Malta-Reisebericht :Malta im Winter: Barocke Kirchen, prähistorische Tempel und Klippenwanderungen

Der Nordwesten Maltas

Nach einem Abstecher zur Gnejna Bay - am schönen Sandstrand sind viele Spaziergänger unterwegs - erreichen wir die Golden Bay. Vorbei an dem modernen Radisson-Hotel bahnen wir uns zwischen aufgelassenen Häusern einen Weg zu den südlichen Klippen und finden einen vorzüglichen Standplatz für unser Auto. Neben uns haben Einheimische ein Partyzelt aufgestellt und feiern mit Kind, Hund, Musik und Lagerfeuer.

Klippen bei Golden Bay

Klippen bei Golden Bay

Der nächste Ausflug führt uns in die St.-Paul's-Bay. An einer Tankstelle in Bujibba lassen wir unseren Bus von schwarzen ragazzi aus Ghana waschen. Auf dem Weg zum Wignacourt Tower finden wir an einer Kreuzung "Johnnys Bar", die über einen Internet-Zugang verfügt. St.-Paul's-Bay ist eine der Haupttourismuszonen von Malta, doch jetzt im Winter wirkt Bujibba mit seinen Läden und Cafés ganz gemütlich.

Blick auf St.-Paul's-Bay

Blick auf St.-Paul's-Bay

Der nächste Ort an der Bucht nennt sich Qawra, von dessen Strandpromenade sich ein guter Blick auf das Inselchen Selmunett bietet. An den Felsen von Selmunett zerschellte einst Paulus' Schiff. Heute erinnert eine weithin sichtbare Heiligenfigur an den Schiffbruch des Apostels.

Auf der Rückfahrt zur Golden Bay machen wir einen Abstecher nach Zebbieght, an dessen Ortsrand sich der Skorba-Tempel befindet. Zwei Kulturphasen werden nach Funden von hier bezeichnet: Die erste Hälfte des 5. Jahrtausends v.Chr. ist die Grey-Skorba-Periode und die zweite Hälfte des 5. Jahrtausends v. Chr. ist die Red-Skorba-Periode, so benannt nach der grauen beziehungsweise roten Keramik, die in diesen Zeiten entstanden ist. Das Ausgrabungsgelände ist nicht zugänglich und die Überreste der Tempel lassen sich nur durch den Maschendrahtzaun besichtigen.

Skorba Tempel bei Zebbieght

Skorba Tempel bei Zebbieght

Nicht weit von hier, in Mgarr, finden sich die Reste des Ta'Hagrat-Tempels, gebaut zwischen 3600 und 2500 v.Chr., dessen kleeblattförmige Grundstruktur vorbildlich für alle späteren Tempelbauten der Insel gewesen sein dürfte. Leider ist auch diese Anlage nicht direkt zugänglich.

Beide Tempelanlagen sind in die UNESCO-Kulturerbeliste aufgenommen.

Nach so viel Kultur ist der nächste Tag zu Wolfis großer Freude ganz dem Wandern auf den Klippen entlang der Küste Richtung Norden gewidmet, immer einen halbzerfallenen Turm im Blick, der einst die Küste überwachte.

Küste bei Golden Bay

Küste bei Golden Bay

© Angelika Gutsche, 2011
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wer auf Historisches schwört, für den könnte Malta im Winter genau das Richtige sein. Wohl kaum sonst wo befinden sich so viele von der UNESCO als Weltkulturerbe geschützte Bauwerke auf engstem Raum. Und wunderbare Naturerlebnisse kommen auch nicht zu kurz.
Details:
Aufbruch: 21.01.2011
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 16.02.2011
Reiseziele: Italien
Malta
Der Autor
 
Angelika Gutsche berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
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