der Familia Feliz. Von sieben bis neun geht immer der Generator an und wir haben diese zwei Stunden Strom und elektrisches Licht. Diese Zeit haben wir dann immer genutzt um die Küche zu säubern, alles Geschirr abzuwaschen, den Müll rauszubringen und alles Essbare gut einzupacken, damit sich in der Nacht nicht eine Horde hungriger Mäuse und Kakerlaken drüber hermacht....
Von Moskitos und anderen beißenden bzw. stechenden Fliegern blieben wir bis dahin dank der "relativ" kalten Tage vorher weitgehend verschont. Das sollte sich aber ein paar Tage später gründlich ändern.

Jorge, Larissa, Mimi und Armando Montag morgens, noch einmal vor dem Haus.

Jorge, Larissa, Mimi und Armando Montag morgens, noch einmal vor dem Haus.

Mimi beim Kochen, was es gab, weiß ich leider nicht mehr...

Mimi beim Kochen, was es gab, weiß ich leider nicht mehr...

Armando, unser kleiner Dreckspatz - er wäre echt perfekt für eine Persil-Werbung

Armando, unser kleiner Dreckspatz - er wäre echt perfekt für eine Persil-Werbung

Pinky, das zahme Wildschwein (welch Wortkombination ) schnüffelt herum und hat auch die eine oder andere Tomate in der Küche zerdrückt, wenn wir nicht schnell genug waren sie wegzuräumen.

Pinky, das zahme Wildschwein (welch Wortkombination ) schnüffelt herum und hat auch die eine oder andere Tomate in der Küche zerdrückt, wenn wir nicht schnell genug waren sie wegzuräumen.

Rebekka streichelt Pinky

Rebekka streichelt Pinky

Die Kids beim Spielen im Tümpel hinterm Haus

Die Kids beim Spielen im Tümpel hinterm Haus

Eine Liane ist ein geniales Spielgerät!

Eine Liane ist ein geniales Spielgerät!

Tarzaaaaan

Tarzaaaaan

"Armando, zieh vor dem Baden doch das Hemd auuuuussss" (leider zu spät...)

"Armando, zieh vor dem Baden doch das Hemd auuuuussss" (leider zu spät...)

Aber eins müssen wir unserem Armando sehr zugute halten: Für seine sieben Jahre war er äußerst Selbstständig, hat mal die Küche gekehrt, beim Waschen und Putzen mitgeholfen und war allgemein was das Haus betrifft, sehr auf Zack! Hat uns richtig leid getan, dass er am Mittwoch schon fahren musste, weil sein Vater ihn in die Ferien geholt hat. Armando ist, wie einige Kinder hier, kein Waisenkind, jedoch hat seine Mutter den Vater mit vier Kindern sitzengelassen und ist nach Argentinien. Armandos größere Schwester hat eine Krankheit, die sie an den Rollstuhl fesselt (den es aber aus Geldmangel noch nicht mal gibt) und liegt im Moment sogar im Krankenhaus. Deswegen musste der Vater eine besser bezahlte Arbeit in Chile annehmen und Armando darf hier wohnen, aufwachsen und zur Schule gehen. Ist für ihn sicher die bessere Lösung, als sich als Schuhputzboy durchzuschlagen... Es war ein so rührendes Bild, den Vater mit seinem Sohn dann davonstapfen zu sehen - und Armando war überglücklich, am Vortag erfahren zu dürfen, dass sein Vater ihn für zwei Wochen abholen kommt!

Alle beim Volleyball spielen.

Alle beim Volleyball spielen.

Volleyballplatz mit Blick auf unser Häuschen

Volleyballplatz mit Blick auf unser Häuschen

Rebekka schaukelnd in der Abendsonne

Rebekka schaukelnd in der Abendsonne

Die ersten Sterne erwachen... Übrigens wandert hier auf der südlichen Erdhemisphäre die Sonne gegen den Uhrzeigersinn von Ost über Nord (!) nach West! Eh logisch, aber für uns war das richtig verwirrend am Anfang...

Die ersten Sterne erwachen... Übrigens wandert hier auf der südlichen Erdhemisphäre die Sonne gegen den Uhrzeigersinn von Ost über Nord (!) nach West! Eh logisch, aber für uns war das richtig verwirrend am Anfang...

Armando macht uns eine Popcorn ähnliche Nachspeise.

Armando macht uns eine Popcorn ähnliche Nachspeise.

Wer wohnt denn da im Weinfass? Ein kleiner Nachwuchsphilosoph?

Wer wohnt denn da im Weinfass? Ein kleiner Nachwuchsphilosoph?

"Geh mir aus der Sonne!"

"Geh mir aus der Sonne!"

Unser E-Book Reader hat eine Malbrettfunktion, die die beiden Greciana und Moises liebten.

Unser E-Book Reader hat eine Malbrettfunktion, die die beiden Greciana und Moises liebten.

...

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Hier wird bei uns in der Küche gemalt.

Hier wird bei uns in der Küche gemalt.

Armando mit seinem Vater - er hat frische Kleidung mitgebracht *g*

Armando mit seinem Vater - er hat frische Kleidung mitgebracht *g*

Mimi läutet um zehn Uhr Vormittags die Kinder zum Englisch-Unterricht zusammen.

Mimi läutet um zehn Uhr Vormittags die Kinder zum Englisch-Unterricht zusammen.

English class with teacher Mimi

English class with teacher Mimi

...und alle machen begeistert mit! Sogar in den Ferien

...und alle machen begeistert mit! Sogar in den Ferien

Es brennt! Oh, nur der Rasen...

Es brennt! Oh, nur der Rasen...

Unsere schöne Zeit im Kinder- und Waisenhaim Familia Feliz war gestern früh (Dienstag) dann zu Ende und nach einer 14 stündigen Busfahrt (anstrengend, aber nicht soo derb wie die vorige) sind wir nun im Norden Boliviens an der brasilianischen Grenze angekommen, und bleiben heute noch eine Nacht in Guayaramerin. Morgen früh bzw. vormittags dann fünf Stunden mit dem Bus in Brasilien bis nach Puerto Velvo, von wo aus wir ein Boot nehmen, dass uns in drei bis vier Tagen nach Manaus bringen wird.
Vielleicht kommen hier noch ein paar Photos dazu, auf jeden Fall warten wir da auf eine bessere Internetverbindung (hoffentlich in Brasilien...)

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ein Traum wird wahr, denn für fast ein Jahr, lernen wir Kultur und Wort vom fernen Ort Lateinamerika kennen. Trennen uns auch viele Meilen und ein Ozean, klickst du unsern Weblog an, siehst du immer, wo wir verweilen, und wir sind da, wenn auch nicht nah!
Details:
Aufbruch: 26.01.2011
Dauer: 11 Monate
Heimkehr: Dezember 2011
Reiseziele: Venezuela
Kolumbien
Kuba
Ecuador
Peru
Bolivien
Brasilien
Der Autor
 
Mirjam & Stefan Hofmann berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
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