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Zwischen Sighetu Marmathiei/Rumänien und Solotvyna/Ukraine führt eine von der EU gesponserte Brücke über die Theiß, die dort die EU-Außen-Grenze bildet. Ursprünglich (1994) für die Entwicklung des kleinen Grenzverkehrs gebaut, wollte ich wissen, ob man als EU-Bürger dort heute auch rüberkommt. Niemand konnte mir im voraus dazu etwas sagen. Bleibt also nur, selbst hinzufahren....
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Nun bin ich wieder in der EU. Das letzte Straßenstück bis zum Grenzübergang hat die Gemeinschaft gefördert, es ist ein Vorzeigestück und, da es leicht bergab geht, auch genüßlich mit dem Rad zu befahren.
Da komme ich gleich auf die Idee, noch einen Umweg über Inovce zu machen. Dort gibt es eine alte Holzkirche
Der Weg dorthin führt erneut nahe der Grenze entlang. Und wieder mache ich die Erfahrung, dass dort ein tadelloser Radweg aus der Zeit des eisernen Vorhangs zurückgeblieben ist: hier fuhren früher die Grenzschützer, die die Grenze zum Bruderland Sowjetunion bewachten.
Dank der guten slowakischen Fahrradkarte weiß ich genau, wo ich fahren muß und wie weit es ist. Auch die Steigungsstrecken und deren Dauer und Höhe ist in einem Beiheft angegeben. Da kann man sich um 15 Uhr noch eine Nachmittagstour vornehmen und weiß trotzdem, dass man abends in einem Ort mit Unterkunft ankommen wird. Nur der Hauch von Abenteuer ist raus.
Ein winziges Kirchlein mit zugehörigem Friedhof.
Die Kirche steht unter Denkmalschutz, kann auch besichtigt werden. Nur müßte man sich vorher telefonisch anmelden.
Nachdem der Regen schon ein paar Stunden aufgehört hat, dreht der Wind auf Nord und die Sonne kommt heraus. Da kann man das Radfahren bergab bis in die Pußta richtig genießen. Von 480 Meter Meereshöhe geht es hinab bis auf 131 Meter auf einer fast verkehrslosen tadellosen Straße.
In der Ebene komme ich nach Tibava - wie der Name des Cafes in Lemberg.
Von dort knickt mein Weg 12 km nach Westen auf die Europastraße 50, auf der ich mich erst einmal wieder an viel Verkehr gewöhnen muß. Dann gehts ab nach Norden
und ich komme auf einen nagenneuen Radweg auf dem Damm des Stausees Zeplinska Sirava.
Gegen 19 Uhr beende ich den Tag in der ersten Unterkunft, die ich am See finde. Ein riesiges Sport- und Erholungszentrum, aber inzwischen eine Bruchbude, die Abflußrohre lecken, es gibt kein Warmwasser, nicht einmal die Betten sind gemacht.Da war ich nicht wählerisch genug. Oder die hübsche Dame an der Rezeption hat mich abgelenkt
Schön ist der Blick durchs Fenster, das man aber nicht öffnen kann.
Als Senior über 70 darf man in der Slowakei für 10 % des Listenpreises mit der Bahn reisen. Eine Verführung, sich zu den hochgelegenen Orten fahren zu lassen und von dort auf Talfahrt zu starten.
Von hier führen alle Wege wieder bergauf, es sei denn ich fahre nach Süden Richtung Ungarn.
Aber von dort kommt Gegenwind.
Was liegt da näher, als erst einmal die Bahn zu nehmen und im Zug darüber nachzudenken, wie weit und wie hoch ich fahren will.
Noch einmal nach Kosice, um zwischen zwei Zügen einen Stadtbummel zu machen
in der denkmalgeschützten innenstadt ein paar Fotos zu schießen
Mein Zielbahnhof auf 946 m Meereshöhe zwischen dem Hron-Tal und dem Hlinec-Tal südlich der Niederen Tatra im westlichsten Ausläufer des slowakischen Erzgebirges.
Ich kehre wieder in die Pension U'Hanky ein und genieße die Gastlichkeit des Hauses. Das erste Mal nach langer Zeit kann man sich hier auch auf deutsch verständigen. Hier hatte ich auf dem Hinweg meine Wanderschuhe zurückgelassen. Morgen werde ich sie noch einmal benutzen.
Eine letzte Bergwanderung bis zur halben Höhe des Krahola Vola schaffe ich noch, dann spielt das Wetter nicht mehr mit.
Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören. Also werde ich morgen die Heimreise antreten.
Mit dem festen Vorsatz 2012 erneut in die Slowakei und vielleicht auch wieder in die Ukraine zu kommen.
Die Zugfahrt führt durch eine Bilderbuchlandschaft, die ich demnächst per Rad erkunden werde.
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| Matthias | ||
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Lieber Fahrradfreund, ich kenne die Gegend, in der Du unterwegs warst, schon seit einigen Jahren. Im vorigen Sommer bin ich tatsächlich die "Straße" von Ust'-Čorna nach Koločava gefahren. Von einer Straße kann nicht mehr die Rede sein. Ein Flüsschen hat die Straße weggespült. Man kann großenteils nicht einmal mehr schieben, sondern muss das Rad tragen. Du hast also gut daran getan umzukehren. Ein Foto von einer "guten" Stelle: http://www.flickr.com/photos/m_wilke/6070433614/in/set-72157627339297905 Beste Radgrüße aus Berlin! | ||
| richard | ||
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Danke für den Bericht, das kommt mir sehr gelegen, da ich die Vorbereitungen für meine Reise jetzt anpacken will, die Strecke hätte mir so gut gefallen, aber ich bin gehbehindert und kann mir keine Strecken aussuchen auf denen man schieben müsste , trotzdem sehr lehrreich für mich. vielleicht sieht man sich ja mal auf dem Weg oder in einem Hotel, dann können wir ja auch mal etwas reden, solche Zufälle hab ich schon erlebt viel Gute Erlebnisse dann für 2012 Richard H. | ||
| Bjoern | ||
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Vielen Dank fuer den Bericht. Ich interessiere mich auch fuer den Zustand der K.U.K. Staedte in Osteuropa, jetzt habe ich Reisefieber............... Gruss aus Hongkong Bjoern | ||
| Heinz-Helmut Bettac | ||
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Hochinteressant, vor allem, dass die EU Brücken für den Grenzverkehr baut und damit die Wechselmöglichkeit zwischen EU-Gebiet und EA-Gebiet somit so vereinfacht wird, dass jeder anscheinend nach Belieben hin und her kann. Toll !! Auch die Kenntnis der Professoren aus Lemberg über die kompliziertesten Zusammenhänge der Währungsunion EURO etc. ist berauschend. Also schnell die Ukraine rein in die EU und dann wird alles gut ... Vor allem die Verschwörungs-Theorie zur Verständigung Kohl / Mitterand in der Währungsfrage ist bestechend. Von dem damaligen Kommissionspräsidenten Delor (ehemaliger französischer Finanzminister) spricht man anscheinend in der Ukraine nicht, aber dieser war es, der für die Koordination in Brüssel gerade in der Frage der Wiedervereinigung federführend war, nachdem Diedrich Genscher den damaligen italienischen Ratspräsidenten schroff beschieden hatte: 'This is our matter'. Delor interessierte nur eines: 'Die Vollendung des Gemeinsamen Marktes'. Und zu einem Ziel respektive Markt gehört auch eine gemeinsame Währung. Aber es gibt noch einige andere sachliche Zusammenhänge in diesen Fragen, die aber andere Fachleute aufarbeiten sollten bzw. bereits haben. Jedenfalls hat es die Bundesrepublik in Sachen DDR rd 1,5 Billionen Euro bereits gekostet und die Sicherung des Euro wird mit rd. 0,5 Billionen Euro zu Buche schlagen. Das sind die Kosten unseres hohen Wohlstand-Niveaus und vor allem für die Beendigung des 2. Weltkrieges infolge der Wiedervereinigung mit der Folge der Erweiterung der EU, die wiederum die Absicherung der Eigenstaatlichkeit der Ukraine ist. Hoffentlich erwähnt der gute Professor aus Lemberg dies auch in seinem BUch. [HHB] | ||
| anonym | ||
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Man muß nicht von allem träumen, man muß nur einen Teil davon machen. Notfalls spontan und sich dann überraschen lassen. Auf dieser Reise gab es so viele Überraschungen, obwohl ich einige Pfade zum zweiten Mal betreten hatte | ||
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