Peru-Reisebericht :Von Pattaya nach Zittau

Vinicunca - Rainbow Mountains: Aller guten Dinge sind drei

Ich habe nicht besonders gut geschlafen, egal. 4 Uhr 45 stehe ich auf, esse etwas, nehme 300 mg Aspirin und fahre los. Gestern Abend habe ich noch meinen Scheinwerfer eingestellt, um möglichst viel zu sehen. Trotzdem muss ich vorsichtig fahren.

Ich erreiche den Parkplatz 6 Uhr 30 und bin fast der Erste. Immerhin es gibt schon heißen Kaffee zu kaufen, Klasse. Die Masse der Touristen ist noch nicht eingetroffen. Trotzdem bin ich etwas unruhig, dass mich noch viele einholen und dann Volksfeststimmung am Gipfel ist. Die Herausforderung besteht heute darin für mich, nicht zu schnell zu laufen.

Es ist fast wolkenloser Himmel, toll. Die Pferde sind morgens etwas teurer, das doppelte. Ich verzichte.

Nach drei Stunden ist der Gipfel zum greifen nah. Es sind zwar schon einige Bergsteiger oben, aber das hält sich noch in Grenzen. Ein Blick zurück und vom Massenansturm ist noch nichts zu sehen.

Ja, Ja, Ja und nochmal Ja, Ja, Ja

Ja, Ja, Ja und nochmal Ja, Ja, Ja

Es ist der Hammer, einfach unglaublich.

Es ist der Hammer, einfach unglaublich.

Der Gipfel liegt bei 5000 m. Ich setze mich hin und lasse in Ruhe den Blick schweifen. Dann gibt es Branch. Allerdings ist es auch schnell mit der Ruhe vorbei. Jeder fragt mich, ob ich ein Foto von ihm schießen kann und drückt mir sein Handy in die Hand. Einer erzählt mir, dass er Brasilianer ist. Ich kann es mir nicht verkneifen. Ich klopfe ihm auf die Schulter und sage mit einem Augenzwinkern 7 zu 1. Wir lachen beide.

Nach einer knappen Stunde trifft die Masse der Touristen ein. Eine Gruppe hat eine Drohne mit Kamera dabei. Das gibt bestimmt tolle Bilder. ich steige ab. Beim hintergehen, bin ich fast geneigt zu rennen. Aber besser nicht übermütig werden. Es war fantastisch. Eines meiner besten Erlebnisse. Und mal so ganz neben bei. Wenn ich in einer Woche drei Mal von 4400 m auf 5000 m hochklettere und dabei jedes Mal 17 km zurück lege, dann sollte doch Hoffnung für mein angekratztes Herz bestehen.

© Bernd Feurich, 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Insgesamt habe ich in den letzten 20 Jahren 5 bis 7 Jahre in Thailand gelebt und gearbeitet. Die letzten zwei Jahre war ich fast am Stück dort gewesen. Jetzt ist das Ende des Geldes abzusehen und ich reise in östliche Richtung über die Pazifikinseln und Südamerika nach Deutschland zurück.
Details:
Aufbruch: 04.01.2016
Dauer: 11 Monate
Heimkehr: 15.12.2016
Reiseziele: Thailand
Philippinen
Fidschi
Neuseeland
Französisch Polynesien
Chile
Argentinien
Bolivien
Peru
Brasilien
Der Autor
 
Bernd Feurich berichtet seit 20 Monaten auf umdiewelt.
Bild des Autors
Aus dem Gästebuch (3/20):
Anonym vom 7. Januar 1484413925000
Diesmal dif­fe­ren­zier­ter: ich war Rich­tung Osten schon an vielen Orten. Meh­rfach. O­ver­land von Frei­burg nach Nepal, anno 71 z.B. Viele Inseln (NZ) usw. Aber meine besten Touren waren zu­sam­men ca. 10000 km mit einer 250 trial durch die Wes­tal­pen. Mit Zelt. Volles Prog­ramm, Stra­ßen, Pässe und u­nend­lich Gel­ände. Des­we­gen finde ich Deine Fahrt mit dem Mo­tor­rad so ben­ei­dens­wert. Das würde ich auch mal wieder gerne machen. Bin aber jetzt 64 und fast zu alt dafür. Koor­di­na­tion, Gesun­dheit, Lei­dens­fähig­keit und so. Hab meine Maschi­ne vor Kurzem ver­kauft. Au­ßer­dem ist das Risiko Alleine riesig. Aber trot­zdem bin ich nei­disch. Auch auf so lange Pat­ta­ya. Ich war nur einen Monat dort. Mach weiter so. Man lebt nur ein Mal.
Antwort des Autors: Na da hast du doch viel erlebt und keiner kann dir die Erinnerungen nehmen. Ich habe noch Hoffnung, dass ich noch vor der Rente irgendwohin eine Tour machen kann. Kommt Zeit - kommt Ra(d)
Gruß, Bernd
Rachel 1484137624000
Ich habe dich die letzten an­der­thalb Jahre auf deiner Reise beg­lei­tet (und war in dieser Zeit selber mit meiner Familie drei­ein­halb Wochen in Thai­land auf Reisen) und war immer sehr angetan von deinen Bildern und deinen Er­leb­nis­sen, danke! Ja, wer den Rei­se­vi­rus in sich trägt, den hält es man­chmal nur mit Mühe in "ewig" den­sel­ben Gew­ässern. Ich wünsche dir alles Gute, gute Gesun­dheit und dass du auch dem kühlen Deuts­chland viel Po­si­ti­ves ab­rin­gen kannst!
Antwort des Autors: Das Gewässer ist fest zugefroren und die dicke Eisschicht hält alles, was auf ihn trieb gefangen. Doch tief unten, am Boden fließt es leise weiter. Irgendwann kommt der nächste Frühling, die Sonne wird das Eis brechen und der Fluss wird alles mit sich nehmen, was dort nicht bleiben will.
anonym 1483787155000
Vielen Dank für Dienen Bericht und die Bilder. Wenn ich nochmal auf die Welt komm, mach ich auch sowas.
Antwort des Autors: Vielen Dank fürs Mitreisen.