Bolivien-Reisebericht :Ein Jahr Auszeit

Einmal quer durch Südamerika

Bolivien - La Paz

Es gibt uns noch - auch wenn wir turbulente 3 Wochen hinter uns haben. Schließlich galt es über Bolivien, einem Zipferl von Chile und Argentinien bis nach Rio de Janeiro zu gelangen. Aber jetzt der Reihe nach. Wir flogen nach La Paz, eine Stadt die mir aufgrund mehreren Erzählungen bezüglich der Kriminalität Gänsehaut erzeugte. Wir kamen um 3 Uhr morgens an, was dem nicht gerade entgegenwirkte. Die Stadt ist eingekesselt von 4100 Meter hohen Bergen die bis oben hin verbaut sind. Der Anblick der Stadt, die in ein Lichtermeer getaucht war, ist einfach spektakulär!! Wir wohnten in einem schönen Kolonialhotel, und der nette Onkel an der Rezeption hat für uns gleich am nächsten Morgen eine private Stadtführung organisiert, weil die Stadt wollten wir uns nicht entgehen lassen. Mit einer erst vor kurzem eröffneten Gondel, mit der man leicht von einem Ende der Stadt an das andere kommt, hatten wir einen schönen Rundblick, natürlich auch auf die Favelas. Der Großteil der Bevölkerung ist indigener Abstammung, die noch sehr in ihrer Kultur verwurzelt sind. Auf den Hexenmarkt haben wir uns sehr gefreut, wo zwar noch immer Lamaföten und verschiedene Wurzeln und Kräuter unbestimmter Herkunft und natürlich auch Koka verkauft , was alles für die Ehrung von Patchamama (Mutter Erde) dient, aber sonst schon leider sehr touristisch geworden ist. Mutig, aber vorsichtig erkundeten wir selbst diese interessante Stadt und sahen auch eine Ansammlung von Indiofrauen, die für die Gleichberechtigung der ärztlichen Versorgung demonstrierten.

La Paz

La Paz

Am Hexenmarkt

Am Hexenmarkt

... und Salar de Uyuni

Ursprünglich wollten wir mit dem Nachtbus 14 Stunden nach Uyuni, dem Ausgangspunkt zu den größten Salzwüsten fahren. Aber dann sind wir aus Bequemlichkeit doch geflogen. Es gab einige Schwierigkeiten, da aufgrund Übergewicht das Gepäck erst einen Tag später ankommen sollte - was für uns ein großes Problem darstellte, weil unsere Tour sofort nach Ankunft startete und in Chile endete. Nachdem wir das dem Copiloten eindringlich erklärten, liefen 2 Maxerln mit orangen Westen quer über das Flugfeld, unsere Taschen hinter sich her ziehend. War ein lustiger Anblick!
Also die Salar de Uyuni - man stelle sich eine endlose weiße glatte Ebene vor, die am Horizont in einen tiefblauen Himmel mündet. Eine dünne Wasserschicht bedeckt teilweise die Salzfläche. Salz und Wasser spiegeln den Himmel und scheinen zu verschmelzen...kein Horizont,....unendliches Nichts. Durch diese Weiten verschwinden die Perspektiven. Am Tag enorme Hitze und ohne Kopfschutz und Sonnenbrille hält man das gleißende Licht gar nicht aus. In der Nacht klirrende Kälte. Eine lebensfeindliche Umgebung auf 3600 m Höhe von unendlicher Schönheit. Lagunen, die in blau, grün und rot schimmern, sind von einer Unzahl von Flamingos bevölkert. In unserem Jeep fuhren noch eine bolivianische Familie und eine junge Frau aus Kolumbien mit - und keiner sprach englisch. Trotzdem verbrachten wir einen sehr lustigen Abend in einem Salzhotel. Mit Händen und Füßen sprachen wir über Politik, Musik und das Patriarchat in Bolivien und auch wenn wir vielleicht aneinander vorbeiredeten, spielte das keine Rolle.

das passiert nur einmal im Leben!!!

das passiert nur einmal im Leben!!!

Flamingos in der Laguna Colorada

Flamingos in der Laguna Colorada

Chile - Atacama Wüste

Am dritten Tag wurden wir bei San Pedro de Atacama abgesetzt und waren auch schon in Chile. Dort sind wir 5 Tage geblieben und hatten somit ausreichend Gelegenheit die Gegend mit seinen Vulkanen, Salzseen, Geysiren, Lagunen und Wüsten zu erkunden. Kalt wurde uns auch hier nicht.

Salta in Argentinien

Irgendwie mussten wir quer über Argentinien zu den Iguazu Wasserfällen gelangen - Der Bus braucht 10 Stunden bis Salta und weitere 24 Stunden bis Iguazu. Also sagen wir mal so - nach der ersten Etappe in Salta trafen wir die Entscheidung nach Iguazu und von dort dann nach Rio weiterzufliegen, denn auch für diese Strecke braucht man mit dem Bus 2 Tage. Die dadurch gewonnene Zeit investierten wir spontan in Buenos Aires, einer Stadt, die wir sonst ausgelassen hätten. Salta, unsere nächste Station ist ein Städtchen mit kolonialem Charme und einem archäologischen Museum, wo drei ca. 500 Jahre alte Kindermumien, Ritualopfer in der Inkakultur, ausgestellt sind. Jedes Detail ist erhalten und man gewinnt den Eindruck, dass sie jeden Moment aufwachen können - war wirklich beeindruckend!!! Zu Salta gehören Gauchos, Estancias und richtige Grillfeste - Asados genannt. Auf Reisen hat man oft Erwartungen und Vorstellungen, die nicht erfüllt werden und manchmal hauen sie einem einfach um. Wie auch unsere 2 Tage auf der Sayta Estancia. Wir wurden dort so herzlich willkommen geheißen und die ganze Zeit wie Familienmitglieder behandelt. Das Reiten war eigentlich nur Nebensache. Das Asado war der eigentliche Highlight. Auf der überdachten Veranda wurde an einem riesigen Tisch, wo Familie, Gäste, Gauchos und Hauspersonal versammelt waren gegessen. Enriquo, der Patrone, hatte den Vorsitz und fühlte sich in der Rolle sichtlich wohl. Auf einem großen gemauerten Grill wurden Unmengen von Fleisch gebraten. Ständig bekamen wir die besten Stücke (Lomo) genannt - das Fleisch saftig, zartrosa - einfach genial!! Der Wein floss in Strömen, wir waren alle guter Stimmung - es wurde viel gelacht und das Festgelage dauerte bis spät in den Nachmittag. Leider konnten wir nicht länger bleiben, da wir den Flug nach Iguazu schon gebucht hatten.

Kindermumie

Kindermumie

Asado bei Enriquo - der Grillmeister heißt übrigens Nico

Asado bei Enriquo - der Grillmeister heißt übrigens Nico

Iguazu Fälle

Die Iguazu-Fälle gehören zu den überwältigsten Naturschauspielen unserer Erde. Tosender Lärm, feiner Sprühnebel und schillernde Regenbögen - diese unglaubliche Kraft des Wassers das aus 82 Meter in die Tiefe donnert wird uns wohl immer in Erinnerung bleiben.Die Landschaft an sich ist schon spektakulär. Die Fälle liegen an der Grenze zwischen Argentinien und Brasilien mitten in einem Regenwald. Die Wasserfälle sind breiter als die Victoria-Fälle, höher als die berühmten Niagara-Fälle und zweifelsohne schöner und beeindruckender als alle beide. Wir sind mit einem Speedboot bis ganz nah zu den Fällen gefahren, wurden natürlich waschelnass und fühlten uns aufgrund der Wasserqualität wie Kanalratten beim Duschen.

Nasenbären sind hier keine Seltenheit

Nasenbären sind hier keine Seltenheit

... ein Bild geht noch

... ein Bild geht noch

Buenos Aires

Nach 3 Tagen ging es weiter nach Buenos Aires, das für uns eine große Überraschung war, da diese Stadt sehr europäisch wirkt. Wir haben uns vom Charme der Stadt verzaubern lassen, die eine Mischung aus Pariser Architektur, südamerikanischen Flair und seelenvollem Tango entspringt. Wir ließen uns einfach nur treiben. In den alteingesessenen Straßencafés, die stark an Wien erinnern, kann man vorzügliche Mehlspeisen genießen, während die Leute an einem vorbeischlendern. Sonntags gibt es in San Telmo, einem Stadtteil von Buenos Aires, einen großen Antiquitätenmarkt, für den ganze Straßenzüge gesperrt werden. Auf den Plätzen wird Tango getanzt, vielleicht auch nur um die Touristen zu erfreuen. Buenos Aires ist auch wegen seiner Gourmetküche berühmt, weshalb wir dem neuesten Trend gefolgt sind und ein puertas cerradas (Restaurant mit"geschlossenen Türen") besuchten, wo ein berühmter Koch im kleinen Rahmen uns mit einem mehrgängigen Menü überraschte. Die Stadt hat uns einfach verzaubert!
Heute fliegen wir nach Brasilien - verdammt jetzt muss ich auch noch portugiesisch lernen

Wir werden Weihnachten und Neujahr in Rio de Janeiro feiern und sicher unsere Familie und Freunde vermissen. Wir wünschen Euch alle ein schönes und hoffentlich ruhiges Weihnachtsfest und alles Gute für das neue Jahr!!! Vergesst uns nicht!

Am Flohmarkt in San Telmo

Am Flohmarkt in San Telmo

ohne Worte

ohne Worte

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Unsere Reise führt uns von Alaska - Yukon, über die Südstaaten und Neuengland, drei Monate mit dem Rucksack durch Südamerika, danach mit dem Wohnmobil durch Neuseeland. Drei Monate Seele baumeln in der Südsee soll uns den Alltag vergessen lassen. Dann wartet noch ein großes Offroad-Abenteuer in Westaustralien gemeinsam mit unserem 18 jährigen Neffen, der extra eingeflogen wird.
Details:
Aufbruch: 26.07.2014
Dauer: 12 Monate
Heimkehr: Juli 2015
Reiseziele: Vereinigte Staaten
Kolumbien
Bolivien
Brasilien
Neuseeland
Französisch Polynesien
Der Autor