Peru-Reisebericht :Von Pattaya nach Zittau

Vom Pazifik zum Rio Amazonas

Nazca - Pucallpa 1400 km, mehrere Tage

Den Rundflug über die Nazca Linien habe ich ausfallen lassen. In den kleinen Maschinen soll es sehr magenunfreundlich sein und ich habe seit zwei Tagen Durchfall. Dafür bin ich nochmal auf ein paar Berge gefahren. Von dort kann man auch so einiges sehen.

Und ich war in der Werkstatt, neue Kette, neues Stoßdämpferöl und ein paar Kleinigkeiten. Der Mechaniker war gut zwei Stunden beschäftigt und es hat mich alles zusammen 17 Euro gekostet. Allerdings ist die Gabel immer noch nicht hundertprozentig okey. Irgendetwas stimmt nicht.

Ich fahre weiter nach Pisco.

Ich fahre weiter nach Pisco.

200 km durch die Wüste, herrlich.

200 km durch die Wüste, herrlich.

Tote Robbe und Mühl

Tote Robbe und Mühl

Pisco ist ein wenig wie der Name schon sagt, dreckig und stinkig. Die Häuser in der Stadt gleichen einer Festungen, alles ist vergittert. In viele Läden kann man nicht hinein gehen, die Ware wird durchgereicht. Als ich im Hostal mein Zimmer besichtige, wird extra jemand neben mein Motorrad gestellt, zum Aufpassen. Sehr seltsam.
Eigentlich wollte ich von hier einen Bootstrip zu den Ballestas Inseln machen, auch Galapagos für Arme genannt. Dort kann man Seelöwen und andere Tier sehen. Allerdings haben mir einige Traveler berichtet, dass man nur am Ufer entlang fährt und nicht an Land geht.

Interessante Vögel kann ich auch von der Stadt aus sehen.

Interessante Vögel kann ich auch von der Stadt aus sehen.

Am nächsten Tag fahre ich die Küste runter und stelle fest, dass ich im falschen Ort quartier bezogen habe. Die Traveler wohnen 10 km südlicher. Obwohl das Wasser auch hier nicht gerade zum Baden einlädt, ziehe ich in Erwägung noch zwei Tage zu bleiben. Das Beeindruckende ist die Wüste ringsum mit ihren bezaubernden Pastellfarben.

Auch die Küstenlinie ist interessant.

Auch die Küstenlinie ist interessant.

Dann esse ich zu Mittag in diesem Touristenort und erlebe die größte Frechheit meiner Peru Reise. Für einen Teller Spagetti und einen Kaffee will man 30 Sol von mir. Normal sind etwa 7 Sol. Ich muss erst mal lachen, dann sage ich, nooooo. Leider habe ich kein Kleingeld, sonst würde ich einfach 10 oder 15 Sol auf den Tresen legen und gehen. So muss ich mich also auf Verhandlungen einlassen. Nachdem ich 20 Sol bezahlt habe, beschließe ich weiter zu fahren.
Es ist seltsam. Eigentlich halte ich große Stücke von den Südamerikanern und auch von den Leuten in Peru. Es sind anständige gute Menschen. Aber in manchen Touristenzentren greift man ungeniert zu. Sind wir es, die das Verderben im Gepäck haben ?

© Bernd Feurich, 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Insgesamt habe ich in den letzten 20 Jahren 5 bis 7 Jahre in Thailand gelebt und gearbeitet. Die letzten zwei Jahre war ich fast am Stück dort gewesen. Jetzt ist das Ende des Geldes abzusehen und ich reise in östliche Richtung über die Pazifikinseln und Südamerika nach Deutschland zurück.
Details:
Aufbruch: 04.01.2016
Dauer: 11 Monate
Heimkehr: 15.12.2016
Reiseziele: Thailand
Philippinen
Fidschi
Neuseeland
Französisch Polynesien
Chile
Argentinien
Bolivien
Peru
Brasilien
Der Autor
 
Bernd Feurich berichtet seit 27 Monaten auf umdiewelt.
Bild des Autors
Aus dem Gästebuch (3/21):
Dieter Butow 1501748115000
Hi Bernd, hoffe alles frisch bei Dir -wir hatten uns im hostal an der Laguna Co­lo­ra­do get­rof­fen. Dein blog ist inte­res­sant -bist viel rum ge­kom­men - werden uns Tipps holen fuer Gebiete wo wir noch nicht waren. Wenn Deine Leser anderes noch inte­res­siert, unser blog www.auf­pad­.com ist in­zwischen ziem­lich up to date. Wir kehren noch­mals Ende August nach Süda­meri­ka zurück Pa­ta­go­nien zu ber­ei­sen.­Gruss, Dieter und Karin
Anonym vom 7. Januar 1484413925000
Diesmal dif­fe­ren­zier­ter: ich war Rich­tung Osten schon an vielen Orten. Meh­rfach. O­ver­land von Frei­burg nach Nepal, anno 71 z.B. Viele Inseln (NZ) usw. Aber meine besten Touren waren zu­sam­men ca. 10000 km mit einer 250 trial durch die Wes­tal­pen. Mit Zelt. Volles Prog­ramm, Stra­ßen, Pässe und u­nend­lich Gel­ände. Des­we­gen finde ich Deine Fahrt mit dem Mo­tor­rad so ben­ei­dens­wert. Das würde ich auch mal wieder gerne machen. Bin aber jetzt 64 und fast zu alt dafür. Koor­di­na­tion, Gesun­dheit, Lei­dens­fähig­keit und so. Hab meine Maschi­ne vor Kurzem ver­kauft. Au­ßer­dem ist das Risiko Alleine riesig. Aber trot­zdem bin ich nei­disch. Auch auf so lange Pat­ta­ya. Ich war nur einen Monat dort. Mach weiter so. Man lebt nur ein Mal.
Antwort des Autors: Na da hast du doch viel erlebt und keiner kann dir die Erinnerungen nehmen. Ich habe noch Hoffnung, dass ich noch vor der Rente irgendwohin eine Tour machen kann. Kommt Zeit - kommt Ra(d)
Gruß, Bernd
Rachel 1484137624000
Ich habe dich die letzten an­der­thalb Jahre auf deiner Reise beg­lei­tet (und war in dieser Zeit selber mit meiner Familie drei­ein­halb Wochen in Thai­land auf Reisen) und war immer sehr angetan von deinen Bildern und deinen Er­leb­nis­sen, danke! Ja, wer den Rei­se­vi­rus in sich trägt, den hält es man­chmal nur mit Mühe in "ewig" den­sel­ben Gew­ässern. Ich wünsche dir alles Gute, gute Gesun­dheit und dass du auch dem kühlen Deuts­chland viel Po­si­ti­ves ab­rin­gen kannst!
Antwort des Autors: Das Gewässer ist fest zugefroren und die dicke Eisschicht hält alles, was auf ihn trieb gefangen. Doch tief unten, am Boden fließt es leise weiter. Irgendwann kommt der nächste Frühling, die Sonne wird das Eis brechen und der Fluss wird alles mit sich nehmen, was dort nicht bleiben will.