MAL EBEN KURZ NACH ERITREA

Eritrea-Reisebericht  |  Reisezeit: April 2005  |  von Uwe Decker

Richtung Arabien - Keren

Donnerstag ist Reisetag. Mir fehlt noch die dritte Station meiner geplanten Tour, Keren, eine durch und durch arabische Stadt. Dazu muss ich aber erst wieder zurück nach Asmara, eine direkte Verbindung gibt es nicht. Die Zeit wird knapp, ich komme erst spät los aus Massawa, weil sich am Vormittag nur wenig Reisende Richtung Asmara einfinden. Die Landschaft rund um Massawa ist ziemlich trostlos, Sand- und Geröllwüsten. Trotzdem wohnen hier Menschen, Nomaden mit ein paar Ziegen oder Kamelen. Auch Kriegsschrott fällt hier häufiger auf als im übrigen Land, verrostete und zerschossene LKWs, Panzerteile. In den größeren Orten steigen jeweils Militärposten zu, kontrollieren die Ausweise der männlichen mitreisenden Einheimischen, manchmal auch den der Frauen, gelegentlich bin sogar ich dran.

In Asmara bekomme ich gerade noch einen Bus Richtung Keren, im Dunklen treffe ich dort nach drei Stunden Busfahrt zu weniger als 1 Euro ein. Nach einem schnellen Abendessen gehe ich zeitig ins Bett.

Der Abstecher nach Keren lohnt sich wirklich, Arabien in Afrika. Man sieht kaum eine Frau ohne Kopftuch, viele weiß gekleidete Alte mit Rauschebart, wahrhaft biblische Gestalten. Der LKW hat das Kamel oder den Eselskarren hier noch nicht vollständig abgelöst. Die Märkte sind bunt, chaotisch, aber gerade deshalb besonders interessant.

Auf dem Dachgarten meines Hotels befindet sich ein durch eine Wendeltreppe erreichbarer Ausguck, von dem aus man einen tollen Blick über die in einem Talkessel gelegene Stadt hat.

Von Service Schaltern haben die hiesigen Banken anscheinend noch nichts gehört. Die Commercial Bank befindet sich in der Nähe meines Hotels. Schon früh am Morgen bildet sich eine fast unüberschaubare Menschenmenge davor. Der Eingang ist, wie bei allen Banken und sogar den Wechselstuben des Landes, vom Militär bewacht, ein Stacheldrahtzaun führt vom Eingang zu einem Wachhäuschen. Wer es bis hierher geschafft hat, ist nahe am Ziel. Bei der Geschwindigkeit der Kundenabfertigung dürfte höchstens jeder 10. Wartende eine Chance haben, heute noch vorgelassen zu werden.

© Uwe Decker, 2005
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Die Reise
 
Worum geht's?:
10 Tage am Rande Afrikas
Details:
Aufbruch: 13.04.2005
Dauer: 11 Tage
Heimkehr: 23.04.2005
Reiseziele: Eritrea
Asmara
Der Autor
 
Uwe Decker berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.
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