Bolivien-Reisebericht :Von Pattaya nach Zittau

Nach Uyuni

Tupiza - Uyuni, 200 km Staub, Schotter und Sandsturm

Mein Navi zeigte mir eine rote Straße, was Teerstraße, Autobahn oder eben gut bedeutet. Das Blau auf dem Rot zeigt nur die gefahrene Strecke. Leider waren aber nur die letzten 15 km befestigt und dieser Abschnitt war gesperrt. Es wurde eine echte Herausforderung für mein Motorrad und mich.

Die ersten Kilometer verliefen in einem Flussbett. Wasserdurchfahrten waren die Regel und kein Problem. Gefährlich für die Maschine sind eher die vielen kleinen Bodenwellen auf dem Weg, die wie Wellblech aussehen. Sie sind ein echter Speichenkiller. Man kann zwar mir hoher Geschwindigkeit darüber hinweg rasen, dann spürt man kaum noch die Vibrationen, aber leider gibt es auch immer wieder plötzlich auftretende sandige Stellen. Wenn man in diese zu schnell hineinfährt, kann sich das Vorderrad querstellen und man verliert die Maschine. Es war also Vorsicht angesagt. Am Ende habe ich für 200 km fast sieben Stunden benötigt.

Es gab aber auch viele landschaftlich reizvolle Abschnitte. Ich konnte aber nur wenige Bilder machen, da ich mehr mit mir selbst beschäftigt war. Es war wirklich ein kräfteraubender Tag gewesen und ich habe die ganze Zeit gebetet, dass das Motorrad durchhält. Ich muss an dieser Stelle einfach mal sagen, GXT 200 gut gemacht!

neuer Haarschnitt

neuer Haarschnitt

Auf der gesamten Strecke habe ich mir nur eine Pause gegönnt. Ich hatte eh nur trocken Brot und Tee dabei.

Der zweite Abschnitt wurde richtig heftig. Der Wind wirbelte Unmengen an Sand durch die Luft, sodas ich mitunter im Blindflug gefahren bin. Gefährlich war dieser Abschnitt mit Verwehungen. Es bestand die Gefahr sich fest zu fahren und das heißt, ich hätte schieben müssen. Aber genau bei so einem Schieben hatte ich mir vor einigen Wochen in Chile den Herzkasper geholt. Und jetzt im geschwächtem Zustand sollte ich solche Kraftakte auf jeden Fall vermeiden. Ich habe pausiert und war entschlossen umzukehren, als mir zwei Motorräder entgegen kamen. Dies hieß für mich, die sind durch gekommen, es kann also nicht mehr ewig so weiter gehen.

Jetzt bin ich in Uyuni, bin völlig verdreckt und glücklich heil durchgekommen zu sein. Der Sand brennt mir noch einen Tag lang in den Augen. Mein Motorrad und ich, wir haben einen echten Härtetest bestanden. Ich hoffe es bleibt so. Ich habe super Internet, kann online Fernsehen schauen und MDR hören. Ich werde ein Weilchen bleiben.

© Bernd Feurich, 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Insgesamt habe ich in den letzten 20 Jahren 5 bis 7 Jahre in Thailand gelebt und gearbeitet. Die letzten zwei Jahre war ich fast am Stück dort gewesen. Jetzt ist das Ende des Geldes abzusehen und ich reise in östliche Richtung über die Pazifikinseln und Südamerika nach Deutschland zurück.
Details:
Aufbruch: 04.01.2016
Dauer: 11 Monate
Heimkehr: 15.12.2016
Reiseziele: Thailand
Philippinen
Fidschi
Neuseeland
Französisch Polynesien
Chile
Argentinien
Bolivien
Peru
Brasilien
Der Autor
 
Bernd Feurich berichtet seit 20 Monaten auf umdiewelt.
Bild des Autors
Aus dem Gästebuch (3/20):
Anonym vom 7. Januar 1484413925000
Diesmal dif­fe­ren­zier­ter: ich war Rich­tung Osten schon an vielen Orten. Meh­rfach. O­ver­land von Frei­burg nach Nepal, anno 71 z.B. Viele Inseln (NZ) usw. Aber meine besten Touren waren zu­sam­men ca. 10000 km mit einer 250 trial durch die Wes­tal­pen. Mit Zelt. Volles Prog­ramm, Stra­ßen, Pässe und u­nend­lich Gel­ände. Des­we­gen finde ich Deine Fahrt mit dem Mo­tor­rad so ben­ei­dens­wert. Das würde ich auch mal wieder gerne machen. Bin aber jetzt 64 und fast zu alt dafür. Koor­di­na­tion, Gesun­dheit, Lei­dens­fähig­keit und so. Hab meine Maschi­ne vor Kurzem ver­kauft. Au­ßer­dem ist das Risiko Alleine riesig. Aber trot­zdem bin ich nei­disch. Auch auf so lange Pat­ta­ya. Ich war nur einen Monat dort. Mach weiter so. Man lebt nur ein Mal.
Antwort des Autors: Na da hast du doch viel erlebt und keiner kann dir die Erinnerungen nehmen. Ich habe noch Hoffnung, dass ich noch vor der Rente irgendwohin eine Tour machen kann. Kommt Zeit - kommt Ra(d)
Gruß, Bernd
Rachel 1484137624000
Ich habe dich die letzten an­der­thalb Jahre auf deiner Reise beg­lei­tet (und war in dieser Zeit selber mit meiner Familie drei­ein­halb Wochen in Thai­land auf Reisen) und war immer sehr angetan von deinen Bildern und deinen Er­leb­nis­sen, danke! Ja, wer den Rei­se­vi­rus in sich trägt, den hält es man­chmal nur mit Mühe in "ewig" den­sel­ben Gew­ässern. Ich wünsche dir alles Gute, gute Gesun­dheit und dass du auch dem kühlen Deuts­chland viel Po­si­ti­ves ab­rin­gen kannst!
Antwort des Autors: Das Gewässer ist fest zugefroren und die dicke Eisschicht hält alles, was auf ihn trieb gefangen. Doch tief unten, am Boden fließt es leise weiter. Irgendwann kommt der nächste Frühling, die Sonne wird das Eis brechen und der Fluss wird alles mit sich nehmen, was dort nicht bleiben will.
anonym 1483787155000
Vielen Dank für Dienen Bericht und die Bilder. Wenn ich nochmal auf die Welt komm, mach ich auch sowas.
Antwort des Autors: Vielen Dank fürs Mitreisen.