Go West - Zwei Familien in einem Auto durch Arizona und New Mexico

Reisezeit: April 2014  |  von family on tour

Lake Havasu City: London Bridge

Seit gestern Nachmittag ist hier ein starker Wind aufgezogen, so dass es trotz der Wärme draußen recht ungemütlich wird. Dennoch schafft es ein Kolibri sich am Nektar einer Blüte zu laben. Auch diese Nacht war nicht besonders prickelnd. Wir schlafen zu früh ein, und wachen viel zu früh auf oder liegen nachts lange wach. Gegen sechs sind wir alle fit und bereiten uns unser Frühstück, das wir im großzügigen Frühstücksbereich zu uns nehmen. Bei Sonnenaufgang sind die Bergketten hinter der Stadt in ein rötliches Licht getaucht und ein Raubvogel stößt unweit von unserem Haus in den Zweigen eines Baumes seine Rufe aus.

Um zehn Uhr fahren wir runter zur London Bridge. Sie ist eine partielle Rekonstruktion der in den 60er Jahren gebauten gleichnamigen Londoner Brücke und führt in Lake Havasu City über einen künstlichen Flussarm des zum Lake Havasu aufgestauten Colorado River. Der Gründer der Stadt, der Ölindustrielle Robert McCulloch, erwarb das Verkleidungsmaterial der ursprünglich von 1831 stammenden Bogenbrücke über die Themse. Beim Londoner Originalbauwerk waren durch den starken Verkehr statische Probleme aufgetreten, die einen Neubau erforderlich machten. McCulloch ließ am Stausee von Lake Havasu eine Stahlbetonbrücke mit gleichen Proportionen errichten, die dann mit dem in London erworbenen, numerierten und auf dem Seeweg und per LKW transportierten Steinmaterial aus Granit verkleidet wurde als Teil des Projekts "English Village" mit einem Shopping Center, einem Pub, Heckenlabyrinth und historischem Museum. Einiges davon ist stillgelegt.

Der als zweitgrößte Touristenattraktion Arizonas nach dem Grand Canyon beworbene Ort ist wenig spektakulär aber ganz hübsch. Wir machen die obligatorischen Fotos und fahren schließlich auf die Insel, wo zwei Miniaturleuchttürme stehen, von wo aus man einen schönen Blick auf den See und die in einiger Entfernung liegenden Berge hat. Ansonsten reiht sich ein Resort an das andere, ausgerichtet eher auf ältere Gäste, die mit ihren Motorbooten kommen und Badeurlaub genießen wollen.

Um uns heute Abend zum Grillen einen (fast originalen) American Coleslaw zubereiten zu können, fahren wir zu Herb's Herbs (geiler Name oder?) und besorgen mir eifreie Mayonnaise. Während der verschiedenen Fahrten durch die Stadt überschlägt sich Nico fast vor Begeisterung, welche tollen Autos hier rumfahren. Ich habe zwar nicht viel Ahnung davon, aber wenn man innerhalb von 24 Stunden 11 Corvettes, einen Shelby Cobra, eine Dodge Viper und diverse andere Amerikanische Musclecars zu sehen bekommt, scheint hier das Herz eines jeden Autofans höher zu schlagen.

Der Lacher des heutigen Tages: als wir an einem Deli (einfaches Amerikanisches Restaurant, wo es frisch zubereitete Sandwiches gibt) vorbei fahren sagt Nico: "Delhi wird mit h geschrieben ihr Vollpfosten". Ja, das Kind war öfters in Asien unterwegs als in der Amerikanisch geprägten Welt.

Zwischendurch bin ich immer wieder am Recherchieren, wo wir als nächstes unterkommen wollen. Wir haben uns noch nicht entschieden ob es in Sedona (ziemlich teuer aber schön) oder in Flagstaff (günstiger aber fad) sein soll. Wir tendieren auf jeden Fall wieder zu einem Haus, in dem wir uns selbst versorgen können, wenn wir das wollen, und da sieht es in Flagstaff einfach besser aus. Von dort aus ist auch der Grand Canyon nicht weit und die Fahrt nach Sedona und zu den Red Rock Mountains dauert nicht mal eine Stunde.

Am Abend grillen wir auf der Terrasse. Auch die untergehende Sonne scheint rötlich auf die Berge und der Vollmond steht strahlend hell am wolkenfreien Himmel.

© family on tour, 2013
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Von Phoenix aus starten wir unsere Rundreise und werden von dort auch wieder zurück fliegen. Für die geplante Route sind ungefähr 2.000 Kilometer zu fahren, ein Teil davon auf der legendären Route 66. Amiland - wir kommen!
Details:
Aufbruch: 12.04.2014
Dauer: 15 Tage
Heimkehr: 26.04.2014
Reiseziele: Vereinigte Staaten
Der Autor
 
family on tour berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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