Peru-Reisebericht :Von Pattaya nach Zittau

Cusco: Die Umgebung von Cusco

Dieses Foto habe ich im Netz gesehen und mir blieb der Mund offen stehen. Bei den Agenturen hier kann man Ein - und Mehrtagestouren dort hin buchen. Diese sind aber nicht nur teuer, sondern übersteigen möglicherweise auch meine derzeitige Leistungsfähigkeit. Ich fahre also mal soweit wie möglich in diese Richtung und dann schauen wir mal.

Ich bin früh auf den Rädern. Die Chinesin hat wieder guten Sprit bekommen und ich habe den Vergaser noch einmal korrigiert. Jetzt springt sie wie ein junges Fohlen. Schon beim Verlassen von Cusco bietet sich ein herrlicher Ausblick.

Bis zu diesem Dorf sind es gut 100 km, danach hat weder das Navi noch Google Kartenmaterial. Also frage ich die Einheimischen und es ist sofort ein riesen Unterschied im Vergleich zur Stadt zu spüren. Jeder reicht mir sofort die Hand, lacht und gibt gerne Auskunft ohne auch nur an Geld zu denken.

Zunächst geht es durchs Tal,

Zunächst geht es durchs Tal,

immer entlang des Flusses.

immer entlang des Flusses.

Dann gewinne ich allmählich an Höhe und es bieten sich beeindruckende Ausblicke.

Dann gewinne ich allmählich an Höhe und es bieten sich beeindruckende Ausblicke.

Tief unten im Tal höre ich den Fluss rauschen.

Tief unten im Tal höre ich den Fluss rauschen.

Und dann tauchen sie auf, die ersten schneebedeckten Berge.

Und dann tauchen sie auf, die ersten schneebedeckten Berge.

Immer wieder faszinierend  sind die Farben und die Klarheit in dieser Höhe.

Immer wieder faszinierend sind die Farben und die Klarheit in dieser Höhe.

Im letztem Dorf mache ich Mittagspause und erkundige mich nach den "Siete Colors". Je nachdem wo man hin möchte, währen es zwei bis drei Stunden zu laufen. Ich bin mir nicht sicher, ob es wirklich der Platz vom Foto ist, aber diese Natur hier ist so wunderschön, das ich beschließe nach Cusco zurück zu fahren, um später für ein paar Tage länger zurück zu kommen. Man kann auch Pferde mit Führer mieten, was 60 - 80 Sol kostet und vielleicht besser für mich geeignet ist. Super.
Zurück zu fahre ich ein großen Bogen durch diese einmalige Landschaft. Er wird größer als gedacht.

Toll, Toll, Toll, ich komme mal wieder nicht voran, weil ich überall absteige, schaue und Fotos schieße.

Toll, Toll, Toll, ich komme mal wieder nicht voran, weil ich überall absteige, schaue und Fotos schieße.

Dann kommt die Passhöhe.

Dann kommt die Passhöhe.

Sie bietet einen weiten Blick auf das vor mir liegende Tal.

Sie bietet einen weiten Blick auf das vor mir liegende Tal.

Ich erreiche einen See. Es ist aber nicht der von mir erhoffte. Mein Navi zeigt mir nur grob an, wo ich bin und langsam frage ich mich, ob der Sprit reicht. Ich habe hier kaum Menschen gesehen und ob die mir ihr Benzin verkaufen, wenn sie überhaupt welches haben, erscheint mir fraglich. Auch ist mir nur ein Auto begegnet. Wenn ich den Maßstab vom Navi nehme, dann sind es vielleicht noch 100 km bis zur nächsten größeren Ortschaft. Ich muss aber jeden Moment auf Reserve umschalten und dann habe ich noch Sprit für 50 km. Allerdings bin ich auf 5000m Höhe und die Straße nach Cusco lag bei 3500 m. Es muss also irgendwann bergab gehen.

Das da in der Ferne könnte so aussehen, wie die Stelle auf dem Foto. Vielleicht muss ich dort hin. Vielleicht, aber nicht heute.

Und dann geht es bergab, Gott sei Dank. Ich lasse das Motorrad rollen, so oft es geht. komischer Weise musste ich noch nicht auf Reserve schalten. Sollte das bessere Benzin und die neue Vergasereinstellung zu weniger Spritverbrauch beitragen ? Keine Ahnung, aber es keimt Hoffnung auf. Irgendwann spricht mein Navi auch wieder an und bis zur nächsten Tanke sollen es 50 km sein. Allerdings springen die Angaben hin und her. Da habe ich nun ein Garmin und dann der Sch...s, ja Danke.

Was für Farben immer wieder.

Was für Farben immer wieder.

Ende gut - alles gut. Ich erreiche locker die nächste Tanke. Allerdings bin ich weit ab von Schuss. Es sind noch 140 km bis Cusco und es wird bald dunkel. Ich fahre ohne Rücksicht auf Verluste und werde prompt von der Polizei herausgezogen, durchatmen und cool bleiben ! Als er auf mein Nummernschild schaut, lasse ich gleich einfließen, das ich aus Deutschland bin. Das kommt immer gut an. Er verzieht keine Miene, schaut sich meine gefälschte Fahrerlaubnis an und lässt mich weiter fahren. Guuut.
Als ich mein Hostal erreiche ist es bereits stock finster. Ich habe heute 12 h auf dem Bock gesessen. Ich bin Tod müde und echt glücklich.

© Bernd Feurich, 2017
Du bist hier : Startseite Die Amerikas Peru Peru-Reisebericht
Die Reise
 
Worum geht's?:
Insgesamt habe ich in den letzten 20 Jahren 5 bis 7 Jahre in Thailand gelebt und gearbeitet. Die letzten zwei Jahre war ich fast am Stück dort gewesen. Jetzt ist das Ende des Geldes abzusehen und ich reise in östliche Richtung über die Pazifikinseln und Südamerika nach Deutschland zurück.
Details:
Aufbruch: 04.01.2016
Dauer: 11 Monate
Heimkehr: 15.12.2016
Reiseziele: Thailand
Philippinen
Fidschi
Neuseeland
Französisch Polynesien
Chile
Argentinien
Bolivien
Peru
Brasilien
Der Autor
 
Bernd Feurich berichtet seit 22 Monaten auf umdiewelt.
Bild des Autors