Viñales liegt ungefähr 5 Stunden westlich von Havana und ist von einzigartiger Landschaft umgeben:

Die Täler rund um Viñales werden beherrscht von schroffen Kalksteinfelsen und geprägt von beindruckender Flora und Fauna. Das Microklima des Valle de Viñales ist bekanntermaßen ideal für den Tabakanbau: und so ist es hier auch möglich, direkt beim Hersteller - sprich, dem Tabak-Farmer - etwas über den Anbau und die Verarbeitung des Tabak zu erfahren.

Tipp der Redaktion:
Spar Dir vor der Anreise die teure Buchung einer Tour durch das Valle de Viñales. Solche Touren lassen sich preiswert vor Ort buchen.

Und wenn es gut läuft mit dem gebuchten Führer, erfährst Du vielleicht nicht nur etwas über Tabak, Kaffee und natürlich das Weltkulturerbe Valle de Viñales - sondern lernst auch noch, wie man einen erfrischenden Cocktail aus Rum, Honig und Kokosnuss zaubert.

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Valle de Viñales

'Mama' - wir haben sie inzwischen so getauft - bereitet uns ein üppiges Frühstück mit Eiern nach Wahl, Saft, Obst, Aufschnitt, kubanischem Honig und Marmelade, besser als in jedem Hotel. Frisch gestärkt gehen wir nun das Viñales-Tal an. Den besten Ausblick hat man vom Los Jazmines-Hotel, das wider Erwarten nach dem Hurrican Ike vor wenigen Monaten keinerlei Schäden mehr aufweist, ein Beweis für die Priorität, die der Tourismus inzwischen auf Kuba erhalten hat. Im Laufe des Tages sehen wir noch hinreichend Schäden an der Fauna. Dagegen ist die Stromversorgung mit neuen Masten und neuesten Isolatoren auf neuesten Stand gebracht.

mehrere Fotos zusammengestellt zu einem Panorama des gesamten Tales - gesehen von der Terrasse des Los Jazmines

mehrere Fotos zusammengestellt zu einem Panorama des gesamten Tales - gesehen von der Terrasse des Los Jazmines

In der Nähe des Hotels soll es eine kleine Tabakfabrik 'Despadillo de Tabaco' geben, die wir zunächst nicht finden, dann aber erfahren, dass sie von Ike zerstört und nicht wieder aufgebaut wurde. Dafür finden wir jedoch ein kleines Tabakfeld mit einem noch palmgedeckten Trockenschuppen, an dem gearbeitet wird. Hier sind die Tabakpflanzen schon erheblich größer als an den meisten anderen Standorten, die wir noch finden.

Tabakfeld mit Trockenschuppen

Tabakfeld mit Trockenschuppen

Pflegearbeiten im Tabakfeld

Pflegearbeiten im Tabakfeld

Auf den fruchtbaren roten Böden wird Tabak angebaut, der in Schuppen getrocknet und dann zu Zigaretten und Zigarren weiterverarbeitet wird. Dazwischen liegen kleine Bauernhöfe mit grünen Feldern und Palmen.

Felder und wiederaufgebauter - noch nicht vollendeter - Schuppen zur Tabaktrocknung - vor einem/r 'Mogote'

Felder und wiederaufgebauter - noch nicht vollendeter - Schuppen zur Tabaktrocknung - vor einem/r 'Mogote'

Trockenschuppen im Bau

Trockenschuppen im Bau

Wohl jeder Besucher der Gegend wird das eigenartige Kunstwerk Mural de la Prehistoria etwa 5 km westlich von Viñales in einem Seitental besuchen. Das Gemälde auf einer 120 m hohen und 180 m breiten Felswand ausgeführt stammt aus dem Jahre 1960 auf Initiative von Celia Sanchez, einer ehemaligen Guerillera und der späteren Sekretärin Fidel Castros. .

Entwurf: Leovigildo Gonzalez Morillo, Schüler des bekannten mexikanischen Muralisten Diego Rivera

Entwurf: Leovigildo Gonzalez Morillo, Schüler des bekannten mexikanischen Muralisten Diego Rivera

dargestellt wird die Evolutionsgeschichte der Menschen - alle fünf Jahre werden die Farben der Wandmalerei aufgefrischt

dargestellt wird die Evolutionsgeschichte der Menschen - alle fünf Jahre werden die Farben der Wandmalerei aufgefrischt

Die stark verwitterten und mit wucherndem Grün bewachsenen Felsen (Mogotes) waren einstmals die Säulen eines gewaltigen Höhlensystems, das sich vor 160 Mio. Jahren ausgeformt hatte. Aufgrund der Kalksteinverwitterung stürzten viele der Höhlendecken ein.

'moderner' Feldbau -

'moderner' Feldbau -

Wir fahren zunächst noch etwas weiter westlich zum Valle de Ancon, eine zauberhafte Landschaft, die mit den roten Böden, den Königspalmen und den einrahmenden Bergen wie ein Gemälde wirkt.

Valle de Ancon - ein Gemälde der Natur

Valle de Ancon - ein Gemälde der Natur

Die gesamte Gegend ist durchzogen von einem Netz von Höhlen, von denen man einige besuchen kann. Die erste, von der wir Notiz nehmen ist eine solche mit Restaurant.

hier ist besonders deutlich die Erosion des Kalkstein zu sehen, die zu den bizarren Formen über- und unterirdisch geführt hat

hier ist besonders deutlich die Erosion des Kalkstein zu sehen, die zu den bizarren Formen über- und unterirdisch geführt hat

Palenque de los Cimarrones

Palenque de los Cimarrones

Auswirkungen von Hurrican Ike

Auswirkungen von Hurrican Ike

Reparaturen am Stromnetz mit neuesten Isolatoren

Reparaturen am Stromnetz mit neuesten Isolatoren

Etwas weiter nördlich gelangt man zum Rancho San Vicente, einer gepflegten Hotelanlage, die mit schwefelhaltigen Thermalquellen auch bei bestimmten Krankheiten helfen soll.
Wir machen hier nur ein Päuschen.

Rancho San Vicente

Rancho San Vicente

Die Erdfarbe des ganzen Tales ist dunkelrot, die Bearbeitungsmethoden z.T. archaisch.

Wir können uns nicht sattsehen an den Mogotes und den roten Feldern

Wir können uns nicht sattsehen an den Mogotes und den roten Feldern

Unterwegs fallen uns auch die etwas unpraktisch anmutenden 'Strassenschlitten' auf, mit denen sich der Bauer über den Strassenrand ziehen läßt.

Die Landschaft ist einfach ein Traum

Die Landschaft ist einfach ein Traum

Ein weiteres Hotel, das in toller Lage bei näherem Hinsehen aber doch nicht ganz unseren Ansprüchen an Sauberkeit genügen würde, ist das Ermita auf der anderen Seite des Ortes.

Hotel Ermita

Hotel Ermita

Die Zimmervermieter (und auch andere) bieten gerne einen Ausflug durch die Landschaft auf dem Rücken eines Pferdes an. Da wir jedoch noch nie eine solche Erfahrung gemacht haben, entschließen wir uns zu einer Wanderung:

Wir beginnen an einem Seitenweg der Landstrasse zum Tal der der zwei Schwestern.

Doch eine Wildschweinfamilie und ein im Faß ruhendes großes Hausschwein versperren uns den Weg, so dass wir sie großräumig umgehen müssen.

Die Kühe sind da viel ruhiger und kümmern sich nicht um die Wanderer. Da es über Stock und Stein geht, begegnen wir natürlich auch einheimischen Ranchern auf Pferden.

Bald erreichen wir ein Tabakfeld, an dem ein Tabakbauer gerade pflügt. Sein Mitstreiter war ein paar Jahre in Dresden und wir müssen ihm natürlich Rede und Antwort stehen für seine vielen Fragen. Natürlich bietet er auch selbst gedrehte Zigarren an und ein Päckchen schwarzgebrannten Kaffee, der ganz in der Nähe auch gedeiht.

Tabakfeldbearbeitung

Tabakfeldbearbeitung

Kaffee und selbstgedrehte Zigarren

Kaffee und selbstgedrehte Zigarren

Am Rand dieser Mogote gedeiht Kaffee - Trockenschuppen unterhalb des Hotel Los Jazmines

Am Rand dieser Mogote gedeiht Kaffee - Trockenschuppen unterhalb des Hotel Los Jazmines

Wir sind mit unseren Touren im Tal von Viñales wieder am Ausgangspunkt angekommen und werden dann morgen weiterreisen. Hier hätten noch einen Tag verbringen können.

© Herbert S., 2009
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Dass wir genau zum Jahreswechsel die Rede Raoul Castros in Santiago de Cuba zum Jubiläum der siegreichen Revolution mitbekommen würden, war eigentlich Zufall. Die Rundreise im Mietwagen bot jedoch viel mehr: tolle Architektur aller Stilrichtungen, fantastische Landschaften, freundliche Menschen und Oldtimer so viel man will.
Details:
Aufbruch: 19.12.2008
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 07.01.2009
Reiseziele: Kuba
Trinidad/Kuba
Collantes
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 12 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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Herbert über sich:
Bin begeisterter Reisender - teils mit Leihwagen in Mexiko, USA, Indonesien, Thailand, Arabien, Namibia, Südafrika, Türkei,... teils mit kleinem Wohnmobil in ganz Europa, aber besonders in Großbritannien und Skandinavien. Es gibt also noch viel zu berichten. Aber es kommt soviel hinzu.