Montenegro-Reisebericht :Eigentlich wollten wir mal schnell ans Rote Meer....

Montenegro

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19.04.2011
Tagesziel: Bucht von Kotor Km 150
Wetter : heiter bis wolkig, >20°

Heute hatten wir wieder mal eine Grenze zu überqueren, wobei die Ausreise länger dauerte als die Einreise. Hier gab es nur ein kleines Problem wegen der 'Umweltplakette', aber nachdem der findige Beamte das Wort SoKfz WoMo in unseren Papieren entdeckte, waren wir eben M2 - und damit €30 ärmer.
Bevor wir uns an die Umrundung der Bucht von Kotor machten, war unser erster Halt in Herceg Novi, einer sehenswerten Festungsstadt aus der Osmanischen Zeit.

Tipp: Tickets für die Parkzone (€,40/Std) gibt es an jedem Kiosk-
Weiter ging es dann über Kamenari, -dem Fährhafen für die Abkürzung durch die Bucht (€4 für PKW, deutlich mehr für WoMos)
Risan mit seinen altem Häusern und dem römischen Mosaik

Nach Perast

mit seiner malerischen Altstadt.
Kotor

haben wir dann einen längeren Aufenthalt gewidmet, es gibt zu viel zu sehen, zu viel zum Bummeln.
Weiter fuhren wir die schmale Küstenstrasse entlang bis Lepetanj,

dem Ankunftshafen der 'Abkürzungsfähren' und dann über Tivat, am Flughafen vorbei bis Rose- unserer Endstation für heute

SP: Bei den Fischern von Rose

Sand und Steine

20.04.2011
Tagesziel: Budva Km 90
Wetter : sonnig, >25°

Nach der Umrundung der Halbinsel Lustica - und der 'Inspektion' mehrerer ihrer Strände auf 'mini-Womo-Tauglichkeit' (die Strassen hier sind wirklich sehr schmal und wenn dann noch der Bus oder ein Lkw entgegen kommt....) stand die Besichtigung von Budva auf dem Program.

Auch hier wieder einmal eine von einer Festungsmauer umgebenen Altstadt mit engen, idyllischen Gassen, alten Kirchen, kleinen Läden und netten Bars.
Den Rest des Tages verbrachten wir damit, einen Update des Reiseberichts ins Netz zu stellen.
Tipp des Tages:
Falls mal ein 'etwas anderes' Strand-(bad) gesucht wird - einfach mal den Ploce Strand anfahren.

Wegbeschreibung aus Richtung Kotor:
Ca. 4 km vor Budva, also noch bevor es den Berg hinauf zu den Tunnels geht, nach rechts zu den Jaz Stränden abbiegen, aber dann daran vorbeifahren, über eine schmale Brücke, den Berg hinauf - und ab da müssten schon die Schilder Trsteno und Ploce zu sehen sein - ab Jaz so ca. nochmal 4km.

SP: Ploce Strand

Unser erster Tag im Paradies

21.04.2011
Tagesziel: --- Km 0!!
Wetter : sonnig, >25°, Wasser noch um 17° (leider)

Heute stimmt einfach fast alles, das Wetter ist perfekt, die Gegend wunderschön und so beschließen wir einen Strandwandertag einzulegen.
Zuerst mal Richtung Süden - an einem kleinen Leuchtturm vorbei

- bis der Weg dann zu undurchdringlich wurde.
Also umgedreht, und in entgegengesetzter Richtung, vorbei am Trsteno Strand - zur Zeit noch geschlossen - einem Sandstrand mit sehr flachem Wasser - m.E. Kindergeeignet.

Bis zu den Stränden von Jaz - die sich ebenfalls noch in der 'Öffnungsphase' befinden.

Zurück am Plocestrand beendeten wir den Tag mit Sonnebaden, Sundowner...

SP: Ploce Strand

Genug gegammelt...

22.04.2011
Tagesziel: Ostrog Klöster Km 165
Wetter : , sonnig, >25°,

Wir fahren weiter, diesmal 'ins Innenland von Montenegro' und unser erster Halt ist in der alten Hauptstadt Cetinje. Gut ausgerüstet mit einer Broschüre von der Information machen wir uns daran, die wichtigsten weltlichen und kirchlichen Gebäude zu erkundigen.
Regierungspalast, Botschaften, das alte Schloss, das Mausoleum von Bischof Danilo. Insgesamt können 44 Stationen auf 3 verschiedenen Routen angelaufen werden. Wir machten dann noch einen Besuch im Kloster von Centinje

und hatten dort das Glück, dass soeben der Reliquienschrein für ein paar Gäste geöffnet wurde. So konnten auch wir einen schnellen Blick auf König & Bischof Petar I, und die Hand von Johannes dem Täufer, sowie ein Stück von Kreuz erhaschen.
Wir fuhren weiter bergauf zum Lovcen Nationalpark. Hier in knapp 1600 m Höhe befindet sich das Mausoleum von König & Bischof Petar II.

Von einer Aussichtsplattform da droben übersieht man (angeblich) 80% von Montenegro, hat u.a. einen Blick auf das sogenannte Felsenmeer

und die Bucht von Kotor.

Uns zog es weiter ins Landesinnere bis zu den Klöstern von Ostrog.
Wir parkten am unteren Kloster

und machten uns gemäß Anweisung in unserer Landkarte daran, das obere Kloster per pedes zu erreichen (250Hm).
Zitat: "Don't go by car to the upper monastery, but go on foot as a humble pilgrim".

Oben angekommen (und 'richtig angezogen') durften wir das Innere des Klosters besichtigen und auch hier war wieder der Reliquienschrein kurzzeitig offen, und so konnten wir einen Blick auf St. Vasilije Ostroski werfen.
Genug für heute, wir bleiben auf dem neuen Parkplatz bei den Klöstern, genießen den Sonnenuntergang und schmieden Pläne für Morgen.

SP: Bei den Ostrog Klöstern

Rafting durch die Tara Schlucht

23.04.2011
Tagesziel: Scepan Polje Km 115
Wetter : sonnig, >25°, Wasser 7°!!

Einer unserer lang gehegten Pläne ist Rafting durch die Tara Schlucht - und heute wurde der Traum wahr.
Aber von vorne:
Wir veliessen die Ostrog Klöster Richtung Niksic

- einer nichtssagenden Mittelstadt und trafen dann recht schnell auf die Piva Schlucht

Nach Besuch des Pivski Klosters, von aussen unscheinbar,

aber innen mit schönen Fresken, die mit denen der Meteora Klöster vergleichbar sind,
ging es immer weiter die Piva Schlucht entlang über Pluzine (besteht im wesentlichen aus neueren Apartmenthäusern & Hotels)

bis zum Grenzort Scepan Polje in dem sich eine Rafting Station befindet. Ohne Voranmeldung konnten wir dennoch innerhalb von 30 Minuten einen Shuttlebus besteigen, der uns zusammen mit 14 Serbischen Rettungsschwimmern zum Startpunkt der Tour brachte.

Nach gut 2 Stunden, ca. 18km flussabwärts auf der relativ viel Wasser führenden Tara (daher auch zur Zeit Kategorie III = schwierig) war die Tour leider schon wieder zu Ende

Der Abend fand bei einem gemeinsamen Spanferkelessen einen vergnüglichen Ausgang.

Voher

Voher

Nachher

Nachher

SP: Kamp Sastavci

Tipp: Für Nachahmer: Wir können dieses Raftingunternehmen uneingeschränkt weiterempfehlen -
Neues, selbstlenzendes Bootsmaterial, gute Neoprenausrüstung und sehr kompetente Bootsführer machten die Tour zum reinen Vergnügen - und sein Womo kann man im Kamp am Ende der Tour auch noch stehen lassen.
Anfahrt: ca 100m vor der Grenzstation nach links einbiegen, an einem Gasthaus rechts vorbei, den Feldweg entlang - und schon befindet man sich im Kamp - und Irgendeiner dort spricht immer etwas Englisch .
Ansonsten dürften folgende Links (von uns noch nicht angesehen) www.tara-sastavci.com oder www.tarabodo.com sicher auch weiterhelfen.

Und heute dasselbe nochmal zu Fuss....

24.04.2011
Tagesziel: Scepan Polje Km 150
Wetter : erst wolkig, dann sonnig 15°-20°

Da es gestern so schön war, wollen wir uns heute die Tara-Schlucht nochmal zu Fuss anschauen.
Da eigentlich keine Wanderwegen zumindest durch diesen Teil der Schlucht gibt, brechen wir auf und folgen erst der Teer - und dann der Staubstrasse bis zum Ausgangspunkt der Rafting-Tour.
Hier ist dann auch 'die begehbare Welt zu Ende', das Gestrüpp wird undurchdringlich - und wir kehren nach 12,7 km auf dem selben Weg wieder zurück.
Ein paar Bilder von der Wanderung:

Tara

Tara

Ein Freund am Wegesrand

Ein Freund am Wegesrand

Kamp Green (bietet auch Raftingtour an)

Kamp Green (bietet auch Raftingtour an)

Den späten Nachmittag/frühen Abend wollten wir eigentlich mit einer kurzen Rundreise duch BiH verbringen, um uns die Tara Schlucht auch von der anderen Seite anzusehen. Laut Karte eigentlich möglich, jedoch als die Wege immer unwirtlicher wurden - eher ein Gelände für ein anspruchsvolles Offroad Training - brachen wir unser Vorhaben ab und kehren in zum Kamp Sastavci zurück.
(Auch bei diesen 2 maligen Grenzübertritten galt das Hauptaugenmerk der Zöllner unserem Bettenbau &#61514

SP: Kamp Sastavci

Durch die Schluchten des Balkan

25.04.2011
Tagesziel: Rijeka Crnojevica Km 380
Wetter : wolkig, 15°- 22°

Für heute haben wir uns weitere Besichtigungen der Schluchten (Canyons) in Motenegro vorgenommen. Hier sind die Bergstrassen zwar auch schmal, aber alle befestigt und eigentlich sehr gut befahrbar.
Zu Beginn ging es die Piva Schlucht zurück bis kurz vor Pluzine, dann nach links, relativ steil

hoch nach Trsa - einem kleinen Bergdorf mit Kamp für Reiter - und von da wollten wir weiter Richtung Zabljak in den Durmitor Nationalpark.

Auf ca. 1700m Höhe mussten wir den Versuch jedoch wegen Unpassierbarkeit der Strasse

Hier ging es noch

Hier ging es noch

leider aufgeben - Pässe werden hier nicht gesperrt oder markiert, man versucht halt ob man durchkommt - und irgendwann wird die Sonne den Schnee schon geräumt haben...
also den ganzen Weg zurück nach Pluzine und entlang dem Piva Tal, am Pivski Kloster vorbei und kurz vor Gornje Polje dann links ab und über Savnik nach Zabljak.
Hier ist anzumerken, dass die Strasse Savnik - Zabljak völlig neu (meist 3-spurig) ausgebaut wurde.
Zabljak ist das Tor zum Durmitor NP -

und dementsprechend eine 'sportliche' Stadt, viele Kamps, Hotels ,... (St. Moritz im kleinen).
Aufgrund der Schneelage beschränkten wir uns darauf im NP nur den 'Schwarzen See'

zum umrunden - von allen anderen Hochtouren - insbesondere der Tour zur Eishöhle - wird derzeit noch abgeraten.
Wir fuhren weiter zur Tara Brücke

Und dann immer die Tara entlang - die hier mehr wie ein kleiner friedlicher Bergbach wirkt -

besichtigten die Fresken (16.Jh) im Nonnekloster von Dobrilovina,

über Mojkovac, vorbei am Biogradska NP bis Kolasin.
Hier geht die Strasse über einen kleinen Pass und man wechselt von der Tara Schlucht in die Schlucht der Moraca.

Am Kloster von Moraca

mit seinen Fresken aus dem 12.Jh legten wir noch einen letzten halt ein, bis wir dann Podgorica das Ende der Moraca Schlucht erreichten.
Bei der alten Brücke

In Rijeka Crnojevica beendeten wir den Tag.

SP: Rijeka Crnojevica bei der Alten Brücke (Stari Most)

unsere abendlichen Besucher

unsere abendlichen Besucher

Anmerkung für die Nachfahrer:
Wir werden diese Runde später im Jahr definitiv nochmals machen - die Landschaft ist einfach zu schön -
Aber diesmal in Umgekehrter Richtung - also Podgorica -> Moraca Schlucht ->Tara Schlucht ab Kolasin -> Tara Brücke ->Zabljak (Durmitor NP) -> über den dann hoffentlich offenen Pass -> Trsa -> Piva Schlucht -> Niksic -> Podgorica.
Fährt man in dieser Richtung, dann fährt man meist auf der Flussseite, hat also eine noch bessere Aussicht und mehr Möglichkeiten für Foto Stopps.

Im nächsten Nationalpark - Skadarsko See

26.04.2011
Tagesziel: Bar Km 140
Wetter : wolkig, leichte Schauer, Nachts Wind & Regen 18°

Der heutige Tag war wieder mal der Natur, diesmal den Vögeln gewidmet.
Am Skadarsko See

leben die letzten Zwerg-Komorane und von denen haben wir etliche gesehen, sowie Pelikane - die waren leider noch nicht da. Dafür ist das Visitor-Center gut ausgestattet.
Nach einem kurzen Stop in Virpazar

- dem Ausgangspunkt der Bootstouren über den See -

fuhren wir 'den Berg hoch' zum Weindorf Godinje um unsere Vorräte aufzufüllen.
Weiter ging es über die alte, kaum noch instand gehaltene Passstrasse (die meisten benutzen jetzt den Tunnel) nach Bar.

Hier luden wir mal wieder einen Update unseres Berichtes hoch, bevor wir am Strand / Fischerhafen von Sutomore den Tag beendeten.

Ersatzteie für einen Lancia sind rar, daher...

Ersatzteie für einen Lancia sind rar, daher...

SP: Bei den Fischern von Sutomore

Unser letzter Tag in Montenegro

27.04.2011
Tagesziel: Velika Ada Km 60
Wetter : bewölkt dann sonnig, > 25°

Den letzten Tag hier wollen wir wieder mal mit einer Mischung aus Sehenswürdigkeiten und Strandwandern ausklingen lassen.
Unser erstes Ziel heute war Stari Bar (die alte Stadt von Bar, im wesentlichen eine Festungsstadt aus dem 12 - 16Jh, die sich derzeit im wiederaufbau befindet.

Weiter ging es zum Stari Maslina,

einem über 2000 Jahre alten Olivenbaum, angeblich der älteste in Europa, 10m Gipfeldurchmesser und immer noch Früchte tragend.
Dann noch schnell nach Ulcinj,

mit seiner Altstadt und einem dicht dabei liegenden Stadtstrand.
Jetzt noch zum berühmten Velika Beach, einem ca. 9km langen Sandstarnd

Bevor wir in Velika Ada (oft auch nur als Ada bezeichnet)

Einer dreieckigen Sandinsel Insel unsere 21/2 stündige Strandwanderung absolvierten - einfach die Küstenlinie von der Nord- zur Südspitze und wieder zurück.

SP: Ada

© Anja & Wolfgang, 2011
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Unser originaler Plan war: In 4 Monaten mit dem WoMo entlang der Mittelmeerküste (Kroatien, Montenegro, Albanien), durch Griechenland, die Türkei und Syrien nach Jordanien ans Tote und ans Rote Meer. --- Aber bedingt durch die Entwicklung in Syrien wird dies wohl für diesmal ein Traum bleiben. Wir haben gezwungenermassen umgeplant und werden eben viel mehr Zeit im Osten der Türkei verbracht. Letztendlich ist nun eine 2-monatige Türkei-Reise daraus geworden.
Details:
Aufbruch: 05.04.2011
Dauer: 4 Monate
Heimkehr: 05.08.2011
Reiseziele: Kroatien
Italien
Bosnien und Herzegowina
Montenegro
Albanien
Mazedonien
Griechenland
Türkei
Bulgarien
Rumänien
Ungarn
Österreich
Der Autor
 
Anja & Wolfgang berichtet seit 7 Jahren auf umdiewelt. Anja & über sich:
Weltreisende aus Leidenschaft