Allein auf Tour in den ukrainischen Karpaten

Reisezeit: August / September 2011  |  von Manfred Sürig

Stippvisite in Rumänien

Man kann wieder alle Schilder und Reklamen lesen, wenn auch nicht verstehen. Ansonsten siehts in Rumänien nicht anders aus als "drüben"

Man kann wieder alle Schilder und Reklamen lesen, wenn auch nicht verstehen. Ansonsten siehts in Rumänien nicht anders aus als "drüben"

Von hier nach Osten komme ich ins Marmuresch, die waldreichste Gegend Europas. Nur leider führen von hier alle Wege bergauf

Von hier nach Osten komme ich ins Marmuresch, die waldreichste Gegend Europas. Nur leider führen von hier alle Wege bergauf

Eigentlich sollte heute der zweite Teil der Karpatenreise beginnen, nämlich die Erkundung des Marmuresch. Aber im Westen braut sich ein Gewitter zusammen, es ist schwül. Da sehe ich erst einmal nach, ob man nicht dem Marmuresch ein Stück per Bahn näher und höher kommen kann.

Immerhin gibt es von hier aus einen durchgehenden Zug bis Bukarest. Aber ins Marmuresch führt nur eine kleine Stichbahn, heute ist der letzte Zug um 15.30 schon weg. Die Züge Richtung Ukraine sind gestrichen

Immerhin gibt es von hier aus einen durchgehenden Zug bis Bukarest. Aber ins Marmuresch führt nur eine kleine Stichbahn, heute ist der letzte Zug um 15.30 schon weg. Die Züge Richtung Ukraine sind gestrichen

Unschlüssig mache ich erst einmal eine Stadtrundfahrt. Aber der erdrückende Verkehr entmutigt mich weiter. Haarscharf werde ich überholt, es wird wild gehupt, als wäre ich das Verkehrshindernis.

Diesen Baustil gibt es nur in Rumänien. Die Kirche ist erst vor kurzem fertiggestellt worden.

Diesen Baustil gibt es nur in Rumänien. Die Kirche ist erst vor kurzem fertiggestellt worden.

Im Zentrum sieht es ganz proper aus, in den Grünanlagen flanieren viele Leute, auch viele Touristen, wie ich an den Kennzeichen ausländischer Autos sehe. Nur ukrainische Wagen gibt es fast gar nicht.

Im Zentrum sieht es ganz proper aus, in den Grünanlagen flanieren viele Leute, auch viele Touristen, wie ich an den Kennzeichen ausländischer Autos sehe. Nur ukrainische Wagen gibt es fast gar nicht.

Am Deich der Theiß mache ich eine Mittagsruhepause.
Nein, wie schön ruhig hatte ich es doch drüben in der Ukraine.
Ich könnte per Nachtzug durchgehend von Solotvyna bis Lemberg für 91 Griwna (= € 8,20) fahren, für diesen Preis auch noch das Rad mitnehmen und dort Freund Sergej treffen.
Eigentlich die bessere Alternative. Zumal weiter nördlich das Wetter besser sein soll.
Gedacht, getan.
Ich fahre wieder zurück über die Brücke und werde dort strahlend vom Grenzbeamten begrüßt. Nix schön, Romania ? Ich nicke.
Was er jetzt wohl denken mag.
Ich werde jedenfalls zuvorkommend bedient und bin in einer Minute wieder in der Ukraine!

© Manfred Sürig, 2011
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Zwischen Sighetu Marmathiei/Rumänien und Solotvyna/Ukraine führt eine von der EU gesponserte Brücke über die Theiß, die dort die EU-Außen-Grenze bildet. Ursprünglich (1994) für die Entwicklung des kleinen Grenzverkehrs gebaut, wollte ich wissen, ob man als EU-Bürger dort heute auch rüberkommt. Niemand konnte mir im voraus dazu etwas sagen. Bleibt also nur, selbst hinzufahren....
Details:
Aufbruch: 27.08.2011
Dauer: 16 Tage
Heimkehr: 11.09.2011
Reiseziele: Ukraine
Rumänien
Slowakei
Der Autor
 
Manfred Sürig berichtet seit 18 Jahren auf umdiewelt.